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Ü B E R S I C H T    
martin10000 Erstellt am: 24.09.2019 : 21:02:07 Uhr
Hallo zusammen,

ich würde gerne eure Meinung hören, was ihr mir empfehlen würdet.

Ich besitze aktuell einen GSO 10" Dobson (GSD 880)
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1192_GSO-10-Zoll-f-5-Dobson-Teleskop-Deluxe-mit-verbesserter-Ausstattung.html

Damit bin ich aktuell eigentlich ziemlich glücklich. Trotzdem fehlt mir ab und zu die Nachführung, wenn ich anderen etwas zeigen will und auch weil ich am überlegen bin, weiter in die Astrofotografie einzusteigen (bitte hier nicht zu sehr bei den Antworten zu Astrofotografie und Schwierigkeitsgrad abschweifen).

Ich könnte theoretisch eine EQ Dobson Nachführung kaufen. Die wäre "billig" 335€ aber selbst für den Einstieg in die Astrofotografie zu wenig.
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p10148_TS-Optics-EQ-Dobson-Teleskop-Nachfuehrung----Plattform-fuer-50--N-S.html

Deswegen bin ich am überlegen, ob ich mir die EQ6-R Pro SynScan Goto kaufen soll und darauf meinen 10" Newton (vom Dobson) montieren soll oder doch lieber ein SC Teleskop neu kaufen soll, da kleiner kompater, leichter..
die EQ6-Pro hat 34,8kg ? ! und kostet 1545€ + 200 Schiene + Ringschellen. Auch wegen der etwas unklaren Fokuslage vom Dobson habe ich leichte Bedenken, allerdings konnte ich für meine Zwecke brauchbare Fotos von Mond+Planeten machen. DSO eben nicht, da keine Nachführung.
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p9392_SkyWatcher-EQ6-R-PRO-SynScan-parallaktische-GoTo-Montierung.html

Alternative wäre, wozu ich aktuell eher tendiere: Meade ACF-SC 203/2032 UHTC LX85 GoTo für 1990€. "Klein", kompakt, leichte Montierung, leichter Tubus usw. "Schöne" Einblickshöhe. "Leider" nur 8" wo ich aber bzgl DSO etwas Abstriche machen könnte, da erstgenannte Vorteile eher überwiegen.
https://www.astroshop.de/teleskope/meade-teleskop-acf-sc-203-2032-uhtc-lx85-goto/p,59579
Allerdings habe ich keine Erfahrung mit SC Teleskopen.
oder mit Gabel:
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p7088_Meade-LX90-ACF-8--f-10---GoTo-Teleskop-mit-komafreier-Optik.html

Sollte mir jemand von SC abraten und zu Newton raten, wäre für mich folgendes 8" Meade 200/1000 auf derselben LX85 GoTo noch interessant.
https://www.astroshop.de/teleskope/meade-teleskop-n-200-1000-lx85-goto/p,59577
Kostet "nur" 1390€ und ich hätte ein LX85 GoTo usw.

Das Meade System LX85 GoTo schaut für mich aktuell schon sehr ansprechend aus.

Die Alternative wäre von Celestron:
SC 203/2032 auf AVX Montierung für 1999€
https://www.astroshop.de/teleskope/celestron-schmidt-cassegrain-teleskop-sc-203-2032-avx-goto/p,32997
die bessere EdgeHD Variante:
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p6045_Celestron-EdgeHD-800-AVX-GoTo-Teleskop---203-mm-f-10-Flat-Field-SC.html

oder wieder falls kein SC in Newton 8" auf AVX Montierung für 1399€
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p9999_TS-PHOTON-8--f-5-Advanced-Newton-Teleskop-auf-Celestron-AVX-GoTo-Montierung.html

------------------------

tja schwierig: Ich wäre für Anregungen und Meinungen dankbar. Vielleicht hat ja jemand ein Meade ACF-SC 203/2032 UHTC LX85 GoTo.

Tendenz: lieber leichter und "nur" 8" als die super schwere EQ-R6 Pro dazukaufen. Dies würde mich ca. 1750€ kosten, aber für 1990€ gäbe es von Meade schon das SC 8" auf LX85, was mich sehr beeindruckt gerade.

Vorschläge?


Vielen Dank euch!


