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 Rezension "Fotografischer Sternatlas"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 18.12.2011 :  19:49:59 Uhr  Profil anzeigen
Fotografischer Sternatlas
Der gesamte Himmel auf 82 Kartenblättern

Autoren: Axel Mellinger, Ronald Stoyan
Verlag: Oculum Verlag
176 Seiten
Preis: 39.95 €
ISBN: 978-3938469422

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© Oculum Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages


Klappentext:

Die fotografische Wiedergabe des gesamten Himmels ist schon vielfach versucht worden. Bisher veröffentlichte Atlaswerke basierten jedoch grossteils auf analoger Filmtechnik und bestanden aus einer Zusammenstellung von Einzelaufnahmen. Die digitale Aufnahme- und Bildbearbeitungstechnik ermöglicht es jedoch heute, völlig neue Wege zu gehen.

Dieser neuartige tiefe Atlas macht erstmals davon Gebrauch und zeigt den gesamten Himmel auf 82 grossformatigen Blättern im Massstab 1° pro cm. Grundlage des Atlas sind 3000 digitale Aufnahmen des Himmels, die der Astrofotograf Axel Mellinger an verschiedenen Standorten in den USA und Südafrika erstellte und u einem einheitlichen Bild des gesamten Sternhimmels zusammenfügte.
Durch die damit verbundene Computerberechnung ergibt sich die Möglichkeit der Darstellung aller Atlasblätter in einheitlichem Massstab und in einheitlicher Projektion.

Jede Atlasseite gegenüber gestellt ist eine invertierte Reproduktion, auf er alle abgebildeten Deep-Sky-Objekte markiert sind, insbesondere Doppelsterne, Veränderliche, Offene Sternhaufen, Galaktische und Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen sowie Galaxien. Mehr als 1500 Deep-Sky-Objekte und 2500 Sterne lassen sich damit auf den Karten finden und identifizieren.



Rezension:

Dieser Atlas ist, man muss es einfach sagen, der absolute Hammer. Die Bilder sind einfach nur genial. Die Qualität der Aufnahmen ist hervorragend.

Zu Beginn geben die Autoren Einblick in die Planung und Realisation des Atlas. Der Aufwand für gute Bilder ist grösser als man denkt: Insgesamt wurden mit einer digitalen Kamera 70 Bildausschnitte definiert, zu jedem Ausschnitt wurden rund 45 Einzelaufnahmen gemacht, welche dann gemittelt und mittels Software bearbeitet wurden. Die Autoren beschreiben sehr schön welche Probleme Hindernisse im Verlauf des Prozesses gelöst werden wollten und wie sie sie schliesslich gelöst haben.

Neben dem kurzen Inhaltsverzeichnis gibt die Seite noch den „Blattschnitt“ wieder, d.h. das Schema, nach dem die Karten angeordnet sind, und zusätzlich eine kleine Legende, in der die wichtigsten Symbole verzeichnet sind.
Die Gliederung der Karten ist im Grunde logisch aufgebaut: die Karten beginnen bei +90° Deklination und schreiten dann jeweils in 30°-Schritten in Richtung -90°. Innerhalb der Deklinationen gibt es dann zu jeder Stunde Rektaszension ein Kartenblatt (ausser bei +90° und -90°).
Wer lieber Anhand eines kompletten Himmelsausschnittes sucht, kann in den Buchdeckeln nachschauen. Dort sind jeweils die gesamten Himmelsansichten (360°) abgebildet, im vorderen Buchdeckel der Nordhimmel, im hinteren der Südhimmel.

Jedem Kartenausschnitt ist jeweils eine Doppelseite gewidmet. Dabei zeigt die linke Seite den invertierten Himmelsausschnitt mit überlagerter Karte und die rechte Seite das Foto.
Die Karte hat einen einheitlichen Massstab (Bildmitte) von 1° pro cm. Eingezeichnet sind die Sternbilder und Deep-Sky-Objekte. Von diesen enthält der Atlas über 1500. Alle Sternbilder, Deep-Sky-Objekte, sowie Doppelsterne und Veränderliche sind beschriftet und sogar farblich hinterlegt.

Am Ende des Buches findet man einen Objektindex. Hier sind alle Deep-Sky-Objekte verzeichnet, die im Atlas identifiziert wurden. Dieses Verzeichnis enthält allerdings nur die Bezeichnungen und die Seitenzahlen, keinen Hinweis um was es sich bei dem Objekt handelt (z.B. realisierbar durch einen dritte Spalte mit dem Symbol). Die Objektliste eignet sich also nur, wenn man ein bestimmtes Objekt sucht.

Die Fotografien sind wirklich sehr gut gelungen. Vor allem die Bereiche der Milchstrasse sind von faszinierender Schönheit. Die Sterne sind punktförmig abgebildet, es gibt keine Verzerrungen. Die Farben sind sehr harmonisch und realistisch gewählt. Auch die feineren Bereiche sowie Nebel sind gut herausgearbeitet.

In dem kurzen Text am Anfang geht es vor allem um die technische Realisation, weswegen es viele Fachworte und Zusammenhänge gibt, die ein Neueinsteiger vielleicht nicht auf anhieb versteht. Aber – dies muss er auch nicht, der Atlas an sich ist beeindruckend und auch ohne genaue Kenntnis der technischen Einstellungen ist die Arbeit, die in dem Werk steckt, deutlich sichtbar.

Ansonsten kann man einfach nur sagen: blättern und von der Schönheit der Bilder faszinieren und inspirieren lassen.


Fazit:
Ob für Vergleichszwecke, zum Aufsuchen von Objekten oder Just-for-fun... ein Buch für viele Gelegenheiten.
Das Konzept einer Fotografie eine invertierte Aufnahme mit überlagerter Karte gegenüberzustellen hat mich fasziniert. Dadurch gibt es keine Unterschiede zwischen Karte und Foto, bei denen eigene Deutungen Raum hätten. Man kann jedes Objekt klar auf dem Foto zuordnen.
Ein überaus gelungenes Werk, das ich nur empfehlen kann.

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