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 Neuer TS 125 Apo FPL 53 Lanthanum

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Ü B E R S I C H T    
rolf Erstellt am: 30.09.2018 : 14:09:35 Uhr
Liebe Astrofreunde,

Hat jemand eine Idee oder Erfahrung zu diesem neuen Refraktor?

https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/language/en/info/p10133_TS-Optics-PhotoLine-125-mm-f-7-8-FPL53-Lanthan-Apo---2-5--Auszug.html

Freundlichst Rolf
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Gerd-2 Erstellt am: 07.10.2018 : 14:49:22 Uhr
Hallo Roland,

Zitat:
Ich denke, dass der 125 f/7,8 auch in der Ausführung schon recht farbrein abbildet.


ja schon, durch das sehr kleine sekundäre Spektrum der verwendeten Glaspaarung und die doch relativ entspannten F7,8 ist die Farbkorrektur selbst dann noch ok wenn die Schnittweiten nicht optimal liegen. Und man muss eben auch zwischen visueller und fotografischer Nutzung unterscheiden.
Das Design wurde mit Absicht so stark auf Blau korrigiert weil sich der Designer offenbar Vorteile für die fotografische Nutzung versprochen hatte.
Na ja hier gehen die Meinungen auseinander, ich sehe da keinen wirklichen Vorteil für die fotografische Nutzung da unterm Strich ein ähnliches Ergebnis herauskommt, egal ob nun Blau etwas besser ist und dafür Rot schlechter oder umgekehrt wenn man einen breiten Spektralbereich gleich gewichtet wie es fotografisch sinnvoll ist.
Das ist dann bisschen so wie rechte Tasche linke Tasche aber unterm Strich wirds eben auch nicht mehr, egal welche Tasche man nun voller macht.

Visuell ist das etwas anders, da haben wir nicht so einen breiten Bereich mit hoher Lichtempfindlichkeit sondern eine glockenförmige Kurve mit einem Maximum bei 555nm und Rechts und Links davon fällt es doch relativ schnell ab.
Da nützt es uns wenig wenn die Optik bei Violett das wir kaum mehr wahrnehmen noch vergleichsweise gut ist aber dafür schon bei Gelb das wir sehr gut wahrnehmen spürbar abfällt, von Rot das dann völlig im Keller ist ganz zu schweigen.
Ich bevorzuge daher die visuell optimierte Korrektur da sie fürs visuell und fürs fotograsfische gleichermaßen gut ist.

Aber wie ich schon an anderer Stelle mehrmals sagte lässt sich so eine Korrektur auf Blau mittels Glasweg jederzeit fürs visuelle optimieren.
Ich habe mal einen ED125 gerechnet und mein Design an die oben genannten Messwerte angenähert.
Das optimale Ergebnis ergibt sich dann mit 65mm Glasweg.
Dann erfüllt dieser ED sogar die APO Definition von Dr. Jürgen Pudenz.

https://www.astro-theke.de/astro-optik-manufaktur/visueller-apochromat/

Zitat:
Ein Objektiv für visuelle Anwendung ist dann ein Apochromat, wenn die Definitionshelligkeit im Wellenlängenbereich von 480 - 644nm bezogen auf die Auffangebene für die Hauptwellenlänge 546nm größer gleich 80% beträgt.


Mein an die Messwerte für den TS ED125 angenähertes Design erreicht mit 65mm Glasweg bei
480nm ………Strehl 0,84
644nm……… Strehl 0,85
Und übertrifft damit sogar die in dieser APO Definition geforderten Strehl 0,8 spürbar.
Der Polystrehl beträgt mit 65mm Glasweg 0,95.
Fokus polychromatisch also auf beste Abbildung (Polystrehl)
Das ist für ein ED Doublet ein hervorragender Wert.
Also mit Glasweg ist dieser ED125 wirklich ein echter APO.

Grüße Gerd
Niklo Erstellt am: 07.10.2018 : 11:32:39 Uhr
Hallo Gerd,
danke für Deine Antwort. Ich denke, dass der 125 f/7,8 auch in der Ausführung schon recht farbrein abbildet. Der Farbfehler im Roten wird oft nicht so deutlich wahrgenommen.
Zum Skywatcher 120/900 ED. Da gab es ältere und neuere Modelle. Die neueren werden mit FPL53 beworben (vielleicht schon bei den alten bronzefarbenen Tuben). Das Partnerglas wird nicht genannt. Vermutlich ist es weder Lanthan noch N-ZK7, da man sonst das schon beworben hätte. Weiters wurde irgendwo geschrieben, dass der Refraktor nur 115mm freie Öffnung haben soll.

