Statistik
Besucher jetzt online : 188
Benutzer registriert : 22116
Gesamtanzahl Postings : 1091056
Besuchen Sie den Teleskop - Service …
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - die Beobachtungen, Bilder, Ereignisse
 Beobachterforum Planeten & Sonnensystem
 Mars mit 14"-Newton La Palma 2018

Hinweis: Sie müssen sich registrieren, um eine Antwort schreiben zu können.
Um sich zu registrieren, klicken Sie hier. Die Registrierung ist kostenlos!

Auflösung:
Benutzer:
Passwort:
Funktion:
Format: FettKursivUnterstreichenDurchstreichen Links ausrichtenZentrierenRechts ausrichten Horizontale Line Hyperlink einfügenEmail einfügenBild einfügen Code einfügenZitat einfügenListe einfügen Spoiler einfügen
   
Nachricht:

* HTML ist AUS
* Forum Code ist AN
Smilies
Lächeln [:)] Lachen [:D] Cool [8D] Erröten [:I]
Lechzen [:P] Teufel [):] Winken [;)] Clown [:o)]
Blaues Auge [B)] Achter Kugel [8] Angst [:(] Schüchtern [8)]
Schockiert [:0] Verärgert [:(!] Erschöpft [xx(] Müde [|)]
Küsse [:X] Zustimmen [^] Mißbilligen [V] Frage [?]

  Signatur anhängen.
Dieses Thema abonnieren.
    

Ü B E R S I C H T    
RobertR Erstellt am: 11.08.2018 : 21:59:29 Uhr
Stand Optimierung Beitrag 19.10.2019
Nachtrag 7, 8, 9, 10 : textliche Ergänzungen, optimierte Bilder, N11: Animation, N12: Optimierung bestes Bild, N13: Optimierung Bilder vom 30/31.07.2018 N14: neue .gif, Textergänzung bei Brennweiten, N15, N16, N17: Phobosdurchgang s/w; N18 optimierte Bilder und Farbanimation Phobosdurchgang, Textoptimierung; N19 optimierte Bilder; N21 Textergänzungen; N22 weiteres Farbbild vom 03.08.2018

Hallo Planetenfreunde,
wie schon im Beitrag zur Mondfinsternis von Torsten angekündigt, folgt hier nun die Marsrunde unserer "Echs"-kursion nach La Palma. Ziel für diese Marsopposition war, die maximale Auflösung aus der vorhandenen Ausrüstung herauszuholen, was uns auch an vier von 12 Tagen gelungen ist. Eigentlich hätte ich gerne eine umlaufende Karte von Mars erstellt, da ich zum nächsten ähnlich gutem Zeitpunkt zu betagt sein werde, um ein 14" Teleskop mit Montierung auf den Berg zu schleppen. Das war zeitlich nicht möglich. Zudem war Seeing nicht jeden Tag perfekt. In Praxis sind wir an den Valles Marineris hängengeblieben. In deren Nähe durften wir die Entwicklung eines Staubsturmes im Syria Planum beobachten. Das war das erste Mal, dass ich einen lokalen Sturm im Okular deutlich beobachten konnte - bei 600x und gutem seeing war der Sturm ein dominantes, helles Oberflächendetail. In den Videos waren dann nicht nur die großen Schildvulkane zu sehen, sondern auch etliche große und mittlere Krater. Auch ein Phobosdurchgang über die Planetenoberfläche konnte abgelichtet werden. Als ich vor 40 Jahren mit der Planetenbeobachtung angefangen habe, hätte ich solche Beobachtungen mit Amateurausrüstung nicht für möglich gehalten. Die moderne Technik macht das nun mit bezahlbarem eigenem oder mietbarem Equipment möglich. In diesem Beitrag möchte ich nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern auch den Weg dazu aufzeichnen und mit eurer Hilfe optimieren. Dazu sind Kommentare zulässig und gewünscht: Wissen, das man für sich selbst behält, ist nutzlos!

Mit Torsten hatte ich einen erfahrenen Mitstreiter, der mich immer wieder motiviert hat, wenn mich die Müdigkeit eingeholt hat und ich nicht mehr wollte, und der mir zudem die Möglichkeit für Erholungspausen in der Nacht gegeben hat. Zudem hat er mit seinem künstlerisches Talent bei der Endpräsentation der fertigen Bilder entscheidend geholfen.

Am Ende unseres Besuches auf La Palma haben wir beide dann lieber die Haus-Echsen von Athos gefüttert als uns den zunehmend stürmischen Wind am Roque de los Muchachos um die Nasen blasen zu lassen. Unsere Sitzungen waren erfolgreich. Trotzdem würde ich das nächste Mal einiges besser machen wollen z.B. bei den Filtern. Es gibt immer etwas zum Verbessern!

