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Seite: von 3

Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
748 Beiträge

Erstellt  am: 15.12.2010 :  23:08:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage
Hallo Carsten und natürlich auch die anderen Glasquäler
also, ich habe nochmal nachgeschaut. Ich betreibe das Lasermodul an 4,8V und benutze nur einen 150 Ohm Widerstand. Ergibt theoretisch einen Strom von 32mA. Gemessen habe ich 31mA. Das Potentiometer benutze ich nicht. Nach der beigelegten Anleitung fahre ich mit dieser Einstellung so ziemlich am oberen Limit (BetriebsSpg. 3-4,5V max Strom 30mA). Der Laser ist so auch verdammt hell. Ich habe den Laser über die Elektronik angeschlossen. Den Kontakt (der kleine Knopf) schließe ich mithilfe eines Kabelbinders.
Damit habe ich erstmal an einem 8" F6 Spiegel mit der DSlR ein IG aufgenommen. Sieht so aus:


(Blende F9, 1/40s bei ISO400)

Mit der Digiknipse (Canon Digital IXUS60) Freihand im Automatikbetrieb.


(F4,9 1/40s, ISO = ? wird nicht angegeben)
Zugegeben. Mit der DSLR sieht es viel besser aus. Das ist aber nicht aussagekräftig den mit der Knipse habe ich Freihand und ohne spezielle Einstellung (sozusagen Qick & Dirty) aufgenommen. Mit ein bischen mehr Mühe bekommt man da auch ein auswertbares IG hin.
Wichtig ist aber
1) Die ebenfalls sehr kurze Belichtungszeit.
2) Die Tatsache, dass ich keine Vignetierung habe.
Das heißt also, dass bei dir irgendwas nicht stimmt. Gilt nur noch zu klären was. Für die Webcam müsste die Helligkeit auf jeden Fall reichen. Hoffe wir knacken dieses Problem noch
Grüße, Matze


www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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c_brockhoff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
70 Beiträge

Erstellt  am: 15.12.2010 :  23:39:33 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Matze,
hier mein bestes Webcam-Bild:

Und hier das mit der Panasonic DMCTZ4 freihand aufgenommene vignettierte Bild. Bei ca. 14:00 Uhr und auch bei 18:00 Uhr sieht man die Spiegelkante.

Dass Du mit der Ixus komplett ausgeleuchtet hast, spricht natürlich gegen die Idee mit der zu kleinen Blende der Kamera. Jetzt bin ich erstmal ratlos, denn am Abstand der Kamera von der PDI-platte scheint es nicht zu liegen, den habe ich versucht zu minimieren. Am Zoom (den hatte ich mehr oder weniger auf Maximum) ebenfalls nicht, denn der Effekt bleibt auch, wenn man voll auszoomt, das könnte ich auch noch im Bild demonstrieren.
So, Was mach ich jetzt? Na gut, jetzt geh ich erstmal ins Bett, mal sehen, ob noch jemandem etwas einfällt.
Gruß
Carsten

12 Zoll F5,5 Gitterrohr-Dobson Selbstbau und -Schliff
8-Zoll F4 Reisedobson ("Zollstockdobson") Selbstbau
Takahashi TSA 102 auf Gemini G10 mit Selbstbau-Steuerung und -Fokussierung
PST Mod Stage 2 mit Skylux und TS-Okularauszug

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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2552 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  07:20:59 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hi,

welche Löcher auf der PDI-Platte habt ihr denn genommen? Für das Loch gilt natürlich das gleiche wie für die Lichtquelle: Es darf nicht grösser sein als das Beugungsscheibchen.
Beispiel:
200mm Spiegel mit f = 1000mm, Öffnungsverhältnis N = 5
Durchmesser des Beugungsscheibchens:
d = 2.44 * lambda * N
lambda = 0.65µm
Für N = 5 ergibt sich d = 7.9µm
Da wir aber vom Krümmungsmittelpunkt aus testen ist das Öffnungsverhältnis nicht 5 sondern 10, daher ist der Durchmesser des Beugungsscheibchens 15.8µm. Man sollte also kein grösseres als das 16µm Loch nehmen. Kleinere Löcher sind unproblematisch, machen aber das Bild dunkler. Es ist zwar verlockend ein grösseres Loch zu nehmen weil dadurch das Bild heller wird, aber dann können Messfehler entstehen.

