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 Texerau-Pechhaut Vorschrift veraltet?
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Seite: von 2

Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt am: 06.09.2004 :  20:23:55 Uhr  Profil anzeigen
Hallo ATMer,

nachdem mein Erstlingswerk (10" Borofloat-Rohlingset von Stathis, soll ein f5 Reisedobson werden) etwa ein halbes Jahr oberflächlich angeschliffen hier rumlag, habe ich den Urlaub teilweise dazu genutzt, den Grob- und Feinschliff zu vollenden.

Dank der vielen Infos der einschlägigen Boards und einiger Jahre fleißigen Mitlesens (bei mir dauert es eben ein bischen länger...) ist auch soweit alles ohne größere Probleme (und Kratzer) über die Bühne gegangen, wunderbar.

Jetzt stehe ich vor der Aufgabe, die Pechhaut anzufertigen und habe mich schon sehr für die Methode nach Texerau erwärmt, die da ist: Pechquadrate anfertigen und anschließend auf die Tooloberfläche (bei mir ein Achim-Strand'sches Fliesenkleber-Fliesentool) einzeln aufkleben.

Mir ist allerdings nicht entgangen daß diese Methode so gar nicht mehr in Gebrauch zu sein scheint. Mir ist besonders sympathisch, daß das Pech nicht wie bei der Aluprofil-Methode (wie sie z.B. Stathis propagiert) zur Seite verdrängt wird, was doch eigentlich zu Wülsten führen sollte (oder denke ich da falsch?). Texerau sprich sich ja ganz eindeutig gegen diese Methode aus:

S.66, letzter Absatz
"Many amateurs merely make the lap in one piece and then cut a rectangular grid of channels, but it is much better to prepare a quantity of pitch squares and attach these individually on the tool. Ths has been the technique of such pioneers as Alvin Clarc, Common, and Ritchey. The method lends itself much better to the making of a perfect lap - an important factor in successful mirror making. We shall hereafter concern ourselves exclusively with this type of tool."


Texerau erläutert auch einen Zusammenhang zwischen Tool-Machart und Oberflächenrauhigkeit, micro- und macro-ripple. Diese Fehler würden den meisten ATMern wohl nicht auffallen, da sie wohl nur im Lyot Phasen-Kontrast-, nicht aber im Foucault-Test zu sehen sind.


Nun meine Frage: ist die Methode noch in Gebrauch und haben obige Sätze noch immer Gültigkeit, oder sprechen neuere Erkenntisse gegen ein Tool aus einzelnen Pechquadraten (abgesehen davon, daß es mehr Arbeit macht)?


Viele Grüße,

Andreas

Bearbeitet von: Andreas_D am: 06.09.2004 20:30:42 Uhr

FrankH
Altmeister im Astrotreff


9849 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  21:49:40 Uhr  Profil anzeigen


Hallo Andreas

das ist zwar nicht die Antwort die du erwartest, aber hast du mal darüber nachgedacht dir eine Silkonmatte für das Pechhautgießen herzustellen.
Das geht recht einfach, ich habe z.B. 8mm Fliesenkreuze schön verschachtelt auf eine Kunststoffunterlage geklebt mit Trennwachs eingepinselt (eigentlich für Epoxi) und Silikon draufgestrichen (natürlich links umd rechts Holzleisten zum glatt abziehen und zwar Silikon aus der Tube aber bis 180° Hitzebeständig)
Das Stinkt zwar ein paar Tage aber hat ganz gut funktioniert, auch beim polieren und ich kann die Matte immer wieder verwenden.

Gruß Frank

Bearbeitet von: FrankH am: 07.09.2004 09:29:20 Uhr
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  22:14:11 Uhr  Profil anzeigen
Hi Frank,

Zitat:
das ist zwar nicht die Antwort die du erwartest,...


macht gar nichts, ich bin immer dankbar, auf Alternativen hingewiesen zu werden.