Der Beitrag soll folgende Themen beleuchten:

1) Entscheidungsgrundlage: Warum La Palma?
- Wetter, Temperatur und Seeing auf La Palma am Roque de los Muchachos ist gut im Sommer und Frühherbst; die Nächte sind erheblich länger als bei uns wegen Äquatornähe
- leichte Erreichbarkeit La Palma mit Flieger, kein Umsteigen, Zusatzgepäck bezahlbar
- Unterkunft ATHOS Centro Astronómico S.L. wegen Teleskop-/Montierungsverleih, Treffpunkt mit anderen Astronomen und natürlich Kai (und seinen Gallotia galloti palmae, den endemischen Echsen)
- Stand Mars über Horizont >30° über mindestens 2 h (noch südlicher wäre das natürlich noch besser gewesen)

2) idealer Standort für Planetenbeobachtung auf La Palma
- Beobachtungsplatz am Mirador de los Andenes an der LP4 auf 2270 m hat bei uns am besten und an mehreren Tagen funktioniert. Es gibt vermutlich bessere, höhergelegene Plätze, die sind mit Auto nicht oder wenigstens nicht legal erreichbar (Gipfel Roque?). Wir waren hier begrenzt kreativ.
- einige gut erreichbare Plätze wie der Parkplatz des Besucherzentrums der Sternwarten an der LP4 haben sich nicht bewährt, obwohl auf den ersten Blick scheinbar gut geeignet. Für uns dabei unklar, ob das an den jeweiligen Tagesbedingungen, am warmen Asphalt dort, den vielen noch lange warmen Steinmauern oder an den lokalen Windbedingungen lag. Eventuell war das eine Kombination aus allem.

3) das ideale mobile Teleskop für Planetenbeobachtung auf La Palma
- 14" aufwärts darf es für Ehrgeizige auf La Palma / Roque de los Muchachos schon sein, solange Planeten >30° über Horizont stehen
- auf Athos ist der fix montierte 7" Starfire wohl das geeignetste Gerät; man sollte in jedem Fall auf den Roque hochfahren, wenn man das volle Potential von La Palma für Planetenbeobachtung nutzen will
- als Mietgerät für mobilen Einsatz am Gipfel ist das C11 die vorhandene Wahl bei Athos; die sonstigen größeren Geräte sind Leichtbau-Dobsons und wegen dem in Gipfelnähe herrschenden Wind wohl weniger geeignet

4) verwendete Okulare/Barlow/Filter/Webcam/Lapptop
- unsere Okulare: Kellner RKE 12,5mm von Edmund Scientific und alte Plössl 25/16/10,5mm von Clave und TeleVue mit Barlow (2x Clave oder 3x Televue)
- beste Aufnahmeergebnisse mit 3x Barlow Televue 5800 mm Brennweite mit ASI290MM ohne ADC bei 14" Öffnung (= f16; weniger war schlechter und ist dank Helligkeit Mars nicht nötig, noch mehr ist sinnlos und schlecht für ROI und Belichtungszeit, probiert wurde zwischen 3600 bis 6200 mm)
- Baader IR, R, G, B-Filter sind bezahlbar und gut; Baader-IR Passfilter liegt mit 685nm nicht zu tief im IR und erlaubt Belichtungszeiten 1/1000 sec bei f16; Baader-Blaufilter hat guten Lichtdurchlass
- wir hatten auch IR 745 und 805 von Astronomik dabei und probiert; diese bringen bei gutem seeing nichts (schlechtere theoretische Auflösung wegen längerer Wellenlänge, längere Belichtungszeit als mit Rotfilter, insbesondere bei IR 805)
- Rot-Bandfilter anstelle klassischer Mars-IR-Passfilter für minimale Belichzungszeit << 1/1000 sec und maximale Auflösung bei Mars (mit Grünfilter war leider zu wenig Detail zu sehen wegen Dunst auf Mars, Belichtungszeit im Grünkanal zudem länger)
- höchste Auflösung in der besten Nacht im Blaukanal (jedenfalls bei Saturn)! - bei Mars sind die blauen Details Eis und Wolken und damit schlecht vergleichbar mit den Rotkanalbildern; zudem ist notwendige Belichtungszeit im Blaukanal erheblich länger
- unsere Vorzugs-Webcam ist aktuell die ZWO ASI 290 MM - meiner Meinung nach die derzeit beste Lösung im Markt für Planeten (ausreichend lichtstark auch im Blauen, schnell mit USB3.0 bis zu 720 fps). Wir hatten zwei Stück dabei. Das ist ein weiterer Vorteil, wenn man zu zweit ist: Redundanz, falls was ausfällt oder Ärger macht
- wir haben auch mit der populären Farbwebcam ASI 224 MC probiert, mit der Torsten in der Vergangenheit tolle Bilder aufgenommen hat; Ergebnis war schlechter. Der Markt bei den Webcams ist dabei laufend in Bewegung, es kommen ständig bessere Webcams auf den Markt. Schwachpunkt ist derzeit der USB3.0 Anschluss, der Bildübertragungsrate begrenzt.
- Laptop: 3.0 USB, SSD und schnelle, gute Grafikkarte sollten sein. 1 TB fester Speicher sind für gute Bedingungen mindestens notwendig, besser mehr. Wir haben Laptop getauscht, wenn Platte voll mit Daten war. Mein aktueller Laptop ist ein 8 Jahre alter Lenovo ThinkPad Edge E330, der mit SSD, größerem Speicher und Grafikkarte aufgerüstet ist. Für Mars und wegen Böen großem ROI war mein Rechner 15% zu langsam. Da gibt es heute schnellere Rechner, die USB 3.0 voll nutzen können. Dafür ist der alte Rechner energiesparsam, so dass externe Stromversorgung nicht nötig war.
5) Okularauszug/Spiegelzellen/Kollimation/Fokussierung
- OAZ, wenn leistbar: Starlight Feather Touch mit Schrittmotor (ich durfte meinen nicht mitnehmen - ein Fehler, auch wenn der 25 Jahre alte JMI NGF1 2“ brav seinen Dienst verrichtet hat, da sich der Starlight automatisch einrichten läßt. Er fährt bei Filteranwahl in die richtige Position und man muss nur noch leicht korrigieren)
- gut justierbare Spiegelzellen sind ein Muss, im Handel eher selten; bei uns ein Eigenbau aus Stahl mit 27 Pkt-Zelle und 4 Wippen Laterallagerung - Stahl wegen E-Modul und Wärmeausdehnugskoeffizient (wurde im Teleskopbauforum lange diskutiert)
- eine perfekte Grundjustage, eine Neu-Justage vor jeder Sitzung und beim Umschlagen Teleskop ist als selbstverständlich zu betrachten, natürlich mit allem Ballast wie Filterrad etc.. Der OAZ "verbiegt" sich und den Tubus unvermeidlich. Hier war es sehr gut, dass wir zu zweit waren, dann geht Justage einfacher und man hat einen Kritiker, wenn man selbst schlampig wird
- Motorfokus ist sehr hilfreich und absolut anzuraten, eine Nachfokusierung für jeden einzelnen Film sinnvoll, wenigstens für jeden zweiten ein Muss; visuell liegt man häufig leicht anders als dann die Bildbearbeitung zeigt

