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 Ein Meade 2080 aus den fruehen 1980ern
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Seite: von 4

JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4087 Beiträge

Erstellt  am: 01.01.2021 :  15:46:18 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,

jau, wir duerfen noch. Der Grund fuer mein Schweigen der letzten Tage lag am weihnachtlichen Glatteis, gepaart mit Sommerreifen und wahrscheinlich auch Alkohol. Ein "Fahrkuenstler" ist direkt in den Glasfaserschaltschrank geschlittert, der das halbe Dorf mit dem Netzwerk versorgt. Der Typ war natuerlich ueber alle Berge, und British Telecom musste tagelang neue Glasfasern zusammenfrickeln ...

Zur Sache: Das Teleskop wird weiterhin benutzt, wenn wir bei klaren Naechten Besucher haben und es heraustragen. Trotz seiner optischen Schwaeche wird es gern verwendet. Offensichtlich momentan eher nicht, da es in einem seit Maerz geschlossenen Planetarium mehr Staub als Photonen sammelt. Aber es werden ja auch mal wieder bessere Zeiten kommen.

Selber habe ich uebrigens auch so einen "Jugendtraum", allerdings kein Meade und kein Celestron, sondern ein Dynamax. Schon die schwarze Bausch&Lomb 8000-Serie, und optisch einwandfrei.

Hier der Link:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=234096


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 01.01.2021 15:54:18 Uhr
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quilty
Mitglied im Astrotreff


87 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  13:07:47 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
das hat sich ja dann voll gelohnt, der Brexit. Endlich wieder trinken und fahren, mit Sommerreifen im Winter und das noch auf der anderen Seite! Ich mach bald auch rüber :-). N bisschen neidisch bin ich wirklich, ihr wurdet wenigstens mal gefragt, wir werden in wichtigen Dingen nie gefragt, wohl um zu verhindern, dass wir falsch antworten.
Meine Frage war eher so: Wenn du selbst, der schon durch einige Geräte geschaut hat, mal was sehen willst, kann es vorkommen, dass es eben das 2080 ist, oder nimmst du doch lieber was Aktuelles einfach, weil es sichtbar besser ist? Also, kann das optisch noch einigermaßen mithalten? Ich hab das Ding nicht aus nostalgischen Gründen gekauft, sondern wegen des günstigen Preises und weil es einfach das größte und schwerste Gerät ist, das für mich infrage kommt.
Auch wenn ich sonst sehr an altem Kram hänge.
Gruß
Stephan

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4087 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  13:28:26 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,


zum Brexit: Ein Desaster, das eindrucksvoll zeigt, was passieren kann, wenn zu viele Menschen mit dem Bauch denken. Reine Demagogie, und es zeigt sich, wie katastrophal sich soziale Medien auf demokratische Gesellschaften auswirken koennen. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem UK wieder beitreten wird.

Nun genug der Politik und zu den interessanteren Dingen: Das 2080 wird ja noch verwendet, wie ich schrieb. Mein privates 8" SCT von Bausch&Lomb nehme ich nur fuer oeffentliche Beobachtungen, weil es so schoen transportabel ist. Ich habe selbst kein Auto, bin also auf "Lifts" angewiesen, wo meist der Fahrer schon selbst ein Teleskop an Bord hat.

Meine eigene Astronomie mache ich aus meiner selbsterbauten Gartensternwarte, wo ich andere Geraete benutze, die teils modern und teils klassisch sind. Mein "Hauptarbeitspferd" ist Mrs Parsons, ein Skywatchernewton 200/1000mm aus der ersten Serie (Baujahr 2000), aber inzwischen auf einer EQ6 pro. Das Ding laeuft einfach, 3min ohne Nachfuehrkontrolle. Canon 40D dran, Intervallometer eingestellt. Erstes Bild kontrolliert, und wenn alles passt, rattert das Ding stundenlang alleine rum. An der Gegengewichtsachse habe ich mir eine Klemmung gefertigt, sodass ich auch Teleobjektive verwenden kann. Beispielsweise ein Canon EOS 70-300mm f/4-f/5.6 L-Serie, das bei voller Oeffung bis zum Rand absolut punktfoermig ist.