Die Gießmattenmethode hab ich auch überlegt, sie selbst herzustellen ist mir aber für ein Erstlingsprojekt ehrlich gesagt zu umständlich, wer weiß, ob das nicht mein erster und letzter Spiegel wird?

Außerdem hat ein streng quaderförmiger Aufbau des einzelnen Pechstückes meiner Meinung nach den Vorteil, daß es einfacher mit einem Beitel zu trimmen ist, was ich sowohl bei der Gießmatte, als auch beim Warmpressen mit Automatte o.Ä. nicht gegeben sehe, oder?

Vielen Dank für deinen Input,

Grüße,
Andreas


Bearbeitet von: am:
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suberidome
Senior im Astrotreff


249 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  22:26:36 Uhr  Profil anzeigen
Hi Andreas - Zu der ersten Frage: Nein, die Bedenken wegen der möglichen Wülste bei der Alu-Profil-Methode sind berechtigt. Immer wenn ich dieses Verfahren probiert habe, hat sich auf jeder Seite der Facetten ein Wulst gebildet und in der Mitte der Facette folglich eine Senke. Unter den Bedingungen dann einen flächigen Kontakt mit dem Spiegel herzustellen, ist schwierig. Daher habe ich das Verfahren verlassen. Stathis hat diesen Einwand mit den Wülsten in einem Posting mal verworfen. Kann ja sein, daß man die Wülste vermeiden kann. Aber dann müßte man mal sehen, wie.

Neuere Erkenntnisse zu dem Klebe-Verfahren nach Texereau habe ich nicht. Ich wende es nicht mehr an, weil man jede Facette einzeln über einer Flamme erhitzen muß. Stinkt erstens, und zweitens ist das Einatmen der Pech-Gase unvermeidlich.

Die Pechhaut in einem Guß zu fertigen soll schädlich sein? Ja sind den die Einzel-Facetten der Herren Clark und Ritchey nicht in einem Guß gefertigt? Kann mir nicht vorstellen, daß das eine Ursache für ripple-Defekte sein soll. Die Kanäle sind beim Texereau-Verfahren oft weiter. Aber das kann man ja problemlos übernehmen. - Grüße, Karl

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  23:06:43 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Karl,

Zitat:
Die Pechhaut in einem Guß zu fertigen soll schädlich sein? Ja sind den die Einzel-Facetten der Herren Clark und Ritchey nicht in einem Guß gefertigt? Kann mir nicht vorstellen, daß das eine Ursache für ripple-Defekte sein soll. Die Kanäle sind beim Texereau-Verfahren oft weiter. Aber das kann man ja problemlos übernehmen.


Ich hatte es so verstanden, daß das von Texerau beschrieben Tool im Mittel zu einer ruhigeren Oberfläche führt. Er führt ja in Abbildung 4 in seinem Buch Beispiel-Lyotgramme auf, die allerdings mit Bienenwachswaben-, Papier- und Tuchtool entstanden sind, und zu unruhigen Oberflächen geführt haben. Verschiedenen Pechhäute stellt er nicht in den Vergleich, vielleicht ist es einfach nur "narrensicherer", da es einfacher und besser an den Spiegel anzupassen ist und der gute Jean empfielt es deshalb. Man darf ja nicht vergessen, daß es zu der Zeit da das Buch geschrieben wurde kein Internet und keine ATM Boards gab, an die man sich bei Problemen um Hilfe wenden konnte.

Da ich ein Fan von altem Knoff-hoff bin, werde ich es wohl mal nach Texereau versuchen.

Pechdämpfe können mich als alten Chemiker nicht schrecken :-), es ist wie bei Kettenrauchern: jetzt is eh zu spät, da brauch ich dann auch nicht mehr aufhören...

Viele Grüße und Dank,

Andreas

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4634 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  23:18:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage
Beim Eindrücken der Kanäle mit einer Schiene entstehen natürlich zunächst Wülste am Rand und Senken in der Quadratmitte. Deshalb drücke ich am Ende durch Schräghalten der Schiene die Kanäle V-Förmig verbreitert und presse 2-3x an. Dann ist auch die Senke in der Mitte ausgefüllt.