Auf jeden Fall danke für Deine Erklärungen. Ich hab wieder etwas gelernt.
Servus,
Roland
Gerd-2 Erstellt am: 06.10.2018 : 15:08:53 Uhr
Hallo Roland,

Zitat:
hmm, dann wäre der RC Wert beim 125 f/7,8 nur unwesentlich besser wie beim APM ED 152/1200 obwohl eine bessere Glaskombination (eine der besten?)


ja aber nur wegen der extremen Blau Korrektur.
Das sekundäre Spektrum der Glaspaarung beim 152/1200 beträgt f/7400
Und das der beim 125/975 verwendeten Glaspaarung beträgt f/13000.
Die Glaspaarung des ED125 hat also ein um Faktor 13000/7400 = 1,76 kleineres sekundäres Spektrum.
Der RC Wert des ED125 beträgt also eigentlich wie schon vorgerechnet nur 1,14.
Die RC 2 kommen nur deshalb zustande weil Blau kürzer als Grün fällt, also eine negative Schnittweite aufweist.

Zitat:
Was bedeutet extreme Korrektur bei Blau? Zeigt der Refraktor dann quasi keinen Farnfehler im Blauen zeigt dann aber einen roten Farbnfehler oder grünen Saum?


Na ja das er im Blauen keinen Farbfehler zeigt stimmt natürlich nicht aber er ist im Blauen halt kleiner als im Roten so das der Farbfehler eben eher im Roten ausfällig wird.
Fotografisch hat man aufgrund des breiteren Spektralbereichs mit hoher Empfindlichkeit da einen deutlich größeren Spielraum.
Dann sind solche Verschiebungen eher ein Nullsummenspiel.

Zitat:
Der ED 120/900 wurde vom Herrn Rohr mit RC Werten unter 1 gemessen.
http://r2.astro-foren.com/index.php/de/9-beitraege/01-aeltere-berichte-auf-rohr-aiax-de-alles-ueber-apos/177-a115-skywatcher-equinox-ed-120-900-ed-apo-nr-2



Na ja da schwanken dien Angaben erheblich, er hat beim SW ED120 auch schon Werte über 2 gemessen.
http://r2.astro-foren.com/index.php/de/10-beitraege/02-ed-optiken-halb-apos-und-frauenhofer-systeme/531-b008-skywatcher-ed-120-900-proseries-halb-apo

Das sekundäre Spektrum der dort verwendeten Glaspaarung liegt bei f/6500 und ist trotz des verwendeten FPL53 schlechter als beim APM ED152 mit FPL51.
Von den sehr guten f/13000 des ED125 ganz zu schweigen

Die extrem kleinen Werte des von dir verlinkten Exemplars sind möglich aber nur mit Schott N-ZK7.
Dann ergibt sich allerdings bei diesen Eckdaten ein angespanntes und damit kritisches Design mit sehr ausgeprägtem Gaußfehler.
Der Gaußfehler wird aber leider im RC Wert nicht berücksichtigt.
Hier macht nur Polystrehl und Strehlkurve eine vernünftige Aussage.
Der RC Wert ist in dem Fall wertlos da der Gaußfehler bei weitem dominiert.
Die Farbkorrektur ist dort also wegen des Gaußfehler längst nicht so gut wie es der RC Wert suggeriert.

