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 Selbstbau-Holzstativ, der erste Prototyp...
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1926 Beiträge

Erstellt am: 17.07.2015 :  09:05:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Freunde des Selberbauens,

ich möchte euch den ersten Prototyp meines Selbstbaustativs vorstellen. Nachdem ich irgendwie kein passendes gebrauchtes Stativ gefunden habe, habe ich mich fürs Selberbauen entschieden. Wichtig war mir dabei - neben der Realisierbarkeit mit Handwerkzeug (Japansäge, Handbohrmaschine) - eine gute Torsionssteifigkeit, weshalb ich eine Konstruktion aus großen Dreiecken gewählt habe. Dem versierten Dobsonbauer mag dies bekannt vorkommen . Für den ersten Test habe ich 2m-Buchenholzleisten aus dem Baumarkt einfach halbiert, woraus für den Prototyp eine Stativhöhe von ca. 80cm resultiert. Für den Refraktor soll es dann mal etwas mehr werden.

Als Maximalbeladung soll das Stativ die kleine AYO mit dem Vixen80L und dem 50/540 tragen. Erste Test zeigen ausreichende, aber nicht überwältigende Steifigkeit und Dämpfung (Ausschwingzeit ca. 1s) - bei einem Gewicht des Stativs von 2.9 kg und dem langen Refraktor ist das vielleicht auch nicht zu erwarten.

Vermutlich dürfte der Stativkopf noch ein bisschen massiver ausfallen, aber da hab ich erst mal genommen, was gerade so da war. Auf jeden Fall bekommt die Montierung noch eine besser passende Auflage.

Die Anbindung der Stativbeine erfolgt mit M6-Schrauben, deren Länge so gewählt ist (67mm), dass sie sich später durch Klemmhebel von der Stange ersetzen lassen. Die Anschrägung der Auflagefläche bestimmt die Abspreizung der Stativbeine, die hier nicht einstellbar ist - das erschien mir nicht erforderlich. Eigentlich wollte ich noch ein Foto machen, das zeigt, dass auch zenitnahe Beobachtung möglich ist, wenn man das Teleskop geschickt zwischen die Stativbeine manövriert, aber da hatte ich schon wieder alles in den Keller geräumt.

Auf der Unterseite des Stativkopfes sind Möbelverbinder eingesetzt. Die muss ich dringend einkleben - die richtig zu treffen ist etwas fummelig, und außerdem können sie rausfallen. Nachts auf der Wiese möchte man das nicht haben. Die Stativbeine sollte ich auch mal auf 7mm aufbohren, das würde das Ganze erleichtern.

Für die Verbindung der Stativbeine habe ich Klötzchen mit passendem Winkel zurechtgesägt. Schrauben in Buchenholz zu drehen ist schon eine Freude, wenn man sonst nur Weichholz gewohnt ist . Auf der Unterseite fehlen noch Spitzen für die Verankerung in der Wiese.

Wenn man zwei der drei Schrauben löst, kann man den Stativkopf um 180° drehen, alles wieder festschrauben und das Stativ auf diese Weise zusammenklappen - vorausgesetzt, dass der Durchmesser des Stativkopfs und der Winkel der Anschrägung zueinander passen, das habe ich entsprechend ausgelegt.

Einen großen Nachteil hat die ganze Konstruktion: wenn man aus Versehen einmal kräftig an den Stativbeinen drückt, ist der Stativkopf hinüber. Da ist ein Stativ mit horizontal liegenden Scharnieren gutmütiger. Aber alles in allem finde ich das schon so brauchbar und ermutigend, dass ich gleich mein Planet zum Verkauf ausgeschrieben habe .

Vielleicht findet der eine oder andere hier eine Anregung. Für den Einstieg ins Selberbauen finde ich so ein Stativ eigentlich optimal, es muss nicht gleich ein Dobson sein. Ich freue mich über Kommentare und Verbesserungshinweise!