Ich hatte auch ein 10" RC auf einer weiteren EQ6, wo ich einen Autoguider verwendete - zwei Meter Brennweite verlangten das.

Der RC musste allerdings ueber die Klinge springen, da ich ihn gegen ein aelteres 14" Meade SCT eintauschen konnte. Dieses Teil sitzt auf einer alten Rupp-Montierung Typ4 mit 70/63mm-Achsen. Leider noch mit barockem Synchronmotor und ohne Autoguider, und trotz 240mm-Bronzeschneckenrades lassen sich die Sterne bei 3.5m Brennweite nicht mal fuer eine Minute punktfoermig halten. Derzeit ist bei AWR (ein englischer Astroelektronikhersteller) eine Schrittmotorsteuerung mit ST4-Autoguideranschluss im Bau. Irgendwann sollte das 14" mein Hauptarbeitspferd werden, aber derzeit muss es noch zugeritten werden.

Die Zweit-EQ6 ist inzwischen in einer kleinen Zweitsternwarte, die waehrend des Covidlockdowns hauptsaechlich fuer die Sonne errichtet wurde, aber auch nachts eingesetzt werden kann.

Dann habe ich noch einen alten Komplett-Selbstbau (Newton 257/1140mm), der derzeit vor sich hinrostet, aber demnaechst runderneuert werden soll. Und es gibt noch einen hoechst experimentellen 200mm-Faltrefraktor f/25 auf einer eher wackligen Montierung.

Also auch wieder sehr viel Altgeraet und Liebhaberei.

Zu Deinen Gedanken ueber Dein 2080: Sicher laesst sich das Geraet noch heute einsetzen. Wenn die Optik stimmt, hast Du ein schoenes achtzoelliges Kompaktgeraet. Die Gabel schwingt traditionsgemaess, visuell geht das noch in Ordnung. Fotografie ist eine andere Geschichte, speziell Langzeitbelichtungen. Da wuerde ich das Teil doch wohl eher entgabeln und auf eine EQ6 pflanzen, eventuell mit kleinem Leitrohr und Autoguider. Aber wenn Du es visuell nutzt und die Objekte selber finden kannst (halt ohne GOTO), dann ist das 2080 auch heute noch ein leistungsstarkes und transportables Instrument.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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hasebergen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3436 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  13:59:05 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hasebergen's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: JSchmoll

Hi Stephan,


zum Brexit: Ein Desaster, das eindrucksvoll zeigt, was passieren kann, wenn zu viele Menschen mit dem Bauch denken. Reine Demagogie, und es zeigt sich, wie katastrophal sich soziale Medien auf demokratische Gesellschaften auswirken koennen. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem UK wieder beitreten wird.




Hi lieber Jürgen,
(kurzes OT)
als überzeugter Europäer sage ich nur aus vollstem Herzen: welcome back in Europe, UK! As soon as possible. Über derlei törichte National-Kleinstaaterei freuen sich ohnehin nur die Trumps, Xi-Pings etc. dieser Welt ...

Auf dass dieser konservativ verursachte Spuk baldestmöglich vorbei ist, der Verstand wieder das Regiment bekommt und Ihr zurück im Kreise Europas seid! Wobei ("Bauch denken"), um zu sehen, was passiert, wenn Menschen mit dem verlängerten Rücken ihre Wahl treffen, braucht es garnicht vom Kontinent runter. Das bekommen auch KontinentaleuropäerInnen bitter "effektiv" hin ...

Also: welcome back!
(OT end)
Greetings Hannes

Diverses klassisches Zeugs - Klassikerseite: http://amateurastronomie.com/index.htm - Bereich Klassiker

--> 07-2019: Erstellung eines Einsteigerbüchleins: Was ist zu bedenken beim Einstieg - welches Teleskop ist wirklich ein "Einstiegsgerät" etc.

