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 Telrad go to
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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2664 Beiträge

Erstellt am: 10.10.2011 :  13:49:47 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage
Hallo Freunde,

eigentlich wollte ich mich vor dem Septemberneumond-Bericht drücken...
aber nach so vielen Berichten anderer Spechtler muss ich nun doch auch was schreiben.

Angefangen hat es beim RATT, dem netten kleinen Teleskoptreffen der Ravensburger Sternfreunde.
Wie immer sehr intim, denn nicht mehr als 30 Leute kamen mit ihren Teleskopen.
Dafür kamen aber jede Menge Neugierige aus den umliegenden Orten, die von uns eine Einführung
in den Sternhimmel bekamen.
Hier fängt der Bericht an.

Der Roland mit 24 Zoll und ich mit dem 20er lowrider waren meist umlagert und zeigten kurz nach
Auftauchen der ersten Sterne die Leuchtkerzen, angefangen beim Ringnebel in der Leier.
Erstaunlicherweise konnte der Zentralstern in beiden Dobsons erkannt werden, obwohl mit bloßem Auge
erst 4m-Sterne sichtbar waren.
Danach kamen M3, M13, M92, M5, der Katzenaugennebel, der blaue Schneeball und M27.

Hier nun der Bezug zum Thema Telrad go to.
Erstaunlich, wie schnell man die bekannten Objekte mit dem Telrad einstellen kann,
wenn ausreichend Leitsterne vorhanden sind.
Als es dunkel war, alle Leute sich beim Roland die Details im blue snowball zeigen ließen,
habe ich mal probiert, wie schnell man die bekannten Objekte finden kann.
Nicht, dass so etwas irgendeinen Sinn macht, sondern einfach zum Üben!
Vom Ringnebel zu M56 zu M13 zu M92 zu M27 zu NGC7006 zu M15 zu NGC7479 zu
NGC7331 und Stephans Quintett, dann zum Blue snowball und zum Schluss Jones 1.
Der letzte Schwenk dauerte nur 3 Sekunden und nach Wechseln des 20mm Okulars
gegen das 26er mit O-III Filter stand Jones 1 mittig im Gesichtsfeld.
Alle Objekte innerhalb einer Minute... das ist Telrad go to!
Gut, manche können das schneller, aber für mich ist das schon o.k.
Schwerer tut man sich dann allerdings, wenn keine Leitsterne zu sehen sind.
Für NGC40 brauchte ich dann schon einige Minuten... und bei NGC 6765 dann sogar 10 Minuten!
Der ist aber auch seeehr unauffällig und beim Durchmustern kommt dauernd M56 ins Bild.

Beide Nächte waren recht brauchbar, aber hin und wieder verdeckten Zirren den halben Himmel.
Immerhin waren die Besucher sehr zufrieden: mit den großen Dobsons und mit Roland und mir.
Am Sonntag ging es weiter zum Großglockner.
Wir übernachteten auf der Südseite des Alpenhauptkammes im Wallackhaus,
weil auf der Edelweißhütte kein Platz mehr frei war.
So mussten wir abends jedes Mal auf die Alpennordseite fahren, wenn wir auf die Edelweißspitze wollten.
O.K... das sind wirklich nur 10 km und in einer Viertelstunde ist man oben.
Dort trafen sich jede Menge Extrem-Spechtler mit den großen Dobsons.
Siehe hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=124951

Sowohl der Roland als auch ich haben jede Menge schöner Objekte gesehen, miteinender verglichen und festgestellt,
dass im 20-Zöller fast alles zu sehen ist, was der 24er zeigt. Aber man merkt sofort den „kleinen“ Unterschied von 4 Zoll!
Öffnung ist halt durch nichts zu ersetzen.
Das habe ich auch bei Uwes fantastischem 27-Zöller am Saturnnebel gesehen.
Was da an feinen Details rüberkommt, ist schon eine echte Wucht.
Vor allem bei sehr hohen Vergrößerungen, die mit der EQ-Plattform leicht beherrschbar sind. Haben möchten....

