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 Mikrorauheit und das Problem der Quantifizierung
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Seite: von 11

Alois
Altmeister im Astrotreff

Austria
1276 Beiträge

Erstellt am: 06.12.2013 :  03:35:02 Uhr  Profil anzeigen
Liebe Interessenten der glatten Flächen.

Da dieses Thema im Nachbarforum, ade gegangen ist, habe ich mich entschlossen die versprochene Antwort hier zu bringen.
Ersten weil der Bilder Upload mit horizontal 800 Pixel schon eine gute Möglichkeit bietet Feinstrukturen zu zeigen.
Für die Stellen wo dies immer noch nicht reicht gelang es mir Ausschnitte einzufügen und für hochauflösende Bilder
habe ich einen anderen Upload gefunden. Allerdings verschwinden dort die Bilder, wenn sie 50 Tage lang nicht mehr angeklickt werden.

Ich erzähle einfach was ich bemerkt, gesehen, gedacht und getan habe.
Es gibt kein Ende weil bei mir ist auch noch nicht alles Vollständig und es kann jeder dazu helfend beitragen wo er kann.

Als erstes nehme ich wahr das es in der Astroszene unterschiedliche Vorstellungen der Mikrorauheit gibt.
Aus meiner Sicht muss ich diese Kontrollen in 5 Stufen einteilen. Wobei A und B noch nicht zu den Mikrorauheiten zählen.
A__ Sind feine Unformen die man heute schon in der Schattenprobe sieht.
B__ Sind kleine Unformen die man noch mit dem Interferometer Zygo oder auch Bath bei Messungen der ganzen Fläche sehen kann.
C__ Sind jene Unformen die man mit dem Lyottest sehen kann.
D__Sind jene Strukturen die man mit dem Nomarski Polaristionsmikroskop sichtbar machen kann. Laterale Auflösung bereits im hunderstel mm Bereich.
E__ Sind Strukturen die das Weißlichtinterferometer aufzeigen kann. Hier gibt es Daten für laterale und vertikale Abweichungen.
___Sie ist die einzige Interferometrische Methode mit hoher Sicherheit und Auflösung. Allerdings nur auf einer sehr kleinen Fläche.
In der Industrieoptik zählt zur Mikrorauheit jene Rauheit die mit der Schattenprobe und dem Zygo Interferometer lateral nicht mehr erfassbar sind.
Daher braucht es die Erfassung mit dem Mikroskop. Meistens mit 200 bis 500 facher Vergrößerung.

Privat bin ich aber an die Schattenprobe gebunden. Da bemerkte ich schnell dass ich einen verstellbaren Lichtspalt brauche der die 4 Schneiden in eine Ebene hat.
Die Länge von 0,3 mm die ich als Fixeinstellung halte und als Maßstab im Bild dient, hat sich aus der Praxis ergeben. Sie ist das Maß bei der ich noch sehr scharfe
Abbildungen verlustfrei abbilden kann und sehr starke Abweichungen das Bildfeld noch nicht verlassen.
Deshalb dient er mir auch gut zur Berechnung der lateralen Abweichungen.



Der Lichtspalt hat auch den Vorteil dass das Licht linear verteilt wird und daher auch kleine Lichtmengen aufzeigt die beim Sterntest durch die radiale Verteilung
oft schon schwach werden. Er zeigt dafür auch wie sich der Fehler auf einer harten hell dunkel Grenze verhält wie es bei Mondkratern und am Planetenrand ist.
Erschreckt aber nicht an den Beispielbidern weil sie zeigen den Fehler wegen der Autokollimation doppelt so stark an.



Vollaufösung
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=f440d1-1386270056.jpg
und ein anderes Beispiel in Vollauflösung. Erst bei dieser Größe ist es möglich auch den ersten Ring um das Beugungsscheibchen zu zeigen.
Rechts unten kann man auf die gewünschte Vergrößerung gehen.
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=e1d3af-1386270870.jpg
Danach ging es zum Lyottestet mittels verschiedenen Dichtestreifen aus Technical Pan Film gemacht. Die Dichte 2 hat sich als recht gut erwiesen.
Das war so um die 1990ger Jahre. Um schnell herauszufinden welche Streifenbreite am besten ist, kam ich auf die Idee einen gestaffelten Streifen zu machen.
Damit entstand dieses Bild.