Viele Grüße

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: am:

Golfi1812
Meister im Astrotreff

Deutschland
376 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2015 :  17:33:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Golfi1812's Homepage
Hallo Holger,

ich kenne mich mit Stativen bzw. dem Bau derer nicht aus, hab immer alles à la Dobson gebaut.

Nichts desto trotz macht die Konstruktion einen soliden Eindruck.

Was mir auf den ersten Blick jedoch vlt. kritisch auffällt, ist die Lage der Achsen zu den Stativbeinen. Das ist zwar eine Siebdruckplatte, aber die Stativbeine wirken wie Brecheisen bei dieser Länge und hebeln vielleicht die M6 (halte ich für zu wenig) samt den Holzschichten der Platte aus der Verankerung. Angenommen man stößt eben unten mal kräftig dran oder zieht wie an einer Wasserpumpe ;D.

Zudem vermute ich, dass wenn die Siebdruckplatte entlang der vertikalen Achse zu drehen (?), dann drehen sich die Stativbeine über die Bolzen mit und die gesamte Rotation geht in die kleinen Spax Schrauben unten an den Füßen über, wodurch die dann vielleicht ausreissen..?

Hört sich an als würde das Teil sofort zusammenklappen ;D
Nein ich übertreibe wohl ein bisschen. Wirklich geschickte Konstruktion mit den Dreiecken und deren Stabilität, zudem beachtlich mit dem Werkzeug! Ich hätte das ohne meine E-Werkzeuge nicht so hinbekommen!

mfg, Alex

Bearbeitet von: am:
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1180 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2015 :  23:08:01 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:
Original erstellt von: Cleo


...

Einen großen Nachteil hat die ganze Konstruktion: wenn man aus Versehen einmal kräftig an den Stativbeinen drückt, ist der Stativkopf hinüber. Da ist ein Stativ mit horizontal liegenden Scharnieren gutmütiger. Aber alles in allem finde ich das schon so brauchbar und ermutigend, dass ich gleich mein Planet zum Verkauf ausgeschrieben habe .

..

Viele Grüße

Holger



Hallo Holger,

das Stativ sieht auf den ersten Blick sehr ansprechend aus, was du mit deinem skeptischen Kommentar meinst ist mir nicht ganz klar. Vielleicht ist es ja auch der gleiche Punkt wo ich Probleme sehe: Wenn du den Anstellwinkel der Beine stark änderst, dann verbiegen sich die Schrauben, die die Stativbeine oben an der dreieckigen Platte fixieren. Oder anders ausgedrückt, das Stativ ist nur für einen Winkel der Beine stabil, wenn man es zuammenklappt oder die Beine weiter auseinander fährt verbiegt man die Schrauben oben am Stativkopf.

beste Grüße

Thomas


Bearbeitet von: am:
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1926 Beiträge

Erstellt  am: 18.07.2015 :  10:34:15 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alex und Thomas,

ihr habt den Schwachpunkt sofort erkannt...

-> Alex, die Verbindung der Stativbeine unten macht keine Sorgen, die Form der Dreiecke ändert sich ja nicht. Mit Handbohrmaschine meinte ich übrigens schon eine elektrische, aber eben keine Ständerbohrmaschine. Ganz verrückt bin ich auch nicht :-)

Zitat:
Wenn du den Anstellwinkel der Beine stark änderst, dann verbiegen sich die Schrauben, die die Stativbeine oben an der dreieckigen Platte fixieren. Oder anders ausgedrückt, das Stativ ist nur für einen Winkel der Beine stabil, wenn man es zuammenklappt oder die Beine weiter auseinander fährt verbiegt man die Schrauben oben am Stativkopf.

Thomas, genau das ist es. Wobei man durch Drehen der Platte um 180° immerhin zwei Winkel zur Auswahl hat. Um das zu entschärfen, könnte man die Bolzen, in die die M6-Schraube reingeht, waagrecht statt senkrecht einbauen (dann entsprechend länger) und die Platte einsägen, so dass die Schraube frei schwenken kann. Wenn man dann noch die jetzt schräge Auflage zylindrisch (oder kugelförmig?) macht, dann ist das Stativ frei verstellbar.