Gruss
Michael

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norbert_loechel
Senior im Astrotreff


132 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  08:44:04 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

ich habe den selben Verdacht, der auch bei Michael anklingt: Wenn man ein zu großes Loch verwendet, dann ist der Raumwinkel, den die Referenzwelle ausleuchtet, zu klein, da die Referenzwelle ja durch Beugung am Loch entsteht. Interferenzen können aber nur da entstehen, wo sich die zu messende Wellenfront mit der Referenzwelle überlagern kann. Auf Carstens zweitem Bild im letzten Posting leuchtet die Referenzwelle *nicht* den gesamten Spiegel aus, sondern nur einen Bruchteil! (Der helle Rand bei 14 Uhr dürfte durch Beugung der zum Spiegel hinlaufenden Welle entstanden sein)

Ich würde an Eurer Stelle ein paar Aufnahmen mit deutlich kleineren Löchern versuchen und vergleichen, ob der ausgeleuchtete Bereich dadurch größer wird.

Gruß und viel Erfolg
Norbert

Bearbeitet von: am:
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c_brockhoff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
70 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  08:44:18 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Michael,
ich habe einfach das Loch ausgesucht, wo es am besten aussah, also nicht zu dunkel, jedoch in der Mitte nicht überstrahlt. Hat denn mein Vignettierungs-Problem etwas mit der Lochgröße zu tun?
Ach so, wie bestimme ich die überhaupt? Wahrscheinlich doch durch Abzählen der Löcher und Vergleich mit der Zeichnung auf deiner Website oder?
Gruß
Carsten

12 Zoll F5,5 Gitterrohr-Dobson Selbstbau und -Schliff
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Bearbeitet von: c_brockhoff am: 16.12.2010 08:45:52 Uhr
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2552 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  09:52:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo Carsten,

Zitat:
Original erstellt von: c_brockhoff
Hat denn mein Vignettierungs-Problem etwas mit der Lochgröße zu tun?



Das wäre denkbar.

Zitat:
Original erstellt von: c_brockhoff
Ach so, wie bestimme ich die überhaupt? Wahrscheinlich doch durch Abzählen der Löcher und Vergleich mit der Zeichnung auf deiner Website oder?


Ja, durch Abzählen. Man fängt am besten in der Mitte bei der 10µm Lochreihe an, die am Rand mit dem "+" Symbol gekennzeichnet ist.

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
748 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  10:03:08 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage
Hi Zusammen,
dass das Loch kleiner sein muss als das Beugungsscheibchen war mir -zumindest seit Michael mich auf die Laser-Austrittsfläche hingewiesen hat- klar.
Die oben gezeigten Interferogramme habe ich durch das 10µ Loch gemacht (gleiche Höhe wie das + auf dem PDI Plättchen). Bei dem Prüfling mit D = 200mm und F = 1200mm ergibt sich die größe des Beugungsscheibchens von 19µ, also alles im grünen Bereich. Nach meiner Erfahrung fällt es auch sofort auf wenn man ein zu großes Loch wählt, denn -neben dem kleineren Raumwinkel der Referenzwelle- wird der reflektierte Lichtpunkt des Prüflings ja praktisch nicht mehr abgeblendet und versaut einem die IG's. Hier mal ein Beispiel.


16 er Loch. Ist zwar auch noch OK, aber man sieht schon eine deutliche Aufhellung