Vollauflösung
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=fcf07d-1385989820.jpg
Es ist zwar schön, beweist aber nur das verschiedene Streifenbreiten andere Strukturen zeigen. Praktisch ist die Wiederholbarkeit der Messungen
weil die Einstellung der Streifenbreite gleich bleibt. Eine Veränderung der Breite des dahinter verdeckten Lichtspaltbildes hat die Struktur nicht verändert.
Also bring das noch nicht viel Hilfe zur Quantifizierung.
Danach begann ich zu untersuchen ob sich die Rauhigkeit eher im Kontrast dieser Strukturen zeigt. Da bin ich fündig geworden und da muss ich sagen das
mein schönes Bild oben nicht brauchbar ist weil es kontrastverstärkt und zu hell ist.
Da ist das Bild von Kurt viel Aussagekräftiger und bewirkt durch seitliches Verstellen die gleichen Strukturveränderungen.

Aus der Wirkung Streifenbreite oder dem Abstand von der Kante müßte in Verbindung mit noch etwas schon einen Ableitungshife zu finden sein.
Im Lauf der Zeit ist mir durch viele Messungen aufgefallen das immer eine gewisse Streulichtbreite vorhanden war nicht auf die nicht
auf die Rauhigkeit reagiert hat. Auf der such danach bemerkte ich das der Rand der Apertur so hell war. Es war das Licht welches auf der
Kante gebeugt ist und eben das selbe Licht welches die Tannennadeln so hell leuchten lässt bevor der Mond aufgeht.
Um diese Lichtmenge zu ermitteln war es notwendig immer eine Belichtungsreihe zu machen um das Bild zu finden bei dem der leuchtende
Rand noch nicht abgesoffen ist. Da wurde die Fläche der Spiegel sehr dunkel. Ein Versuch die Gesamtlichtmenge des Bildes zu messen
Und dann den hellen Ring mit einen Bilbearbeitungprogramm zu entfernen gab auf Anhieb 50% weniger Streulicht.
Da kommt schon der Gedanke auf, ob wir das Problem Streulicht wohl etwa Überbewerten.
Nun wollte ich wissen welches Streulicht wie hell ist und wie weit geht es vom abgebildeten Lichtspalt weg.
Dabei zerstörte die Körnung des Technical Pan Films die Schärfe der Lichtspaltabbildung und ich konnte nicht alles gleichzeitig messen.
Da mußte ich mir einen aufgedampften Dichtespalt machen lassen. Wen schon dann auch einen der daneben in seiner Breite auch ein Quadrat hat
damit man auch die radiale Verteilung messen kann. Das große Quadrat unten dient zur Messung wie Kurt sie macht.



Der Unterschied ist so.


Und der nächste Schritt so.



Nun noch einmal zur Messung der Lichtmenge die durch die Beugung am Rand entsteht, hat mir Guntram seinen noch nicht ganz fertigen aber schon ziemlich
guten Kugelspiegel zur Verfügung gestellt. Er hat den Vorteil dass man mit ihm ohne Planspiegel auch den Sterntest im Krümmungsmittelpunkt machen kann.
Da konnte ich zum ersten mal detaillierte Messungen machen . Was mir schon einiges bestätigt.



In der Schattenprobe sieht man das der Rand nicht ganz scharf ist das dürfte dazu führen dass das Streulicht in der Streifennähe heller ist als
Jenes im 1% leuchtenden Lichtspalt. Diese Messung werde ich später noch einmal mit einer Maske machen.
Hier die volle Information mit Berechnungen.



Hier der Parabolspiegel von Peter den ich vor 2 Wochen in Autokollimation gemessen habe.
Da ist der Streulichtanteil neben der Diechtestreifenkante weniger hell, ob wohl hier auch die Rauhigkeit meines Planspiegels auch dabei ist.
Sicher sind beide Flächen gut und das deutet wiederum darauf hin das die Sreulichtwirkung der Mikrorauheit nicht so sehr zum Tragen kommt
Wie wir denken. Weil die Spiegelfläche bleibt sehr dunkel.