6) Bildbearbeitung
- schwieriger als für diese guten Verhältnisse gedacht: Der Planetenrand ist meist bereits nach Stackung gestochen scharf. Scharfer Rand verträgt die für Oberflächendetails notwendige Schärfung schlecht.
- Sowohl mit decon als auch mit Giotto Mex Hat Filter lassen sich ähnlich gute Schärfungsergebnisse erzielen. Das Randartefact ist auch ähnlich.
- Einsatz von winjupos zur Derotation der Filme ist bei 14" Auflösung unvermeidlich
- bei unserem hohem gain läßt sich ab ca. 50.000 Bildern gutes, glattes Summenbild erzeugen; dazu benötigt man in Summe mindestens 3 Minuten Aufnahme
- Filmlänge von 60 sec ist für volle Auflösung mit 14" schon fast zu lang, 30 sec sind sinnvoller für gute Derotation

7) Ergebnisse (Bilder)

zu 1)
Unterkunft Athos
Kai war unser liebenswerter Gastgeber. Die eigentlichen Hausherren auf Athos, die endemischen Echsen (Gallotia galloti palmae) wollen gefüttert werden, damit der Wettergott ein Einsehen hat



Probeaufbau des Teleskopes in der ersten La Palma Nacht auf EQ8 Leihmontierung auf einer der Athos Plattformen;
unten auf der Straße ist unser Leihwagen zu sehen, ein Renault Captur (mußte wegen des Namens sein, war aber die größte Fehlentscheidung - Turbobenziner ist drehmomentschwach und durstig)



zu 3)
das Teleskop als Ergebnis von Resteverwertung und Schlachtfest aus mehreren Projekten, Komponenten zum Teil 25 Jahre alt, hat sich erstaunlich gut bewährt



verwendeter Hauptspiegel aus 2014 (Schott Suprax, 38 mm stark) trotz aller Unkenrufe von Orion Optics Uk (OO) - landet vorerst nicht im Altglas



zu 7)

Vorgeschmack vom ersten reinen Planetentag am Berg:



Mars 29.07.2018 UT 00:36,4 mit neu entstehendem Staubsturm
Newton 348/1600 f4.6 verlängert mit 3x Barlow auf 6200 mm
ASI290MM USB3.0
RGB Filter Baader
AutoStakkert 3, Fitswork, Giotto, Fitswork, Photoshop
R(50%)-RGB aus 4 Filmen a 1 min

Beitrag hat noch Luft nach oben.....

N14:
So waren die Verhältnisse in R, G, B zwischen 0:00 bis 1:15 UT:



N5: Optimierung Bild oben



Mars 29.07.2018 UT 00:35 L(R)-RGB

Luft nach oben wird langsam dünn für den 29.07.2018, Steigerung ist noch möglich, aber nicht einfach, deshalb weiter mit anderem Tag...