25er Loch


40er Loch

(==>)Carsten.
Versuche mal verschiedene Lächer die noch im Rahmen sind. Die Lochgröße kannst du anhand der Skizze auf Michaels Website abzählen. Ich leuchte dazu die PDI Platte mit einer Taschenlampe von Hinten aus. Dann kann man die Löcher besser erkennen. Betreibst du das Modul mit 270 Ohm + Potentiometer oder nur 270Ohm? Bei nur 270 Ohm und damit 22mA (bei 6V) sollte die Helligkeit des Lasers eigentlich ausreichen. Bei 270 Ohm + 500 - 1000 Ohm vom Poti ist der Strom meiner Meinung nach zu klein.
Grüße, Matze


www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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c_brockhoff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
70 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  10:50:11 Uhr  Profil anzeigen
Matze,
diesen Überstrahlungseffekt mit dem sehr hellen "Auge" im Interferogramm habe ich auch deutlich erkannt; er verschwindet von einem zum anderen Loch, wenn man sich im Durchmesser heruntertastet. Insofern könnte es sein, dass ich intuitiv die richtige Größe ausgewählt hatte, das muss ich aber anhand der Angaben in diesem Thread überprüfen (Mein Prüfling: Unbelegt, 12" F 5,5).
Ich habe wie gesagt Poti 1k und Widerstand 270 Ohm in Serie, ist es nicht so, dass der Poti auf 0 Ohm geht, wenn man ihn ganz aufdreht? Jedenfalls erkenne ich ganz deutlich beim Aufdrehen des Poti den Übergang vom LED- zum Lasermodus. Ich meine daher, dass ich genügend Strom habe. Gemessen habe ich den allerdings nicht.
Gruß an alle und Dank für die interessante Diskussion
Carsten

12 Zoll F5,5 Gitterrohr-Dobson Selbstbau und -Schliff
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Takahashi TSA 102 auf Gemini G10 mit Selbstbau-Steuerung und -Fokussierung
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Bearbeitet von: c_brockhoff am: 16.12.2010 10:52:16 Uhr
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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
748 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2010 :  11:45:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage
Zitat:
diesen Überstrahlungseffekt mit dem sehr hellen "Auge" im Interferogramm habe ich auch deutlich erkannt; er verschwindet von einem zum anderen Loch, wenn man sich im Durchmesser heruntertastet. Insofern könnte es sein, dass ich intuitiv die richtige Größe ausgewählt hatte, das muss ich aber anhand der Angaben in diesem Thread überprüfen (Mein Prüfling: Unbelegt, 12" F 5,5


Das ist schonmal sehr gut. Damit können wir eine Fehlerquelle schonmal ausschließen.

Zitat:
ist es nicht so, dass der Poti auf 0 Ohm geht, wenn man ihn ganz aufdreht? Jedenfalls erkenne ich ganz deutlich beim Aufdrehen des Poti den Übergang vom LED- zum Lasermodus. Ich meine daher, dass ich genügend Strom habe. Gemessen habe ich den allerdings nicht.


Das kann ich nicht bestätigen. Habe das Poti vermessen und anhand des Stromes einen Widerstand von 500 - 1000 Ohm gemessen. Ich würde das Poti weglassen. Ich erkenne jedenfalls zwischen Laser und LED Modus keinen Unterschied in der Qualität der IGs, sehr wohl aber bei der Laserhelligkeit. Vor allem bei dem Webcambild sieht es mir nach zu dunklem Laser aus.
Wie schon gesagt, ich betreibe den Laser über die Elektronik mit 31mA. Bei mir funktionierts. Ich möchte aber nicht für den Tod eines weiteren Moduls verantwortlich sein und rate dir daher vorhher mit einem (in Reihe geschaltetem Multimeter nachzumessen.

Grüße, Matze (dem die Diskussion ebenfalls viel Spass macht)

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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c_brockhoff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
70 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2011 :  18:59:29 Uhr  Profil anzeigen
Hallo PDI-Freunde,
nachdem ich erste technische Hürden überwunden habe, möchte ich Euch meine Ergebnisse vorstellen. Ähnliches wurde vor kurzem von RogerZi (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=112261) diskutiert, ich wollte mich jedoch nicht in den Thread einmischen.

Interferometer: Lasermodul von Michael Koch, Originalelektronik entfernt, Vorwiderstand 270 Ohm + 1KOhm Potentiometer. PDI-Plättchen Typ 2 von Michael Koch. Montiert auf meinen Foucault-Tester mit selbst gebautem Kreuztisch. Untersuchung erfolgt im Krümmungsmittelpunkt.