Grüße Gerd
Niklo Erstellt am: 06.10.2018 : 12:51:04 Uhr
Hallo Gerd,
hmm, dann wäre der RC Wert beim 125 f/7,8 nur unwesentlich besser wie beim APM ED 152/1200 obwohl eine bessere Glaskombination (eine der besten?) verwendet wurde und die Öffnung bei etwa gleichen Öffnungsverhältnis geringer ist.
Was bedeutet extreme Korrektur bei Blau? Zeigt der Refraktor dann quasi keinen Farnfehler im Blauen zeigt dann aber einen roten Farbnfehler oder grünen Saum?
In den Nerichten vom Howdii wird der Refraktor auch bei hellen Sternen als farbrein beschrieben.
Der ED 120/900 wurde vom Herrn Rohr mit RC Werten unter 1 gemessen.
http://r2.astro-foren.com/index.php/de/9-beitraege/01-aeltere-berichte-auf-rohr-aiax-de-alles-ueber-apos/177-a115-skywatcher-equinox-ed-120-900-ed-apo-nr-2
oder noch extremer:
http://r2.astro-foren.com/index.php/de/10-beitraege/02-ed-optiken-halb-apos-und-frauenhofer-systeme/534-b011-skywatcher-equinox-schlaegt-alles-den-kauf-ich-mir
RC = 0,13
Skywatcher wird sicher kein Lanthan als Partnerglas in seinen günstigen EDs verwenden, sonst hätten sie es geschrieben.
Dass der 125 f/7,8 mit der besten Glaskombi so weit hinter dem Skywatcher ED vom RC Wert abfällt, kann ich mir nicht vorstellen. Da müssen eher die Messungen vom Herrn Rohr falsch sein, aber gleich so viel ...
Ich glaub Dir wohl, dass es so ist. Wundern tut es mich trotzdem.

Hallo Kurt,
so etwas hab ich noch nie gesehen wie bei den Welligkeitsbildern.
Ja, bei Rauheit würd ich Streulich erwarten. Allerdings hab ich auch noch keine echt rauhe Optik gesehen.
Schleifspuren hab ich weder bei meinen Spiegeln noch bei meinen Refraktoren gesehen. Die schauen alle glatt aus. :)
Ein 6" f/8 wurde mal getestet und es wurde gesagt, dass der Spiegel schön glatt sei. Das war für mich eh klar ;)
Nach entfernen eines kleinen Mittelhuggels war der superglatte 6" f/8 bei ca. 0,95 Strehl. Er zeigt auch kein Astigmatismus und die Abbildung ist wirklich sehr gut soweit es das Seeing zulässt. Ob eine minimal rauhere Oberfläche wirklich Streulicht produziert und man das merkt, ich weiß es nicht.
Ein billiger Ersatzspiegel von GSO zeigt auch keinen Astigmatismus und ist auch sehr gut. Im Vergleich schätze ich auch bei mindestens 0,9 Strehl. Vom Draufschauen sehe ich auch keine Rauheit.
Servus,
Roland
Gerd-2 Erstellt am: 06.10.2018 : 12:00:24 Uhr
Hallo Christoph,

wie ich schon schrieb verhalten sich die Schnittweiten gegensätzlich.
Das muss so sein weil das sekundäre Spektrum der Glaspaarung immer das Gleiche bleibt denn es bleibt ja immer dieselbe Glaspaarung.
Das heißt der Durchschnitt der beiden betrachteten Schnittweiten muss immer der Gleiche sein.
Dieser ist fest von den Daten der beiden Gläser vorgegeben und lässt sich nicht verändern.
Und wenn du das eine vergrößerst muss sich zwangsläufig das Andere verkleinern damit der Durschnitt von Beiden derselbe bleibt.

Da man bei einem Doublet prinzipiell immer 2 beliebige Farben in einem Fokus vereinigen kann, natürlich auch F und C kann es unmöglich wie in deiner Rechnung sein denn dann würde man sie ja niemals in einem Fokus vereinigen können.

Möchte man die klassische FeC Korrektur müsste man im vorliegenden Fall die Schnittweiten um (0,058+0,208) /2 = 0,133mm verschieben.
Also
F …-0,058+0,133 = 0,075mm
C…. 0,208-0,133 = 0,075mm

Jetzt sind F und C in einem gemeinsamen Fokus vereinigt der 0,075mm hinter e liegt.
Allerdings ist dieser Korrekturzustand nicht optimal da das menschliche Auge bei F mehr als doppelt so Lichtempfindlich ist wie bei C.
Optimal ist es daher wenn F etwa halb so weit wie C von e entfernt liegt.
Also in etwa so wie in meiner Rechnung oben.

