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Der Celestron CR 150 HD
Refraktor
| Allgemeines |
| Seit 1999
vertreiben die Firmen Bresser, Celestron, Helios u.v.a. Refraktoren in
der Bauart nach Fraunhofer (Joseph von Fraunhofer, dt. Physiker und
Astronom, geb. 1787, gest. 1826).
Im folgenden werde ich das größte Teleskop
dieser Baureihe, den Refraktor mit 150 mm Öffnung und 1200 mm
Brennweite möglichst allgemeinverständlich näher beschreiben. |
Grundsätzlich besteht jedes Fernrohr - ein Gerät zur vergrößerten
Abbildung eines entfernten Gegenstandes - aus 2 Komponenten:
- Objektiv - das Objektiv sammelt
das Licht und bewirkt die Abbildung
- Okular - vergrößert das vom
Objektiv erzeugte reelle Bild für die Betrachtung
Fernrohrobjektive können aus Linsen
(Refraktorobjektiv), Spiegeln (Reflektor oder Spiegelteleskop)
oder einer Kombination von Linsen und Spiegeln bestehen. |
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Das
150/1200 mm Teleskop hat ein Linsenobjektiv aus 2 durch einen
Luftspalt getrennten Bauelementen (FH- oder Fraunhofer -
Refraktor). Das 2.
Linsenelement dient zur Korrektur der Farbabweichung (chromatische
Aberration), die bei jeder Lichtbrechung von nicht einfarbigem
Licht auftritt. |
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Leider ist diese Korrektur nicht
perfekt - mehr dazu im Abschnitt Vor- und Nachteile. |
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Praktisches
Was kann man
mit diesem Instrument alles Beobachten ?
| Wichtig
ist hier vor allem ein sicheres Objektivfilter. Empfehlenswert ist
hier z.B. der Selbstbau eines Objektivfilters aus der
BAADER
AstroSolar™ Sonnenfilter-Folie.
Unter optimalen Bedingungen zeigt das
Teleskop auf der Sonne Details bis zu etwa 500 km Größe, daß
heißt, man erkennt sehr gut die radialen
Strukturen in der Penumbra (grauer Hof) der Sonnenflecken,
die strukturierte Oberfläche der Photosphäre (Granulation) sowie
die filamentartige Struktur heller Sonnenfackeln.
 
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Sonnen-beobachtungen |
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Mond-beobachtungen |
Der 150/1200
mm Refraktor zeigt auf dem Mond Details bis etwa 1,5 km Größe. Für den
Einsteiger ergibt sich daraus eine schier unerschöpfliche Vielfalt an
sichtbaren Details. Krater,
Gebirge, Rillen laden zu ausgedehnten "Touren" auf der Mondoberfläche
ein - als "Reiseführer" empfiehlt sich hier der
Mondatlas von Antonin Rückl.

Die obenstehende Aufnahme zeigt
beispielsweise einen Teil der Mondalpen. In der Mitte des breiten
Quertales (Vallis Alpes) ist bereits andeutungsweise die nur wenige
hundert Meter breite Längsrille zu erkennen.
Auch in den Wallebenen und Kratern
(unten z.B. Tycho kann man bereits sehr viele Strukturen, wie
Zentralgebirge, Terrassen usw. sehr gut erkennen. |
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Theoretisch zeigt der 150/1200 mm - Refraktor alle Planeten
unseres Sonnensystems - außer dem kleinen sonnenfernen Pluto.
Als Scheibchen - also eindeutig als
Planeten erkennbar sind Merkur, Venus, Mars, Jupiter, und Saturn.
Zum Erscheinungsbild von Uranus und Neptun fehlen mir noch
praktische Beobachtungsberichte.
Merkur und Venus zeigen keine
Oberflächendetails, aber die Phasengestalt dieser Planeten ist gut
erkennbar.
Mars zeigt verwaschene Strukturen
dunklerer Gebiete und ggf. die Polkappen. Auf Jupiter erkennt man
bereits zahlreiche Strukturen in den Wolkenstreifen - die
Jupitermonde werden bereits als Scheibchen abgebildet.
Auf Saturn erkennt man die dunklere
Färbung des Polarbereiches der Saturnoberfläche. Auch die
unterschiedliche Färbung der Saturnringe und die Cassini-Teilung
sind hervorragend zu beobachten.