Facebook - Gruppe Klassische Teleskope https://www.facebook.com/groups/1101191130018058/

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quilty
Mitglied im Astrotreff


87 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  14:51:42 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
Noch einmal: Ihr wurdet wenigstens gefragt. Hier haben wir nur unsere "Demokratie".

Ich bin ja weit weniger professionell. Das 2080 ist dann wie gesagt mein größtes und zunächst nur visuell. Normal find ich die Objekte direkt. Wie gesagt der Himmel ist hier auch nur gut für die helleren Objekte. War vor zwei Wochen in den Bergen, da ist schon schwer, sich zurechtzufinden, man sieht den Wald vor Bäumen nicht. Auch keine EQ6 oder Gabel, sondern nur eine, bitte nicht lachen NEQ3. Vielleicht wird es irgendwann eine Vixen GP, aber ich möchte das Ganze mit einem mal tragen können, also 20 kg Gesamtgewicht ist irgendwie die Obergrenze. Ein bisschen freu ich mich drauf, auch wegen deiner Antwort. Mal sehen, wie der Zustand ist. Dann brauche ich noch eine Vixenschiene (mach ich selbst, wenn mir nichts Besseres einfällt) einen Sucherhalter, mal sehen, woher und ein Taurohr. Da fehlt mir noch ne gute Idee. Ich möchte die dauerhaft über den Tubus schieben und bei Geberauch eben rausziehen und um den Endring mit Klett oder Ähnlichem befestigen. Optimal wäre son Klemmdrücker, wie es an vielen Holzkisten gibt. Dazwischen kommt noch ne Lage Isolierung. Gibt es da einen Tip? Plastik ist wahrscheinlich zu wabbelig, weil der Tautubus ja nicht ganz geschlossen ist. Möglich wäre dünnes Sperrholz (ca. 2-3 mm), aber das muss man erstmal bekommen in 75 cm Länge. Wenn das, wie es sich gehört, außen längs gefasert ist, innen mit Schultafellack dünn und außen mit Klarlack glänzend beschichtet ist, könnte das gut gehen.
Von den Celestron SCTs habe ich gehört, soll das 9 1/4 das Beste sein, für mich wegen der Größe keine Option.
Hab übrigens gerade was im Glas aus dem Nordosten Englands, fast schon Schottland :-) aus Brora, nördlich von Inverness. Heißt zwar Sutherland aber doch irgendwie nordöstlich.
Gruß
Stephan

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4087 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  16:53:26 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,

erstaunlich, eine "Multilayerdiskussion" zu fuehren.

Okay, nochmal die Politik: So demokratisch war das hier nicht. Viele, die es jetzt ausbaden muessen, wurden nicht gefragt: Weder EU-Auslaender, die seit Jahrzehnten hier leben; noch Englaender, die in der EU leben. Gerade Letzteres haette das Blatt gewendet. Politische Bildung ist hier in UK nicht viel vorhanden, und viele Bekannte fragten mich, worum es beim dem Plebiszit ueberhaupt gehe. Es gab vor dem Referendum viel Desinformation, gerade auf den sozialen Medien, und sogar einen politischen Mord. Und dann gab es diesen Nigel Verarsch Farage, der gleich nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zugab, seine Versprechen nicht einzuhalten (350 Millionen pro Woche fuer den NHS, publikumswirksam auf einen Bus gepinselt). Es kam heraus, dass er als Chef der UK Independence Party ueberhaupt kein Konzept fuer den Fall hatte, das Referendum zu gewinnen! Umfragen ergeben inzwischen, dass es jetzt eine deutliche Mehrheit gegen den Brexit gaebe. Aber wir werden ja nicht mehr gefragt.


Okay, nun zu angenehmeren Dingen. Eine EQ3-2 ist fuer das 8" Meade ein bisschen grenzwertig, aber visuell noch okay. Das Stativ (wahrscheinlich dieses Aluteil mit den Wabbel-Plastikanlenkstuecken) sollte durch ein Stahlrohrstativ oder Holzstativ ersetzt werden.