N18: Ergänzung Ergebnisse von Planetentag zwei und drei



Mars 30.07.2018 UT 02:07 (Maximum Sturm im Syria Planum)



Mars 31.07.2018 UT 00:40

Vierter Planetentag am 01/02. August mit sehr guten Bedingungen für Mars:
Der Aufnahmezeitraum von 01:07 bis 02:00 hat das höchste Potential für bestes Mars-Bild. Sehr gute Filme können über fast 60 min addiert werden.

N14: Animation: Verhältnisse am 02.08.2018 waren nochmal besser als am 26/27.07.2018



Mars 02.08.2018 UT 01:07 bis 01:56
R, G, B Filme hintereinander gereiht, Bilder in Originalgröße und Belichtung, Orientierung wie aufgenommen.

N18


Mars 02.08.2018 UT 01:20 L(RRB)-RGB aus über 200.000 Einzelbildern, decon/wavlet-Schärfung, Endbearbeitung Fitswork

N19: späteres R-RGB aus selber Serie



Mars 02.08.2018 UT 01:34 R-RGB aus 130.000 Einzelbildern von 3 R-Filmen (40% Verwendung), giotto-Schärfung, Endbearbeitung Fitswork

N18: Phobos und Schattendurchgang als RRGB



Mars mit Phobos und Schatten auf der Planetenscheibe unterhalb Mitte 02.07.2018 Animation UT 01:30:10 und UT 01:30:40



weitere Phobos-Animationen und Erklärung dazu im Beitrag auf Seite 6

Aus dem Aufnahmezeitraum weitere Details herauszukitzeln, ist möglich, braucht aber deutlich mehr Aufwand und Zeit.

N22 Farbbild vom letzten brauchbaren Tag:



Mars 03.08.2018 UT 23:34 RRGB
Newton 348/1600 f4.6 verlängert mit 3x Barlow auf 6000 mm
deutlich schlechteres Seeing als an den vorigen Tagen

N7:

Sturmentwicklung im Syria Planum:
- 2018/07/29 UT00:36 (N7)
- 2018/07/30 UT02:11 (N13)
- 2018/07/31 UT00:37 (N13)
- 2018/08/02 UT2:54 (N7)









Farbbilder siehe Beitrag Seite 5 (N13) und 6 (N18).

"Bilder werden ständig durch bessere ersetzt, sobald verfügbar."

Wenigstens ich war überrascht, was sich noch alles an Info heben ließ. Aus zwei guten Beobachtungstagen wurden letztendlich vier. Der Phobosdurchgang wäre uns vermutlich gar nicht aufgefallen ohne die Präsentationen im Forum. Bei den Farbfiltern und zur Aufnahmetechnik kamen viele interessante Anregungen. Beitrag hat sich für mich gelohnt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

LG
Robert
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
RobertR Erstellt am: 22.10.2019 : 18:23:52 Uhr
Hallo Jan,
will Deine Strategie nicht schlechtreden.....



Dasselbe Bild einmal von Dir und einmal von uns bearbeitet. Das eine ist ein bischen klein, das andere zu groß. Phobos würde man rechts besser finden und sehen (jedenfalls ich). In jedem Fall 2 Extreme mit 240 Pixel (Originalgröße bei f15) zu 480 Pixel (Originalgröße bei f15 x 2x Drizzle). Ohne Barlow wäre das dann schon winzig...

Das nächste Mal wird es in jedem Fall kleiner, es sei den, wir dürfen bei perfektem Seeing an die große Ware ran, die da auf dem Berg rumsteht.

LG
Robert
Jan_Fremerey Erstellt am: 22.10.2019 : 17:22:24 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: RobertR
Extremes Nachvergrößern hat heftige Tücken, kann ich nur bestätigen.

Hallo Robert und Mitleser,

ohne hier die alte Diskussion aufrollen zu wollen möchte ich doch gerne richtigstellen, dass ich nur um den Faktor 1,5 nachvergrößere, um das Auflösungsvermögen meines 10" Spiegels auszureizen. Den Faktor 1,5 würde ich noch nicht als "extrem" bezeichnen, und ich verwende ihn auch nur, um den Quantisierungseffekt des Bildschirmrasters zu überwinden. Viele unserer Kollegen glauben immer noch, man müsse dies bereits bei der Aufnahme mit Hilfe einer optischen Nachvergrößerung sicherstellen. Aus diesem Missverständnis erklärt sich im wesentlichen die Diskrepanz der empfohlenen Kamera-Anpassungen 2,1*Pixelabstand mit Rotfilter ohne die entbehrliche optische Nachvergrößerung bzw. 3,6*Pixelabstand bei 1,5-facher optischer Nachvergrößerung im grünen Bereich. Die beiden Werte widersprechen sich demnach gar nicht.

Gruß, Jan
RobertR Erstellt am: 22.10.2019 : 16:07:52 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: TheCCDAstronomer

Hallo Robert!