Nun komme ich zu den Messmöglichkeiten in der Firma.
Für die Herstellung der Objektive zur Chipproduktion braucht es sehr glatte Flächen. Für diese konnte ich Versuche machen und mit neuen Messmethoden arbeiten.
Die erste Möglichkeit war mit einem Nomarski Polarisatonsmikroskop zu messen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Differentialinterferenzkontrast

Dadurch konnten verschieden geneigte Flächenteile sichtbar gemacht werden.
Dabei sind diese Bilder entstanden.





Zur Vollauflösung

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=88d019-1386715707.jpg

Später konnte ich dann mit dem Weißlichtinterferometer arbeiten und da wurde es so richtig interessant.
Weil jetzt konnte ich auch Höhen und Tiefen Messen und das war eine tolle Herausforderung. Leider habe ich immer nur die besten Flächen gemessen
und habe keine Vergleiche für die gröberen Flächen. Es war ja der Fortschritt wichtig und die die Grenze zu finden wie weit kann man mit dem Normaski
Polaristionsmikroskop arbeiten. Dieses hatte die Grenze so bei 8 nm Mikrorauheit. Das entspricht dem Bild D von oben.

Hier das Protokoll der besten Fläche.



Und hier noch ein Ausschnitt zur näheren Betrachtung.



Hier noch ein paar Beispiele wie verschieden Rauhigkeiten sein können und wie sie sich auswirken.

Hier ist die Streuilichthelligkeit deutlich stärker als der mit 1% leuchtende Lichtspalt aber noch nicht breiter als die übliche Streulichtbreite.





Ein Beispiel mit grober Rauhigkeit die man sogar schon mittels FFT Analyse messen kann.
Da ist das Streulicht deutlich heller als der mit 1% leuchtende Lichtspalt und auch deutlich breiter als das übliche Streulicht.



Dieses Bild zeigt deutlich den Messunterschied von Gestern zu Heute.




Und hier der Vergleich Schattenprobe und Lyottest. Hier Beweist sich das Rauhigkeit sich im Kontrast ausdrückt.
Bei neuerlichen Messungen werde ich das genauer beobachten.




Diese Rauhigkeit läßt sich bereits im Profil der FFT Analyse gut aufzeichnen und berechnen.






Thomas Winterer den ich derzeit betreue, hat ein ausgezeichnetes störungsfreies Foucaultbild gemacht bei dem sieht man
gut was passiert wenn man bei Minitools mit zu harten Pech und zu schnellen Bewegungen passiert.
Auch das könnte mathematisch quantifiziert werden. Aber mit sehr viel Mühe und guten Helligkeitsabschätzungen.



Thomas hat sich bereit erklärt uns weiterhin mit seinen Poliererlebnissen zu Betreuen.
So jetzt glaube ich haben wir Stoff genug um neue Überlegungen zu machen. Bin gespannt wies weiter geht.

Viele Grüße
Alois

EDIT Kalle: Ein paar "ins Auge springende" Tippfehler verjagt

Bearbeitet von: Alois am: 11.12.2013 00:17:20 Uhr

Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7014 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  09:37:10 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,

vielen Dank für diesen Bericht mit der sehr aufwändigen und spannenden Dokumentation. Aus "Erstellt am : 06.12.2013 03:35" kann man nur schließen dass du dir eine Ruhepause verdient hast.

Sicher werden noch zahlreiche Fragen kommen, auch von mir. Dazu muss ich natürlich erst deinen Bericht gründlich studieren und sicherheitshalber die Vollformatbilder bei mir speichern. Beides sollte jeder andere Fragesteller sinnvollerweise auch tun.

Also, bis bald

Gruß Kurt

Bearbeitet von: am:
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Alois
Altmeister im Astrotreff

Austria
1276 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  10:40:48 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kurt.

Ja eine Pause kann ich jetzt gut brauchen.
Um diese Nachtzeit hatte ich keinen Forenbetreuer mehr zum Freischalten. Ist ja klar. Die können auch nicht ewig arbeiten.
Deshalb kommt die Änderung des Vorletzten Bildes erst jetzt.