Klingt nach Arbeit - ich glaube, das mach ich erst, wenn ich weiß, wie lange diese Konstruktion typischerweise überlebt :-)

Danke für eure Kommentare und viele Grüße

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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hoefats
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1170 Beiträge

Erstellt  am: 19.07.2015 :  13:56:16 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Holger,

Deine Idee und Konstruktion finde ich durchaus ansprechend, gewisse
Problemchen wird es aber immer geben, wurden ja bereits angesprochen.
Falls Du etwas flexibel bist, das hier geht mit einfachen Mitteln und Maschinen:

http://www.vega-sky-center.com/thumbnails/VSC_NS_Tripod_07-03-2008-thumb.JPG

Reste gibt`s im Baumarkt oder beim Tischler, Holzkosten max. 15 €.
Was macht der kleine Achro, 2" Auszug untergebracht?

Gruß, Tobi

C 50/540 auf T-Mont

Mit kreischendem Bremsgeräusch fuhr der Zug im Bahnhof ein.
Die Leute stiegen aus und entleerten sich.
(Max, 10 Jahre, SOS Kinderdorf)




Bearbeitet von: am:
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1926 Beiträge

Erstellt  am: 19.07.2015 :  14:42:02 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Tobi,

den Link werde ich mir mal merken - das ist ja eine sehr klassische Konstruktion

Der kleine 50/540 liegt gerade zerlegt rum, drum ist er auch auf dem Foto nicht mit drauf. Ich nach wie vor unschlüssig, welcher Auszug es werden soll. Ich bin gerade eher am anderen Ende der Öffnungsskala zu gange - vielleicht klaue ich auch den Okularauszug vom Dobson und setze da einen anderen drauf.

Viele Grüße

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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hoefats
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1170 Beiträge

Erstellt  am: 19.07.2015 :  15:05:44 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Holger,

Zitat:
das ist ja eine sehr klassische Konstruktion


ja, das stimmt . Muss man auch nicht komplett übernehmen,
sieht doch etwas wuchtig aus, dafür aber stabil.
Die Sache mit der Abschlussplatte ist sehr langlebig, den Rest könnte man ummodeln.

So sieht`s bei mir aus, im 90er Tubus mit 2" Auszug



Viel Erfolg

Gruß, Tobi

C 50/540 auf T-Mont

Mit kreischendem Bremsgeräusch fuhr der Zug im Bahnhof ein.
Die Leute stiegen aus und entleerten sich.
(Max, 10 Jahre, SOS Kinderdorf)




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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1926 Beiträge

Erstellt  am: 10.08.2015 :  17:49:39 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

für die, die es interessiert, hier mal ein Update. Ich hab den Stativkopf komplett neu gemacht - jetzt gefällt er mir auch viel besser . Das Ganze sieht jetzt so aus:

Die Siebdruckplatte ist jetzt doppelt, zum Innenleben siehe unten. Die Schrauben sind jetzt schwenkbar befestigt, so dass das Stativ sich nach Lösen der Schrauben einfach zusammenklappen lässt (wie es sich für ein Stativ gehört):


Innendrin sieht das Ganze so aus - Bohrmaschine und Stechbeitel mussten eine CNC-Fräse ersetzen. Die Möbelverbinder habe ich in etwas länger nachgefertigt:

Die Siebdruckplatten sind nur verschraubt, damit sich das Ganze notfalls wieder öffnen lässt (z.B. falls man die Schrauben aus Versehen ganz rausdreht):

So gefällt es mir schon viel besser. Die nächsten Verbesserungen wären:
  • längere Stativbeine
  • eine Spreizsicherung wie beim Berlebach Planet, damit die Beine gleichzeitig (und nicht zu weit) rausschwenken. Damit werden Biegebelastungen der Schrauben am Stativkopf vermieden
  • eine Überarbeitung der Verbindung der Stativbeine unten (inklusive Spitzen)
Wie ich schon oben schrieb - der erste Prototyp... aber es wird langsam.

