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 Buchrezension "The Cosmos"
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Ute07
Meister im Astrotreff

Deutschland
418 Beiträge

Erstellt am: 05.01.2014 :  11:20:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
The Cosmos
Astronomy In The New Millennium


Autoren: Jay M. Pasachoff, Alex Filippenko
Verlag: Cambridge University Press
600 Seiten
Preis nach Verlagsangaben: £ 40,00; $ 85,00; Amazon: € 43,95
ISBN: 110768756X

Amazon


© Cambridge University Press
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages


Klappentext:

Eine spannende Einführung in die Astronomie, die neueste Entdeckungen und atemberaubende Fotografien nutzt um Studierende, die keine wissenschaftlichen Bereiche als Hauptfach haben für das Universum zu inspirieren und ihnen zu zeigen wie Wissenschaft funktioniert. Von zwei sehr erfahrenen und begeisterten Dozenten geschrieben, wurde jedes Kapitel mit mehr als 200 neuen Fotos komplett überarbeitet. Der Text ist aufgebaut wie eine Serie von Erzählungen, jede präsentiert die Geschichte eines Gebietes, die Beobachtungen, die gemacht wurden und wie sie in die Entwicklung der Wissenschaft passen, in das allgemeine Verständnis, und welche Beobachtungen in der Zukunft geplant sind.

Hauptmerkmale:
  • Enthält sowohl Bilder von jüngeren Weltraummissionen, dem Solar Dynamics Observatory, Herschel Space Observatory, Planck, als auch des Hubble Space Telescope, Chandra X-Ray Observatory, der Keck Sternwarten und der vier Teleskope, die das VLT in Chile bilden
  • Neu gestaltete, modernisierte Seiten heben die Darstellung der Bilder hervor
  • Mathematik wird in extra Abschnitten präsentiert, um die man leicht herum lesen kann, so dass das Buch sich sowohl für Kurse mit mathematischer als auch mit nicht mathematischer Annäherung eignet
  • Neue Diskussionsanregungen, die Studenten dazu ermuntern sollen in anderen Dimensionen über die Astronomie und die Rolle, die die Wissenschaften heute in unserem täglichen Leben spielen, nachzudenken
  • Ein ganzes Kapitel ist Exoplaneten gewidmet, einem der spannendsten Bereiche der heutigen Astronomie
  • „Star Party“ Rubriken beschäftigen und ermuntern Stundenten dazu, das Erlernte in der Praxis umzusetzen indem ihnen echte himmlische Phänomene gezeigt werden
  • Farbige, verbesserte Sternkarten von Wil Tirion, dem bekannten Himmelskartographen, helfen den Studenten sich am Himmel zurecht zu finden
  • „A Closer Look“ Rubriken heben Themen und Beispiele hervor, die Studenten besonders interessant oder wichtig fürs Studium finden können


Rezension:

Die „Taschenbücher“ von der Cambridge University Press sind eine Klasse für sich. Dieser Band von 600 Seiten und 24 x 28 cm Größe wiegt immerhin fast 2 kg.
Zwei Kilogramm die es in sich haben, ein Studienbuch, welches alle erforderlichen Grundlagen in der Astronomie abdecken soll.
Wie aktuell das Buch ist, erkennt man schon am Einband: ein Laserstrahl wird von einem der VLT-Teleskope emittiert, im Hintergrund Komet Lovejoy knapp über dem Horizont vor der südlichen Milchstraße.
Auf den Innenseiten des Einbandes und auf den gegenüberliegenden Seiten sind grobe Sternkarten abgedruckt, jeweils den Jahreszeiten entsprechend und mit Zeitangaben. Die Karten von Wil Tirion für den Nord- als auch für den Südhimmel sind für eine grobe Orientierung ausreichend. Sogar ein paar DeepSky-Objekte sind markiert. Aber wer geht schon mit solch einem Buch spechteln? Die Karten sind wohl eher dazu gedacht sich bei einigen Aufgaben aus dem Buch die Positionen der Sternbilder besser vor Augen führen zu können.
Das Inhaltsverzeichnis ist geteilt, erst erfolgt ein grober Überblick, anschließend erst erhält man eine Auflistung der einzelnen Abschnitte und ihre weiteren Unterteilungen. Hier sind auch die folgenden speziellen Kästen aufgeführt, die in den Kapiteln unregelmäßig verteilt sind:
  • Star Parties: Anleitungen zur Beobachtungspraxis, Tipps und Tricks
  • Figure it Out: Kästen mit weiteren, z.B. mathematischen Erklärungen zu einzelnen Themen
  • Lives in Science: Biografien berühmter Astronomen
  • A Closer Look: Hier wird auf einige Themen weiter eingegangen
Jedes Kapitel beginnt mit einem kurzen Überblick und welche Ziele bzw. welche Erkenntnisse erarbeitet werden sollen.
Fremd- oder Fachwörter sind im Text fett gedruckt und werden im umfangreichen Glossar erklärt.
Am Ende jeden Kapitels erfolgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und vor den abschließenden Denkanstößen für Diskussionsrunden sind noch eine Reihe von ca. 40 bis 50 Fragen zu beantworten, von Verständnisfragen zur freien Textformulierung bis zu Multiple Choice Fragen.
Leider sind die Antworten im Buch nicht enthalten.

