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 Mini-First light für den 8“ f/7 und Bino

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Ü B E R S I C H T    
MaettesC Erstellt am: 30.07.2020 : 20:01:39 Uhr
Hallo zusammen,

lange hat‘s gedauert, aber gestern Nacht konnte ich dann endlich mal eine Gelegenheit nutzen, um meinen neuen 8“ f/7 Dobson und den Binotron Ansatz ein wenig zu testen. Gleich vorweg bitte ich schon mal um Entschuldigung, falls ich etwas zu emotional berichten werde, aber ich bin von der Gerätschaft sehr angetan

Zum Einsatz kam also gestern mein neuer Dobson mit 8“ f/7 Zambuto-Spiegel, Denkmeier Binotron 27 mit Powerswitch Faktor 1,3x, 2,3x und 3x und die 24mm Panoptic und 12mm Delos. Ziel waren der Mond, sowie Jupiter und Saturn.

Als es sich abzeichnete, dass es gestern Abend endlich mal klar sein sollte, ich aber heute früh wieder zur Arbeit musste, hab ich mich entschieden, wenigstens von der Terrasse aus zu beobachten, statt raus zu fahren. Also gegen 18.00 Uhr das Teleskop rausgestellt und nach Überprüfung der Justage ging es gegen 22.00 Uhr los Richtung Mond.

Nach kurzem Rumprobieren war die Fokuslager mit dem Bino passend und ich startete meine Beobachtung mit den 24mm Panoptic. In der Übersicht bei 77x Vergrößerung (Powerswitch am Bino auf Faktor 1,3) kam mir schon ein erstes Grinsen ins Gesicht. Selbst auf der voll erleuchteten Mondseite ein sehr kontrastreiches Bild, was sich in Terminatornähe nochmals deutlich steigerte. Doch bereits bei der geringen Vergrößerung zeichnete sich ab, dass nicht das beste Seeing angesagt war.

Mit Powerswitch auf Faktor 2,3x und damit 136x ging es nun den Terminator entlang. Ohne gezielt Formationen und Krater abzufahren, ließ ich mich einfach „treiben“ und die Eindrücke auf mich wirken. Eine derart gestochen scharfe Abbildung und vor allem dieser Kontrast waren mir seinerzeit von meinem 12“ GSO nicht vertraut. Trotz 4“ weniger Öffnung spielt der 8-Zöller in einer ganz anderen Liga.

Am interessantesten anzusehen fand ich gestern Abend die Region um Copernicus und Montes Carpatus, bei der ich recht lange verweilte. Der im Okular linksseitige Kraterwall von Copernicus warf einen Schatten über ca. ein Viertel der Kraterfläche. Auf der rechten Seite des Kraters waren terrassenartige Absätze sehr deutlich erkennbar. Das Gebiet um den Krater herum wirkte stark erodiert, der Anblick erinnerte fast an ausgetrocknete Wässerläufe an einem Hang bei uns auf der Erde. Die Licht- und Schattenspiele bei Montes Carpatus waren ebenfalls toll anzusehen, die dicht beieinander liegenden Krater am südlichen Teil des Gebirges zeigten ebenfalls tolle Details.

Ich ging mit dem Powerswitch auf Faktor 3x (177x Vergrößerung) und versuchte, noch mehr Details zu erkennen, jedoch war das Seeing schon etwas deutlicher zu bemerken. Trotzdem wollte ich noch eine Schippe drauf legen und wechselte zu den 12mm Delos. Beim Powerswitch des Binos wieder bei Faktor 1,3x angefangen, ging es wieder schrittweise bis auf Faktor 3x (354x Vergrößerung), aber hier waren die Augenblicke der Luftruhe schon so selten, dass wirkliche Beobachtung nicht mehr möglich war. Kam dann doch einmal der kurze Moment der Luftruhe, fiel mir aber gleich das Kinn herunter. Die Abbildung war nach wie vor gestochen scharf, von Doppelbildern oder sontstigen optischen Mankos des Bino keine Spur. Genauso sollte es sein, ich war begeistert!