Gegen Texereaus Methode spricht, dass sie sehr aufwändig ist und stinkt. Außerdem, was macht man, wenn die Kanäle zugelaufen sind? Wieder alles abkratzen und neu pflastern? Da drücke ich lieber schnell mal neue Kanäle rein und fertig.

Es gibt natrürlich noch jede Menge anderer Methoden, die je anch Vorlieben genau so gut gehen (z.B. Gießmatte, Rillen Sägen, Rillen unter Wasser schneiden, Pechhaut Streifen gießen statt Quardate, nur mit feinen Rillen und von Vorne herein genau passende Pechhaut und und und...) Per Lötkolben schmelzen würde ich wenn überhaupt nur draußen oder unter guter Absaugung machen wegen der giftigen Dämpfe.

Im Endefekt ist wichtig, dass die Pechhaut gut passt, dann stimmt auch die Glätte. Richitiges Pech, geeignetes Poliermittel, richtige Poliermittelmenge und Poliergeschwindigkeit beinflussen natürlich die Glätte im gleichem Maße wie die Pechhaut selbst.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: am:
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Marty
Altmeister im Astrotreff

Germany
2112 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2004 :  23:37:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Marty's Homepage  Sende Marty eine AOL Message  Sende Marty eine ICQ Message  Sende Marty eine Yahoo! Message
Zitat:
Original erstellt von: Andreas_D


Ich hatte es so verstanden, daß das von Texerau beschrieben Tool im Mittel zu einer ruhigeren Oberfläche führt.



Hallo,
Eine Pechhaut die ganz regelmäßig ist macht leicht Zonen, je unregelmäßiger die Vierecke sind, umso glatter die erzielte Oberfläche.
Du kannst ohne Nachteile die Pechhaut an einem Stück gießen und nach Gusto Kanäle mit einem Holz oder einer Aluschine reindrücken. Wenn du die Pechhaut dick genug machst, und die Kanälie nicht zu weit auseinander, dann bekommst du zwar Wülste aber keine Senke dazwischen.
Du kannst ohne weiteres die Pechhaut an einem Stück gießen, erkalten lassen und dann unter kaltem Wasser mit einem Sägemesser die Kanäle reinsägen.
Ich benutze eine Gießmatte, die ich mal von dem Chris Plicht erhalten habe, die ist perfekt. Vielleicht macht er mal wieder welche.
Grüße Martin

Homepage www.marty-atm.de
mailto:martin<at>marty-atm.de
AG Spiegelschleifen in der Wilhelm Foerster Sternwarte NUR NOCH NACH VEREINBARUNG
Info zum AG Spiegelschleifen: http://www.wfs.be.schule.de/pages/AGSpiegel/

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  03:02:25 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Stathis, hi Marty,

ich verstehe es auch nicht, also entweder hat der Texereau da Unrecht, oder er lehnt die Kanälepress- oder -sägemethode aus Gründen ab, die heute vielleicht überholt sind.

Ich hab das Tool heute abend jedenfalls fertiggemacht und kann schonmal sagen, daß es ziemlich umständlich ist, aber eigentlich ganz gut beherschbar.

Zitat Marty:
Zitat:
Eine Pechhaut die ganz regelmäßig ist macht leicht Zonen, je unregelmäßiger die Vierecke sind, umso glatter die erzielte Oberfläche.


Ich dachte, ein allzu symmetrisches Tool macht Zonen, ein regelmäßiges aber unsymmetrisches Poliertool würde gehen, jetzt bin ich verwirrt...

Ich hab natürlich darauf geachtet, daß die Facetten nicht symmetrisch zur Toolmitte angeordnet sind, aber ansonsten ist das Tool ziemlich regelmäßig geworden, soll ich das jetzt besser nochmal machen? (Bitte nicht... )


Zitat Stathis:
Zitat:
Gegen Texereaus Methode spricht, dass sie sehr aufwändig ist und stinkt. Außerdem, was macht man, wenn die Kanäle zugelaufen sind? Wieder alles abkratzen und neu pflastern? Da drücke ich lieber schnell mal neue Kanäle rein und fertig.