Freundliche Grüße
Alois


Bearbeitet von: am:
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rolf
Meister im Astrotreff

France
545 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  12:40:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche rolf's Homepage
Hallo Alois,

bin froh, dass Du jetzt auch einmal zu Wort kommst. Du bist hier nicht unbekannt und man freut sich, dass Du Dir die Mühe machst, die Debatte zu bereichern.
Das Thema wird auf französischer Seite wie nicht anders zu erwarten ebenfalls weiter vertieft und Charles Rydel - jemand aus der sogenannten "Strehlfraktion" hat sich hinzugeschaltet.

Ich habe Euren Link bei uns einkopiert.

Hier nochmal zur Information die frz. Adresse: http://www.astrosurf.com/ubb/Forum2/HTML/039889-11.html

Gruß Rolf

Bearbeitet von: rolf am: 06.12.2013 12:51:11 Uhr
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PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1109 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  12:59:03 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,
da hast du dir wieder mal viel Mühe gemacht, vielen Dank!
Ich sehe mich durch deine Darstellung in meiner Vermutung bestärkt,dass die gesehenen Unterschiede von unseren und den französischen Sternenfreunden zwischen "Superpoli" und Normaloptik, wohl dem Optikfehlerbereich B (B__ Sind kleine Unformen die man noch mit dem Interferometer Zygo oder auch Bath bei Messungen der ganzen Fläche sehen kann.)zuzuschreiben sind und nicht der Microrauheit auf Atomgrößenebene.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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rolf
Meister im Astrotreff

France
545 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  19:07:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche rolf's Homepage
Alois,

Deine längere Einführung ist drüben. Danke, dass Du die Erzählweise gewählt hast, das erleichtert mir die Arbeit immens!

http://www.astrosurf.com/ubb/Forum2/HTML/039889-11.html

Gruß Rolf

Bearbeitet von: rolf am: 06.12.2013 19:08:28 Uhr
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rolf
Meister im Astrotreff

France
545 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  20:08:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche rolf's Homepage
Alois, hier kommt eine erste konkrete Frage.
(Zu Deiner Information: Bisher habe ich nur Deine längere Einführung übersetzt und noch keine Deiner weiteren Erklärungen neben den Bildern. Die muss ich mir selbst erst noch einmal genauer anschauen, habe aber gerade keine Zeit. Deswegen ist es möglich, dass die Frage sich erübrigt, sobald diese weiteren Erklärungen übersetzt sind).

Hier dennoch die Frage:

Verstehen wir es richtig, dass Du mit dem Lyot-Test keine Messungen machst?

Gruß Rolf

Bearbeitet von: rolf am: 06.12.2013 20:28:03 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2825 Beiträge

Erstellt  am: 06.12.2013 :  21:42:53 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,

danke für Deinen Einsatz zu später Stunde!
Werde das reichhaltige Material in aller Ruhe sichten, fundierte Antworten brauchen seine Zeit.
So langsam kommen alles Puzzle Steine zusammen. Ganz große Sache, Alois!

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: am:
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Gerd-2
Meister im Astrotreff

Deutschland
912 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  02:36:58 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,

schöne Arbeit, da kommen wir der Sache schon näher.
Ist ja ne umfangreiche Geschichte die Du da geliefert hast, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll und es hat bisher ja auch noch keiner konkret was zu geschrieben.
Na ja da fang ich man an und komm gleich auf den Punkt der mich besonders interessiert.

Zitat:
Später konnte ich dann mit dem Weißlichtinterferometer arbeiten und da wurde es so richtig interessant.
Weil jetzt konnte ich auch Höhen und Tiefen Messen und das war eine tolle Herausforderung. Leider habe ich immer nur die besten Flächen gemessen
und habe keine Vergleiche für die gröberen Flächen. Es war ja der Fortschritt wichtig und die die Grenze zu finden wie weit kann man mit dem Normaski
Polaristionsmikroskop arbeiten. Dieses hatte die Grenze so bei 8 nm Mikrorauheit. Das entspricht dem Bild D von oben.