Wenn Du das Instrument testest, denke an die Kollimation. Viele SC-"Gurken" sind nur dekollimiert. Zur Taukappe - ich fand ein 1mm dickes Plastikmaterial auf Ebay in A3-Format, woraus ich eine faltbare Kappe fuer Cindy (das 8" Bausch&Lomb-SCT) baute. Das Material war eigentlich fuer Modelleisenbahner gedacht, um deren Landschaften daraus zu bauen. Mattschwarz und den Falz einfach mit schwarzem Isolierband zugeklebt, laesst sich das Teil aufstecken, aber flachgelegt noch im Instrumentenkoffer transportieren.

Sutherland ... da gibt es auch ein Sutherland in Suedafrika. Gleich neben dem SAAO, der Sternwarte mit dem 10m SALT. Ich war da mal 2013, einen Spektrografen aufbauen. Ich wohne in der Naehe von Sunderland, nicht zu verwechseln.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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quilty
Mitglied im Astrotreff


87 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  11:47:01 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
Multilayer nennt ihr das. Wir sollten hier über Astronomie reden, bei Politik geht mir schnell der Hektor durch, und ich hab damit angefangen. Und es gäb soo viel zu sagen, und oft endet es unfreundlich.

Ja EQ3 mit Alu und Wabbelplastik, Hätte viel lieber ein Holzstativ. Ich glaube jedoch, sehr viel Schwingung kommt von den Gummifüßen, wenn sie auf Beton stehen, auf Grasboden geht es schon besser. Ein Kollege hatte kurz ne Vixen SP mit Motor und Polsucher im Netz gesehen, war aber schneller weg, als ich gucken konnte, und so ganz spontan bin ich auch nicht. Mit der Taukappe habe ich eine Empfehlung zu anthrazitfarbigem PE-Schaumfolie, 2,5 mm, aber PE glänzt doch total. Fürs 4 Zoll hab ich Moosgummi, das ist ziemlich gut aber zu klein für 8 Zoll. Meinst du, auch der HS muss kollimiert werden oder nur der FS?
Gruß
Stephan

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Spica 44
Altmeister im Astrotreff


1046 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  12:53:40 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Stephan,

laß mich aus meiner "Erfahrungskiste" mit SC`s was dazu schreiben.

Diese Teleskope machten es ja erst möglich, mit der für damalige Verhältnisse Große Öffnungen auf erschwinglichen Montierungen
für den Hobbybereich zu nutzen. Die ersten Gabelmotierugen waren
für den visuellen Einsatz konzipiert.
Die Firma Vixen hat aber, es war so um 1985, schon für etwas
stabileres die Superpolaris Montierung als bessere Lösung
empfohlen. Die Baaderschiene (Vixenlevel) am C8 z.B. wurde erst
später an die SC`s montiert. Meade war damals noch nicht so weit.

Was will ich damit sagen; wenn Du Dir so ein Teleskop zulegen
willst, es hat zwei Meter Brennweite. Dass muß die Montierung
händeln können. Das Gewicht von dem Teleskop ist secundär. Und ich
glaube auch, dass das bei Montierungsempfehlungen offt nicht
so richtig rüberkommt.

Mit Taukappe hast Du eine Teleskoplänge die auch der Wind so
gerne mag. Also mit der von Dir gewählten "Alternative" (kenne sie nicht), wirst Du nicht ganz so viel Freude haben.

Gruß
Marwin


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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4087 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  14:00:17 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,

Du koenntest Dir ein Holzstativ selber drunterbauen. Wenn Du auf die Laengenverstellung verzichtest, tun es bei etwas handwerklichem Geschick auch ein paar Baumarktlatten. Ich hatte das 1999 fuer die Sonnenfinsternis so gemacht, sozusagen ein "Wegwerfstativ" fuer meinen damaligen Bresser Pulsar 120/1000, den ich mit einem 100/1000er Uranus zu einem Doppelrefraktor gepaart hatte (nicht Bino, sondern Foto- und Leitrohr). Das waere auf dem originalen Aluminiumwabbeldingens nichts geworden.