Wenn die Kanäle Gefahr laufen sich zu schließen, soll man sie nach Texereau mit einem Beitel trimmen, ich bin auch mal gespannt wie gut (oder schlecht) das geht.

Werde darüber berichten, ich bin wild entschlossen die Scherbe ihrer Bestimmung in nicht mehr allzu langer Zeit zuzuführen (na hoffentlich stell ich mir das nicht zu einfach vor, ich glaube das Glas will mich durch den relativ problemlosen Grob- und Feinschliff nur in euphorische Stimmung bringen ums mir dann beim Parabolisieren so richtig zu geben... ). Wenn man die ganzen Spiegelschleifberichte hier so verfolgt, könnte man manchmal zu der Überzeugung kommen, das Glas hat einen eigenen freien Willen und Charakter.

Bis dann,

Andreas

Bearbeitet von: am:
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JoergB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2535 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  08:27:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche JoergB's Homepage
Hi alle,

ich habe mein gutes halbes Dutzend Tools auch mit der Press-Methode gemacht. Ebenfalls im Test:
- Lötkolben. Finde ich stinkig, schwierig, langwierig und ist eine Sauerei, da das Pech abläuft.
- Sägen. Fand ich eine reine Katastrophe: eine derartige Sauerei, konnte ich nicht zu ende führen.
- Kratzen. Geht schon eher als Sägen. Trozdem: Sauerei plus langwierig und macht unschöne Rillen.

Wenn man das Rillenpressen so macht, wie ich es bereits mehrfach detailliert beschrieben habe, ist das ein recht schnelles und sauberes Verfahren.

Ich möchte aber betonen, dass es natürlich möglich ist, dass ich die anderen Methoden nicht vernünftig beherrsche. Beim Stangenpressen mußte ich auch erst den einen und anderen Kniff herausfinden, damit das Pech z.B. nicht an der Stange kleben bleibt. Dann hat man selbige Schweinerei.

Gruß,
Jörg Borchardt

Bearbeitet von: am:
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Marty
Altmeister im Astrotreff

Germany
2112 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  08:32:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Marty's Homepage  Sende Marty eine AOL Message  Sende Marty eine ICQ Message  Sende Marty eine Yahoo! Message
Zitat:
Original erstellt von: Andreas_D


ich verstehe es auch nicht, also entweder hat der Texereau da Unrecht, oder er lehnt die Kanälepress- oder -sägemethode aus Gründen ab, die heute vielleicht überholt sind.

Ich dachte, ein allzu symmetrisches Tool macht Zonen, ein regelmäßiges aber unsymmetrisches Poliertool würde gehen, jetzt bin ich verwirrt...



Hallo,
Du siehst das zu linear Es gibt hundert Rezepte für eine Pechhaut. Die meisten gehen erst mal von einer am Stück gegossenen Pechschicht aus. Natürlich kann man nach Texerau einen Spiegel genau so machen wie vor 50 Jahren. Aber zum Teil ist das etwas umständlich. Ich vermeide alles was regelmäßig ist. Die Kanäle brauchen aber nicht exakt denselben Abstand zu haben.

Zitat:


Wenn die Kanäle Gefahr laufen sich zu schließen, soll man sie nach Texereau mit einem Beitel trimmen, ich bin auch mal gespannt wie gut (oder schlecht) das geht.



Da stimme ich mit Texerau vollständig überein. Das Pech ist ja dauernd am Fließen, und wenn die Kanäle zugehen, das machen sie meist am Rand, dann kann das Pech nicht ausweichen. Da bekommst du Probleme zum Beispiel mit Zonen. Ich nehm dazu ein Sägemesser und gehe unter den kalten Wasserhahn. (Aber wenn du ein Beitel nehmen willst, dann mach das. Pass auf, die Kanten des Pechs splittern leicht ab)

Zitat:


Wenn man die ganzen Spiegelschleifberichte hier so verfolgt, könnte man manchmal zu der Überzeugung kommen, das Glas hat einen eigenen freien Willen und Charakter.



