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 Buchrezension "Kosmische Doppelgänger"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 29.05.2011 :  19:40:03 Uhr  Profil anzeigen
Kosmische Doppelgänger
Wie es zum Urknall kam
Wie unzählige Universen entstehen

Autor: Alex Vilenkin
Verlag: Spektrum Akademischer Verlag
279 Seiten
Preis: 14.95 €
ISBN:978-3827426871

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© Spektrum Akademischer Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Alex Vilenkin ist einer der kreativsten und angesehensten Kosmologen unserer Zeit. Er wendet sich mit diesem Buch erstmals an ein breites Publikum. Mit Humor und unterhaltsamen Anekdoten aus dem „Kosmologen-Alltag“ beschreibt er leicht verständlich das faszinierende Weltbild der modernen Kosmologie. Zunächst erklärt er die Urknall-Theorie und ihre Erweiterung durch das Szenario der Kosmischen Inflation. Dann führt er den Leser an die vorderste Forschungsfront und macht ihn auf spannende Weise mit den neusten Ideen der Kosmologen vertraut – viele stammen von Vilenkin selbst. Er beschreibt, wie es zum Urknall kam und warum ständig neue Universen entstehen.

Eine der erstaunlichsten Aussagen seiner Theorie ist, dass es Regionen im Kosmos geben muss, unendlich viele sogar, die mit unserer identisch sind – Welten mit exakten Doppelgängern von uns! Wir müssen uns deshalb endgültig von der Vorstellung unserer Einzigartigkeit verabschieden. Und das Anthropische Prinzip – wonach die physikalischen Eigenschaften unseres Universums scheinbar genaue Werte haben, die für Evolution von Lebewesen nötig sind – bekommt eine neue Deutung durch Vilekins Prinzip der Mittelmässigkeit.

Wer sich für die grossen naturwissenschaftlichen und philosophischen Fragen zum Kosmos und der Stellung des Menschen darin interessiert, wird in diesem mit Bildern und Cartoons reich illustrierten Buch viele verblüffende Antworten finden.



Rezension:

Alex Vilenkin ist einer der Top-Kosmologen unserer Zeit. Und mit seinen Überlegungen über das was vor dem Urknall war und warum es vielleicht mehr als nur ein Universum gibt, hat er eine Theorie aufgestellt, die für viele Menschen und auch Kollegen „unglaublich“ klingt. Für viele Menschen begibt er sich dabei auf spekulativen Boden, doch Vilenkin zeigt durch seine Ausführungen, dass man sich durchaus wissenschaftlich mit diesen Themen auseinandersetzen kann.

In seinem Buch beschreibt er den Weg seiner Gedanken, er erzählt wie ihn verschiedene Indizien zu den Annahmen geführt haben, die er in diesem Buch vertritt. Er vergisst aber auch nicht die Kollegen, die ebenfalls auf diesem Gebiet Ideen entwickelten und so eine wichtige Vorarbeit leisteten.

Seine Theorie des Multiversums hat vor allem in der Presse sehr breiten Anklang gefunden – bietet sie doch viel Spielraum für Verrücktheiten. Auch Philosophen haben sich dieses Themas angenommen und erklären spekulativ den Sinn der Theorie aus Ihrer Sicht. Eine sehr interessante und nützliche Theorie.
Denn, wer wünscht sich nicht einen Doppelgänger, der in diesem Moment doch noch die nötigen Überstunden machen muss, während man selber schön im Biergarten sitzt?

Spass beiseite. Alex Vilenkin erklärt nicht nur seine eigene Theorie, er stellt auch andere, ähnliche Theorien vor und zeigt klar die Unterschiede auf. Und er zeigt auf, wo es bei diesen Theorien unter Umständen hapert – denn Theorien sind nur solange denkbar bis sie widerlegt werden.

Er gibt zwar eine kleine Einführung in die Urknall-Theorie und ihre Entstehung, sowie einen Überblick über die Inflationstheorie und ihre Erweiterungen, generell sollte man sich aber schon ein bisschen auskennen. Grade gegen Ende des Buches, wenn er dann seine Theorie endgültig und in vollem Umfang vorstellt, braucht es ein wenig Vorstellungskraft und Erfahrung mit den Dimensionen und Begrifflichkeiten. Man muss kein Experte sein, denn er erklärt sehr gut. Aber es hilft einem ungemein, wenn man schon ein bisschen Wissen um Quantenphysik, Urknall & Co. mitbringt.

Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr locker geschrieben. Alex Vilenkin bringt viele Anekdoten aus seinem Alltag mit ein – so auch von Kongressen und Treffen mit anderen Kosmologen. Frisch und frei sind auch die Cartoons, welche den Text auflockern. Sie greifen Begriffe aus den Texten auf und setzen diese witzig um. Neben den Cartoons gibt es aber auch richtige Abbildungen, welche den Text hilfreich unterstützen. Vor allem bei den verschiedenen Universen und ihrem Werdegang sind die Abbildungen sehr gut umgesetzt.


Fazit:
Seine Theorie ist sehr abstrakt. Man braucht eine gute Portion Vorstellungskraft und man sollte, wie schon beschrieben, schon vorher mit der Kosmologie in Kontakt gekommen sein. Ob, wie und warum der Urknall passierte und ob es so war wie Vilenkin denkt oder doch ganz anders – wer weiss ob wie das je erfahren werden.
Unterhaltsam und interessant ist es trotzdem zu lesen, wie es sein könnte.

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