Hier das Protokoll der besten Fläche.



Endlich kann mal Jemand an sowas ran und mit konkreten Zahlen zur echten Mikrorauheit dienen.
Alles was wir in der Vergangenheit diskutiert hatten waren doch eher Formfehler und nicht wirklich die Mikrorauheit.
Auch die FFT Analyse kann schließlich bei weitem nicht die laterale Auflösung liefern die Du uns hier mit dem Weißlichtinterferometer zeigst.
Das gilt letztlich auch für Foucault und Lyottest.

Schade dass Du nur für eine absolute super Politur so eine Messung hast.
Klar was soll bei der super Politur schon passieren da müssen wir nicht drüber reden.
Wirklich interessant wird es erst bei einer Politur wie Du sie mit dem Polarisationsmikroskop Bild A zeigst.
Da sind auch paar schöne Mikrokratzer ´zu sehen, genau das ist es was mich interessiert.
Das ist also wie Du schreibst das was man in den 70gern für ne gute Politur gehalten hatte.
Na ja wie muss es denn dann um die Schlechte bestellt gewesen sein.
Der lange Kratzer könnte schätzungsweise 0,005mm breit sein, das ist genau die Größenordnung die mich interessiert denn das erschließt sich nicht mit FFT.
Und ganz wichtig, der Kratzer scheint auch tief zu sein und zwar echt und nicht dramatisch übertrieben wie es die Höhenunterschiede der globalen Fehler in der Wellenfront Karte der FFT Analyse sind.

Was hatte ich mich da schon mit Kurt und Kai gestritten, genau um solche Kratzer ging es mir schon in vergangenen Diskussionen.
Kurt kam mit der FFT Analyse und hatte dann mal mit nem Bindfaden eine extrem flache Welle in nen Spiegel Poliert und meinte wie bedeutungslos die doch ist.

Ja sicher lieber Kurt wenn Du die nur paar Nanometer tief polierst dann müssen wir über die Bedeutung Deiner Welle nicht streiten, ja das kann man vernachlässigen.
Der Kratzer den Alois da mit dem Polarisationsmikroskop im Bild A zeigt ist aber nicht ein paar Nanometer tief wie Deine Weller mit dem Bindfaden sondern ein paar Mikrometer!
Den erfasst Du aber nicht mit FFT!
Und die unzähligen kleineren daneben schon gar nicht.

Sowas ist also offenbar keine Seltenheit bei einer Politur.
Alois schreibt sogar das sowas in den 70gern als gute Politur galt.

Alois wäre es Dir mal möglich von der Oberfläche die Du in Bild A zeigst eine Auswertung mit dem Weißlichtinterferometer zu machen?
Der lange Kratzer sollte möglichst mit erfasst werden so das wir mal PV und RMS so einer Oberfläche hätten.
Ich denke das ist ein wichtiger Punkt um in dieser Diskussion überhaupt weiter zu kommen.

Grüße Gerd

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Emil Nietlispach
Meister im Astrotreff

Schweiz
404 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  10:33:44 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,
leider wird es übers Wochenende klar und man muss hinaus an die Kälte mit seinen Instrumenten, sodass wenig Zeit verbleibt für das Studium deines umfassenden Beitrages. Trotzdem brennen erste Fragen unter den Fingernägeln:
Die Kratzer welche das Polarisationsmikroskop zeigt, haben eine extrem kleine laterale Grösse. Kommt da nicht irgenwann die Grenze, wo die Verspiegelungsschicht, solche Fehler einfach zuschmiert, (wie die Schneedecke die Eisspalten im Gletscher.)? Wäre interessant zu sehen, was eine verspiegelte optische Fläche an Mikrorauheit zeigt im Polarisationsmikroskop. Letzlich zählt ja nur die verspiegelte Oberfläche für den Beobachter.
Gruss Emil

Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2825 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:00:20 Uhr  Profil anzeigen
Einen schönen Guten Morgen,

leider habe auch ich im Moment wenig Zeit, muss Skifahren gehen

Werde die nächsten Tage etwas ausholen und grundsätzliches zum Thema Messen/Vergleichen schreiben.

