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 Buchrezension: Planetary Nebulae and How to Observ
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Ute07
Meister im Astrotreff

Deutschland
418 Beiträge

Erstellt am: 13.05.2012 :  13:50:38 Uhr  Profil anzeigen
Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass es im englischen Sprachgebiet viel mehr gute Astroliteratur gibt als bei uns. Eigentlich schade, aber da wir ja alle in der Schule englisch lernen, dürfte es eigentlich nicht sooooo das Problem sein
Meine letzte Neuerwerbung möchte ich hier mal vorstellen und bin so frech und versuch mich mal an einer Rezension:

Planetary Nebulae and How to Observe Them


© Springer.com

Autor: Martin Griffiths
Sprache: englisch
Verlag: Springer (www.Springer.com/sky)
287 Seiten, Softcover
Preis: € 34,60
ISBN: 978-1-4614-1781-1



Klappentext:
Planetarische Nebel und wie man sie beobachtet …
ist gedacht für Amateurastronomen, die sich auf eine Klasse der schönsten astronomischen Objekte am Himmel konzentrieren wollen. Dieses Buch will dem Beoboachter helfen, diese himmlischen Objekte mit Hilfe von Teleskopen unterschiedlicher Öffnung zu beobachten.

Wenn ein sonnenähnlicher Stern sein Lebensende erreicht, geht ihm sein Brennstoff-Vorrat an Wasserstoff aus. Er kollabiert bis Heliumkerne beginnen zu fusionieren, wodurch der Stern zu pulsieren beginnt; jede Kontraktion stößt eine Schicht der Sternatmosphäre ab. Irgendwann ist die ganze Sternatmosphäre als eine expandierende Wolke aus Gas abgestoßen, der Kern des Stern liegt frei und Photonen ultravioletten Lichts bewirken das brillante Leuchten der Hülle aus Gas – das ist ein planetarischer Nebel.

Die Themen, die in diesem Buch behandelt werden beinhalten den astrophysikalischen Aufbau von planetarischen Nebeln, die Geschichte ihrer Entdeckung, Klassifikation und Beschreibung, Teleskope, Filter und Beobachtungstechniken – kurz alles, was jemand brauchen würde um planetarische Nebel zu beobachten.

Eine Besonderheit dieses Buches ist die Beschreibung von über 100 Nebeln in unserer Milchstraße, persönlich beobachtet durch den Autor mit Teleskopen unterschiedlicher Größe, was den Leser in die Lage versetzt sein eigenes Beobachtungsprogramm zu erstellen oder dem Programm des Autors zu folgen. Dieser Führer beinhaltet auch Fotografien der Autors von jedem Objekt um die Identifizierung zu erleichtern, zusammen mit ihren Koordinaten, Helligkeiten und anderen sachdienlichen Informationen.

Dieses Buch ist eine willkommene Ergänzung zur Bibliothek eines jeden Amateurastronomen, Beobachtungsgruppe oder Schule. Mit diesem Buch in der Hand kann man direkt damit beginnen, einige der faszinierendsten Objekte des Himmels zu erkunden.
(Übersetzung von mir )



Um es gleich vorweg zu nehmen, dieses Buch war vor 2 Jahren schon einmal angekündigt worden, nach Auskunft des Verlages wurde das Erscheinen damals vom Autor zurück gezogen.
Als es jetzt wieder angekündigt wurde und dann auch endlich erschien, habe ich es mir gleich bestellt.

Das Buch beginnt mit einer kurzen geschichtlichen Übersicht über die Entdeckung der planetarischen Nebel und setzt sich dann mit einem ausführlichen Kapitel zur Sternentwicklung speziell natürlich zur Entwicklung hin zu den planetarischen Nebeln fort.
Es folgt ein Kapitel über Teleskope, mit etwas Theorie zu Auflösung und Grenzgröße der Teleskope, Beobachtungsbedingungen und -Techniken, Filter sowie Sternkarten und Planetariumsprogramme.
Mitten in diesem Kapitel findet sich ein Abschnitt über die Morphologie der planetarischen Nebel, die hier etwas deplaziert wirkt, dies hätte man besser am Ende des Abschnitts über die Sternentwicklung untergebracht.

Ein Kapitel über Fotografie der PN's ist ebenfalls enthalten, da ich aber nur visuell beobachte, kann ich dieses nicht beurteilen, da müssen schon unsere Foto-Freaks ran :-).

Dann kommt eine Liste der später besprochenen 135 Planetarischen Nebel, sowie eine Liste für weitere Beobachtungen, basierend auf dem Perek-Kohoutek-Katalog.
Sie sind alle mit Namen, Konstellation, Koordinaten, Größe und Helligkeit aufgeführt.

Hier schließt sich dann der Hauptteil des Buches an: die erwähnten 135 planetarischen Nebel, alphabetisch sortiert nach Sternbildern, so dass man schnell die zur Zeit sichtbaren PN's aussuchen kann.

Jeder PN wird mit NGC-Nummer, Konstellation, Koordinaten, Größe, Magnitude, der Vorontsov-Velyaminov-Klassifikation, einem Foto und einer ausführlichen Beschreibung vorgestellt.
Die Fotografien zeigen alle ein gleich großes Feld, wodurch die Suche erleichtert wird und auch unerfahrene Beobachter ihre Chancen besser einschätzen können. Zu jedem Sternbild findet sich eine Übersichtszeichnung sowie Aufsuchkarten zu den vorgestellten planetarischen Nebeln.

Und hier muß ich mal meckern:
die Beschriftung der Übersichtszeichnungen ist so klein, dass sie selbst bei Tageslicht kaum zu lesen ist und leider ist auch der Druck undeutlich, was man sicherlich besser hätte lösen können. Auch die Aufsuchkarten sind unscharf und sehen aus wie vergrößerte Kopien der Übersichtszeichnungen, wo Objekte zugefügt wurden.

Zusammenfassend finde ich das Buch gelungen, auch wenn der Druck besser sein könnte. Eine so umfassende Abhandlung über Planetarische Nebel hatte ich schon lange gesucht.
Nur wer jetzt viele bunte Hubble-Bilder erwartet, wird enttäuscht. Die Fotos sind zwar zum größten Teil in Farbe, da sie sich aber nur auf den Teleskop-Anblick darstellen sollen, immer relativ klein und nicht so überwältigend detailreich, wie die Hochglanzbilder in den Bildbänden oder Zeitschriften.
Es ist ein Buch für die Praxis und ich hoffe viele der Nebel mit eigenen Augen „erlegen“ zu können.

53.401 N, 8.023 O

Capt. Kirk: GSO Dobson 12"
Albert Einstein: Bresser Skylux 70/700
Col. O'Neill: GSO 8" Parabol Newton auf HEQ5
Caroline Herschel: Meade ETX70
zu Hause im "Astrobunker"

Bearbeitet von: Ute07 am: 14.05.2012 19:03:57 Uhr

coma
Senior im Astrotreff

Deutschland
237 Beiträge

Erstellt  am: 13.05.2012 :  17:50:30 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Ute

Ja das ist mir auch schon aufgefallen , es gibt sehr schöne Bücher in englischer Sprache, ich bin auch immer wieder am schauen , in der Bucht und soo .
ich finde ältere Bücher sehr intressant , mir ist neulich eins von 1870 in die Hände gefallen, so mit Ledereinband und so weiter ............
eine Frage : was ist denn ein Astrobunker ?

Gruß Udo ;-)

Bearbeitet von: am:
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