D I E    12   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Klemmi Erstellt am: 04.12.2019 : 20:56:37 Uhr
Die neuen EQ6 Varianten mit Zahnriemen laufen eigentlich alle sehr lecker und sind empfehlenswert (ich hatte was länger die AZ-EQ6 im Einsatz.) Je mehr Brennweite, umso höher die Anforderung an den Nutzer und das Wissen, sprich die schnellsten Erfolge hast du mit späteren Steigerungen in der Regel mit:

-Objektiven für DSLR bis etwa 300mm
-kleine Apochromaten bis etwa 600mm oder alternativ z.B. ein 130/650 PDS mit Komakorrektor
-Preis/Leistung Newton und Co (Reflektoren) 750mm Brennweite und aufwärts.

Lieber den 10" Dobson halten und ne kleinere Fotosetup in der Mittelklasse. Wenn's unbedingt sein muss dann halt die EQ6R und da ne kleiner, später größere Optik drauf.

EQ5 Klasse (AVX und CO) mit kleinerem Apo oder Newton bis 750mm Brennweite

ab EQ6 Klasse (NEQ6, EQ6R, AZ-EQ6 usw.) 8" Newton und Co
(ein 8" SCT wird dir nur an Sonne, Mond, Planeten Spaß bringen fotografisch und versagt beim Rest völlig da zu lichtschwach)

optikus64 Erstellt am: 04.12.2019 : 17:54:57 Uhr
Hallo,

der Thread ist spannend, bei mir hakt sich jedoch fest: die Eq6R gerade als Goto-Montierung nimmt alle Teleskope, auch SCT, wenn es das denn werden soll auf. Die Gabel des SCT ist quasi proprietär. Insofern stellt sich für mich die Frage nicht -> Montierung.

CS
Jörg
kimbuuu Erstellt am: 02.12.2019 : 01:51:18 Uhr
Ich nutze eine EQ6-R seit 1,5 Jahren und ich kann sagen, das die Monti absolut zuverlässig ist. Sie hat in der Zeit noch nie Probleme bereitet und immer brav schnurrend ihren Dienst geleistet. Ich kann die Monti wärmstens empfehlen.

Grüße,

Hakan
dkracht Erstellt am: 11.10.2019 : 12:35:20 Uhr
Hey Martin1000,
Dobson so zum "spechteln" ist ja gut und solltest Du behalten.
Wenn Du jetzt mehr machen willst, brachst Du also eine zweite Montierung und ggf. ein zweites Teleskop.
Reflektor: Newton ist besser als SC (Brennweite...)
Refraktor: Für die Astrofotografie auch super geeignet z.B. ED80/600 damit kannst Du 2 Jahre lang üben, schöne Fotos machen und dann dich irgendwann mal fragen, wie es weiter gehen soll...
Viel Erfolg & viel Spaß
Dietrich
RaBaeh Erstellt am: 09.10.2019 : 20:03:13 Uhr
Hallo,
das
Zitat:
Die Belichtungszeit Deines Zehnzöllers beispielsweise für ein bestimmtes Objekt dürfte deutlich geringer sein als bei einem 60mm APO...
kann man so nicht sagen.
Bei Flächenobjekten (also alles was keine Sterne sind ;) ) ist nur das Öffnungsverhältnis entscheident, nicht die Öffnung. Wenn der Newton F/5 hat und der APO auch, dann ist bei gleicher Beluzeit auch die gleiche Tiefe erreichbar.
Der Unterschied liegt in der Größe des Himmelsausschnitts der belichtet wird, der ist wiederum von der Brennweite (und der Sensorgröße) abhängig.
Die erreichbare Grenzgröße bei Punktlichtquellen ( Sterne) ist nur von der Öffnung abhängig, nicht vom Öffnungsverhältnis.

