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Seite: von 2

AndiL
Senior im Astrotreff

Deutschland
201 Beiträge

Erstellt  am: 17.05.2016 :  15:09:55 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai,

Zitat:
Ist doch wirklich kein Problem.


Da hast du recht!

Zumal ich noch das Tool meines 115mm Spiegels habe. Pech ist schon drauf, muss ich nur noch anpassen. Die 115mm entsprechen ziemlich genau der Breite von Rand bis Loch.

Viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 17.05.2016 :  16:27:09 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,
Zitat:
Original erstellt von: AndiL

Hallo Kai,

Zitat:
Ist doch wirklich kein Problem.


Da hast du recht!

Zumal ich noch das Tool meines 115mm Spiegels habe. Pech ist schon drauf, muss ich nur noch anpassen. Die 115mm entsprechen ziemlich genau der Breite von Rand bis Loch.

Viele Grüße,
Andreas



das Tool finde ich gut passend. Mit zwei ähnlichen ähnliche bearbeite ich derzeit die restlichen Zonenfehler an einem 16" Planspiegel, welcher ebenfalls bereits durchbohrt ist. Geh aber gaaanz vorsichtig ran wie die Igel. Denn aus einem Bückelchen von < 1/4 lambda Wave wird sonst schnell ein Loch.

Frohes Gelingen wünscht dir

Kurt

Bearbeitet von: am:
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AndiL
Senior im Astrotreff

Deutschland
201 Beiträge

Erstellt  am: 10.08.2016 :  13:26:56 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Astrofreunde,

mal wieder ein Update meinerseits, mit der großen abschließenden Frage: Fertig oder weitermachen?

Zwischenzeitlich ist viel passiert: Einige Polier-Sessions mit wechselweise Volltool, 115mm Subtool und 60mm Subtool. Umfangreiche PDI-Messungen und Auswertungen. Zudem ein Rückschlag mit der Messtechnik: Ich hatte aus Versehen die Laserdiode mit 12V versorgt, definitiv zu viel.

Vorweg kurz etwas zur Spiegellagerung und Spiegelzelle:



6-Punkt-Auflage, optimiert nach PLOP, paarweise auf einer Wippe. Auflage ist 3mm starker Filz. Die seitliche Führung erfolgt über ein Alurohr in der zentralen Bohrung. Zwischen Alurohr und Bohrung ist gut 1mm Spiel, welches durch einen dünnen 1mm-Filz eliminiert wird. Der Spiegel sitzt gut auf dem Rohr, aber nicht stramm. Gegen Herausfallen wird der Spiegel mit einem zentralen Überwurfring gehalten. Hier ist auch der dünne Filz zwischen Spiegel und Ring. Nachteil dieser Konstruktion ist eindeutig der zu weiche Filz. Bei horizontaler Lagerung kann der Ring etwas weiter eingeschraubt werden als bei vertikaler Lagerung. Das Spiegelgewicht drückt den Filz etwas ein.


PDI-Messungen:
Bei den Messungen war der Spiegel bereits in der Spiegelzelle eingebaut, die Ausrichtung war vertikal. Gemessen habe ich in vier Positionen mit einer seitlichen Markierung auf 3-/6-/9-/12-Uhr. Gedreht wurde nur der Spiegel aber nicht die Zelle. Für jede Position habe ich 4 Interferogramme mit verschiedener Streifenausrichtung aufgenommen. Ich konnte immer ca. 12-15 Streifen erreichen, bei mehr Streifen war der Kontrast zu gering. Verwendet habe ich immer die 6.3µm-Löcher des PDI.

3-Uhr Position:


6-Uhr Position:


9-Uhr Position:


12-Uhr Position:


Die Ergebnisse sehen meiner Meinung schon ganz gut aus. Eine Mittlung über alle vier Spiegelstellungen ergibt 98% Strehl und -1.01 Conic.
Die 9-Uhr Position ist deutlich schlechter als die anderen - möglicherweise ein Problem bei der Spiegellagerung in dieser Stellung.
Auch konnte ich beobachten, dass ein handfestes Anziehen des Halterings zu einer Überkorrektur um zusätzliche -0.02 Conic führt.


Erst kürzlich habe ich das Teleskop in Newton-Konfiguration fertiggestellt und konnte mit dem noch unbeschichteten Spiegel einen Sterntest (Wega) durchführen. Die Aufnahmen habe ich mit einer DMK erstellt, im Primärfokus ohne weitere Zusatzoptik, jeweils Summenbild aus ca. 1000 frames, keine Schärfung. Links ist intra- und rechts extrafokal dargestellt:



Man erkennt eine Überkorrektur, deren Größe ich allerdings nicht recht einschätzen kann. Könnte das zu den PDI-Daten und einer konischen Konstante von -1.01 passen?
Für den späteren Cassegrainfokus wäre eine leichte Überkorrektur nicht hinderlich. Ich muss dann eben die konische Konstante des Sekundärspiegels anpassen.