Die Autoren wollen den aktuellen Wissensstand in der Astronomie wiedergeben und sowohl die Grundlagen, als auch alle Nebenzweige abdecken. Sie möchten dem Leser nahebringen, was Wissenschaft im Allgemeinen und Astronomie im Besonderen ist und das Bewusstsein wecken, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft allein aus menschlicher Neugier, Intelligenz und Vorstellungskraft erarbeitet werden.
Auf wissenschaftliche Denkweise wird sehr viel Wert gelegt.
So bauen die unterschiedlichen Kapitel aufeinander auf, ein sorgfältiges Durcharbeiten beschert einem ein gutes Grundwissen. Wer schon Vorkenntnisse besitzt, kann natürlich auch quer einsteigen und sich die interessanten Bonbons heraus suchen.
Die informativen Texte werden durch viele Fotos und aussagekräftige Grafiken unterstützt.

Zu dem Buch gibt es auch eine Homepage. Die meisten Seiten sind frei zugänglich und enthalten viele zusätzliche Quellen, App-Listen, Links, Updates zu den Kapiteln und die ganzen Zusammenfassungen der Kapitel. Außerdem alle Grafiken und Fotos als ZIP-Archive im JPG- und PPT-Format sowie zahlreiche Lernkarten, ebenfalls als PPT.
Hier gibt es nur einen Bereich, der einer Zugangsbeschränkung unterliegt. Hier können Dozenten sich registrieren lassen und erhalten dann, offenbar nach einer Verifizierung durch die zuständige Schule oder Universität, den Zugang zu den Antworten.

Die Texte sind manchmal nicht ganz einfach zu lesen, schon allein durch die fremde Zeichensetzung im Englischen. Manche Sätze muss man zweimal lesen, damit sich einem der Sinn erschließt; es ist eben keine einfache Umgangssprache. Dafür ist zum Verständnis der Texte nur ein Minimum an Mathematik erforderlich, alles Weitere ist falls notwendig, in den „Figure it Out“-Kästen enthalten.

Das Papier dieses Buches ist recht dünn, dadurch sieht man so etwas wie „Geisterbilder“ der vorherigen bzw. der folgenden Seiten, was das Schriftbild manchmal etwas unruhig macht, speziell wenn auf der anderen Seite Grafiken sind.
Die Bildunterschriften und die Hinweise im Text auf dazugehörende Fotos sind nicht immer korrekt, ein Hinweis auf einen Anhang erweist sich ebenfalls als fehlerhaft. Das sind aber Hürden, die mit ein wenig blättern und dem Inhaltsverzeichnis zu lösen sind. Eine im Buch angegebene Website existiert bisher nur als Testseite ohne Inhalt.

Dafür sind im Buch sehr viele und aktuelle Fotos enthalten sowie die neuesten Erkenntnisse dargestellt. Wer immer auf dem Laufen bleiben will, sollte die Anregung der Autoren, sich mit Hilfe der vorgeschlagenen Websites auf dem Laufenden zu halten, auf jeden Fall befolgen. Die Entwicklung in der Forschung läuft einem gedruckten Buch sehr schnell davon.


Fazit:

Der Aufbau und die Umsetzung des Konzeptes finde ich sehr gelungen und ansprechend, auch wenn mich einiges an „Die kosmische Perspektive“ erinnert. "The Cosmos" verfolgt trotzdem einen etwas anderen Ansatz, es enthält noch mehr Fotos und Grafiken, getreu dem Motto: ein Bild sagt mehr als viele Worte. Es gibt einen umfassenden Einblick in den heutigen Wissensstand in der Astronomie ohne zu viel voraus zu setzen. Außer den Sprachkenntnissen natürlich. Dafür hat man nach Durcharbeit des Buches nicht nur ein solides Grundwissen erhalten sondern auch eine ausgiebigen Englisch-Kurs gehabt.
Die Homepage enthält keine zusätzlichen Aufgaben, ist dafür aber frei zugänglich.
Nachdem das Buch „Astronomie – Die kosmische Perspektive“ erschienen ist, müssen sich viele Astronomiebücher daran messen lassen. „The Cosmos“ braucht sich hier nicht zu verstecken.

Für mich ist dieses Buch sowohl vom Inhalt als auch von der Ausstattung her ein echtes Highlight und sicherlich sein Geld wert.

53.401 N, 8.023 O

Capt. Kirk: GSO Dobson 12"
Albert Einstein: Bresser Skylux 70/700
Col. O'Neill: GSO 8" Parabol Newton auf HEQ5
Caroline Herschel: Meade ETX70
zu Hause im "Astrobunker"

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