Ich gehöre zu der Fraktion, die visuell und fotografisch unterschiedliche Teleskope nutzt...Die Anforderungen sind einfach zu unterschiedlich, um gute Ergebnisse zu bekommen.
Beispiel Newton:
visuell möglichst wenig Obstruktion also ca 20% oder weniger.
fotografisch ist ein großer FS notwendig um auf ein 100% ausgeleuchtetes Bildfeld von der ungefähren Größe des Sensors zu kommen.
Als Astrofotograf sollte man einen Schwerpunkt auf bestimmte Objekte legen und danach die Brennweite im zusammenspiel mit der Sensorgröße festlegen. Und genau da kann ein kleiner APO genau richtig sein --> galaktische Nebel

Grüße Rainer
Wattwurm Erstellt am: 30.09.2019 : 22:57:56 Uhr
Soweit ich Martin verstanden habe, kommt er in den Focus.Ich habe einen Zwölfzöller f 5 Dobson auf eine EQ8 geschnallt und arbeite mich gerade ein. D.h. im Moment ist´s mal wieder regnerisch und stürmisch hier an der Waterkant. Bisher habe ich das System noch einigermaßen hausnah stehen, und nicht bei Starkwind beobachten können, aber ein Zehnzöller ist gar nicht so viel kleiner und ob das in windexponierten Lagen ginge? Der Einblick ist teilweise blöd, aber das ist beim Photographieren nicht so störend. Viele Leute halten sich anscheinend unterschiedliche Instrumente für´s Visuelle und´s Photographische, aber mir stellt sich folgende Frage: ein größeres, besser gesagt lichtstärkeres Instrument braucht weniger Zeit, um X Photonen einzusammeln. Die Belichtungszeit Deines Zehnzöllers beispielsweise für ein bestimmtes Objekt dürfte deutlich geringer sein als bei einem 60mm APO. Und in kürzerer Zeit kann weniger verwackeln...

CS

Michael
toM81 Erstellt am: 29.09.2019 : 23:29:44 Uhr
Hi Martin,

Ich will nicht zu sehr abschweifen aber es ist wirklich nicht einfach mit einem grossen Dobson Fotomässig einzusteigen. Das fängt schon beim fokussieren an.

Den selben Dobson hab ich nämlich auch. Wenn du vor hast den auf die EQ6 zu schnallen und mit DSLR los zu knipsen, wird es sehr wahrscheinlich eine böse Überraschung geben. Der Dobson ist visuell ausgelegt und der Fokus ist nicht erreichbar. Es fehlt Weg nach innen.

mfg.
Thomas
Dominik Braun Erstellt am: 24.09.2019 : 22:08:49 Uhr
Hallo Martin,

wenn ich in deiner Situation wäre, würde ich den Dobson so lassen wie er ist, eine EQ-5 (oder HEQ-5) und einen 60mm-Apo kaufen und damit loslegen. Wenn man sich so bei den Kollegen umsieht, scheint es sich bewährt zu haben, visuelle und fotografische Instrumente strikt voneinander zu trennen. Auf keinen Fall würde ich mit einem SCT einsteigen wollen.

Viele Grüße
Dominik
flat_eric1 Erstellt am: 24.09.2019 : 22:00:37 Uhr
Hallo Martin!

Ich werfe hier mal den Einwand in den Ring, dass das SC-ACF-Teöeskop ein sehr langsames Öffnungsverhältnis von f/10 und eine sehr hohe Brennweite hat. Wenn Du damit Deep-Sky-Objekte ablichten willst (also tendenziell lange belichten möchtes), ist die saubere Nachführung von rund 2 Meter Brennweite eine Herausforderung und meiner Meinung nach nichts für den Einstieg. Mit f/10 musst Du außerdem sehr lange belichten, um einigermaßen tiefe Aufnahmen von leuchtschwachen Objekten (Galaxien, Nebel, etc) anfertigen zu können. Zwar gibt es Reducer auf ca. f/6 (für die ACF-Teleskope von Meade sind nur sehr wenige überhaupt geeignet), aber die bringen neue Probleme mit sich in Bezug auf Vignettierung, Sensorabstand, Verkippung, etc., also auch eher nix für den Einstieg.

Daher würde ich am ehesten zu einem 8" f/5 CGEM- oder EQ6(-R)- Montierungen raten.