Der RC Wert ändert sich in diesem Fall hier gegenüber dem visuell optimalen Korrekturzustand aber nicht da der RC Wert solche Unterschiede nicht berücksichtigt.
Das kann nur der Polystrehl.
Das sich im obigen Fall eine Änderung der RC Wertes ergibt liegt nur daran das es dort einen Vorzeichenwechsel gibt der aus oben genannten Gründen nicht in die Berechnung der dem RC Wert zugrunde liegenden resultierenden Schnittweite eingeht.

Grüße Gerd
donadani Erstellt am: 06.10.2018 : 06:41:07 Uhr
Hallo Kurt,

habe schon durch einige FH, ED´s und Apos aller möglichen Hersteller geschaut aber so eine "Welligkeit" wie in Deiner Aberrator-Simulation noch nie gesehen - gibt es bestimmt aber so eine Gurke würde sich wohl schon beim ersten Durchschauen disqualifizieren. Außerdem wäre das ja keine wirkliche Rauheit sondern eben eine Welligkeit. Auswirkungen einer evtl. "rauheren" Politur wüde ich in Form eines stärkeren Streulichthalos um helle Sterne oder Planeten erwarten - aber eine absolute Bewertung dürfte da schwierig sein - besser funktionieren würde sicher ein direkter Vergleich zweier Optiken.

Da ich auch bei absoluten Referenz Apos, die teilweise mit Strehl 0,99 vermessen waren manch ein Gerät besser fand als ein anderes würde ich die Rauheit als eine Art Fehler "höherer" Ordnung vermuten, der durchaus einen sichtbaren Unterschied machen kann wenn die Hauptfehler wie sp.Korrektur, Farblängs- u. Gaußfehler, Asti und Koma auf ähnlichem Level sind. Klar - wenn er dominant wäre - wäre das auch ein k.O. Kriterium aber das dürfte wohl eher selten sein.

(==>)Gerd - Deine Rechnung zur Verschiebung des Optimums von Blau auf Grün versteh ich nicht. Du reduzierst die Farbabweichung auf beiden Seiten des Spektrums... und verbesserst somit drastisch den RC-Wert. Ich hätte eher eine parallele Verschiebung erwartet... also:

F….-0,058mm +0,1 = +0,042mm
C….0,208mm +0,1mm = +0,308mm

oder

F….-0,058mm -0,1 = -0,158mm
C….0,208mm -0,1mm = +0,108mm

Aber Du bist ja hier der Optikrechner und hast sicher eine plausible Erklärung dafür ;)

Das ED´s nicht zwingend so unterschiedliche Ringbilder haben müssen - zeigt mir mein Vixen ED-130SS - dieser hat intra und extrafokal absolut identische Ringbilder und das mit Vixen HR1,6 selbst bei einer absurden Vergrößerung von 600fach im Sterntest an Altair - das schaffen sicher nicht viele Optiken! Aufgrund des verbliebenen Farbfehlers natürlich mit unterschiedlicher Randfarbe aber spährisch ist dieser ED meiner Meinung einfach perfekt korrigiert. Im direkten visuellen Vergleich mit einem AP-130EDT zieht er an Saturn trotzdem sichtbar den kürzeren wenn´s Richtung 250-350fach geht.

Gruß
Christoph




Kurt Erstellt am: 06.10.2018 : 03:31:24 Uhr
Hallo Roland,
Zitat:
Mit der Rauheit und Glattheit tue ich mir selber am Schwersten das abzuschätzen. Daher mal die Frage, wie Du erkennst, dass eine Optik glatt oder rau ist? Sieht man dann mehr Streulicht aber wie erkennt man, dass das Streulicht von der Optik kommt und nicht anderweitig?

Welligkeit, fälschlich auch „Rauheit“ genannt wirkt im Startest wie „eingefrorenes“ Seeing. Prinzipiell kann man diesen Fehler z.B. mit „Aberrator“ simulieren.



Wenn also ein Prüfling im Startest zeitlich unverändert so ähnlich wie in dem Bild aussieht dann hast du es mit einer „rauen“ Oberfläche bzw. Wellenfront zu tun. Selbstverständlich stört hier das atm. Seeig gewaltig. Bei unseren relativ kleinen Refraktoren hab ich so etwas auch bei gutem Seeing bisher noch nie gesehen, bei Spiegeln dagegen schon öfters. Es kommt aber schon mal vor dass eine Linse „wohlgeformte“ Schlieren hat. Diese zeichnen sich dann wie Fremdkörper im exta/intrafokalen Sternbild ab.