Für mich standen diesmal ein knappes Dutzend noch nie gesehener Abell-Objekte im Vordergrund.
Das waren Abell 2, Abell 62, Abell 75, Abell 79, Abell 82, Abell 84.
Nicht gefunden habe ich Abell 1, Abell 80, Abell 86 und im Adler Abell 52 und 53.
Natürlich waren auch die Planeten im Fokus... besonders Uranus hatte es mir angetan,
da ich ihn wieder mit bloßem Auge sehen konnte.
Das kleine Scheibchen leicht grünlich, umkreist von 4 Monden.
Neptun war auch einfach zu finden und als Dreingabe konnte ich Triton sehen.
Der ist ja recht hell. Extrem heller ist Jupiter, der sogar mit Graufilter die Adaption zerstörte.
So habe ich ihn fast nur angesehen, wenn die Bremsentester mal wieder über den Parkplatz fuhren.
Mit voller Festbeleuchtung natürlich!
Das änderte sich bei einigen sofort, als wir sie in die Geheimnisse des Nachthimmels einführten.
Man muss halt miteinander reden. Manche dieser Testfahrer sind aber beratungsresistent und könnten möglicherweise nur mit
Nagelbrettern vom Befahren der Edelweißspitze abgehalten werden.
Der Jupiter stand wie eine Eins und mein alter Freund Rainer, ein erfahrener Planetenbeobachter, meinte wörtlich:
Boah! So gut habe ich ihn mein ganzes Leben noch nicht gesehen.

Insgesamt habe ich zum September-Neumond 5 Nächte beobachten können.
Jetzt bin ich erst einmal satt.
Demnächst, wenn mein neuer federleichter 16-Zöller fertig ist, werde ich in Spanien wieder zuschlagen... wenn das Wetter mitspielt!
CS
Timm

48°24'39"N / 8°0'38"O
und
26°52'53"S / 25°01'32"O

carpe noctem
observo ergo sum


Bearbeitet von: am:

Rastaban
Meister im Astrotreff

France
700 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2011 :  22:35:54 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Timm,

Vielen Dank für diesen weiten und bunten BB unter der Milchstrasse! Deine Telrad goto Express-Wanderung von einem PN zum nächsten KS hat mich erschöpft, ich werde heute Nacht gut schlafen!

Beste Grüsse,

Patrice


20" F/4 KHLT (Klose-Herrmann-Lowrider-Teleskop)

»Du wirst in der Nacht die Sterne anschauen... Mein Stern wird für dich einer der Sterne sein. Dann wirst du alle Sterne gern anschauen ...Alle werden sie deine Freunde sein. « Le Petit Prince - Antoine de Saint-Exupéry

Bearbeitet von: am:
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colazza
Meister im Astrotreff

Deutschland
454 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2011 :  20:52:07 Uhr  Profil anzeigen  Besuche colazza's Homepage
Hi Timm,

vielen Dank für deinen Bericht. Jetzt weiss ich was Timm mit seinen Teleskop so alles guckt. Vielen Dank fürs mitnehmen. War sehr unterhaltsam. Das Telrad soll Berichten zufolge schnell zu tauen, das hat mich davon abgehalten, mir so ein Gerät anzuschaffen. Freue mich dich pers. mal zu treffen (DSM, RATT, Ew-spitze?).
Gruss
Costa

Gruss Costa
www.deepsky-chiemgau.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2664 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2011 :  22:11:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: colazza

Hi Timm,

vielen Dank für deinen Bericht. Jetzt weiss ich was Timm mit seinen Teleskop so alles guckt. Vielen Dank fürs mitnehmen. War sehr unterhaltsam. Das Telrad soll Berichten zufolge schnell zu tauen, das hat mich davon abgehalten, mir so ein Gerät anzuschaffen. Freue mich dich pers. mal zu treffen (DSM, RATT, Ew-spitze?).
Gruss
Costa