Schöne Grüße,

Thomas


Edit: Ich hatte auf meinem Handydisplay Deinen letzten Post wohl überlesen, Jürgen, aber ich denke, wir teilen die gleiche Meinung :-)
JSchmoll Erstellt am: 24.09.2019 : 21:28:54 Uhr
Hallo Martin,

ich habe mein Posting zweimal editiert, das hat sich ueberschnitten. Ich wuerde auf jeden Fall fuer die Fotografie zur EQ6 raten. Die LXD85 ist dem auesseren Anschein nach eher in der EQ5/Vixen-GP-Klasse anzusiedeln, also ein ganzes Stueck kleiner. Das 8" SCT ist zwar kompakt, stellt aber mit seinen 2m Brennweite deutliche Nachfuehranforderungen.

Wie im meinem Sekundaeredit ausgefuehrt, habe ich auch einen 200/1000er Newton, der auf der EQ6 ohne Nachfuehrkontrolle bei 1m brauchbare Daten bringt und deshab fuer den Einstieg deutlich geeigneter ist. Sich gleich beim Einstieg in die Astrofotografie mit langbrennweitiger Fokalfotografie und Autoguiding herumzuschlagen, ist wie ein Haus ueber das Dachfenster zu betreten. Da ist der Newton deutlich stressfreier und ausserdem billiger als das SCT. Auch kann die Schmidtplatte nicht zutauen, da der Tubus ja offen ist. Da brauchst Du beim 8" SCT nochmal eine Taukappe (Windlast, Verlust der Kompaktheit) oder eine Heizmanschette (noch ein Kabel, und Batterien im Feldbetrieb).


martin10000 Erstellt am: 24.09.2019 : 21:20:55 Uhr
Hallo JSchmoll,

Danke für deine Antwort.
wenn ich dich richtig verstehe, würdest du mir zur EQ6-R Pro raten mit einem SC statt einem Newton.
Angenommen ich kaufe mir die Meade ACF-SC 203/2032 UHTC (5kg Tubus), würde dann die LX85 GoTo Montierung, die 15kg trägt, auch reichen oder sollte es lieber die EQ6, die 20kg trägt, sein?
Preislich ist da ja schon ein ziemlicher Unterschied, wenn ich zusätzlich noch ein SC kaufen muss. (Gut. Bei der EQ6 könnte ich zuerst mit meinem 10" starten und später ein SC dazukaufen)

JSchmoll Erstellt am: 24.09.2019 : 21:09:05 Uhr
Hallo Martin,


das ist ja eine ganz schoene Bandbreite. Ich wuerde an Deiner Stelle den Dobson so lassen und eine moeglichst schwere Montierung wegen der Zukunftssicherheit kaufen. Ich habe selbst zwei EQ6 pro (nicht die im Polblock verbesserte R-Variante) und ich bin sehr zufrieden damit. Tragkraftgrenze war bei mir ein 10" GSO RC, was fotografisch mit einem kleinen 66mm-Leitrohr so gerade noch ging. Derzeit habe ich auf der Montierung ein Gast-C11, was auch noch geht, aber die Obergrenze darstellt. Ein 8" Meade SCT auf dieser Montierung sollte sehr stabil sein, wie man es fuer die Fotografie braucht. Und da sind noch locker Reserven fuer ein Leitrohr drin.

Den Dobson wuerde ich so lassen. Erstens ist er wegen seiner Laenge auf der EQ6 wieder grenzwertig. Zum Anderen kannst Du ihn benutzen, waehrend die EQ6 mit dem neuen Teleskop drauf am belichten ist. Er ist ausserdem das bessere "Grab and Go"-System, um kurz abends beim Wolkenloch mal eine Schnellspechtelung zu praktizieren.



Edit: Die EQ6 pro wiegt 17kg, und die R ist ein klein wenig leichter. Ich wundere mich, ob sich Deine Gewichtsangabe auf das Liefergewicht bezieht, also Achsenkreuz plus Stativ plus Gewichte plus Zubehoer plus Verpackung?

Sekundaeredit: Meine andere EQ6 pro traegt meistens einen 200/1000er Newton, der ohne Autoguider bei f/5 sehr schnell einsatzbereit ist, um mit Belichtungszeiten zwischen einer und drei Minuten ohne Autoguiding Objekte aufzunehmen. So ein 200er Newton ist recht guenstig und wird oft gebraaucht angeboten. Da einen Komakorrektor dran und die DSLR-Kamera Deines Vertrauens, und Du kannst wegen der Stablilitaet und Nachfuehrgenauigkeit der EQ6 R relativ schnell gute Daten bekommen.


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