Messung der Welligkeit und Ermittlung der dadurch verursachten Kontrastminderung geht bedingt auch schon mit Amateur- Interferometern unter Nutzung von moderner free- Software wie „openFringe“ und „DFTfringe“

Gruß Kurt
Gerd-2 Erstellt am: 06.10.2018 : 00:18:42 Uhr
Hallo zusammen,

wie hier schon von Anderen erwähnt wurde kann man anhand solcher Fotos nur bedingt auf die Qualität der Optik schließen.
Dafür bleibt man vom Abbildungsmaßstab/ Pixel doch zu weit von der Bedingung N = 3,6x Pixelgröße entfernt die nötig ist um das volle Auflösungsvermögen der Optik zu nutzen.
Die verwendete EOS 40 D hat 5,9 Mikrometer Pixel wenn ich das richtig sehe.
Bei N7,8 bräuchte man aber 7,8/3,6 = 2,16 Mikrometer große Pixel.

Es ist daher etwas müßig jetzt allzu verbissen über die Fotos zu diskutieren.
Was den Sterntest betrifft da bestätigt sich das von Rolf geschilderte auch bei einem anderren Exemplar auf der optischen Bank im doppelten Durchgang.
Intrafokal sind deutlich die Fresnel Ringe sichtbar und extrafokal wird es relativ diffus, da ist nur ein äußerer Ring sichtbar.
Dazu sollte man wissen das bei Optiken mit Farbfehler sowas nicht ungewöhnlich und kein Grund zur Besorgnis ist.
Wenn man verlässlichere Aussagen zur sphärischen Korrektur möchte sollte man hier den Sterntest mit Grünfilter machen.
Intrafokal zeigt der defokussierte Stern einen rötlichen Rand und extrafokal ist er grünlich.

Das Ronchi ist etwas wellig, bei Blau zeigt sich eine Überkorrektur, Rot ist leicht unterkorrigiert aber der Gaußfehler ist insgesamt noch relativ moderat.
Grün sieht im Ronchi bis auf einen leichten Zonenfehler am Rand gut aus

Die Schnittweiten wurden wie folgt gemessen.

486nm……….. -0,056mm
586nm…………0,073mm
656nm…………0,208mm

Damit zeigt sich die extreme Korrektur auf Blau.
Da Blau kürzer fällt als Grün ist Grün hier nicht die Hauptwellenlänge.
Das mag fotografisch weniger wichtig sein da hier die Sensorempfindlichkeit über einen recht breiten Spektralbereich hoch ist.
Visuell haben wir aber eine Glockenförmige Kurve mit einem Maximum bei 555nm.
Liegt die Hauptwellenlänge deutlich davon weg so verschlechtert sich die subjektiv empfundenen Farbkorrektur.
Bestimmen wir den RC Wert so ist der Durchschnitt der Schnittweiten von F und C heranzuziehen.
Aber Achtung.
Ein Defokus intrafokal ist genauso schlecht wie ein Defokus extrafokal.
Wir können daher nicht einfach das Vorzeichen berücksichtigen und so tun als würde der Defokus bei F den bei C mindern. Nur weil er bei F intrafokal ist und bei C extrafokal.
Nein Beide sind schädlich und kosten Kontrast und darum müssen beide addiert werden wenn wir die Farbkorrektur bei Fokus auf Grün betrachten wollen.
Wir erhalten dann eine resultierende Schnittweite von 0,058mm+0,208mm /2 = 0,133mm.
Die wellenoptische Schärfentiefe bei N7,8 beträgt 0,066mm
Folglich ist in diesem Korrekturzustand ein RC Wert von 0,133/0,066 = 2 anzunehmen.

Das würde sich bei anderer Korrektur deutlich ändern.
Legt man die Hauptwellenlänge auf Grün so das diese Wellenlänge am kürzesten fällt ergibt sich ein ganz anderes Bild.
Verschieben wir F um 0,1mm nach hinten rückt C um den gleichen Betrag nach vorn.
Wir erhalten dann für
F….-0,058mm +0,1 = 0,042mm
C….0,208mm -0,1mm = 0,108mm

Wir erhalten dann eine resultierende Schnittweite von 0,042mm+0,108mm/2 = 0,075mm
Der RC Wert beträgt nun also 0,075mm / 0,066mm = 1,14.