Jetzt würde ich für alle eine Knobel-Aufgabe stellen, die für das allgemeine Verständnis der Lichtablenkung von extremer Bedeutung ist:

Aufgabe 1)

Gegeben sei ein ansonster perfekter Spiegel, dessen einziger Fehler Ripple einer einzigen Periode ist.
Form sei Sinus (1 Periode = 1 Berg + 1 Tal)
(Alternativ darf mit einer Dreiecks- oder Sägezahnform gerechnet werden)

Etwa so wie in diesem Bild:


Fall A
Periodenlänge 1mm, Höhe 2nm (Höhe = Differenz zwischen Berg und Tal)

Fall B
Periodenlänge 1mm, Höhe 4nm

Fall C
Periodenlänge 2mm, Höhe 2nm

Fall D
Periodenlänge 2mm, Höhe 4nm

Gesucht ist jeweils der Streuwinkel bei senkrechtem Einfall.

Zusatzaufgabe: Berechne jeweils die Intensität des gestreuten Lichts in Prozent der einfallenden Intensität.

(Wer mit einem konkreten Spiegel rechnen will, der nimmt D=200mm f=1000mm)

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 07.12.2013 11:16:43 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2825 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:02:02 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Emil,
Zitat:
Kommt da nicht irgenwann die Grenze, wo die Verspiegelungsschicht, solche Fehler einfach zuschmiert, (wie die Schneedecke die Eisspalten im Gletscher.)?

Gemach, gemach
Diese Frage wird mit Sicherheit bald beantwortet!
Das Beispiel ist exzellent!

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7014 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:08:29 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Gerd,

Zitat:
...Endlich kann mal Jemand an sowas ran und mit konkreten Zahlen zur echten Mikrorauheit dienen...



um den Alois zu entlasten, konkrete Zahlen von ihm findest du bereits in der Diskussion:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=11979&whichpage=2

Dort hat Alois am 3. 8. 2004 ähnliche oder gleiche Bilder mit Daten präsentiert.
Zitat:
...Was hatte ich mich da schon mit Kurt und Kai gestritten, genau um solche Kratzer ging es mir schon in vergangenen Diskussionen….

Damit es nicht zu anstrengend wird: Bitte sag uns unter welchem Thread in welchem Beitrag haben wir mit dir zur Sache gestritten?

Gruß Kurt

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7014 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:17:20 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai,

Zitat:
leider habe auch ich im Moment wenig Zeit, muss Skifahren gehen...




Ski Heil! Vielen Dank für die Knobelaufgabe. Ich melde mich hier erst wieder zur Sache wenn du deinen Beitrag abgeliefert hast.

Gruß Kurt


Bearbeitet von: am:
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Nils_Eggert
Meister im Astrotreff

Germany
415 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:30:30 Uhr  Profil anzeigen
Hi Optik-Folks,

eine kurze Zwischenbemerkung von mir. Da ich alle Eure wissenschaftlichen Beiträge schätze und ich nicht immer am Ball
bleibe, wäre es nicht sinnvoll ein Wiki oder so zu ertellen, indem alle diese Beiträge zusammengeführt werden? Man hätte sofort ein Kompendium, falls man mal was nachschlagen oder suchen will. Hier in den Archiven zu suchen ist mühselig. Ich erinnere mich an Kurts Dall-0-Test Überlegungen, die ich für mich als sehr interessant eingeschätzt habe aber da das auch schon fast 10 Jahre her ist, müßte ich für diesen Beitrag einfach sehr lange suchen oder ich weiß gar nicht, daß es ihn gibt.

Viele Grüße
Nils

Und im Übrigen bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muss.

Bearbeitet von: am:
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astrohans
Meister im Astrotreff

Deutschland
255 Beiträge

Erstellt  am: 07.12.2013 :  11:45:53 Uhr  Profil anzeigen
Der Alois tut mir jetzt schon leid - da werden schon wieder
Denksport/Rechenaufgaben verteilt und nicht Gefragte antworten
bzw. würgen Antworten mangels Zeit ab.
Tschüss dann.



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