Schulz-Vergleich zwischen RG610 und R als L ist nach meiner Erfahrung nur dann so, wenn Atmosphaerenstaub die Oberflaechendetails auch im Rotkanal stark reduziert. Das war ja 2018 der Fall. Ohne Staubsturm konnte ich an Mars waehrend frueheren Oppositionen mit RG610-aehnlichen immer eine etwas schlechtere Detailaufloesung feststellen als im Rotkanal und IR! .... Bandbreite des RG610 schon zu gross ist.



Hallo Jan,
würde den RG610 deshalb auch gerne im IR begrenzen z.B. mit IR-Cut. Alternative ist der neue Bandfilter von Astronomik. Aber ganz klar, wenn in R oder gar G was zu sehen ist, haben diese Filter die bessere Auflösung. Den Passfiltern traue ich jedenfalls nicht mehr so richtig bei niedrigem Planetenstand. Da bräuchte man wieder den ADC. Bei Robert Schulz mit Mars über Kopf war noch genügen Spielraum dafür und der Filter hatte genau das Mehr an Kontrast, Licht und Seeingberuhigung, das seine guten Bilder erlaubt hat. 2020 könnte das auch für uns bessere Option als IR682 sein wegen Mars 66° über Horizont. Den Astronomik Bandfilter hole ich mir sowieso.

LG
Robert
RobertR Erstellt am: 22.10.2019 : 15:59:40 Uhr
Hallo Roland,
Jan ist Extremist auf der kurzen Seite, hat das aber wohl für sich ganz gut im Griff.
Auf Hakos und Tivoli war dagegen eher lange Brennweite angesagt, bedingt durch die Cassegrains und den beliebten FCC von Baader bzw. die üblichen Barlows. Bei Mars geht das, da hell genug. Leider gibt es keine gängige 1,5x Barlow.

Beide Arbeitsweisen funktionieren bei Mars gut und haben jeweils eigene Vor- und Nachteile. Glaubenskrieg würde ich da keinen daraus machen wollen, solange Resultate vergleichbar.

Grundsätzlich hab ich gelernt "jede Operation mit Daten hat Nebeneffekte" und "Signale sollen so wenig als möglich bearbeitet werden". Extremes Nachvergrößern hat heftige Tücken, kann ich nur bestätigen.

Wenn das Seeing mitmacht und Bilder groß werden sollen, sehe ich bei der ASI290 so bei f20 +/-2 eine vernünftige Obergrenze - Vergrößern ist dann nicht mehr sinnvoll. Die Aufnahmen von Robert Schulz mit 2,5x Barlow am 500f9 waren noch gut bearbeitbar, die mit 16 m schwierig.

Bei uns fand ich die 6 m ganz gut passend, kürzer war nicht besser in der finalen Detailauflösung. Werde das nächste Mal bei Mars eher länger als kürzer gehen und mir dann die nachträgliche Vergrößerung sparen. Wenn seeing schlechter oder Planet dunkler als Mars, gehe ich auch runter.

Zu deiner Farbkamerafrage: ja wir haben beides bearbeitet, die Brennweite war in beiden Fällen 6 m. Die Farbkamera hat die größeren Pixel. Farbbilder waren viel schlechter. Lag wohl am ADC und den damit verbundenen Problemen. Grundsätzlich ist bei 14" eine Farbkamera nicht ideal - wir haben sie in Folge dann auch nicht mehr verwendet.

LG
Robert


Niklo Erstellt am: 21.10.2019 : 09:16:42 Uhr
Hallo Jan,
ich weiß, dass Du bei 10" bist. Meine Vermutung ist ähnlich dem was Du schreibst. Bei größerer Öffnung limitiert immer mehr das Seeing die Auflösung und von daher würde ich da auch mit einem kleineren Wert wie 3,6 mein Glück versuchen. Du hast ja es ja daher mit 2,1 versucht und gute Ergebnisse bekommen.
Bei meinen Versuchen am 80/1200 Refraktor an der ASI120MC habe ich beim Undersampling leider schlechtere Ergebnisse bekommen und dann tatsächlich oft Oversampling mit anschließender Verkleinerung des Bildes genutzt.
Beim 6" Newton war es aber schon anders. Da hab ich schon öfters mit weniger Brennweite gute Ergebnisse bekommen. Man muss immer ein bisserl experimentieren mit dem Faktor bzw. mit der Brennweite was für einem optimal ist. Der Faktor 3,6 oder 2,1 bei SW oder 5 bei Farbkameras ist nicht in Stein gemeißelt. :)
Servus,
Roland
Jan_Fremerey Erstellt am: 20.10.2019 : 20:52:57 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: Niklo
Jan nutzt ein kleineres Öffnungsverhältnis (geringere Brennweite) wie die Faustformel und hat für sich einen anderen idealen Wert gefunden.

