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 Buchrezension "Zwilling, Stier und Grosser Bär"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 10.03.2013 :  19:32:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zwilling, Stier und Grosser Bär
Sternbilder erkennen auf den ersten Blick

Autor: H.A. Rey
Verlag: Franckh-Kosmos Verlag
178 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-440-13305-7

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© Franckh-Kosmos Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Der Vater des Affen Coco entschlüsselt die Sterne.

Die Sterne begleiten den menschen seit Anbeginn der Welt – und doch fällt es den meisten von uns nicht leicht, im nächtlichen Lichtermeer auch nur den Grossen Wagen zu entdecken, vom Stier und von den Zwillingen ganz zu schweigen.

In diesem Buch, das in den USA seit über 50 Jahren lieferbar und in jedem Haushalt zu finden ist, zeigt H.A.Rey, wie wir die Sternbilder nicht nur auf den ersten Blick erkennen, sondern sie auch Nacht für Nacht wiederfinden können.

Wer dank H.A.Rey einmal gesehen hat, wie der gutmütige Grosse Bär neugierig die Nase in die Luft reckt, wie die Zwillinge sich bei der Hand halten und wie Herkules seine Keule schwingt, der wird den Himmel für immer mit anderen Augen erleben.



Rezension:

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, war ich ehrlich gesagt, nicht sehr überzeugt davon, dass es ein weiteres Buch braucht, welches die Sicht des Himmels reformierten will. Immerhin gibt es genügend Einsteigerliteratur, die auch die Sternbilder bespricht und näher bringt. Klar, manche Sternbilder brauchen viel Fantasie, aber mit ein bisschen Übung klappt es meistens recht schnell.
Nach dem ersten Durchblättern wurde mir aber bewusst, dass die Änderungen, die H.A.Rey anbringt, Einsteigern und Gelegenheitsbeobachtern tatsächlich helfen können.

Wie er im ersten Kapitel seines Buches „Bilder am Himmel“ eindrücklich darlegt, sind viele Bilder nur zu verstehen, wenn man entweder das Bildnis kennt, welches die alten Griechen sich dabei dachten oder enorm viel Fantasie besitzt. Egal ob die Sternbilder allegorisch oder abstrakt-geometrisch abgebildet werden – viele Anfänger und Gelegenheitsbeobachter haben hier ein Wiedererkennungsproblem, da der Name häufig nicht auf die Abbildung passt.
H.A. Rey zeigt als Kontrast, wie es besser geht – einfach dadurch, dass er die Sterne so verbindet, wie man es erwarten würde, wenn man den Namen liest. Und so wird aus den Zwillingen wirklich ein Paar Strichmännchen, dass sich scheinbar an den Händen hält.

Im zweiten und wohl wichtigsten Kapitel des Buches geht es um die einzelnen Sternbilder. Hier findet man auf der rechten Seite eine Karte mit ausgewählten Himmelsausschnitten – insgesamt gibt es 17 solcher Karten. Die Sternbilder, welche genauer angeschaut werden sollen, sind Weiss auf Blau dargestellt, die lediglich der Orientierung dienende Umgebung Blau auf Weiss. Die Karten weisen Sterne bis zur 5. Grössenordnung auf. Alle Karten sind nummeriert und neben den Sternbildnamen sind die Kartennummern angegeben, auf welchen die jeweiligen Sternbilder besprochen werden.
Auf der jeweils linken Seite werden die hervorgehobenen Sternbilder besprochen, dabei handelt es sich weniger um technische Informationen als mehr um allgemeine Informationen, z.B. zur Mythologie, zur Namensgebung und zu hellen Sternen.
Ebenfalls angegeben ist der beste Beobachtungszeitpunkt für den Himmelsausschnitt der Karte.

Im Kapitel „Das Sternenjahr“ folgen 12 Kalenderblätter, welche die Ansicht des Sternhimmels zu verschiedenen Zeiten zeigen. Zur besseren Übersicht, wann welche Karte nützlich ist, gibt es zu Beginn einen „Ewigen Kalender“, welcher pro Monat und Tageszeit die richtige Karte anzeigt.
Jeder Kartenabschnitt beansprucht eine Doppelseite, denn es gibt sie doppelt. Auf der linken Seite ohne Sternbildlinien und auf der rechten Seite mit Sternbildlinien und Namen. Dies soll dem Einsteiger helfen das Sternbild auch später am Himmel wiederzufinden, sozusagen durch einfache Trockenübungen. Zu jeder Karte gibt es eine Beschreibung, was man sieht und welche Besonderheiten einem beim Aufsuchen helfen, z.B. farbige Sterne, auffällige Konstellationen oder Sternbilder, die auf andere Sternbilder zeigen.
Es schliessen sich noch weitere vier Kalenderblätter an, die sich allerdings mit dem Jahresverlauf der Sternbilder auf verschiedenen Breitengraden beschäftigten. Hier gibt es je vier Himmelsausschnitte und die dazugehörigen Beobachtungsdaten.

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit dem „Wie und Warum“ und wendet sich an interessierte Leser, die nun doch mehr über die Orientierung am Nachthimmel, die Jahreszeiten, die Ekliptik und dem Unterschied zwischen Sonnen- und Sternentag wissen wollen. Der Autor wirft ebenfalls einen Blick auf die Planeten, wann diese wo zu sehen sind (bis 2015), den Mond mit seinen Phasen, die Galaxie und das Universum.
Zur Benutzung des Buches ist dieses Wissen aber nicht notwendig!
Im Rahmen dieses Kapitels wird auch die „Himmelsuhr für das ganze Jahr“ vorgestellt – mittels derer man an den Stellungen von Kassiopeia und dem Grossen Wagen die aktuelle Sternzeit ablesen und in die entsprechende Tageszeit umrechnen kann.

Das Buch ist sehr humorvoll und direkt geschrieben – es gibt keine Fachworte und alle Sachverhalte werden einfach und verständlich erklärt. Die frische und freie Art des Autors ist sehr angenehm und so liest sich das Buch sehr kurzweilig. Die Texte sind in angenehme „Häppchen“ aufgeteilt, sodass die Seiten nicht überladen sind. Das Buch wird durch Zeichnungen aufgepeppt, diese wirken etwas kindlich, sind aber vielleicht gerade deswegen so gut verständlich und passen sehr gut ins Konzept. Im Unterschied dazu stehen die Grafiken im Wissensbereich des Buches – diese sind seriöser gehalten und bieten sehr viele Informationen. Alle Zeichnungen sind, dem Layout des Buches angepasst, in Blau-Schwarz-Weiss gehalten.


Fazit:
Ein sehr gelungenes Buch für Einsteiger und Gelegenheitsbeobachter, das auf einfache aber anschauliche Art und Wiese die Sternbilder näher bringt – ohne dass man dazu zusätzliches Wissen oder ein Übermass an Fantasie braucht. Sehr empfehlenswert!

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