Zur Mondfinsternis am 09.01.2001 war die Sicht sogar so
ausgezeichnet, daß ich meinte, das Encke-Minimum blickweise
erhaschen zu können ... |
Planeten-beobachtungen |
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DeepSky-Beobachtungen |
Die
Stärke des 150/1200 mm Refraktors bei Deep-Sky - Beobachtungen ist
zweifelsohne sein relativ großes ebenes Gesichtsfeld. Offene
Sternhaufen stehen beispielsweise wie ausgestanzt im Blickfeld -
bis zum äußersten Rand ist auch in weitwinkligen 2"-Okularen nicht
die geringste Unschärfe zu erkennen. Klassische Objekte wie M42,
M3, M31 und viele weitere sind mit 6 Zoll unobstruierter Öffnung
für jeden Einsteiger ein Genuss. Schwächen zeigt das Gerät bei
hochauflösenden Doppelsternbeobachtungen - mehr dazu unter Vor-
und Nachteile. |
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Vor- und Nachteile eines
Refraktors nach Fraunhofer
| Vorteile: |
- Das System ist immer exakt justiert.
Gerade für Einsteiger ist es oftmals nicht einfach, z.B. ein
kurzbrennweitiges Newton-System exakt zu kollimieren, kleinste
Abweichungen machen sich dann sofort negativ in der Bildqualität
bemerkbar
- Beim Einsatz schwerer Kameras oder
anderen Zubehörs lässt sich das Teleskop einfacher auswuchten, als
beim seitlichen Ansatz von Zubehör z.B. an Newton-Teleskopen
- Das Gerät ist schnell einsatzbereit.
Nach ca. 15 min ist das Teleskop auch bei extremen
Temperaturunterschieden an die Umgebung weitgehend angepasst.
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| Nachteile: |
- Ein Refraktor nach Fraunhofer zeigt
einen recht starken Restfarbfehler. Dies macht sich besonders bei
starken Vergrößerungen und hohen Kontrasten bemerkbar (z.B. Venus,
Jupiter oder farbig unterschiedliche enge Doppeösternsysteme). An
solchen Objekten kann man bereits mit einem gleichgroßen exakt
justierten Newton-System mehr Details erkennen.
- Das Gerät ist relativ zu seiner
Öffnung und Brennweite größer und schwerer als ein Newton- oder
Cassegrain - System mit vergleichbaren opt. Daten. Ggf. ist eine
größere Montierung als bei vergleichbaren Spiegelteleskopen
erfoerderlich.
- Das Gerät ist teurer (ca. Faktor
2-3), als ein Spiegelteleskop mit vergleichbaren opt. Daten
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| Wer sollte
dieses Gerät einsetzen ? |
- Einsteiger, die sich nicht zutrauen,
ein Spiegelteleskop exakt zu kollimieren (es sind mehr, als man
denkt) und einfach nur gut und bequem beobachten wollen.
- Stadtastronomen, die normalerweise
kaum Deep-Sky beobachten können und das Teleskop "mal eben schnell"
auf dem Balkon oder der Terrasse zur Beobachtung nutzen wollen.
- Sonnenbeobachter. Hier ist wirklich
genug Licht vorhanden, um Farbfehler wegzufiltern. Die gestreckte
und symmetrische Bauweise des Refraktors sorgt auch dafür, daß
Zubehör (z.B. Kameras) nicht seitlich im prallen Sonnenlicht,
sondern abgeschattet hinter dem Refraktor verwendet werden können.
- Refraktor - Fans.
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Hinweis:
Alle gezeigten Aufnahmen wurden mit dem 150/1200 mm - Refraktor
Celestron CR 150 HD aufgenommen. Die Bilder wurden coloriert, um den
visuellen Anblick im Teleskop wiederzugeben.
Weitere Fotos mit diesem und ähnlichen
Geräten findet Ihr im
Bilderbereich der
Celestron-Website im Abschnitt "Taken with CR150HD" oder in
Thierry LOMBRYs
Gallery of Masterpieces. Interessant ist auch der
Vergleich mit
wesentlich größeren Geräten, wie z.B. dem 10" Takahashi Mewlon 250.
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