Hallo Roland,

Wie Du weißt, bin ich inzwischen mit 10" Öffnung, SW-Kamera und Rotfilter bei einem "Blendenwert" von 2,1*Pixelgröße angekommen und sehe nicht, warum dies nur "für mich" gelten sollte. Der von Dir zitierte "Idealwert" von 3,6*Pixelgröße basiert auf einer zweifelhaften theoretischen Ableitung, er wird aber dennoch von vielen Videografen unter Inkaufnahme unnötig langer Belichtungszeiten "sicherheitshalber" übernommen, um ein möglich erscheinendes Undersampling zu vermeiden.

Zitat:
Da wäre auch eine Studie interessant, wie es bei großen Öffnungen >8" ist und wie der Idealwert vom Seeing abhängt.

Mit zunehmender Öffnung wird das Seeing schlechter, und wenn die Bildauflösung seeingbegrenzt ist, verschiebt sich das "Optimum" tendenziell in Richtung kleinerer Blendenwerte.

Gruß, Jan
Niklo Erstellt am: 20.10.2019 : 12:17:01 Uhr
Hallo Robert,
ich lese interessiert mit, auch wenn ich mit meinen kleinen Teleskopen, Farbkamera eigentlich wenig zum Thema beitragen kann.
Die SW Aufnahmen mit Spezialfilter, Derotieren, großen Öffnungen ... sind für mich eine andere Welt. :)
Was mich interessieren würde, wie der Vergleich SW Kamera mit idealem Öffnungsverhältnis zur Farbkamera mit idealen Öffnungsverhältnis ausschaut. Da gab es ja die Faustformel:
S/W-Kamera: Öffnungsverhältnis = Pixelgröße * 3,6
Farbkamera: Öffnungsverhältnis = Pixelgröße * 5
Jan nutzt ein kleineres Öffnungsverhältnis (geringere Brennweite) wie die Faustformel und hat für sich einen anderen idealen Wert gefunden. Da wäre auch eine Studie interessant, wie es bei großen Öffnungen >8" ist und wie der Idealwert vom Seeing abhängt.

Robert, ihr habt's doch den Saturn sowohl in SW wie auch mit der ASI 224MC aufgenommen. Hast Du mal testweise die Farbaufnahmen bearbeitet (eventuell auch nur mit minimalen Aufwand stacken in Autostackert und schärfen). Was für ein Bild kommt da mit dieser einfachen ASI224MC von Saturn heraus?
Servus,
Roland
TheCCDAstronomer Erstellt am: 20.10.2019 : 10:12:23 Uhr
Hallo Robert!

Na wie ich lese ist der naechste La Palma-Planetenbesuch schon in Vorbereitung - wenn einem das Virus mal gepackt, dann besucht man die Insel mindestens einmal im Jahr. Vergangenen Juni hab ich mit dem CPC925 vom Kai an Jupiter versucht und das ist trotz maessigem seeing ganz ordentlich rausgekommen. Hatte den Doppeltransit Io/Ganymed im Visier.

Ich wollte nur kurz etwas anmerken zu euren Filterueberlegungen. Dein Schulz-Vergleich zwischen RG610 und R als L ist nach meiner Erfahrung nur dann so, wenn Atmosphaerenstaub die Oberflaechendetails auch im Rotkanal stark reduziert. Das war ja 2018 der Fall. Ohne Staubsturm konnte ich an Mars waehrend frueheren Oppositionen mit RG610-aehnlichen immer eine etwas schlechtere Detailaufloesung feststellen als im Rotkanal und IR! Das liegt wohl daran, dass selbst bei einem reinen Spiegelsystem (mein 10"-Cassegrain mit 11m Brennweite!) die Fokusdifferenz ueber die Bandbreite des RG610 schon zu gross ist.

Ohne Staub hatte ich die feinste Detailaufloesung immer mit dem Baader CCD R. Mit Staub letztes Jahr hat mich jedoch der Billigst-ZWO IR850 aus den Socken gehauen ... das hat nochmal viel an Detailschaerfe gegenueber dem IR685 rausgehauen! Auch den Halpha mit 35nm habe ich im 2018 probiert, hat aber bei dem Staub keine Verbesserung zum Baader CCD R gebracht.

Da bin ich gespannt was ihr auf die Beine stellt fuer 2020!

Liebe Gruesse ins Salzburgische
Jan

RobertR Erstellt am: 19.10.2019 : 17:19:47 Uhr
Hallo Jan,
danke für Anregung. Deine Argumentation zu Wellenlänge Licht und Teleskopgröße versus mögliche Auflösung trage ich voll mit. Wahrscheinlich sollte man sich tatsächlich auf einen H Alpha Filter (654 Nm) mit breiterem Durchlass konzentrieren, um keine Auflösung zu verschenken. Der Astronomik R hat mir persönlich ins Grüne zu weichen Abfall. Hatte den Filter früher im Einsatz. Bei mir haben die Baader RGB die Astronomk RGB ersetzt. Insbesondere bei Filtern und Bildbearbeitung habe ich viele Anregungen erhalten u.a. von Dir .