Setzen wir die hier ermittelte resultierende Schnittweite in Relation zur Brennweite erhalten wir
975 mm / 0,075mm = 13000
Also beträgt das sekundäre Spektrum der Glaspaarung f/13000.

Das Problem ist halt nur das die starke Korrektur auf Blau das Potential dieser Glaspaarung zumindest visuell nicht ausschöpft.

Grüße Gerd
Kurt Erstellt am: 05.10.2018 : 23:54:06 Uhr
Hallo Rolf,
Zitat:
... Intra deutlich verstârkter äußerer Ring, die anderen sauber abgebildet. Extra recht viel Matsch und nicht viel zu erkennen....
Wie Christian schon sinngemäß schrieb ist das ein Symptom für Unterkorrektur. Ob sich auch dieser Fehler merklich kontrastmindernd auswirkt kriegt man gesichert nur durch eine ordentliche interferometrische Messung mit Berechnung der MTF heraus, die dazu passende Strehlzahl natürlich ebenfalls.
Zitat:
...Übrigens enthält der Strehl keine Informationen über die Glattheit der Optiken, was ja auch wichtig für den Kontrast ist...
prinzipiell mindern alle Wellenfrontfehler die Strehlzahl, Kontrastübertragung und damit den Bildkontrast. Es hängt ganz wesentlich vom Aufwand bei der Messung ab ob und in wie weit die Wellenfrontdeformation wg. mangelnder "Glattheit" erfasst wird oder nicht. Mir wäre es allerdings völlig neu dass dieser Fehler bei relativ einfachen Refraktoren praxisrelevant sein könnte.
Zitat:
...In Deutschland gehört Rohr zu den Verfechtern der hochglatten Optiken und wie es sich so gehört, gibt es eine ihm verfeindete Schule, die den Anspruch der Meinungshochheit in den Foren hat, sobald optische Fragen angesprochen werden.

Was soll das denn jetzt und hier? Die genauen physikalisch- mathematischen Zusammenhänge zw. Wellenfrontfehler, Strehlzahl und MTF etc. kann man nachlesen z.B. unter
https://www.telescope-optics.net/
dort: 6. EFFECTS OF WAVEFRONT ABERRATIONS

Vieles davon in für Laien verständlicherer Form findet man bei
Suiter, Star Testing Astronomical Telescopes

Gruß Kurt
rolf Erstellt am: 05.10.2018 : 12:30:53 Uhr
Hallo Michael,
ja, es ist das gleiche Gerät.
Roland, der Glattheit wird hier bei französischen Amateuren eine höhere Bedeutung zugemessen als in Deutschland. Das jedenfalls hatten wir mal in einem interessanten wenn auch recht polemischen Austausch auf astronomie.de und in der Folge auf diesem Forum hier seitenweise ausdiskutiert. Es ging dabei um die Frage des superpoli. Am besten mal in der Historie hier nachsehen und den thread heraussuchen.
In Deutschland gehört Rohr zu den Verfechtern der hochglatten Optiken und wie es sich so gehört, gibt es eine ihm verfeindete Schule, die den Anspruch der Meinungshochheit in den Foren hat, sobald optische Fragen angesprochen werden.
Was die sinnvollen Vergrößerungen betrifft, so begnüge ich mich gerne mit mittleren Austrittpupillen meist über 1 mm. Mit meinem 300er Spiegel sind 300fach schon meistens das Limit wegen des seeings. Oftmals gehen nur 150 fach, der Spiegel selbst erlaubt viel mehr.
Gruß Rolf
Niklo Erstellt am: 05.10.2018 : 10:21:59 Uhr
Hallo Rolf,
für mich ist die gute Abbildung auch wichtiger wie ein bestimmter Zahlenwert, wobei der Wert natürlich schon eine Aussage hat.
Mit der Rauheit und Glattheit tue ich mir selber am Schwersten das abzuschätzen. Daher mal die Frage, wie Du erkennst, dass eine Optik glatt oder rau ist? Sieht man dann mehr Streulicht aber wie erkennt man, dass das Streulicht von der Optik kommt und nicht anderweitig?
Beim Newton gibt es ja z.B. genügend Quellen...

