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 Buchrezension "WOW! Weltall"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 29.01.2012 :  19:35:02 Uhr  Profil anzeigen
WOW! Weltall


Autor: Carole Stott
Verlag: Dorling Kindersley
128 Seiten
Preis: 14.95€
ISBN: 978-3-8310-1764-5

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© Dorling Kindersley Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Alles über das Weltall – so hat man es noch nie gesehen.

Ob Galaxien oder Kometen, Raumstationen oder Satelliten, Schwarze Löcher oder Weisse Riesen – hier wird das Thema Weltraum völlig neu präsentiert.
Jede Seite ist eine Überraschung und lässt den Leser staunen: die Milchstrasse im Autokino, Sternhaufen als Lampions, Planetenstürme auf der Wetterkarte und vieles mehr.

Ein Lexikon mit WOW!-Effekt



Rezension:

Dieses Buch bietet ein bisher, so denke ich, einzigartiges und witziges Konzept für Kinder und Jugendliche. Das zu vermittelnde Wissen wird einfach und leicht verständlich wiedergegeben. Das Layout ist bunt und ausgefallen. Dies passt zu der Altersangabe des Verlages, welche das Buch „ab 8 Jahre“ angibt.

Doch kommen wir zunächst zum Inhalt. Das Buch ist in 5 grosse Bereiche unterteilt:

- Universum
- Sterne
- Sonnensystem
- Erforschung
- Raumfahrer

Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, die eher in unserer galaktischen Nachbarschaft beginnen, startet dieses Buch mit den Weiten des Weltalls. Was auch einen Vorteil bietet: man kann direkt beim Anfang loslegen.
Hier erfährt der junge Leser etwas über den Urknall , wie die Wissenschaftler ihn sich heutzutage vorstellen und was seit dem geschehen ist. Natürlich wird auch das heutige Universum mit seinen Insassen, den Galaxien, und seiner Zusammensetzung thematisiert. Es werden die verschiedenen Galaxienarten sowie unsere eigenen Milchstrasse kurz vorgestellt.

Danach geht es weiter zu den Sternen, aus denen die vielen Galaxien bestehen. Die wichtigsten Merkmale der Sterne, sowie deren Lebenslauf werden erklärt. Ebenso wird am Beispiel unserer Sonne die Funktionsweise und Zusammensetzung gezeigt. Was hier natürlich nicht fehlen darf, ist der aktuell sehr beliebte Forschungsbereich rund um Exoplaneten. Hier werden einige Exoplaneten und ihre Entdeckung dargestellt.

Nun aber los – auf in die Heimat: das Sonnensystem. Für Kinder ist dies vermutlich das spannendste Kapitel – und so wird diesem Kapitel ein wenig mehr Zeit und Platz gewidmet. Das Kapitel beginnt mit einem Überblick über das Sonnensystem, geht dann weiter zu den erdartigen Planeten und ihren Besonderheiten. Danach folgen die Riesenplaneten, wo es nicht nur grosse Stürme und Ringsysteme zu entdecken gibt.

Das Kapitel „Erforschung“ widmet sich dem „Wie“ in der Astronomie. Hier werden die Arbeitsweisen der Astronomen, die Teleskope und Observaotrien vorgestellt. Selbstredend darf hier die Raumfahrt nicht fehlen, und so erfährt der Leser einiges über Satelitten, Weltraumteleskope, Sonden und Missionen.
Gleich anschliessend beschäftigt sich der Autor mit den Raumfahrern. Hier dreht sich alles um die berühmtesten Astronauten, die Mondmission und generelle Dinge der Raumfahrt (z.B. Raumanzüge oder wie ein Tag im All verläuft). Abgerundet wird das Kapitel durch die Ziele, welche in Zukunft erreicht werden sollen.

Generell, und das sieht man am Konzept und der Auswahl der Themen (besonders im Kapitel Raumfahrt), ist dieses Buch eher für junge Leser gemacht. Die Texte sind sehr einfach geschrieben und enthalten keine Fremdwörter. Bei den Erklärungen handelt es sich um starke Vereinfachungen und es gibt viele bildliche Umschreibungen. Dennoch sind die Texte schon sehr gehaltvoll und umfassen einen recht guten Teil unseres Wissens über das heutige Universum.