Oder beobachte doch erstmal mit der Gabel. Vielleicht bist Du ja zufrieden damit. Bei hoeheren Vergroesserungen sind die hoeherfrequenten Schwingungen halt etwas nervig. Aber es gibt Schlimmeres. Beispielsweise einen 114/900er auf einer EQ1.

Zum Hauptspiegel: Den brauchst Du nicht zu justieren. Denn er laesst das gar nicht zu. Er ist auf einer Buchse zementiert, die auf dem Blendrohr reitet. Alle Justage geschieht ausschliesslich ueber den Fangspiegel. Kleine Inkremente verwenden, um nicht uebers Ziel hinauszuschiessen! Bei meinem ersten SCT (damals das C9.25) bin ich mit meiner Newtonspiegelerfahrung wie ein Bauer rangegangen und hab es dem Fangspiegel gegeben - und prompt habe ich gelernt, was ein Vergroesserungsfaktor von vier bedeutet. Bei Deinem 2080 ist das sogar ein Faktor fuenf.

Schaue, ob der Fangspiegelschatten mittig ist, wenn Du den Stern in Bildfeldmitte (!) defokussierst. Wenn nicht, gehe mit einem Kugelschreiber etc vorn vor die Schmidtplatte und bringe ihn in eine Stellung, wo er beim Durchblick die duennste Stelle des Ringes, der beim Defokussieren entsteht, anzeigt. Die Richtung, in der der Kugelschreiber zeigt, zeigt die erforderliche Kipprichtung des Fangspiegels an. Nimm dann die der drei Schrauben, die am besten in diese Richtung zeigt, und drehe mit dem Inbusschluessel (fuer Meade brauchst Du einen zoelligen) in eine Richtung. Beispielsweise 30 Grad in Uhrzeigersinn. Teste dann erneut, wie der Schatten sich zur Mitte des hellen Bereichs verhaelt bzw. ob der Ring nun symmetrischer geworden ist. Du musst das Fernrohr hierzu etwas schwenken, um das Bild wieder in die Feldmitte zu bringen.

Meistens wirst Du feststellen, dass Deine Entscheidung "30 Grad Uhrzeigersinn" genau falsch war. Ich nenne das den "Ersten Hauptsatz der Optikjustage", dass die erste Korrektur immer in die falsche Richtung verlaeuft. Drehe dann die 30 Grad wieder zurueck und versuche es im Gegenuhrzeigersinn. Sollte die erste Korrektur wider Erwarten in die richtige Richtung gegangen sein, musst Du pruefen und wiederholen, bis der Schatten zentrisch ist. Oder halt beim Ueberszielhinausschiessen zurueckrudern.

Klingt kompliziert, aber nach einigen Versuchen wird Dir das in Fleisch und Blut uebergehen.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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quilty
Mitglied im Astrotreff