Das mit dem gewinnbringend vergrößern ist natürlich individuell unterschiedlich. Ich denke, das mit dem 125 mm APO durchaus bei guten Bedingungen bei Objekten wie Mond, Mars und Saturn oder Doppelsterne 250x gut drin sind. Mars verträgt meiner Erfahrung nach die höchsten Vergrößerungen und bei Jupiter schaue ich meist mit eher moderater Vergrößerung, also 133x im 80/1200 und im guten 6" f/8 Newton maximal bei 250x. (Ob es noch gewinnbringend ist, ist eine andere Frage ;) ) Im guten 4" APO schau ich aber auch Jupiter bei 200x an. Insofern sollten 250x bei Planeten und gutem Seeing drin sein, wenn die Optik und das Seeing sehr gut ist. Andere werden etwas weniger vergrößern und andere etwas mehr. Das sieht man ja selber was einem da am Besten taugt. :)
Bei Kugelsternhaufen würd ich nicht so stark vergrößern. Da ist meine Erfahrung, dass ca 0,7 mm - 0,75 mm Austrittspupille am schönsten ist. Im 80ger sind das 110x Vergrößerung bei M13. Bei einem 125mm APO wären es ca. 160x bis maximal 180x, wobei auch geringere Vergrößerungen schön sind. Ich freu mich auf weitere Beobachtungsberichte.
Servus,
Roland
wambo Erstellt am: 05.10.2018 : 09:41:03 Uhr
Hallo Rolf,

ist das das gleiche Gerät ? Da wirst Du sicher Freude mit haben - beim Howdiie hat er auch recht gut abgeschnitten.

https://www.nightsky.at/Art/TS%20125-975%20APO/

MfG Michael
rolf Erstellt am: 05.10.2018 : 09:29:05 Uhr
Keine Sorge, ich mache mich nicht verrückt, denn eine Gurke ist das Teil sowieso nicht. Des weiteren bin ich keiner, der wie ein Besessener auf den Strehl schaut. Übrigens enthält der Strehl keine Informationen über die Glattheit der Optiken, was ja auch wichtig für den Kontrast ist. Wenn ich mit dem 125er bei guten Bedingungen ausnahmsweise mal bei 250fach gewinnbrinnend vergrößern kann, dann wäre das schon außergewöhnlich.

Gruß Rolf
Niklo Erstellt am: 05.10.2018 : 07:41:05 Uhr
Hallo Rolf,
ich kann dem Christoph nur zustimmen. Etwas Unterkorrektur ist normalerweise nicht tragisch. Wichtig ist ein rundes Beugungsscheibchen und ein konzentrischer ersten Beugungsring. Bei gutem Seeing sollte der erste Beugungsring konzentrisch rund um das Beugunsscheibchen umlaufen. Dann ist schon mal kein Astigmatismus und Koma vorhanden und das Objektiv kann dann trotzdem einen hohen Strehlwert haben und im Fokus sehr gut abbilden.
Wenn hochstehende Sterne ein weißes rundes Scheibchen zeigen (oder eine andere einheitliche Farbe), dann ist das auch gut. Dann liegt auch kein Keilfehler vor. (Da würden die Faben sich aufteilen, wie bei der atmosphärischen Dispersion bei tiefstehenden Sternen, was eher nicht so gut wäre).
Servus,
Roland
donadani Erstellt am: 05.10.2018 : 06:30:30 Uhr
Das Wichtigstes ist, dass Du im Fokus ein schönes rundes Airyscheibchen siehst. Hatte auch schon einen Apo mit leichter Unter- oder Überkorrektur (weiß ich grad nicht mehr...), der in Grün trotzdem mit 97% Strehl vermessen war und eine tolle Abbildung lieferte. Bei schlechtem Seeing zeigte der ebenfalls nur einseitig ein schönes Ringbild und auf der anderen eine eher diffuse Scheibe.

Versuchs vielleicht nochmal bei besseren Seeingbedingungen - evtl. siehst Du dann extrafokal doch noch ein zartes Ringbild wenn auch verwaschen. Also blos nicht verrückt machen - der Sterntest ist sehr herausfordernd und selbst teurere Optiken sind da nicht immer perfekt. Trotzdem liefern diese idR eine top Abbildung - nur Du musst letztendlich damit zufrieden sein.

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