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 Buchrezension "Hawkings Kosmos einfach erklärt"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 21.10.2012 :  19:56:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hawkings Kosmos
einfach erklärt

Autor: Rüdiger Vaas
Verlag: Franckh-Kosmos Verlag
224 Seiten
Preis: 24,95 €
ISBN: 978-3-440-112853-4

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© Franckh-Kosmos Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Wie ist das Weltall entstanden? Kann die Zeit rückwärts laufen? Sind Schwarze Löcher Tore zu anderen Universen?

Stephen Hawking ist der berühmteste Wissenschaftler unserer Zeit. Mit seinen überraschenden Entdeckungen hat er immer wieder für Aufsehen gesorgt. Seine Bücher sind Bestseller. Aber was genau verbirgt sich hinter Hawkings Ideen? Warum sind sie so unheimlich kompliziert? Und wie sind sie überhaupt zu bewerten?

Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas erklärt Hawkings Erkenntnisse und verwegene Theorien für jeden leicht verständlich und mit vielen anschaulichen Illustrationen. Ausserdem beschreibt er, wie Hawkings aktuelle Forschung die Vorstellung vom Urknall revolutioniert.


Rezension:

Inhaltlich deckt dieses Buch einen weiten Rahmen von dem ab, was heute und in Zukunft Gegenstand der Forschung ist.
Zu Beginn jedoch entführt der Autor den Leser in Hawkings Leben und Gedankenwelt und gibt ihm einen generellen Überblick. Möchte man sich detailliert über Hawkings Leben informieren, findet man hier eine doppelseitige Tabelle mit allen Eckdaten – von der Geburt, über die Schulzeit, zu seiner aktuellen Forschung mit all seinen Erkenntnissen.

Im Anschluss daran geht es um die Stellung des Menschen im Kosmos und den Aufbau des Universums. Der Mensch erforscht seit er denken kann psychisch und physisch den Kosmos. In diesem „Einführungskapitel“ wird der heutige Stand der Forschung dargelegt, hier werden sozusagen die Basics gelegt auf denen die nachfolgenden Kapitel aufbauen. Woraus besteht das Universum? Und was wissen wir heute über den Urknall? Und gibt es Alternativen?

„Auf der Suche nach der Weltformel“ ist der Titel des dritten Kapitels und damit steigt der Autor ein in ein spannendes Thema, welches schon viele Physiker beschäftigt hat. Zunächst werden die beiden Theorien vorgestellt, von deren Vereinigung sich die Forscher viel erhoffen: die Relativitätstheorie und die Quantentheorie. Ebenfalls thematisiert wird das Standardmodell des Universums und die Inflationstheorie – und die Probleme die im Laufe der Zeit aufgetaucht sind. Die Suche nach der Weltformel gestaltet sich bis heute, wie man in diesem Kapitel sieht, nicht einfach.

Nicht ganz trivial ist die Materie des nächsten Kapitels, denn hier geht es um das Thema „Singularitäten“. Was ist eigentlich eine Singularität? Ganz so simpel ist das nicht erklärbar ohne den nötigen physikalischen Background. Es geht hier vor allem um die Urknall-Singularität und ob man diese auch umgehen kann – und trotzdem den Urknall haben kann. Für einen tollen Vergleich sorgt hier eine Vergleichstabelle mit den verschiedenen kosmischen Urknallmodellen.

In den nächsten zwei Kapiteln („An der Grenze des Imaginären“ und „Die Saat der Zeit“) beschäftigt sich der Autor vor allem mit den von Hawking postulierten „Keine-Grenzen-Bedingungen“ und dem Zeitpfeil. Er erklärt den Zusammenhang zwischen Entropie und Zeitpfeil sowie die Gedanken Hawkings bezüglich der Richtung des Zeitpfeiles. Hier gab es im Laufe der Zeit viele neue Erkenntnisse und selbst Hawking hat seine Meinung dazu noch einmal revidiert. Hier ist sehr gut ersichtlich Erkenntnis des Einflusses der Schwerkraft auf die Entropie zu neuen Ansätzen geführt hat.

Doch Hawking geht in seinen Gedanken weit über die Grenzen des Kosmos hinaus und wählt auch mal neue Gedankenwege. So sind der „Top-Down-Ansatz“, die Theorie des „Bounce-Universum“ und noch viele weitere abstrakte und komplizierte Ideen entstanden. All dies vermittelt Rüdiger Vaas im Kapitel „Hawkings neuer Kosmos“. Manchmal ist es hier nicht einfach zu folgen, denn die Gedankengänge sind sehr abstrakt, aber ein bisschen was kommt dennoch herüber. Was sehr Schade ist, aber da kann auch der Autor nichts dafür, ist das Stephen Hawking an manchen Stellen nicht sehr konkret wird und einige Ideen zwar anspricht, aber nicht erläutert. Somit kann dann auch der Autor nicht viel mehr sagen.

Von Schwarzen Löchern haben die meisten Menschen schon einmal gehört, um was es sich dabei handelt, können auch die Wissenschaftler heute nur in gewissen Grenzen sagen. Es sind die Objekte im Universum, die sich am einfachsten beschreiben lassen, mit nur drei Parametern, aber was passiert mit ihnen und vor allem – was passiert mit den Dingen die darin verschwinden? Hierum geht es im nächsten Kapitel. Ein Hauptaugenmerk liegt vor allem auf dem Informationsverlust – gibt es ihn oder nicht? Und was passiert mit den Informationen, wenn sie nicht verloren gehen? Tauchen sie irgendwo anders wieder auf im Universum (Wurmlöcher)? Oder „leben“ die Informationen in einem neuen Universum weiter?