So weit für heute, viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 10.08.2015 17:53:27 Uhr
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rainer-l
Meister im Astrotreff


590 Beiträge

Erstellt  am: 10.08.2015 :  23:30:24 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Holger

Deine Konstruktion mit den 6 Dreiecken gefällt mir so gut , das ich vorhabe sie ebenfalls zu bauen . Sie benötigt eine biegesteife Platte , die Du mit den zwei Siebdruckplatten auch erreichen kannst . Ob man mit Verschrauben allein Steifigkeit verschenkt hängt von der Reibung ab .
Zwei Platten die ohne Reibung aufeinander gleiten ergeben die doppelte Steifigkeit wie eine Platte ; zwei verleimte Platte die 8 fache Steifigkeit .
Eine Möglichkeit wäre eine nichtaushärtende Dichtmasse zwischen den Platten aufzutragen .
Eine andere Möglichkeit eine verleimte Konstruktion bei der die Notwendigkeit die Platten trennen zu können entfällt wie zB. Schraubenende vernieten oder Gewindestange einkleben und Handmutter außen .

Auf den zweiten Photo sieht es so aus , als ob die Auflagefläche der AYO oder der Verlängerung ziemlich schmal ist . In diesem Fall wird es sich lohnen mit einer breiteren Aluplatte oder Ring die Kräfte großflächig auf die weiche Siebdruckplatte zu übertragen .

Gruß Rainer

Bearbeitet von: rainer-l am: 10.08.2015 23:32:21 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1926 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2015 :  09:37:33 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Rainer,
Zitat:
Deine Konstruktion mit den 6 Dreiecken gefällt mir so gut , das ich vorhabe sie ebenfalls zu bauen.
Freut mich! Wie sagt man in China: Das Plagiat ehrt das Original - oder so ähnlich
Zitat:
Eine andere Möglichkeit eine verleimte Konstruktion bei der die Notwendigkeit die Platten trennen zu können entfällt wie zB. Schraubenende vernieten oder Gewindestange einkleben und Handmutter außen .
Ja, da bin ich gespannt auf Deine Lösung - ich wollte so "endgültige" Arbeiten wie Verleimen bleibenlassen, so lange ich noch am Rumprobieren bin. Für die Steifigkeit bringt es etwas, das ist richtig. Wobei ich damit kein Problem habe - am weichsten sind gerade die Stativbeine auf Torsion, da müssen die Spitzen dann genau in Verlängerung sitzen, damit der Hebel klein ist. Vielleicht werde ich das auch noch durch eine Verbindung der Beine auf Drittelshöhe unterbinden.
Zitat:
Auf den zweiten Photo sieht es so aus , als ob die Auflagefläche der AYO oder der Verlängerung ziemlich schmal ist . In diesem Fall wird es sich lohnen mit einer breiteren Aluplatte oder Ring die Kräfte großflächig auf die weiche Siebdruckplatte zu übertragen.
Guter Punkt - schau ich mir mal an.

Am Wochenende hab ich mit diesem Stativ und dem 80/1200 erfolgreich Kugelsternhaufen im Schlangenträger gejagt - macht jedenfalls Spaß!

Danke fürs Mitdenken auch und viele Grüße,

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 11.08.2015 09:43:21 Uhr
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rainer-l
Meister im Astrotreff


590 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2015 :  11:44:02 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Holger

Mit nur 6 Beinen (plus Boden und Stativplatte) 6 Dreiecke mit ordentlicher Basislänge zu bauen ist halt schwer zu toppen .
Bei Texereau gibt es diese Konstruktion auch , allerdings nur in nicht zerlegbarer Version .
Die den Boden berührenden Spitzen genau in die Verlängerung der Stativbeine zu bringen sollte noch mal eine spürbare Verbesserung der Steifigkeit bringen .

Gruß Rainer

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