Hallo Costa,
der Telrad taut wirklich schnell zu und ist dann unbrauchbar.
Es gibt aber eine Telradheizung, die bei mir allerdings in einer Kiste liegt und da bleibt sie auch!
Die schluckt ganz schön Strom und ich möchte nicht auch noch einen dicken Akku mitschleppen. Wozu baue ich denn ultraleichte Dobsons?
Also wenn es mal feucht ist, halte ich ein Wärmekissen dran und dann geht es wieder eine Zeit lang.
Und was ich so gucke ist eigentlich immer gleich:
1. die hellen Objekte
2. die schönen Objekte
3. die großen Objekte
4. die auswendig zu findenden Objekte und
5. hin und wieder mal ein paar Fuzzies.
Also genau so wie du auch!
Deine Berichte finde ich auch gut und du kannst ruhig mehr machen... und auch so schöne Zeichnungen wie die vom NGC 246!
CS
Timm
Edit: Tippveeler beseitigt

48°24'39"N / 8°0'38"O
und
26°52'53"S / 25°01'32"O

carpe noctem
observo ergo sum


Bearbeitet von: Timm am: 12.10.2011 07:58:55 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2895 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2011 :  09:28:39 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Timm,

kann mir richtig vorstellen, wie Du ohne Beschränkung durch eine Leiter da oben rumwirbelst
Der Telrad ist auch für mich das Mittel der Wahl, an einer beheizbaren Kappe bastel ist gerade, powered by Propan/Butan

Zu den Objekten: Schön, dass Du die Sachen zusammengestellt hast! Klasse!

Zitat:
...miteinender verglichen und festgestellt,
dass im 20-Zöller fast alles zu sehen ist, was der 24er zeigt.

Ja, mir ist auch aufgefallen, sowohl mit größeren (42") als auch kleineren (18") im Vergleich zu meinem 28". Allerdings scheiden sich die Geister an eher schwächlichen Sachen, Begleiter von 7331, Details in Stephans Qintett oder M33, IC1296 neben M57...oder an ganz hellen wie M42, wo man mit 42" mit maximaler AP wohl die Grenze zum Tagsehen überschreitet
Ein großer Vorteil des *eigenen* Teleskops ist aber, dass man stundenlang mit der optimalen Vergrößerung laborieren kann. Und man hat alle Zeit der Welt, zumindest bis der Morgen graut

ps. gern hätte ich geholfen der 200" auf der Spitze zumindest sehr nahe zu kommen. Aber das wird schon mal!

Viele Grüße
Kai


Bearbeitet von: am:
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Deneb
Altmeister im Astrotreff


1531 Beiträge

Erstellt  am: 16.10.2011 :  11:58:07 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Deneb's Homepage
Hi

Zitat:
kann mir richtig vorstellen, wie Du ohne Beschränkung durch eine Leiter da oben rumwirbelst


Dieses Rumgewirble hab ich schon mehrfach selbst erleben dürfen:

Und dann gucken wir mal hier und dann da und dort war doch noch dies, aber dazwischen liegt noch das und wenn wir grad schon mal hier sind, können wir gleich noch das und das und das... Ach, wollten wir nicht eigentlich...

Die Objekte stehen innerhalb von Sekunden im Okular, werden dann aber mit Muße angeschaut. Deswegen: es macht einfach super viel Spaß, mit Timm zu gucken.

Der Roland ist genauso. Magst mal M3 sehen? Alles klar, da die zwei hellen Sterne, noch ein bissl nach unten und voila, M3 bei 100x mitten im Gesichtsfeld und das nach gefühlten 5 Sekunden!

So sind sie halt die zwei Gotos!

Viele Grüße,
Christian

www.beyond-earth.de

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