Da das Seeing zunehmend schlechter wurde, wechselte ich wieder auf die 24mm Panoptic und genoss einfach noch für ein paar Minuten die Komplettansicht des Mondes bei 77x. Interessant war dabei auch, zuvor bei hoher Vergrößerung gesehene Details wiederzufinden, bzw es zu versuchen.

Dann fiel mir ein, dass ich doch mal spasseshalber die Alpentalrille versuchen könnte. Da der Mond schon recht tief stand und ich über einige Hausdächer hinweg beobachten musste, machte ich mir nicht viele Hoffnungen, sie tatsächlich zu sehen. Trotzdem per Powerswitch wieder rauf auf 177x, aber da fiel gleich auf, wie schlecht das Seeing wirklich geworden war. Der Mond stand jetzt über einem mit Schiefer eingedeckten Dach in 50m Entfernung. Das machte sich durchaus bemerkbar. Das Alpental an sich war schnell gefunden und in den wenigen ruhigen Momenten auch toll anzusehen, wo das Bild für einen Wimpernschlag still stand. Und vermutlich weil ich weiß, wo die Rille entlang läuft, hab ich für einen kurzen Moment etwas gesehen, oder es mir vielleicht auch nur eingebildet... Jedenfalls kann ich das unmöglich als Sichtung verbuchen. Hier werde ich bei besseren Bedingungen definitiv nochmal nachhaken.

Nun wollte ich mal sehen, wie es bei Jupiter und Saturn aussieht. Ein kurzer Blick auf die Uhr hat mich erschrecken lassen: ich war schon gute zwei Stunden mit dem Mond beschäftigt! Keine fünfeinhalb Stunden mehr, bis der Wecker klingelt! Frühdienst, aber im Homeoffice. Alles klar, ein bisschen bleib ich noch draußen

Also schnell per Riegel Finder den Jupiter eingestellt. Bei 77x musste ich leider schon erkennen, dass heute Abend hier nicht viel rauszuholen sein wird. In Richtung Jupiter ebenfalls Bebauung, selbst bei dieser schwachen Vergrößerung schon starkes Seeing bemerkbar. Trotzdem einfach immer wieder ein schöner Anblick mit den Monden nebendran aufgereit, Europa und Io sehr dich beieinander stehend. Trotz der niedrigen Vergrößerung wirkt Jupiter im Bino deutlich größer, als bei monokularer Beobachtung. Powerswitch 2,3x (136x) lieferte bei dem Seeing noch die besten Resultate. So konnte ich am unteren Rand des NEB zwei auffällige, dunkler gefärbte Verwirbelungen erkennen, die in südlicher Richtung ausliefen. Bei gutem Seeing dürfte hier auch noch einiges mehr drin sein. Ich freue mich schon drauf und schwenke zu Saturn...

Bei 77x deutlich kleiner als Jupiter, steht Saturn leider schon recht im Seeing abgesoffen im Bildfeld. Trotzdem fallen einige Monde sofort ins Auge. Nachdem ich mich „reingeschaut“ habe, konnte ich die Cassiniteilung ganz deutlich erkennen. Bei 136x in den wenigen ruhigen Momenten noch etwas deutlicher, aber im schmalen Ringteil kaum noch auszumachen. Dafür in den Außenbereichen des Rings deutlich als „schwarzer Ring“ zu erkennen. Auf Saturn selbst war ungefähr in Äquatornähe eine leichte Verdunklung umlaufend schwach zu erkennen. Das würde ich evtl als den Ringschatten interpretieren. Wüsste jedenfalls nicht, was das sonst gewesen sein könnte.

Eigentlich war es schon allerhöchste Zeit für´s Bett, aber ich wollte schnell noch auf M75 halten, der ja günstig in der Nähe stand. Die kurze Suche habe ich der Vernunft halber schnell beendet und hab um 1:30 das Gerödel wieder nach drinnen verfrachtet :-)

Fazit nach der ersten Nacht bei schlechten bis mittelmäßigen Bedingungen:

Die Mechanik des Teleskops funktioniert tipptopp. Selbst bei 354x genügt ein sanfter Druck mit den Augenbrauen gegen die Gummiauflagen der Okulare, um das Objekt nachzuführen.