Kamera: Olympus Camedia C-2020 Z 2,1 Megapixel, Blende 6,5-19 mm 1:2-2,8, 3x optisches Zoom, auf Stativ

Spiegel: 12 Zoll F5,5 Selbstschliff, unbelegt, Dicke 25 mm, Borosilikatglas von Stathis.

Letzte Foucault-Auswertung mit FringeXP und Virtual Couder Screen (http://members.ennstal-net.at/wenk_software/downloads/Virtual%20Couder%20Screen.zip):



Beispielhafte Interferogramme:





Besser habe ich es trotz vieler Versuche nicht hinbekommen. Wenn ich versuche, mehr Fringes zu bekommen, sinkt der Kontrast zu stark ab.
Auswertung mit OpenFringe 10.0, und zwar FFT-Methode (das manuelle Tracing der Fringes war mir zu mühsam und schien mir teilweise auch unsicher).

Die Messungen habe ich folgendermaßen gemacht: Mit Spiegelorientierung 0 und 90° jeweils eine Serie von Interferogrammen mit unterschiedlicher Fringe-Orientierung, davon die 5-10 besten ausgesucht.

Ausgewertet mit FFT-Methode. Zernike based surface presentation gewählt. Die Zernike-Daten aller Interferogramme für eine Spiegelorientierung gemittelt. Das Ergebnis sieht man hier als Konturbild:



Links oben 0°, rechts oben Spiegel 90° nach rechts gedreht, links unten Bild (nicht Spiegel!) auf 0° zurückgedreht, rechts unten dann die 0°- und das zurückgedrehte 90°-Bild gemittelt.

Hier nun der zwischen 0 und 90 °gemittelte 3D-Plot:



Hier der Report:



Und nun meine Fragen:

Kann man das glauben?

Was mich sehr überzeugt, ist das nahezu gleiche, nur um 90° gedrehte Bild in 0 und 90° Spiegelposition. Das scheint doch zu bedeuten, dass die Interferogramme wirklich etwas über den Spiegel aussagen. Daher fühlte ich mich auch berechtigt, beide nochmals zu mitteln.

Ich interpretiere das Bild bisher so: Abgesunkene Kante, Astigmatismus.

Dagegen stehen folgende gemeinsam mit Rüdiger Heins am 28.2.1011 an der Aussensternwarte der GVA in Handeloh ermittelte Befunde:
Sterntest: Abgesunkene Kante oder Überkorrektur. Kein merklicher Astigmatismus.
Ronchi-Test am Stern: Abgesunkene Kante.

Ich sehe folgende Limitationen bzw. offene Fragen:

1. Mäßige Qualität der Interferogramme (infolge von Problemen ohne Ende mit der Kamera) und der daraus berechneten Wavefront-Bilder. Zum Teil waren die Kanten ganz schön ausgefranst, was ich versucht habe durch Mittelung verschiedener Fringe-Orientierungen zu berücksichtigen.
2. Ich bin noch nicht sicher bzgl. der optimalen Arbeitsweise in OpenFringe. Darf ich z.B. Zernike-Bilder mitteln, oder darf man das nur mit Wavefront-Bildern?
3. Ich habe alle Zernike-Koeffizienten ausser Piston, Tilt, Defocus und Coma angeschaltet. Ist das richtig?

Ich freue mich auf Eure Kommentare

Gruß

Carsten

12 Zoll F5,5 Gitterrohr-Dobson Selbstbau und -Schliff
8-Zoll F4 Reisedobson ("Zollstockdobson") Selbstbau
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2742 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2011 :  22:12:01 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Carsten,

schöner Vergleich zwischen Foucault, Openfringe und Sterntest.
Ich finde, der Spiegel ist Dir gut gelungen!
Dass die Foucault Werte nicht zu halten sind ist normal. Ein Interferometer-Strehl von 0,72 ist ein Grund zum Feiern und nach meinem Gusto völlig ausreichend. Es sind immerhin 12"!
Eine kleine Retusche an den höchsten Stellen des Randwulstes (und nur dort!) würde den Spiegel weiter verbessern. Es besteht die Gefahr der Verschlimmbesserung. Musst Du selbst wissen, inwieweit Du Nerven, Zeit und Lust dazu hast.