Zielsetzung des Beitrags war meinerseits, mir möglichst viele Anregungen von Euch zu holen, was man besser machen könnte. Zwischenzeitlich wird der Beitrag allerdings ziemlich unhandlich. Selbst für mich als Autor wäre eine Zusammenfassung der Erkenntnisse hilfreich.

Der Exkurs zu Hakos war für mich sehr interessant, da das eine mögliche Alternative zu La Palma gewesen wäre. Der Aufnahmezeitraum war der gleiche. Robert Schulz hat zudem eine andere Aufnahmetechnik trotz ähnlicher Ausstattung verwendet. Seine am besten Tag gewonnenen Bilder sind meiner Meinung nach noch etwas höher aufgelöst als unsere, durch Kombination RG610 Filter mit 500 mm Öffnung und im IR ausreichend gutem seeing bei besserem Kontrast. Er hat seine Bearbeitungen auf alpo eingestellt.

LG
Robert
Jan_Fremerey Erstellt am: 19.10.2019 : 12:15:45 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: RobertR
Dafür gibt es bei Astronomik einen Bandpassfilter 642 bis 840nm.

Hallo Robert,

Danke für den Hinweis. Das Filter erscheint mir in der Tat sehr sinnvoll, insbesondere für den Einsatz an großen Teleskopen, die ja bei gegebener Turbulenzzellengröße am kurzwelligen Ende in höherem Maße seeinganfällig sind als kleinere Teleskope. Das Astronomik 642-840 sollte unter gleichzeitiger Berücksichtigung des wellenlängenbedingten Auflösungsvermögens in ähnlicher Weise auf 14" wie das Astronomik Rotfilter mit 580-665 nm Durchlass aus dem LRGB-Satz auf 10" Teleskope passen.

Die Kombination von Filtern finde ich wegen der erhöhten Anzahl von Glas-Luft Übergängen weniger sympatisch, und bei Langpassfiltern sehe ich auch keine wirklichen Vorteile.

Gruß, Jan
RobertR Erstellt am: 19.10.2019 : 10:38:38 Uhr
Hallo Jan,
Danke für den link!
Wenn man sich da durchclickt, kommt die Info heraus, dass es bei Astrodon nach Verkauf Liefer- und Qualitätsprobleme gibt, die mich am Astrodon Sloan I zweifeln lassen.
Dafür gibt es bei Astronomik einen Bandpassfilter 642 bis 840nm. Das ist minimal breitbandiger als der Astrodon, aber bewährte Quelle und mit 65,00€ bezahlbar. Kombiniert mit diesen Bandpassfilter mit dem normalen R-Filter, erhält man damit einen nicht zu schmalbandigen H Alpha Filter, der besser als die 35nm Variante funktionieren könnte (hat mindestens 50nm). Zusammen mit dem IR685 Filter entsteht auch eine interessante Variante, die zwischen 685 und 820nm durchläßt.

Diesen Filter werde ich neben dem RG610 beschaffen anstelle des Astrodon. Einen Graufilter muss ich auch besorgen für die visuelle Beobachtung Mars. Ohne geht nicht!

Ein klassischer IR685, IR742 oder gar IR802 kommt mir jedenfalls nicht mehr ins Filterrad für meine Teleskope ...14"!

LG
Robert
Jan_Fremerey Erstellt am: 18.10.2019 : 21:19:58 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: RobertR
Hier noch IR742 Animation aus Bildern von Robert Schulz

Hallo Robert,

Eine wirklich hilfreiche Animation, die Bewegung hebt die Punkte jetzt sehr klar von der Umgebung ab. Hier noch ein Link zur Filterwahl.

Dank & Gruß, Jan
RobertR Erstellt am: 18.10.2019 : 12:47:07 Uhr
Hall Jan,
Belichtungszeit x2,5 wäre nicht so schlimm bei Mars - läge bei uns dann immer noch bei 1/500sec und würde die angestrebten 400 fps ermöglichen. Kaufen?!

Hier noch IR742 Animation aus Bildern von Robert Schulz - da muss man zu RG610 2x länger belichten und verliert an Auflösung. Für Durchgang Phobos und Schatten hat es trotzdem Dank 20" Öffnung gereicht. Beides unten im Bild. Als .gif ist die Qualität nicht so toll, Verkleinern macht aber keinen Sinn, da dann die tolle Punktförmigkeit von Phobos und Schatten verlorengeht:



Mars mit Phobos am 27.07.2018 UT 22:48 bis :50 .gif aus 4 Aufnahmen Robert Schulz
Namibia/Hakos/IAS 23° 14' Süd, 16° 21' Ost, 1834 m über NN
Cassegrain Lomo/Kellner 500f9 verlängert auf f22 11100mm
Astronomik IR742 Filter
4x 30 sec Aufnahme a´2700 Frames 50% Verwendung
Abbildung wie von Robert Schulz aufgenommen

Schön auch die Änderungen im Seeing! Eigentlich bin ich nun auch noch ein L(IR742)RGB schuldig?