Da ist was dran!
Grüße Martin

Homepage www.marty-atm.de
mailto:martin<at>marty-atm.de
AG Spiegelschleifen in der Wilhelm Foerster Sternwarte NUR NOCH NACH VEREINBARUNG
Info zum AG Spiegelschleifen: http://www.wfs.be.schule.de/pages/AGSpiegel/

Bearbeitet von: Marty am: 07.09.2004 10:23:19 Uhr
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JoergB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2535 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  09:09:28 Uhr  Profil anzeigen  Besuche JoergB's Homepage
Hi,
Zitat:
Wenn man die ganzen Spiegelschleifberichte hier so verfolgt, könnte man manchmal zu der Überzeugung kommen, das Glas hat einen eigenen freien Willen und Charakter.


Ich denke es liegt eher daran, dass wir alle so verschiedene Charaktere haben und eingenwillige Typen sind...

Gruß,
Jörg Borchardt

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9849 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  09:47:45 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:


........Ich dachte, ein allzu symmetrisches Tool macht Zonen, ein regelmäßiges aber unsymmetrisches Poliertool würde gehen, jetzt bin ich verwirrt...



Hallo Andreas

das liegt wohl, gut angepasstes Tool vorausgesetzt, auch ein Zusammenhang der Form und des Verlaufs der Kanäle und Fazetten zum angewendeten Polierstrich vor.
z.B. wenn auf einer Strichlänge(gerade Striche) die Kanäle in Strichrichtung liegen kann das schon Unruhe bringen. bei Kreisenden Ovalen Strichen passiert das selbe bei Wabenförmiger Pechhaut.

Ich will meinen ich hatte als ich eine Sphäre poliert habe auf dem Spiegel gesehen wo die letzten Striche verliefen als ich noch mit symetrichen Quadrathen und geraden Kanälen gearbeitet hatte.

Ups Hallo Jörg, ja eigenwillige Typen, da gebe ich dir Recht.
ich mag nicht an der Pechhaut arbeiten, ich mag lieber am Glas arbeiten, da mach ich die Pechhaut lieber neu

Gruß Frank



Bearbeitet von: FrankH am: 07.09.2004 09:52:17 Uhr
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  10:35:02 Uhr  Profil anzeigen
Hi Joerg, hi Marty,

Zitat Joerg:
Zitat:

ich habe mein gutes halbes Dutzend Tools auch mit der Press-Methode gemacht. Ebenfalls im Test:
- Lötkolben. Finde ich stinkig, schwierig, langwierig und ist eine Sauerei, da das Pech abläuft.
- Sägen. Fand ich eine reine Katastrophe: eine derartige Sauerei, konnte ich nicht zu ende führen.
- Kratzen. Geht schon eher als Sägen. Trozdem: Sauerei plus langwierig und macht unschöne Rillen.



Deine Beschreibungen hab ich mit großem Interesse mitverfolgt, großes Kompliment und Dankeschön an Dich und alle, die nicht nur ihrer Erfolge, sonder vor allem ihre Mißerfolge so offen posten, damit erpart ihr mir und vielen anderen stillen Mitlesern viele Fehler und Frust.


Zitat Marty:
Zitat:
(Aber wenn du ein Beitel nehmen willst, dann mach das. Pass auf die Kanten des Pechs splittern leicht ab)


Das hab ich gestern beim Auslösen der Pechstreifen aus der Gießform (aus Holzleisten auf Küchenarbeitsplatte genagelt, Backpapier als Unterlage) gemerkt, aber man kann die Splitter mit einem trockenen Pinsel ganz gut zusammenkehren. Die Schweinerei hielt sich in Grenzen. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:

ich hab alles großflächig mit Papier ausgelegt, das Pech in einer Weißblechdose auf dem mit Alufolie ausgelegtem Küchenherd zunächst bei niedriger Hitze langsam, als sich eine Schicht flüssigen Pechs gebildet hatte dann bei mäßiger bis starker Hitze schnell aufgeschmolzen und dann sofort gegossen (das alles bei maximaler Absaugstufe der Haube, man hat kaum was gerochen). Meiner Meinung nach sollte man um die Härte nicht zu sehr zu verändern möglichst schnell das Pech auf Gießtemperatur bringen, damit Leichterflüchtiges nicht zu sehr entweicht. Ich denke besser kurz bei hoher Hitze als lang bei niedriger Hitze, richtig?