Zur Vorgehensweise:
Zitat:
und zwar FFT-Methode (das manuelle Tracing der Fringes war mir zu mühsam und schien mir teilweise auch unsicher).

DAS ist die richtige Einstellung. Kreative Faulheit siegt

Zitat:
1. Mäßige Qualität der Interferogramme

Finde ich nicht! Das obere Igramm ist ganz ausgezeichnet und lässt sich prima auswerten. Schau mal nach im FFT Analysis Screen unter "Unwarp Errors", das ist ein Maß für die Qualität. Ich komme auf 42, das ist sehr gut. Das untere Igramm ist allerdings nicht sehr brauchbar. Mach sie lieber mit vielen Streifen.
Zitat:
Darf ich z.B. Zernike-Bilder mitteln, oder darf man das nur mit Wavefront-Bildern?

Es geht beides. Für Deinen 12" würden die Zernikes reichen, es sind immerhin 41 Terne. Wavefront gibt mehr Auflösung, ist erst nötig wenn man mit sehr kleinen Tools hantiert, Rillen vermutet oder bei größeren Spiegeln.
Zitat:
. Ich habe alle Zernike-Koeffizienten ausser Piston, Tilt, Defocus und Coma angeschaltet. Ist das richtig?

Ja, das ist so richtig. Du kannst ja mit der Liste etwas spielen. Wie sähe der Spiegel ohne Asti, dieses oder jenes aus? Und dann entsprechende Planspiele machen.

Zitat:
Dagegen stehen folgende gemeinsam mit Rüdiger Heins am 28.2.1011 an der Aussensternwarte der GVA in Handeloh ermittelte Befunde:
Sterntest: Abgesunkene Kante oder Überkorrektur. Kein merklicher Astigmatismus.
Ronchi-Test am Stern: Abgesunkene Kante.

Das passt schon. Rüdiger kannst Du vertrauen.
Falls möglich schau Dir mit ihm zusammen in OpenFringe den Synthetischen Sterntest unter Simulations and Graphs an. Der Asti ist zwar der größte Einzelfehler aber kaum zu sehen weil vermischt mit Trefoil und einem Haufen anderem Schlonz. Auf alle Fälle siehst Du ein klar definiertes Sternbild, ich meine der Spiegel ist jetzt schon besser als das meiste gekaufte Zeugs.

Hier meine Interpretation des oberen Igramms. Deckt sich erstaunlich gut mit Deiner. Ist der ROC=3260mm richtig? Würde allerdings nur die SA etwas tangieren.


Viele Grüße
Kai

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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
748 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2011 :  22:35:27 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage
Hallo Carsten,
anscheinend ist für das Forum derzeit der Unterschied zwischen polierten und rauhen Oberflächen wichtiger.
Ich finde jedenfalls deine PDI - Ergebnisse sehr interessant. Sie zeigen doch einen eindeutigen Zusammenhang zu den Foucaultmessungen.
Deine Interferogramme sehen auch recht brauchbar aus. Vor allem das Erste von deinen beiden Beispielen.
Deine Vorgehensweise den Spiegel aus 2 verschiedene Positionen zu Interferometrieren und zunächst die Einzelergebniss darzustellen finde ich sehr gut. Du zeigst da, dass deine Ergebnisse reproduzierbar sind.

Zitat:
Ich interpretiere das Bild bisher so: Abgesunkene Kante, Astigmatismus.

Ich würde es so ausdrücken: zurückgebliebener Randbereich und leichter Astigmatismus. Den Grad von Asti kannst du auch an deinem Report sehen in der Spalte Wave Front RMS. Der ist -soweit ich diese kleine Zahl richtig erkannt habe- gering. Das würde jedenfalls erklären wieso ihr den beim Startest nicht gesehen habt.
Zu deinen Fragen:
1) Das Problem habe ich auch. Habe es bisher nicht in den Griff bekommen. Da sich das jedoch auf die äußersten mm Rand beschränkt ist es meiner Meinung nach auch nicht weiters tragisch. Falls man im Radnbereich Probleme hat tuts auch Foucault.
2)ich mittele beide und ich wüsste nicht was dagegen spricht.
3)Da kenne ich mich auch nicht so gut aus. Ich weis nur, dass man seine Spiegelwerte schönen kann wenn man den Asti deaktiviert


Grüße, Matze

Edit: Jetzt habe ich nur die Fehler(chen) von deinem Spiegel erwähnt. Das der Spiegel an sich schon recht gut ist kam dabei leider viel zu kurz . Hut ab bis hierher.
(==>)Fraxinus: Kai, du bist mir doch tatsächlich zuvorgekommen Sieht man sich in nem Monat auf dem DSM?