Das vorletzte Kapitel beschäftigt sich, aufbauend auf dem Kapitel über Schwarze Löcher, mit der Möglichkeit von Wurmlöchern. Diese Möglichkeit ergibt sich vor allem aus der Relativitätstheorie. Aber sind Wurmlöcher wirklich möglich? Damit hat sich natürlich auch Stephen Hawking beschäftigt. Es gibt einige Vorraussetzungen und Hindernisse, die hier überwunden werden müssen. Zu guter Letzt geht er ebenfalls auf das Thema „Zeitreisen“ ein.

Das letzte Kapitel ist dem Thema „Hawking, Gott und die Welt“ gewidmet. Auch Stephen Hawking kann sich diesem Thema nicht entziehen und denkt freimütig über die Wirklichkeit und Gottes Vor- oder Abhanden sein nach. Er hat eine klare Meinung dazu, wie viele andere Wissenschaftler auch. Dennoch gibt es auch heute noch viele Diskussionen zu diesem Thema – und so taucht der Leser in diesem letzten Kapitel ein Stück weit mit in diese Diskussion ein.

Neben dem Haupttext, der den roten Faden vorgibt, gibt es immer wieder die Option sich in separaten Exkursen detaillierter mit einem Thema zu beschäftigen. Diese Exkurse beschäftigen sich zwar mit Themen die im Verlaufe des roten Fadens auftauchen, können aber unabhängig vom Haupttext in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, da sie sehr selbsterklärend verfasst sind. Die Platzierung der Exkurse deutet daraufhin, dass genau dies gewollt ist, denn häufig trennen sie ein Unterkapitel, mitten im Satz, einfach auf. So dass man, will man nicht den Faden verlieren, erst einmal dem Kapitel folgen muss, um dann später auf den Exkurs zurück zu kommen.

Das Buch besitzt viele farbige, grosse Bilder und Fotos. Unter den Bildern findet man keine einfache Bildunterschrift sondern gleich ganze Texte. Diese Texte geben den Inhalt des Bildes ausführlich wieder, geben auch einmal Informationen die darüber hinausgehen und unterstützen den Haupttext sehr gut. Die Zeichnungen sind sehr einfach gehalten, beschränken sich also vom Inhalt her auf das Wesentliche, sind aber trotzdem sehr aussagekräftig und modern gestaltet.

Zum Ende jedes Kapitels gibt der Autor in einer kleinen Zusammenfassung noch einmal das komplette Kapitel wieder und setzt es gleichzeitig in Beziehung zueinander. Diese kleinen Kästchen namens „Im Kontext“ geben dem Leser auch die Möglichkeit alles bisher gelesene noch einmal, wie der Name es sagt, im Zusammenhang zu sehen. Häufig erweitert sich dadurch das Gesamtbild des Gelesenen ungemein.

Der Autor kann den roten Faden sehr gut halten und weicht nur sehr wenig davon ab. Die Materie selber, nämlich Hawkings Gedankenwelt, bringt er sehr gut rüber. Er schreibt sehr unterhaltsam und bringt den Leser auch an der einen oder anderen Stelle zum Schmunzeln. Einfacher wird die abstrakte Gedankenwelt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Es gibt halt nun einmal Dinge im Universum, die kann man nicht einfach beschreiben. Aber die sehr verständlichen Vergleiche und Beispiele helfen auf jeden Fall dem Verständnis, wenn auch nur einer sehr einfachen Ebene, die nicht annähernd die Realität wiedergibt, näher zu kommen.
Und am Ende der Lektüre hat man, so ist es zumindest mir ergangen, zumindest ein bisschen das Gefühl, ein wenig mehr von dem zu Verstehen, womit sich Hawking in seinen Gedanken beschäftigt und was ihn und seine Erkenntnisse ausmacht.

Fazit:
Ganz so einfach, wie der Titel es suggeriert, ist es dann doch nicht – denn die Gedankenwelt von Stephen Hawking ist sehr abstrakt und verworren. Aber Rüdiger Vaas schafft es diese dem interessierten Leser ein grosses Stück näher zu bringen. Dies liegt vor allem an der unterhaltsamen Art und den guten Vergleichsbeispielen.

Bearbeitet von: am:

Ute07
Meister im Astrotreff

Deutschland
418 Beiträge

Erstellt  am: 21.10.2012 :  20:54:04 Uhr  Profil anzeigen
Das klingt für mich sehr interessant.
Ich habe zwar ein paar von Hawkings populärwissenschaftlichen Büchern gelesen, aber so eine Übersicht über seine Gedanken und Ideen reizt mich jetzt doch.
Gut, dass es bis Weihnachten nicht mehr lange hin ist

53.401 N, 8.023 O

Capt. Kirk: GSO Dobson 12"
Albert Einstein: Bresser Skylux 70/700
Col. O'Neill: GSO 8" Parabol Newton auf HEQ5
Caroline Herschel: Meade ETX70
zu Hause im "Astrobunker"

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Domjos94
Senior im Astrotreff

Deutschland
165 Beiträge

Erstellt  am: 02.06.2013 :  11:01:54 Uhr  Profil anzeigen  Sende Domjos94 eine ICQ Message
Und hast du eigentlich das Buch jetzt gekauft oder bekommen?
Also ich habe es und finde es überragend beschrieben.
Ich habe letztes Jahr genau zwei Tage gebraucht um es komplett durchzulesen. Verstanden habe ich es allerdings auch erst richtig, als ich es ein zweites Mal durchgelesen habe.
Ich kann das Buch nur empfehlen.
LG Dominic

GSO Dobson 10", Bresser Refraktor 70/700
Celestron Skymaster 20-100x70
Canon Eos 300d, Sony Alpha 58

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