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 Buchrezension "Moonhopper"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 08.01.2012 :  20:08:53 Uhr  Profil anzeigen
Der Moonhopper
20 Mondtouren für Hobby-Astronomen


Autor: Lambert Spix, Frank Gasparini
Verlag: Oculum
224 Seiten
Preis: 24.90
ISBN: 978-3-938469-54-5

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© Oculum Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Krater, Rillen, Meere, Gebirge: Auf dem Mond gibt es viel zu sehen. Im Teleskop fällt bei der Vielzahl der Objekte die Auswahl jedoch schwer. Dieses Buch beschreibt leicht verständlich die Grundlagen für eine erfolgreiche Mondbeobachtung. Ausführlich werden Ausrüstung, Beobachtungstechnik und Mondformationen vorgestellt.

Im Praxisteil führen 20 Touren über den gesamten Mond zu den schönsten Mondformationen für kleine und mittlere Teleskope. Besonders die für Einsteiger sehenswerten Mondregionen sind abgedeckt, gleichzeitig werden auch Geheimtipps und schwierige Ziele gezeigt. Ausführliche Beschreibungen und Übersichtsfotos unterstützen die Orientierung, so dass kein zusätzlicher Mondatlas benötigt wird.


Rezension:

Zunächst wird der Leser in die Welt der Teleskope entführt. Dieser Bereich ist vor allem für Einsteiger ohne Teleskop interessant, die sich für die Astronomie interessieren und gerne in die Mondbeobachtung einsteigen möchten. Es werden die einzelnen Teleskoptypen vorgestellt, sowie deren Vor- und Nachteile klar herausgearbeitet. Für den schnellen Überblick gibt es zusätzlich zu jedem Teleskoptyp eine allgemeine Pro- und Kontraliste. Zu jedem Teleskoptyp gibt es ebenfalls eine kleine Info-Box in der die Eignung des Teleskoptyps für die Mondbeobachtung angesprochen wird – leider ist diese Info-Box keine grosse Hilfe für den Einsteiger, da sich alle Teleskope für die Mondbeobachtung eignen. Hier fehlt vor allem die Gewichtung der einzelnen Besonderheiten des Teleskoptyps in Bezug auf die Mondbeobachtung- nur so kann der Leser sich schlussendlich, alle Faktoren abwägend, entscheiden.

Neben den Teleskopen selber werden auch die wichtigsten Eigenschaften, also das Lichtsammelvermögen, die Auflösung und die Vergrösserung – und ihr Zusammenhang – erklärt. Dieser für den Einsteiger wichtige Part ist sehr verständlich erklärt.
Im Anschluss erfährt der Leser noch die wichtigsten Grundlagen über die zwei Montierungstypen, sowie über Okulare, Filter und weiteres nützliches Zubehör. Zu diesen Kategorien gibt es auch sehr übersichtliche Tabellen, die die Inhalte des Textes noch einmal präzisieren.

Da das Buch das Thema Mond behandelt und nicht Teleskopkunde, werden die Themenbereiche sehr auf das Wesentliche beschränkt dargestellt. Für einen ersten Eindruck sind die Inhalte aber vollkommen ausreichend und bilden eine gute Grundlage für das Verständnis tiefergehender Literatur.

Im nächsten Kapitel dann geht es um die Orientierung am Mond – wie funktioniert das System Erde-Mond. Wie entstehen die Mondphasen? Was ist das Mondalter? Und wieso sieht man immer dieselbe Seite des Mondes? Um diese Fragen und noch viel mehr geht es in diesem Kapitel. Neben Fragen zum System selber, wird der Leser auch in das Koordinatensystem und die Bildorientierung eingewiesen, die man auf gängigen Karten findet. Auch wenn dieses Wissen für die Benutzung des Buches nicht zwangsläufig gebraucht wird, ist das Wissen von Vorteil sobald man andere Atlanten benutzt.

Rund um den Aspekt der Bearbeitung dreht sich das dritte Thema des Theorieteils. Es werden sowohl gedruckte, als auch digitale Karten vorgestellt. Dazu gibt es Tipps für die Beobachtung mit beiden Mitteln – denn auch hier ist die Verwendung von Vor- und Nachteilen gekennzeichnet. Am wichtigsten für die Beobachtung ist der richtige Beobachtungsplatz – es werden Fragen rund um den Standort, das Seeing und das Wetter geklärt. Doch nicht nur die äusseren Umstände müssen stimmen, auch eine gute Planung und die optimale Abstimmung des Zubehörs auf die jeweilige Beobachtungssituation sind wichtig. Hierzu bekommt der Leser in dem Absatz „Beobachtungstechnik“ wertvolle Tipps.