Ein abfallender Rand als Ursache für den hellen äußeren Ring würde ich sogar ausschließen. Mit einem Komakorrektor (TV Paracorr universal) und dem Okular etwas außerhalb seiner optimalen Fokuslage (plus einige mm) bekomme ich sehr symmetrische Beugungsfiguren intra- und extrafokal. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich auch mit einem Ronchiokular testen.


Was meinen die Experten zu den hier dargestellten Daten?
Soll ich aufhören und den Spiegel zum Beschichten geben?
Lohnt es sich, die Überkorrektion anzugehen?


Viele Grüße,
Andreas


Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2895 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2016 :  08:54:50 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

Glückwunsch zum fertigen Spiegel!

Es ist immer schwierig eine Messung zu beurteilen, die man nicht selbst gemacht hat.
Dennoch ergibt sich hier ein stimmiges Bild.
Es ist eben nicht einfach Strehls in der Region über 0.95 sicher zu stellen, diese Schwankungen sind normal.

Zitat:
...mit dem noch unbeschichteten Spiegel einen Sterntest (Wega) durchführen.

Einen Sterntest mit unbelegtem Spiegel darf man keinesfalls überbewerten!
Das Auskühlverhalten von nacktem Glas (= wirkt tiefschwarz im Infrarot!) macht eine sichere Aussage unmöglich.

Meine Erfahrung, als jemand der noch nie einen Sterntest vor dem Verspiegeln gemacht hat: OpenFringe kann man absolut vertrauen, wenn man bei der Eingabe der Parameter (ROC, D, Laser-Wellenlänge...) keinen Fehler gemacht hat
Zusätzliche Sicherheit gibt eine Foucault-Schnittweitenmessung um die CC zu überprüfen.
Denn ein Fehler in der CC ist bei einem Interferometer nicht durch Rotation kompensierbar.

Viele Grüße
Kai

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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2016 :  23:30:47 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,
Zitat:
mal wieder ein Update meinerseits, mit der großen abschließenden Frage: Fertig oder weitermachen?...


Herzlichen Glückwunsch auch von mir. Ich bin für weitermachen mit Verspiegelung. Mach ich gerne übungshalber in Alu und deshalb unentgeltlich, aber derzeit noch ohne Schutzschicht. Bei Interesse bitte PM an mich.

Gruß Kurt



Bearbeitet von: am:
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AndiL
Senior im Astrotreff

Deutschland
201 Beiträge

Erstellt  am: 08.11.2016 :  22:46:28 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

es ist vollendet, mein Spiegel ist vor kurzem vom Beschichten zurück. An dieser Stelle vielen Dank an Kai und Kurt für das Angebot einer reinen Alu-Beschichtung. Ich hatte mich letztendlich für eine Beschichtung mit Schutzschicht entschieden. Der Spiegel ist fest im Tubus montiert und kann zum Schutz nicht schnell ein- und ausgebaut werden.

Zum Abschluss bräuchte ich noch eine Einschätzung von den Experten. Der Beschichter meinte, der Spiegel hätte noch relativ viele Löcher (ca. 10 pro cm^2) und wäre nicht komplett auspoliert. Immerhin stecken knapp 30 Stunden Polierzeit drin.
Wenn ich den Spiegel mit bloßem Auge betrachte, sehe ich keine matten Stellen, es sieht eigentlich alles gut aus. Ich habe mal ein Foto gemacht, mit sehr heller Beleuchtung: Den Spiegel samt Zelle auf den Boden gelegt, mit Spiegelung der Zimmerdecke, wobei sich im Bereich der zentralen Bohrung eine Halogenlampe befindet.




Mittlerweile konnte ich den Spiegel in der Newton-Konfiguration draußen testen. Allerdings waren die Bedingungen eher schlecht.
Am ersten Abend vor einer Woche hatte ich etwa eine Stunde, bevor es langsam aber unaufhaltsam zu nebelte. In dieser Zeit hatte ich die Justage am Stern und noch einen Sterntest geschafft. Der Sterntest sah sehr gut aus, rund und beiderseits des Fokus gleich.
Heute, am zweiten Abend, zeigte sich der Mond immer wieder mal zwischen den Wolkenlücken. Das Seeing war aber nicht gut, sehr viel Wabern, aber kein matschiges Bild. In den kurzen besseren Momenten kontrast- und detailreich, mit Rimae Plato und grenzwertig einem Kleinkrater in Plato.

Viele Grüße,
Andreas


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