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

Bearbeitet von: Mr_beteigeuze am: 30.01.2011 22:50:44 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2742 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2011 :  22:57:28 Uhr  Profil anzeigen
Hi Matze,
Zitat:
anscheinend ist für das Forum derzeit der Unterschied zwischen polierten und rauhen Oberflächen wichtiger.
Du meinst die Rückseiten-Geschichte?
Ja, es ist besser sich liebevoll um die Vorderseiten zu kümmern.
cs Kai

Edit: DSM ist gebongt. Und zuvorgekommen bin ich Dir, weil ich mich am PC aufwärmen muss, ist böse kalt draussen, aber klar, wow

Bearbeitet von: fraxinus am: 31.01.2011 11:04:27 Uhr
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c_brockhoff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
70 Beiträge

Erstellt  am: 31.01.2011 :  23:19:59 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai, hallo Matze,

vielen Dank für Eure freundliche Beurteilung. Das tut gut.

Nachdem Ihr meine Auswertung grundsätzlich bestätigt habt, juckt es mich zwar in den Fingern, PDI-gesteuert zu retuschieren. Ich werde mich aber wohl beherrschen und den Spiegel einfach aluminisieren lassen, denn dies ist mein erstes etwas größeres Teleskop (bisher Meade ETX 90 und LIDL) und ich möchte es jetzt langsam mal einsetzen (Beginn Schliff: 16.2.2009). Sollte ich dann weiter Lust aufs Schleifen und Polieren haben, scheint es mir schlauer, die Energie in ein neues Projekt zu stecken.

Zur Qualität der I-Gramme: Da waren auch schlechtere dabei. Eben habe ich nochmal eins ausgewertet, das hatte 431 Unwrap Errors. Aber eins ist doch interessant: Du hast nur ein einigermaßen sauberes I-Gramm ausgewertet und kommst auf ein ähnliches Ergebnis wie ich mit 8 gemittelten mäßigen. Das bedeutet doch : Qualität vor Quantität.

Ich habe mir die simulierten Sterntestbilder angesehen. Abgesehen davon, dass die echten Bilder durch das Seeing massiv überlagert waren, bin ich aber ganz sicher, dass die Ringe schön rund und nicht so verbogen waren wie in der Simulation. Kann also wirklich nicht so schlimm sein mit dem Asti.

Ach so, noch was technisches: Die oben beschriebene Vignettierung hatte eindeutig etwas mit der Panasonic-Kamera zu tun, möglicherweise weil es ein 10fach Zoom ist. Mit der Olympus Camedia mit 3fach und auch einer kleinen Nikon (die aber andere Probleme hatte) mit 3fach-Zoom ging es besser.

OK, mal sehen ob noch andere Kommentare kommen. Ansonsten geht der Spiegel zum Beschichten und danach wird natürlich erneut interferometriert.

Viele Grüße und nochmals Dank

Carsten

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Bearbeitet von: am:
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RogerZi
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Schweiz
338 Beiträge

Erstellt  am: 01.02.2011 :  16:22:03 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Carsten

ich komme zur Zeit leider nicht zur Vermessung.
Sind deine IF-Bilder vom Bericht vom "Erstellt am: 30.01.2011 : 18:59:29 Uhr" in originaler Grösse unbearbeitet so klar, d.h. die einzelnen Frings so scharf? Oder hast du die Bilder bearbeitet zu diesem Resultat?

Gruss
Roger

Roger

Meine Ausstattung:
zwei Augen und ein Sterngucker

Bearbeitet von: am:
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