Die Optik konnte sich bei den Bedingungen noch nicht wirklich beweisen, aber das, was ich bisher gesehen habe, läuft an „Qualität„ meinem alten 12“ GSO deutlich den Rang ab. Was die „Quantität“ angeht, wird die theoretische Grenze des Auflösungsvermögens wegen des Seeings eh nur sehr selten erreicht, wodurch der 12“ nicht so oft seine Stärke voll ausspielen kann.

Da ich zwar eine Handvoll Dobsons zwischen 8 und 24“, sowie FH´s und Apos zwischen 70mm f/10 bis 130mm f/7,5 aus eigener Beobachtung kenne, aber selbst nur einen 12“ f/5 wirklich besessen habe, kann ich den 8“ Zambuto auch nur damit vergleichen. Trotzdem hinkt der Vergleich ein wenig, da ich mit dem Zambuto gestern ausschließlich per Bino beobachtet habe und der monokulare Vergleich fehlt.

Dennoch kann ich in der kurzen Beobachtungszeit sagen, dass in den Momenten der Luftruhe das Bild im Zambuto das Bild im GSO um Längen schlägt. Zum einen in der Schärfe. In den wenigen ruhigen Momenten der Stille hat sich ein Anblick geboten, den mir der GSO so nie gezeigt hat. Liegt vielleicht auch zum Teil mit daran, dass ein f/7 nunmal weniger kritisch beim Fokussieren ist, als ein f/5, was bei schlechtem Seeing definitiv hilft.

Der zweite, für mich aber noch greifbarere Punkt ist der Kontrast. Selbst beim Mond in der Übersicht bei 77x waren feinste Farbunterschiede auf der Oberfläche zu erkennen. Wo der GSO (bewusst überspitzt formuliert) nur weiß, grau und dunkelgrau zeigt, gibt´s im 8“ quasi 50 shades davon Nochmal... überspitzt formuliert Alles in allem wirkt das Bild einfach natürlicher. Keine Ahnung, wie ich es sonst beschreiben sollte... So stelle ich mir den Mond vor, wenn ich in ein paar tausend Kilometern Entfernung darüber schweben würde. Das war für mich gestern schon echt was tolles muss ich sagen!

Gut, wie gesagt, der monokulare Vergleich fehlt. Das Bino wird gestern einen großen Teil zu meinen „Erlebnissen“ beigetragen haben. Da das meine erste „ernsthafte“ Binobeobachtung war, fehlt mir hier ein direkter Vergleich. Daher kann ich nur den Ist-Stand bewerten. Die Helligkeit des Mondes hab ich trotz ungefilterten 8“ als sehr angenehm empfunden, Saturn und Jupiter waren selbst bei sehr kleiner AP noch ausreichend hell, mir sind weder bei Mond noch bei den Planeten störende Reflexe oder ähnliches aufgefallen. Das Bild war (bei Luftruhe) wie eben beschrieben bei jeder Vergrößerung knackscharf und frei von Farbsäumen oder ähnliches.

Der Powerswitch funktioniert auch tadellos. Während der Beobachtung ohne Okularwechsel zwischen drei Vergrößerungen zu wechseln, ist mehr als komfortabel. Mir ist darüber hinaus nichtmal aufgefallen, wie schnell die Zeit verging, weil das Beobachten mit zwei Augen wirklich deutlich ermüdungsfreier vonstatten geht. Zudem wirkt das Bild im Bino deutlich größer, was die Beobachtung irgendwie nochmal angenehmer gestaltet. So hat man bei geringerer und seeing-unanfälligerer Vergrößerung ein immer noch vergleichbar großes Bild, auch wenn es vielleicht nicht detaillierter aufgelöst ist.

Ich kam mit dem Bino jedenfalls von Anfang an sehr gut zurecht, konnte sehr bequem einen Dioptrienausgleich herstellen und den Augenabstand einstellen. Für mich wird das glaub ich eine sehr lohnende Anschaffung sein, die mich oft und lange begleiten wird. Mit dem Bino und den Delos gefühlt direkt über der Mondoberfläche, das war gestern schon was für mich

Fairerweise kann ich also nicht sagen, ob der Zambuto den GSO wirklich schlägt, obwohl ich natürlich eine starke Vermutung habe. Die Kombination mit dem Bino tut es aber auf jeden Fall deutlich!