Das absolut einzigartige an diesem Buch ist das Layout. Für jedes Thema wurde eine Doppelseite gestaltet. Aber nicht irgendwie. Zumeist wurden alltägliche Szenen ausgewählt und dorthinein astronomische Inhalte verpflanzt.
Zum Beispiel ist beim Thema „Sonne“ die Doppelseite als Ausschnitt eines Strandes mit blauem Himmel und strahlender Sonne, einem Eimer (in dem die Sonne liegt) und einem Postkartenständer (mit Postkarten auf denen verschiedenen Sonnenansichten zu sehen sind) gestaltet. Ein anderes Beispiel der Parkplatz mit Autos über dem eine riesige „Leinwand“ einprojiziert wurde. Auf dieser sind nun verschiedenen Ansichten der Milchstrasse zu sehen. Eigentlich sollte diese Doppelseite wohl als Autokino erscheinen, allerdings stehen einige Autos glatt falsch herum ...
Aber wie man sieht: an Ideen hat es den Gestaltern nicht gemangelt und so gibt es wirklich zu jedem Thema ein anderes Layout. Eine wirklich witzige und frische Idee!

Natürlich gibt es auch Kombinationen, die jeden Erwachsenen vom Hocker hauen. So wird das Thema Sternhaufen mithilfe von sogenannten Himmelslaternen dargestellt. Diese Ballons sind zwar schön anzusehen, aber durchaus gefährlich und unter Astronomen gar nicht gern gesehen. Manche Layouts schränken die Grössen der Bilder arg ein, sodass man auf den Seiten deutlich mehr Layout hat als schöne Fotos. Obwohl es umgekehrt schöner wäre...

Auf den meisten Seiten sind sowohl die Texte als auch die Bilder nummeriert. Die Texte sind nicht immer direkt neben den Bildern abgedruckt. Damit man aber trotzdem weiss, welcher Text zu welchem Bild gehört ist diese Verknüpfung gut umgesetzt. Mancherorts entstehen dadurch auch „Schritt-für-Schritt“-Anleitungen – z.B. beim Lebenslauf der Sterne.

Die Bildqualität ist ganz ordentlich, bei grossen Vergrösserungen sind die Bilder teilweise etwas pixelig. Aber ich denke, das kann man durchaus verschmerzen. Dafür sind die kleineren Bilder alle sehr guter Qualität - und es gibt eine Unmenge von Bildern. Was heutzutage für die Zielgruppe Kinder/Jugendliche äusserst wichtig ist. Hier geht viel über das visuelle Aufnehmen von Informationen. Von daher passen die ausgewählten Bilder sehr gut in dieses Buch.

Fazit:
Wer seinem Kind ein witziges und lockeres Buch über das Universum gönnen möchte, der ist mit diesem Buch gut beraten. Das Layout ist humorvoll gestaltet – der Ideenreichtum zur Gestaltung der einzelnen Seiten ist geradezu beeindruckend. Auch wenn es einige kleine Detailfehler gibt. Die Fakten sind gut erklärt und leicht verständlich.
Für Jugendliche von 8 bis 12 Jahre durchaus geeignet. Bei älteren Jugendlichen besteht die Gefahr, dass sie das Konzept eher „uncool“, wie man heutzutage sagt, finden.


Bearbeitet von: am:

Seigi Kan
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
64 Beiträge

Erstellt  am: 10.02.2012 :  22:40:55 Uhr  Profil anzeigen
Hi Sternli,

ich mag Deine Rezensionen - und auf deren Basis habe ich das o.g. Buch bestellt. Was micht überrascht hat ist die Größe, ca. 26cm x 31cm. Das ist aber aufrgund des "vielen Layouts" durchaus nötig. Du hast den Klappentext ja auch hier gepostet, der "Weiße Riese" ist mir aber erst heute abend beim Blättern aufgefallen, den kannte ich bisher nur aus der Waschküche...

Das Layout ist für Erwachsene gewöhnungsbedürftig, macht bei jungen Lesern aber sicher einen Teil des möglichen Erfolges aus, denn es verbindet die eigentlich unfassbaren Dinge mit dem Alltäglichen und ist meiner Meinung nach auch gut für Mädchen geeignet.

Eine meiner Favoritenseiten ist die Doppelseite 68/69 "Hinter Neptun" mit den transneptunen Objekten: Aus Umzugskartons auf dem Dachboden schauen neben einem Portrait von Gerard Kuiper Eris und Co. heraus. Jedes Kind weiß, das in diesen Kisten zu Hause allerhand faszinierende Dinge zu finden sind, es viel zu entdecken gibt. Und tatsächlich schauen aus einer Kisten auch noch Pläne heraus, der mit der Oortschen Wolke ist aufgerollt. Was es da draußen wohl noch alles gibt? Eine wundervolle Metapher.

Schön finde ich auch, dass das Buch mehr ist, als ein "Bilderatlas", auch grundlegende Themen werden erklärt, wie z.B. das elektromagnetische Spekturm, von den Gammastrahlen bis zu den Radiowellen.

Auf Seite 113 fand meine Tochter dann auch prompt einen neuen Wunschberuf: Flugdirektor. Das ist allemal praktischer als Astronaut, da muss man nicht so weit weg - und ich muss mir auch weniger Sorgen machen...


Grüße,
Tobi

Bearbeitet von: am:
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