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Mond - 01.05.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Der Celestron CR 150 HD Refraktor


Allgemeines
Seit 1999 vertreiben die Firmen Bresser, Celestron, Helios u.v.a. Refraktoren in der Bauart nach Fraunhofer (Joseph von Fraunhofer, dt. Physiker und Astronom, geb. 1787, gest. 1826).

Im folgenden werde ich das größte Teleskop dieser Baureihe, den Refraktor mit 150 mm Öffnung und 1200 mm Brennweite möglichst allgemeinverständlich näher beschreiben.

Grundsätzlich besteht jedes Fernrohr - ein Gerät zur vergrößerten Abbildung eines entfernten Gegenstandes - aus 2 Komponenten:
  • Objektiv - das Objektiv sammelt das Licht und bewirkt die Abbildung
  • Okular - vergrößert das vom Objektiv erzeugte reelle Bild für die Betrachtung

Fernrohrobjektive können aus Linsen (Refraktorobjektiv), Spiegeln (Reflektor oder Spiegelteleskop) oder einer Kombination von Linsen und Spiegeln bestehen.

Das 150/1200 mm Teleskop hat ein Linsenobjektiv aus 2 durch einen Luftspalt getrennten Bauelementen (FH- oder Fraunhofer - Refraktor).

Das 2. Linsenelement dient zur Korrektur der Farbabweichung (chromatische Aberration), die bei jeder Lichtbrechung von nicht einfarbigem Licht auftritt.

Leider ist diese Korrektur nicht perfekt - mehr dazu im Abschnitt Vor- und Nachteile.

Praktisches

Was kann man mit diesem Instrument alles Beobachten ?

Wichtig ist hier vor allem ein sicheres Objektivfilter. Empfehlenswert ist hier z.B. der Selbstbau eines Objektivfilters aus der BAADER AstroSolar™  Sonnenfilter-Folie.

Unter optimalen Bedingungen zeigt das Teleskop auf der Sonne Details bis zu etwa 500 km Größe, daß heißt, man erkennt sehr gut die radialen Strukturen in der Penumbra (grauer Hof) der  Sonnenflecken, die strukturierte Oberfläche der Photosphäre (Granulation) sowie die filamentartige Struktur heller Sonnenfackeln.

Sonne - 23.05.2001 - zum Beobachtungsbericht ...Sonne - 23.05.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Sonnen-beobachtungen

Mond - 05.03.2001 - zum Beobachtungsbericht ...
Mond - 03.03.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Mond-beobachtungen

Der 150/1200 mm Refraktor zeigt auf dem Mond Details bis etwa 1,5 km Größe. Für den Einsteiger ergibt sich daraus eine schier unerschöpfliche Vielfalt an sichtbaren Details.

Krater, Gebirge, Rillen laden zu ausgedehnten "Touren" auf der Mondoberfläche ein - als "Reiseführer" empfiehlt sich hier der Mondatlas von Antonin Rückl.

Mond - 03.03.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Die obenstehende Aufnahme zeigt beispielsweise einen Teil der Mondalpen. In der Mitte des breiten Quertales (Vallis Alpes) ist bereits andeutungsweise die nur wenige hundert Meter breite Längsrille zu erkennen.

Auch in den Wallebenen und Kratern (unten z.B. Tycho kann man bereits sehr viele Strukturen, wie Zentralgebirge, Terrassen usw. sehr gut erkennen.Mond - 02.04.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Theoretisch zeigt der 150/1200 mm - Refraktor alle Planeten unseres Sonnensystems - außer dem kleinen sonnenfernen Pluto.

Als Scheibchen - also eindeutig als Planeten erkennbar sind Merkur, Venus, Mars, Jupiter, und Saturn. Zum Erscheinungsbild von Uranus und Neptun fehlen mir noch praktische Beobachtungsberichte.

Merkur und Venus zeigen keine Oberflächendetails, aber die Phasengestalt dieser Planeten ist gut erkennbar.Venus - 07.02.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Mars zeigt verwaschene Strukturen dunklerer Gebiete und ggf. die Polkappen. Auf Jupiter erkennt man bereits zahlreiche Strukturen in den Wolkenstreifen - die Jupitermonde werden bereits als Scheibchen abgebildet.Jupiter - 09.02.2001 - zum Beobachtungsbericht ...