87 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  18:45:59 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
danke für den Tip. Ich habe schon Erfahrung mit 2 m Brennweite und Vergrößerungsfaktor, ein CC6 und ein 5"Maksutov, (bei welchen man auch den Hauptspiegel justieren musste). Da gab es im Netz den Trick, den Doughnut in Richtung der dicken Seite zu drehen und dann mit der Montierung nachzuführen. Das wird wohl schon klappen, hoffe ich. Wenn der HS fest ist und nicht ausgerichtet werden muss, ist das schon mal besser lösbar, als zwei Gleichungen mit drei Unbekannten. Inbus verzollt? Das kenn ich schon, da geht dann manchmal auch Torx. Nervt aber doch. (Ich hatte das beim Bresser Mak, da ist der ganze Bodendeckel, an welchem Zenit und Okular hängen, mit drei Zoll-Inbusschrauben mit Zollgewinde befestigt, ca. 3,4 mm, und zwar mit 1,5 Windungen pro Schraube. Glücklicherweise konnte Bresser mir längere Schrauben schicken, ich glaub die schämen sich, sowas zu vertreiben, egal zu welchem Preis) Ein Hoch auf die Produktvielfalt.
Die Gabel hab ich nicht, ich krieg nur den Tubus. Also HS f/2,5 und FS Faktor 4? Hört sich gar nicht so kriminell an, vom C8 hab ich gelesen, der HS hätte unter f/2 (und das wäre der Vorteil des 9 1/4, dessen HS deutlich länger wäre). Ist aber vielleicht auch nur Theorie.
Und deine Thermodynamik möchte ich allgemeiner formulieren, für mich gilt Murphys Gesetz erweitert: Alles was schief gehen kann, geht schief, und nicht nur das. Es passieren mir immer wieder Unfälle, die kannst du gar nicht nachmachen, deren Wahrscheinlichkeit ist eigentlich negativ, aber sie tunneln durch.
Mit dem Holz selber machen, hab ich auch schon überlegt. Mein 6" wackelt schon ordentlich, und das 2080 wiegt noch mal 3 Pfund mehr. Macht mir schon Sorgen. Die neuen Meade ACF sollen nur 5,5 kg wiegen.
Noch was: Der HS ist fest zementiert, sagst du. Ist der Trieb vielleicht robust gebaut und besteht die Chance, den Shift zu mechanisch zu minimieren? Ich hab mal nen schlechten Skywatcher-Zahntrieb mit Alufolie verbessert, hat ne Zeit funktioniert.
Gruß
Stephan

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

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4087 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  21:06:29 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,

zoellige Schrauben gibt es eigentlich nur noch bei US-Produkten. Die Chinesen sind typischerweise metrisch - es wundert mich, dass das bei Bressers noch anders ist. Dennoch ist ein zoelliger Inbusschluesselsatz ein sinnvolles Zubehoer fuer den Astro-Werkzeugkasten.

Dein 2080 hat wie auch das C8 f/2 und dann den Vergroesserungsfaktor von 5. Das f/2.5 mit m=4 ist beim C9.25, das etwas entspannter gebaut und deswegen auch etwas laenger ist.

Zum Shifting: Da kann man nicht viel machen. Es ist letztendlich die Toleranz in der Buchse, die mit dem Spiegel ueber das Blendrohr gleitet. Es gibt zwar ein paar Tuningsansaetze wie steiferes Fett, aber alles ist riskant, da Du das Geraet oeffnen must und die Optik beschmiert werden kann. Wenn es wirlich nervt, kannst Du einen Crayfordfokussierer an das SCT-Gewinde machen und die Hauptspiegelfokussierung nur noch fuer die Grobfokussierung verwenden. So macht das mittlerweile fast jeder - bei meinem 14" Meade SCT geht das auch sehr gut (und bei dem grossen Teil laesst sich der Spiegel auch feststellen).


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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quilty
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Erstellt  am: 04.01.2021 :  13:07:09 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
ok ne Verwechslung mit dem Faktor, hatte mich auch etwas gewundert. Dafür ist das Ding echt kurz. Ich muss erstmal gucken, wie es aussieht wenn ich es habe. Vorher ist alles nur theoretisch. Dann ist mir noch was eingefallen: Früher hatte ich mal Zugang zu Indiumdraht, hab mich aber nicht rangetraut, da es in Nachbarschaft zu ganz giftigen Metallen steht. Soll aber noch immer nicht giftig sein und hat geringen Dampfdruck, weshalb man es auch als Dichtung in UHV-Technik verwendet. Wachsweich und kann man in jeden Spalt drücken und beliebig dünn schmieren, ist aber teuer geworden. Könnte ne Lösung sein für jegliches Spiel bei Zahntrieben und auf Achsen (die nur kriechen und nicht schnell laufen). Auf dickes Fett kann man sich nicht verlassen.
Gruß
Stephan

Bearbeitet von: quilty am: 04.01.2021 13:12:12 Uhr
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quilty
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87 Beiträge

