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Ü B E R S I C H T    
Timm Erstellt am: 23.04.2018 : 15:35:43 Uhr
Hallo Freunde der klaren Nächte,

ja, seit hundert Jahren hat es im April nicht mehr so viel geregnet wie in dieses Jahr.
Deshalb gab es nur fünf klare Nächte bei unserem Besuch auf Hotties Astrofarm. Die anderen acht Nächte waren bewölkt, davon fünf Tage und Nächte mit viel Regen.

Wir waren diesmal zu fünft: Stefan mit seiner Regine und Walter als Neulinge, Patrice zum 8. Mal und ich schon zum 13. oder 14. Mal.
Ich komme schon langsam nicht mehr nach mit dem Zählen!

Nach ruhigem Flug mit LH572, wo Regine und Stefan sich eine ganze Mittelreihe teilten und so gut schlafen konnten, kamen wir frühmorgens in Johannesburg an.
Hottie holte uns wie immer mit seinem Bulli ab und brachte uns sicher zur 400km entfernten Farm.
Nach dem obligatorischen Grillabend bauten wir unsere Dobsons auf und konnten gleich die Sahnestückchen des Südhimmels genießen.



Als erfahrener Südhimmelspechtler konnte ich den Neulingen gleich zum Anfang erst ein Staunen und dann ein Grinsen ins Gesicht zaubern.
Damit: der Orionnebel und der Pferdekopfnebel, dann Eta Carinae und Tarantelnebel, gefolgt von Omega Centauri und 47 Tuc.
Dann M83 und Centaurus A und gleich darauf M104 mit dem nahe stehenden Stargate.
Es folgten noch viele andere Objekte, die in kunterbunter Reihenfolge abgegrast wurden.
Das waren der Spiral Planetary NGC 5189, Jupiters Ghost NGC3342, NGC3132, der Eight Burst Nebula, Thors Helm NGC2359, Sirius A und B,
NGC2451 am Rand von M46 und das Leo Triplet und viele der Galaxien im Virgohaufen. Auch NGC3521 (Objekt des Monats April) wurde schnell gefunden
und bei hoher Vergrößerung konnte man viele Strukturen erkennen. Besonders aufgefallen war mir eine dunkle Kante nahe beim Kern und Andeutungen von Spiralarmen.
Es gab aber auch schöne Sternhaufen zu sehen, wie etwa das Schmuckkästchen oder NGC3532 mit seiner auffälligen Teilung in Pfeilform.
Mit Aufgang des Mondes ging erste Abend zu Ende und alle, müde von der Reise und den vielen neuen Eindrücken, fielen noch vor Mitternacht ins Bett.



Die Beobachtungen in der zweiten Nacht waren auch nicht schlecht, wurde aber mehrmals von durchziehenden Wolken unterbrochen.
Für die nächsten Tage drohte der Wetterbericht mit dicken Wolken, Gewittern und sogar mit Regen.
Leider sagten auch alle anderen Wetterberichte nichts Besseres voraus und wir wendeten nun Plan B an.
Eine Reise nach Namibia! Das hört sich nicht ungewöhnlich an, heißt aber im Einzelnen viele, viele Kilometer zu fahren.
Zuerst 540km nach Augrabis zu den Oranje-Wasserfällen, dann mehr als 500km auf Sandpisten nach Ai Ais in Namibia, dann 90 km zum Fishriver Canyon
und wieder zurück nach Augrabis und weiter zur Farm. Mit drei Übernachtungen sollte das gut zu schaffen sein und das Wetter auch sollte wieder astrotauglich sein.

Es kam aber etwas anders als gewünscht! Hotties VW-Bulli machte Zicken: gleichzeitig einen Plattfuß und ein Warnton wegen zu wenig Kühlwasser.
Das alles 60 km vor Ai Ais und mindestens 60km von jeder anderen menschlichen Behausung entfernt.
Mit einer Ausnahme: eine Farm etwa einen Kilometer weiter, zu der wir mit ausgeschaltetem Motor gerade noch hinrollen konnten.
Dort stellten wir fest, dass die Wasserpumpe den Geist aufgegeben hatte. Das nachgefüllte Kühlwasser kam unter dem Bulli gleich wieder heraus geflossen.
Der nette namibische Farmer lieh Hottie seinen zweisitzigen Pickup und so kamen wir, einer bei Hottie vorne und vier hinten auf der Ladefläche doch noch in Ai Ais an.

Das ist ein staatliches Resort mit absoluter Alleinlage und mindestens 100km von Ortschaften entfernt.
Eine heiße Quelle mit Heilwasser, das in einem großen Schwimmbecken auf Badewannentemperatur herunter gekühlt wird, lädt zu angenehmen Aufenthalt ein.
Man hält es locker eine halbe Stunde oder noch länger aus! Angeblich hat man danach keine Gliederschmerzen mehr!

Hottie fuhr den Pickup zurück, übernachtete bei dem netten Farmer und ließ am nächsten Tag von einem Notdienst die per Nachtexpress gelieferte Wasserpumpe einbauen.
So kam Hottie am Nachmittag mit repariertem VW-Bulli in Ai Ais an. Da der Tag noch lang war, fuhren wir zum Fishriver Canyon und konnten dieses Naturwunder sehr gut bewundern.
Ein Abendessen im legendärem Conyon Roadhouse beendete den aufregenden Tag.
Noch eine Übernachtung in Ai Ais und wir machten uns auf den Heimweg.

