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TakFan
Meister im Astrotreff

Deutschland
530 Beiträge

Erstellt am: 02.02.2011 :  21:22:23 Uhr  Profil anzeigen
Sitze in Algerien ohne Optik im Gepäck und nutze den "Leerlauf" dazu Beobachtungen aus 2009 & 2010 durchzugehen. Interessiert bin ich an vergleichenden Beobachtungen mit einem 3" und einem 5" Refraktor. Was bringt einem dieser Sprung eigentlich? Leider habe ich die Geräte nacheinander zur Verfügung gehabt und nicht parallel. Auch die Okulare haben im Lauf der Zeit mehrfach gewechselt. Der lichtverschmutzte Standort ist jedoch derselbe geblieben, mit bestenfalls 5,0mag visuell / 20,1mag/arcsec². Dennoch kann man ein paar Vergleiche ziehen.

Genutzte Optik: 3" = 78mm/630mm Fluorit-Doublet; 5" = 120mm/900mm Triplet APO



M13
-> 3": Deutlich zum Kern hin verdichtet, Konzentration zum Kern hin tritt deutlicher heraus. Einzelsterne sind z.T. auflösbar.
-> 5": Läßt sich weit bis in den Kern auflösen. Zahllose Sterne. Bei 5mm & 3,5mm sehr dunkel, aber noch gut zu differenzieren.

M42
-> 3": Dunkler "Engel" deutlich und weit ausgedehnt vor M42. Am M42 seitigen Rand der "Dunkelwolke" heller Gassaum. Trapez (4 Sterne) zu sehen. Der Orionnebel zeigt weit ausgreifende "Schwingen". Mit UHC ist der Kontrast zum Hintergrund besser.
-> 5": Im 31mm Okular hell und großflächig. Im Trapez die Komponenten A-E zu erkennen. Komponente F nicht gesehen. Die Wasserstoffregion zeigt vielfältige Details. Vorgelagerten Dunkelwoken kommen gut heraus. Bis 3,5mm kontrastreich. Bei aufgehelltem Himmel bringt der UHC deutlichen Kontrastgewinn und erlaubt im 7mm gerade noch den 4. Stern des Trapezes zu sehen. Weitere Kontraststeigerung durch O-III. Durchaus zu verwenden an diesem Objekt, trotz Helligkeitsabfall.

M57
-> 3": Schon bei 50fach tritt der Ring deutlich hervor, auch die etwas ausgefranste Struktur des Ringes ist zu sehen. Im 3,5mm Okular großer Unterschied zwischen direktem und indirektem Sehen feststellbar. Bei indirektem Sehen springt der Ring ins Auge, die in den Raum ragenden Strukturen sind auszumachen. Optimale Vergrößerung ca. 50fach mit UHC Filter.
-> 5": Bei 260fach schwebt der Ring gut abgehoben im Raum - auch ohne Filter. Das Ringzentrum ist deutlich abgegrenzt und der Ring an gegenüberliegenden Seiten unscharf begrenzt mit Ausfansungen. UHC und O-III gut einsetzbar. O-III bringt deutliche Kontraststeigerung.

M97
-> 3": Setzt gute Sichtbedingungen & Adaption der Augen vorraus. Als flächiges, ausgedehntes Objekt bei 50fach zu erkennen, 100fach und mehr bringt keine Verbesserung. Sichtbarkeit durch UHC Filter gesteigert.
-> 5": Der Eulennebel ohne UHC ist flächig präsent. Mit UHC gut abgehoben. Aufsuchen mit UHC Filter ist erheblich leichter. Am besten mit 12,5mm (31mm geht mit UHC noch, ohne UHC kaum zu sehen). Bei 7mm und OIII dunkel, aber großflächig und mit Kontrast zum Himmelshintergrund. Keine Details.


NGC6992
-> 3": Im 31mm Okular ist die Nebelform zu erkennen (Halbbogen schwebt im Raum). Man meint vorgelagert weitere Struktur zu erahnen - ist aber eine parallel gelagerte Sternenkette. Mit OIII zu dunkel zum erkennen. Leichteres Objekt als der Nordamerikanebel und Objekt für 31mm mit UHC Filter.
-> 5": Bei 31mm mit UHC und wesentlich besser noch mit OIII beobachtet. Langgestreckter (westlicher) Bogen mit zwei deutlich helleren Regionen gegen Ende jeder Bogenspitze. 31mm zeigt jeweils nur einen Teil des Nebels.


Jupiter:
-> 3": Hauptwolkenbänder NEB, SEB und Abdunklung zu den Polen sehr gut zu erkennen. Bei gutem Seeing Schatten von Io und Europa vor Jupiter, Transit von Io und Ganymed, GRF sowie Ausbuchtungen im NEB.
-> 5": Vier Monde und GRF. Monddurchgänge & Schattenwürfe. NEB mit leichten Ausbuchtungen, Einschnitten und dunklen "Knubbeln" zu sehen. Nord- und Südpolkappen sind leicht strukturiert (Linien verschiedener Farbtöne).