Wenn es an einem Wochenende mal klar sein sollte, werde ich in die Eifel fahren und mein Ronchiokular mitnehmen. Dann wird auch das Nexus DSC getestet, sowie die Deepsky-Tauglichkeit des Binos und der Zambuto monokular. Ich hoffe, es ist bald soweit! Für die, die es interessiert, werde ich hier gerne davon berichten

Vielen Dank für´s Lesen dieser wall of text und liebe Grüße!

Matthias
D I E    6   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Cleo Erstellt am: 03.08.2020 : 20:01:07 Uhr
Hallo Matthias,

ich warte noch auf Zeit und Wetter, um ein paar Fotos zu machen. Das neue Teleskop in den Regen rausstellen will ich doch nicht... Siehst Du dann . Übers Mini-Firstlight hoffe ich dann rauszukommen, wenn der Mond wieder vom Abendhimmel verschwunden ist.

Aber der 8" f/7 hat schon auch was - vielleicht muss ich doch mal noch einen 8"-Schiefspiegler bauen. Für dieses Jahr habe ich aber jetzt erst mal Haushaltssperre - weiß nicht wie's Dir da geht...

Viele Grüße, Holger
MaettesC Erstellt am: 03.08.2020 : 16:31:18 Uhr
Hallo Holger,

vielen Dank! Inwiefern kannst du es nachfühlen? Hattest du kürzlich auch eine Neuanschaffung?
Ja der Vergleich ist wirklich nicht fair, aber das möchte ich wie gesagt in der nächsten klaren Nacht monokular nachholen. Bin auch gespannt, wie sich das Bino im DS schlagen wird. Ich hoffe doch, dass zumindest helle OH und KH gehen sollten...


Hallo Marco,

vielen Dank und Willkommen zurück im Hobby :-) Darf man fragen, was du dir neues zugelegt hast? Ich drücke dir die Daumen, dass du mehr Glück mit dem Wetter haben wirst als ich in den letzten Wochen.

Liebe Grüße,
Matthias
starduster Erstellt am: 02.08.2020 : 10:11:30 Uhr
Super geschrieben#128076;
Ich kann es sehr gut nach vollziehen!

Ich bin jetzt auch nach über 10 Jahren wieder zurück gestoßen in das Hobby und habe zu Anfang auch direkt wieder Unmengen für EQ5 Gosync und Teleskop ausgegeben, da mein alter f6 marke Eigenbau elendig im Keller den Dienst quittiert hat#129315;.

Ich freue mich auch wenn bei uns ab morgen wieder Klare, doch leider Helle nachte dank Vollmond.... zu sehen sind.

Bis dahin eine gute Zeit und CS.

Lg
Marco
Cleo Erstellt am: 02.08.2020 : 09:26:50 Uhr
Hallo Matthias,

schön, wenn das Traumteleskop dann auch so funktioniert, wie man sich das erhofft hat - ich kann das gerade sehr gut nachvollziehen .
Der Vergleich 12" monokular zu 8" mit Binoansatz an hellen Objekten wie dem Mond (wo die Aufteilung des Lichts nicht ins Gewicht fällt) ist natürlich grob unfair. So lange das Seeing nicht so bombenmäßig ist, dass man die Auflösung des 12ers wirklich ausnutzt, wird da das Bino immer vorne liegen. Aber macht ja nix.

Freut mich jedenfalls sehr für Dich, ich wünsche Dir viele gute Beobachtungen damit!

Viele Grüße, Holger
MaettesC Erstellt am: 02.08.2020 : 00:03:58 Uhr
Hallo Alex,

vielen Dank! Hoffentlich kommen die guten Nächte bald mal. Es wird höchste Zeit

Liebe Grüße!
Matthias
Alex13 Erstellt am: 30.07.2020 : 20:47:57 Uhr
Hallo Matthias,
Es freut mich dass du mit deinem neuen Teleskop zufrieden bist

Noch viele gute Nächte!
Alex

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