Dann erfolgt der Einstieg in die Geologie des Mondes. Meere, Hochländer, Krater, Gebirge, Täler, Rillen, Furchen und Dome. All diese Formationen werden hier besprochen und erklärt. Dabei werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Formationen sowie deren Entstehungsarten sehr anschaulich an Bildern und Grafiken gezeigt. Für jede Formation gibt es eine Info-Box „Anblick im Teleskop“. In diesen Boxen gibt es eine Beschreibung wie die Formation im Teleskop in verschiedenen Mondphasen aussieht, auf welche Besonderheiten man achten muss und welche Objekte sich besonders lohnen.

Das letzte Kapitel des Theorieteils ist der Dokumentation gewidmet. Wie kann man seine Beobachtungen dokumentieren? Da wäre zunächst einmal ein Beobachtungsbuch. Aber man könnte auch Zeichnungen anfertigen oder mittels digitaler Fotografie das Gesehene festhalten. Welche Methode man wählt, ist schlussendlich Geschmackssache. Doch das Buch bietet eine sehr gute Übersicht über diese Möglichkeiten. Zu jeder Dokumentationsart gibt es ehrliche Ausführungen (wenn z.B. eine Dokumentationsart beschwerlicher oder aufwändiger ist) sowie Tipps und Tricks zur Verbesserung der Technik. Zur Fotografie gibt es zusätzlich noch Infoboxen mit den Vor- und Nachteilen von DSLR und Webcam sowie des wichtigsten Zubehörs.

Im nun folgenden Praxisteil werden 20 Himmelstouren gezeigt, welche einen guten Teil der uns zugewandten Seite des Mondes abdecken. Dennoch bleibt auch danach noch genug Raum für eigene Entdeckungsreisen.
Die Mondtouren sind nach Mondalter sortiert, dies ermöglicht einen einfachen Einstieg in die jeweilige Phase ohne langes Suchen. Alle Touren beinhalten Objekte für mindestens eine Stunde Beobachtungszeit. Man sollte sich aber für die Beobachtung mehr Zeit nehmen und auch zu verschiedenen Zeitpunkten beobachten. Man kann also durchaus auch einen ganzen Abend mit einer einzigen Tour füllen.

Am oberen Rand des Buches sieht man die Nummer der Tour und direkt darunter das Mondalter, bei dem die Tour optimalerweise durchgeführt werden sollte. Wie aber schon beschrieben: es lohnt sich auf jeden Fall die Formationen bei verschiedenen Sonnenständen zu beobachten und diese Unterschiede festzuhalten.
Die Touren werden durch eine allgemeine Beschreibung der Tour eingeleitet, diese enthält erste Informationen zum Hauptobjekt der Tour und deren Besonderheiten.

Zu jeder Tour gehört eine Übersichtskarte auf der die Region grossflächig abgebildet ist. Die einzelnen Ziele der Tour sind auf dieser Karte durchnummeriert. Diese Nummern entsprechen den gleichen Nummern die auch im Text verwendet werden. In diesen Texten werden ausführliche Informationen zu den Objekten gegeben. Optimale Sichtbarkeiten, Grössenverhältnisse, Anomalien und nahegelegene, lohnenswerte Ziele werden detailliert beschrieben. Für erfahrenere Mondbeobachter gibt es Ziele mit höherem Anspruch in den Info-Boxen mit dem Titel „Herausforderung“.

Unterstützt werden die Texte mittels Zeichnungen und Fotos. Dabei wurden bewusst Zeichnungen verwendet, die das Objekt mit unterschiedlichen Vergrösserungen zeigen. Auch Zeichnungen aus anderen Epochen werden zum Vergleich dargeboten. Dadurch ist der Leser in der Lage abzuschätzen wie das Objekt aussehen wird und vorauf er bei der Beobachtung besonders Achten möchte. Alle Zeichnungen sind schwarz-weiss und sind mittels Bildunterschriften gut zuzuordnen.

Alle Texte sind sehr verständlich und einsteigergerecht geschrieben. Die Auswahl der Fotos ist gut gelungen, denn sie bieten dem Leser einen optimalen Eindruck von dem was er sehen kann. Die Aufteilung des Buches entspricht der Zielgruppe und das Konzept wurde während des ganzen Buches beibehalten und umgesetzt.

Fazit:
Mit dem Moonhopper ist Lampert Spix und Frank Gasparini ein interessantes und praxisorientiertes Werk gelungen.
Es werden sowohl Inhalte für absolute Einsteiger dargeboten, als auch „Herausforderungen“ für erfahrene Mondbeobachter. Das Konzept ist gut umgesetzt und ansprechend.

Empfehlenswert für alle Einsteiger und passionierte Mondbeobachter.

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