Mars mit Phobos am 27.07.2018 UT 22:47 und :50 Robert Schulz
links bzw. oben L(RG610)RGB mit Phoboseintritt, rechts bzw. unten L(IR742)RGB mit Phobos und Phobosschatten
jeweils der beste 30 sec Film der jeweiligen Serie RG610/IR742 mit der Farbe von oben kombiniert
Typisch für IR742 ist die Abdunkelung am Rand, die in R nicht und in RG610 weniger auftritt. Auflösung im RG610 minimal besser, Kontrast diesmal wegen Verwendung nur eines Filmes zur Darstellung Phobos schlechter.

LG
Robert
Jan_Fremerey Erstellt am: 18.10.2019 : 11:09:06 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: RobertR
Kannst Du noch nachvollziehen, wie sich das auf die Belichtungszeit auswirkt im Vergleich zu Rotfilter?

Hallo Robert,

Glücklicherweise habe ich noch alle Aufnahmeprotokolle seit dem Firstlight meines 10" Spiegels: Die oben gezeigten Jupiteraufnahmen wurden 2010 mit der Chameleon-Kamera von Point Grey, dem Baader Ha35-Filter und 2,2x Barlow 33 ms bei f/11 belichtet, 2011 mit Rotfilter aus dem LRGB-Satz Typ II von Astronomik bei ansonsten gleichen Bedingungen nur noch 15 ms. Das Verhältnis der Belichtungszeiten entspricht recht gut den Halbwertsbreiten 35 bzw. 85 nm der beiden Filter. 2015 waren es mit Rotfilter und ASI120MM nur noch 10 ms, siehe hier, habe allerdings keinen unmittelbaren Vergleich der Gaineinstellungen gegenüber den älteren Aufnahmen. Da der Durchlassbereich des Ha35 am langwelligen Ende des Rotfilters liegt, hat man vermutlich insbesondere mit größeren Teleskopen einen gewissen Vorteil beim Seeing.

Interessant der Vergleich der Marsbilder von Robert Schulz mit den unterschiedlichen Rotfiltern!

Dank und Gruß, Jan
RobertR Erstellt am: 17.10.2019 : 09:35:45 Uhr
Hallo Jan,
der 35 nm H Alpha Baader liegt in der Range des ca. 120nm R Baader Filters, aber in Richtung IR. Kannst Du noch nachvollziehen, wie sich das auf die Belichtungszeit auswirkt im Vergleich zu Rotfilter? Ich würde 4..5x länger vermuten. Bei RG610 Passfilter konnte Robert ca. x0,75 kürzer belichten. Kürzere Belichtungszeit hilft natürlich auch, aber Mars hätte ja genügend Licht. Demzufolge wäre der Filter auch interessant für Mars und verhältnismäßig günstig.

Bandfilter reduzieren die Effekte der Lichtstreuung. Das ist zur Beruhigung Seeing Vorteil, vor allem bei niedrigem Planetenstand ohne ADC. Gleichzeitig betonen sie verschiedene Oberflächendetails.
Hier nochmal ein Vergleich L(R)RGB zu L(RG610)RGB aus Hakos von Robert Schulz:



Mars mit Phobos am 27.07.2018 UT 22:44 bzw :47 Aufnahme Robert Schulz
Namibia/Hakos/IAS 23° 14' Süd, 16° 21' Ost, 1834 m über NN
Cassegrain Lomo/Kellner 500f9 verlängert auf f22 11100mm
L einmal mit Baader R (Bandfilter aus RGB Satz) und einmal mit RG610 Passfilter (klassischer Mars Rotfilter)
oben bzw. links für L R 1x 30 sec Aufnahme a´4000 Frames 25% Verwendung
unten bzw. rechts für L RG610 6x 30 sec Aufnahme a´4500 Frames je 30% Verwendung
Farbe aus selbem RGB - nicht relevant für Abbildungsdetails

Mit mehr Rotbildern wäre der Kontrast der Oberflächendetails mit Bandfilter R sicher auch noch besser (und Rauschen geringer), ist aber grundsätzlich bei IR-lastigem Passfilter RG610 deutlich höher. Dafür ist die Auflösung in R besser siehe z.B. Polkappendetails. Der Nachteil von Aufnahmen im IR ist das abnehmende Auflösungsvermögen. Bei gutem seeing und mittleren Teleskopen 10..14" () oder immer bei kleinen Teleskopen 6...8" würde ich von reinen IR-Filtern abraten. Da ist RG610 gute Option. Für große Teleskope sind reine IR-Filter eine Option zur Beruhigung Seeing. Die Extremform eines IR-Bandfilters wäre der Methanfilter - ist dann was für die 1 m Spiegel am Pic du Midi, in Chile oder Salzburg bzw. 0,7m Spiegel auf Gamsberg in Namibia.

LG
Robert

Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.38 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?