Erstellt  am: 05.01.2021 :  14:23:46 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jürgen,
das Ding ist angekommen. Und für ein 8 Zoll ganz schön klein, und natürlich kommt es zunächst an die EQ3. Zustand der Glasflächen ist nach erstem Eindruck brauchbar, nach Reinigung. (Ist Cleenex-Zwang Aberglaube?). Mein Hauptproblem: Es fehlen die Hälfte der Schrauben, die den Tubus an der Bodenplatte befestigen. So, und Meade, das macht mir jetzt schon Angst, wenn schon das Teleskop in Zollgröße ist, was ist mit den darunter liegenden Gewinden? Ich habs noch nicht geprüft, aber vielleicht weißt du das? Und wenn, wo kriegt man die her, die fehlenden Schrauben?
Oder ist es schlauer, da brutal M4 oder M5 reinzudrehen? Wenn es dieselbe Größe wie bei Bresser (war auch mal Meade) ist, würde M4 gehen.
Und: Der Tubus zeigt innen Glanz? Bringt Schultafellack was?
Gruß
Stephan

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JSchmoll
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4087 Beiträge

Erstellt  am: 05.01.2021 :  14:44:34 Uhr  Profil anzeigen
Hi Stephan,

ja, die Dinger sind kompakt. Als fruehes Meade wuerde ich von Zollschrauben ausgehen. Und da gibt es eine ganze Menge, da die Schrauben nicht nur im Durchmesser, sondern auch im "pitch" (=Steigung) variieren. Bei metrischen Groessen ist ja normalerweise die Vorzugssteigung gemeint. Also M6 meint immer M6x1.0, 1mm Steigung, und nicht z.B. M6x0.75. Die zoelligen Gewinde haben da mehrere Optionen, und auch die Nomenklatur ist verwirrend. Haette ich das Ding hier, wuerde ich es mit einem zoelligen Gewindebohrersatz herausfinden und dann die richtigen Schrauben auf Ebay ordern. Da das Teil bei Dir ist, ist es schwieriger. Vielleicht hast Du einen Instrumentenbauer in der Naehe, der weiterhelfen kann.

Die Innenseiten der SCTs sind typischerweise glaenzend, und Du kannst mit Schultafellack was machen. Vorsicht, nicht den Spiegel mit Farbe bekleckern. Hast Du Erfahrung mit der Zerlegung von SCTs? Die Schmidtplatte muss genau in ihrer Orientierung, inklusive Rotationswinkel, wieder eingesetzt werden. Wenn Du da noch keine Erfahrung hast, wuerde ich die Innenschwaerzung erstmal sein lassen. Was uebrigens auch geht, ist ein selbstklebendes Textilpapier in schwarz. Das hat eine filzartige Struktur und ist unter den Namen DC-Fix oder Alcor erhaeltlich.

Ich wuerde an Deiner Stelle erstmal damit warten und das Geraet erstmal benutzten.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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Erstellt  am: 05.01.2021 :  18:21:05 Uhr  Profil anzeigen
Also, wenn ich alles zusammen hab und weiß was und wie, werd ich auch wohl alles machen, was in meiner Macht seht, auch innen auskleiden oder lackieren, ganz ohne Glanz ist auch Schultafellack nicht, vor allem, wenn man ihn zu dick aufträgt.

So, die Schmidtplatte ist nicht rotationssymmetrisch. Was ist mit HS und FS? Kann ich denn die Platte in der Fassung lassen und den ganzen Endring abnehmen? Die Bresserschrauben hatten 3,4 mm Durchmesser und Grobgewinde (6 Gänge auf 5 mm, und die konnte ich keinem Maß, weder englisch noch amerikanisch zuordnen. Aber Bresser hat die richtigen geschickt. Mir schwant hier dasselbe. Also wenn ich das genauer weiß, komme ich gern auf deine Kenntnisse zurück. Oder Bresser kann das nochmal.
Gruß
Stephan

Bearbeitet von: am:
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