Mars
-> 3": Bei noch geringem Scheibchendurchmesser (8") schön ausgeprägte Polkappe. Direkt unterhalb der Polkappe ein dunkler Streifen. Phase und Rotfärbung gut zu sehen. Bei 14" Scheibchen einen Tag nach Marsopposition. Polkappe in 12,5-3,5mm gut zu sehen. Ab 7mm Syrtis Major zu sehen. Oberhalb von Syrtis Major Forsetzung zu Utopia Planitia. Kurzzeitig kann das 3,5mm Okular genutzt werden. Hier sind Syrtis Major und schwächer Utopia Planitia ähnlich einem Fortsatz von Syrtis Major zu erkennen. Eine zweite Polkappe ist nicht auszumachen.
-> 5": Beobachtung bei 3,5mm - kontrastreich und scharf. Durch den UHC ist eine z.T. bessere Oberflächenwahrnehmung durch die Abschwächung der Bildhelligkeit möglich. Syrtis Major, Acidalia Plantia, Terra Thyrrena und Noachis Terra sowie weitere Dunkelgebiete ohne mir bekannte Namen zu sehen, trotz kleinem Scheibchendurchmesser von 8,2". Die Polkappe ist weit abgeschmolzen und wirkt sehr klein.




Mein Resumeé: Im Detailreichtum gibt es durchaus Steigerungen von 3" auf 5", jedoch sind dies keine Quantensprünge. Sehr groß ist der Unterschied bei den aufzufindenden "Nebelfleckchen". Mit 5" erschließen sich zahlreiche NGC-Objekte, die mir bei 3" am Standort vorher unzugänglich waren. Aber dennoch: Ein 3" ist nicht zu unterschätzen.

Weiterer Eindruck aus den letzten beiden Jahren: Der Fluorit-Doublet FS-78 hat m.E. einen bessere Kontrastleistung als der Triplet APO TSA-120.

Wie sind Eure Erfahrungen 3" / 5"?

CS
Dirk

TSA-120 / FS-60CB auf EM-200 FS2
FC-76D auf EM-200 B
16" Dobson f4,5
https://www.astrobin.com/users/TakFan/

Bearbeitet von: TakFan am: 02.02.2011 21:25:57 Uhr

Rodger
deaktiviert

Wallis and Futuna Islands
837 Beiträge

Erstellt  am: 02.02.2011 :  22:17:08 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Dirk,
bin auf der Spiegelteleskop-Seite (und mein ganzes Leben dort gewesen - wie das Leben eben so spielt), wollte Dir aber folgende Erfahrung mitteilen: Als ich von einem C 8 (nach 20 Jahren) auf einen 14 Zoll Newton umsteigen wollte, riet mir der Händler zum 12 Zoll (komisch nicht !) mit folgenden Argumenten:

I would also like to suggest you expand you list to include our 12.5" f/5 model, as it has practically the same visual impact as the 14.5", but at f/5 is less demanding on eyepieces, so unlike the 14.5" which is the same focal length, and therefore an f/4.3, it does not require a coma corrector (ParaCorr), plus for less than the cost of the 14.5" it can be equipped with a drive, which makes long term, group, and planetary viewing far more pleasurable.

Just so you understand, I have no bias as to which scope you choose as I make about the same margin on all sizes. I'm merely trying to offer you what I consider a viable alternative. The difference in image brightness in the 14.5 vs. a 12.5 is visually insignificant as it is only ~1/3 a magnitude, while the cost for that extra little bit of aperture, and a lower f/ratio is significant. The reason for that fact is that the human brain's perception of brightness is not linear, but logarithmic. It takes close to a magnitude increase in brightness (which translates into a ~2.5 or more correctly, the 5th root of 100) to really notice a change. Starting with Galileo's 2" telescope, to get ~ a 1 magnitude increase in light gathering ability
you'd develop the following series of sizes: 3", 4", 6", 8", 12.5", 20", 30", 1m, 2m, 3m., 4m, 6m, 8m, etc. If those look familiar -- that's why. Note that there is a two inch increase in the range most amateurs are familiar with, but that stops at 8", the next step is a 12.5" and from there to a 20" -- all the stuff in between, is simply playing to the male ego ("mine's bigger than yours!"). If we started from another point, the results would be different. You can derive the elements comparing the squares of any radii. To see a noticeable difference, on needs to increase the square of the radius by at least 2 -2.5X (a magnitude). It is my opinion that the better "bang for your Euro" is get a 12 and equip it with a drive platform. The comfort of using a driven scope will more than offset the slight brightness gain of a 14 in terms of what you will perceive at the eyepiece, plus the expenditure for the combination is actually less.

Rudi

Bearbeitet von: am:
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TakFan
Meister im Astrotreff

Deutschland
530 Beiträge

Erstellt  am: 02.02.2011 :  22:48:55 Uhr  Profil anzeigen
Hi Rudi,

Ja, die Abstufungen kommen mir bekannt vor, auch wenn die Kernaussage etwas pointiert ist. Ich kenne vergleichbare Aussagen, z.B. daß man von einem 8" nicht auf einen 10", sondern wenn dann auf einen 12" wechselt. Aber das setzt auch das entsprechende Budget voraus. Einen 5" Refraktor würde ich auch nicht gegen einen 6" Refraktor tauschen. Das Geld setigt überproportional bei ausbleibenden Quantensprung. Genausowenig würde ich von einem 5" Refraktor zu einem 8" Newton wechseln. Der Unterschied ist nicht derart groß.

CS
Dirk

TSA-120 / FS-60CB auf EM-200 FS2
FC-76D auf EM-200 B
16" Dobson f4,5
https://www.astrobin.com/users/TakFan/

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