Das Nervigste war dabei das Schneiden der einzelnen Facetten, da mein Messer nicht genug Wärmekapazität hatte um die Temperatur zu halten, ich mußte ein bis zweimal pro Facette über der Kerze nacherwärmen.

Das Aufkleben ging dann wieder wunderbar einfach, hat auch nicht wie befürchtet so sehr gestunken (oder ich bin schon zu sehr laborabgehärtet). Das Tool im heißen Wasser vorgewärmt und dann die Facetten über der Kerze angeschmolzen und aufgeklebt.


Heute Abend werde ich dann hoffentlich anpolieren, beizeiten werde ich mein Spiegelschleiftagebuch ins Netz stellen.


Viele Grüße,

Andreas

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  10:41:10 Uhr  Profil anzeigen
Hi Frank,

Zitat:
Ich will meinen ich hatte als ich eine Sphäre poliert habe auf dem Spiegel gesehen wo die letzten Striche verliefen als ich noch mit symetrichen Quadrathen und geraden Kanälen gearbeitet hatte.


Das wäre natürlich nicht schön, andererseits, vielleicht spricht das auch nur für die Qualität deiner Foucaulttests...

Beim Feinschliff hab ich so gearbeitet, daß ich zum Abschluss jedes Wets nochmal kreisende Striche gemacht habe, kann ich das beim Polieren auch so machen?

Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9849 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2004 :  21:46:22 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:

.... vielleicht spricht das auch nur für die Qualität deiner Foucaulttests...

Beim Feinschliff hab ich so gearbeitet, daß ich zum Abschluss jedes Wets nochmal kreisende Striche gemacht habe, kann ich das beim Polieren auch so machen?

Grüße,
Andreas



ja der Foucaulttest kennt wohl kein Grenze, am Ende merkst du wie sich beim Atmen der Estrich verbiegt, dann hälst du die Luft an und korrigierst die Schneidenposition weiter und dann fängt auf einmal alles an zu zittern. So empfindlich merkt man das nur bei der Sphäre und eventuell wenn man zu kleine Zonen mißt.

kreisende Striche machen wunderschöne Zonen und elyptische parapolisieren. Wenn man mit Spiegel oben aufhört und nicht so viel Druck macht und schön bei jedem Strich weiterdreht wird es wohl reichen.

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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maxosaurus
Meister im Astrotreff

Schweiz
571 Beiträge

Erstellt  am: 09.09.2004 :  21:11:27 Uhr  Profil anzeigen  Besuche maxosaurus's Homepage
Noch kurz ein weiteres Argument für die Methode "Aufkleben":
Die Pechhaut nimmt beim Pressen die Spiegelform schneller an als bei einem vollgegossenen Pechtool mit Rillen. Ich selbst gehöre zu den Typen, die mit Fuchsschwanz im Wasserbad die Rillen sägen.

Seit ich so arbeite muss ich mehr Pressen um guten Kontakt zwischen Spiegel und Pechhaut zu erreichen. Ist ja logisch, da der rillenanteil an der Fläche einiges geringer ist und das Pech damit weniger gut wegfliessen kann.

Früher presste ich ein Backgitter auf die Pechhaut, das ergab schöne 10mm-Vierecke mit 3-4mm Rillen und war einfacher zum pressen.

Einmal war das Pech leider unter der Oberfläche noch flüssig und das Backgitter klebte vollständig an der Pechhaut....

Gruss Max

Willkommen bei den schiefsten Teleskopen Europas!

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