Auf Saturn erkennt man die dunklere Färbung des Polarbereiches der Saturnoberfläche. Auch die unterschiedliche Färbung der Saturnringe und die Cassini-Teilung sind hervorragend zu beobachten. Saturn - 25.11.2000 - zum Beobachtungsbericht ...
Zur Mondfinsternis am 09.01.2001 war die Sicht sogar so ausgezeichnet, daß ich meinte, das Encke-Minimum blickweise erhaschen zu können ...

Planeten-beobachtungen
 
DeepSky-Beobachtungen Die Stärke des 150/1200 mm Refraktors bei Deep-Sky - Beobachtungen ist zweifelsohne sein relativ großes ebenes Gesichtsfeld. Offene Sternhaufen stehen beispielsweise wie ausgestanzt im Blickfeld - bis zum äußersten Rand ist auch in weitwinkligen 2"-Okularen nicht die geringste Unschärfe zu erkennen. Klassische Objekte wie M42, M3, M31 und viele weitere sind mit 6 Zoll unobstruierter Öffnung für jeden Einsteiger ein Genuss. Schwächen zeigt das Gerät bei hochauflösenden Doppelsternbeobachtungen - mehr dazu unter Vor- und Nachteile.

Vor- und Nachteile eines Refraktors nach Fraunhofer

Vorteile:
  • Das System ist immer exakt justiert. Gerade für Einsteiger ist es oftmals nicht einfach, z.B. ein kurzbrennweitiges Newton-System exakt zu kollimieren, kleinste Abweichungen machen sich dann sofort negativ in der Bildqualität bemerkbar
  • Beim Einsatz schwerer Kameras oder anderen Zubehörs lässt sich das Teleskop einfacher auswuchten, als beim seitlichen Ansatz von Zubehör z.B. an Newton-Teleskopen
  • Das Gerät ist schnell einsatzbereit. Nach ca. 15 min ist das Teleskop auch bei extremen Temperaturunterschieden an die Umgebung weitgehend angepasst.
Nachteile:
  • Ein Refraktor nach Fraunhofer zeigt einen recht starken Restfarbfehler. Dies macht sich besonders bei starken Vergrößerungen und hohen Kontrasten bemerkbar (z.B. Venus, Jupiter oder farbig unterschiedliche enge Doppeösternsysteme). An solchen Objekten kann man bereits mit einem gleichgroßen exakt justierten Newton-System mehr Details erkennen.
  • Das Gerät ist relativ zu seiner Öffnung und Brennweite größer und schwerer als ein Newton- oder Cassegrain - System mit vergleichbaren opt. Daten. Ggf. ist eine größere Montierung als bei vergleichbaren Spiegelteleskopen erfoerderlich.
  • Das Gerät ist teurer (ca. Faktor 2-3), als ein Spiegelteleskop mit vergleichbaren opt. Daten
Wer sollte dieses Gerät einsetzen ?
  • Einsteiger, die sich nicht zutrauen, ein Spiegelteleskop exakt zu kollimieren (es sind mehr, als man denkt) und einfach nur gut und bequem beobachten wollen.
  • Stadtastronomen, die normalerweise kaum Deep-Sky beobachten können und das Teleskop "mal eben schnell" auf dem Balkon oder der Terrasse zur Beobachtung nutzen wollen.
  • Sonnenbeobachter. Hier ist wirklich genug Licht vorhanden, um Farbfehler wegzufiltern. Die gestreckte und symmetrische Bauweise des Refraktors sorgt auch dafür, daß Zubehör (z.B. Kameras) nicht seitlich im prallen Sonnenlicht, sondern abgeschattet hinter dem Refraktor verwendet werden können.
  • Refraktor - Fans.
Hinweis:
Alle gezeigten Aufnahmen wurden mit dem 150/1200 mm  - Refraktor Celestron CR 150 HD aufgenommen. Die Bilder wurden coloriert, um den visuellen Anblick im Teleskop wiederzugeben.

Weitere Fotos mit diesem und ähnlichen Geräten findet Ihr im Bilderbereich der Celestron-Website im Abschnitt "Taken with CR150HD" oder in Thierry LOMBRYs Gallery of Masterpieces. Interessant ist auch der Vergleich mit wesentlich größeren Geräten, wie z.B. dem 10" Takahashi Mewlon 250.

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