Die nächste Übernachtung war wieder in Augrabis, wo wir am nächsten Morgen feststellen mussten, dass die neue Wasserpumpe nicht viel besser war als die alte!
Es piepste, Wasser wurde nachgefüllt und nach hundert kilometern piepste es wieder, Wasser wurde nachgefüllt und nach weiteren 100 km piepste es wieder, Wasser wurde nachgefüllt.
Die nächstgrößere Stadt mit VW-Werkstatt war Upington. Dort wurde etwas an der Pumpe herumgeschraubt und so schafften wir den Rest der Strecke bis zur Farm.

Das Wetter war leider immer noch nicht gut für uns Astronomen und so planten wir noch einmal um.
Regine, Stefan und Patrice wollten noch eine Pilanesberg-Safari machen und das hat sich auch gelohnt!
Unglaublich viele Tiere und sogar ein Leopard konnten gesichtet werden, während die Zurückgebliebenen sich auf der Farm im Regen die Zeit mit Astroliteratur vertreiben mussten.

Der Wettergott hatte nun ein Einsehen und der Farmer genug Wasser von oben, so dass er richtig happy war.
Des Farmers Freud ist des Spechtlers Leid!

Die letzten drei Nächte waren dann so schön, dass wir auch richtig gut beobachten konnten. Seeing sehr gut, Durchsicht sehr gut, kein Wind aber leider etwas feucht,
was nach dem vielen Regen kein Wunder ist!
Der Mond war weg und so konnten wir die gesamte Nacht auch nützen. Manche mehr, manche weniger...
Nach Mitternacht standen nun Skorpion und Schütze fast im Zenith, so dass man optimale Bedingungen für das Beobachten in der Mitte unserer Galaxis hatte.



Wir zappten uns durch dutzende von Kugelhaufen, schwelgten in Mitte der Milchstraße in Myriaden von Sternen, Sternhaufen, Dunkelnebeln und planetarischen Nebeln.
Natürlich wurde auch der "Eiffelturm" wiedergefunden, der in der Sternwolke M24 zu sehen ist. Ein Asterismus, den ich im letzten Oktober zufällig gefunden hatte.
Die Planeten Jupiter und Saturn waren jetzt die Favoriten und bei gutem seeing konnte man unglaublich viele Detais erkennen.
Mars stand auch sehr hoch, war aber mit unter 10" Durchmesser noch viel zu klein, um Details gut zu erkennen.

Die letzen Nächte waren dann so schön, dass die Aufregungen und Regentage schnell vergessen waren.
Und schon im Juli sind Patrice und ich mit anderen Spechtlern wieder bei Hottie.
Dann aber bitte mit klaren Nächten ohne Ende!

cs
Timm

D I E    8   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Timm Erstellt am: 29.04.2018 : 20:49:17 Uhr
Huch, lieber Patrice,

noch ein Franzose mehr? Das wird aber langsam unheimlich!
Bald werden sie in Überzahl sein und uns Deutschen die besten Plätze streitig machen.

Na ja, es dürfen schon ein paar mehr sein, wenn sie alle so umgänglich sind wie du.

cs
Timm
Rastaban Erstellt am: 29.04.2018 : 17:33:28 Uhr
Hallo Timm,

dein Titel passt haargenau aber der Beweis ist da dass man auf Hotties Farm die Zeit anders tot schlagen kann, sogar wenn das Wetter für einmal kein richtiges Astrowetter wie gewünscht war. Wir sind viel gereist, haben tolle Landschaften gesehen, sehr nette Personen getroffen und dazu noch überraschende Abenteuer erlebt. Was will man mehr? Die blühende Wüste und den Fish River Canyon in grün und gelb werde ich nie vergessen. Und die beschränkte Anzahl an klaren Nächten haben wir trotzdem völlig ausgenutzt. Wenn man deinen ausführlichen Bericht liest, muss man zugeben dass unsere Teleskope wieder kräftig gedampft haben!
Übrigens waren wir auch eine fröhliche lustige Bande, es gab immer was zum Lachen

Nur noch 66 Tage und wir fliegen wieder dorthin... mit noch einem Franzosen mehr!

Beste Grüsse,
Timm Erstellt am: 25.04.2018 : 14:49:34 Uhr
Hi Robin,

ja, ich bekomme schon beim Schreiben wieder Fernweh nach dem Südhimmel.
Aber im Juli bin ich ja wieder dort... dann bei garantiert besserem Wetter!
Wann treibt es dich wieder nach Südafrika?

Der Spiral Planetary ist in meinem Kopf fest gespeichert. Den finde ich in 5 Sek!
Er ist immer im Programm, wie die anderen Knaller auch.

cs
Tmm
Robin Erstellt am: 24.04.2018 : 21:18:33 Uhr
Hallo Timm,

da bekommt man ja schon wieder Fernweh, wenn man das liest! :-)
Das ist ja das tolle an der Gegend, dass man außer Astronomie noch so viele andere Sachen machen kann. Und die Geschichte mit der defekten Wasserpumpe hört sich ja wirklich abenteuerlich an! Wie gut, dass ihr dann doch noch weiterfahren konntet!
Und toll, dass ihr auch den Spiral Planetary Nebula angeschaut hattet, den fand ich im Februar auch ziemlich beeindruckend.

Clear skies

Robin
BenN Erstellt am: 24.04.2018 : 20:54:01 Uhr
Hallo Timm,

genauso wie Haley hab ich deinen schönen Bericht auch schon mit einem Seitenblick auf unsere eigene Reise zum Hottie gelesen. Ich hab auch schon richtig Lust drauf, mit dem Fernrohr in den südlichen Himmel einzutauchen - da gibt es für mich noch so viel zu erkunden, zumal mit einem 20-Zöller . Den Bericht über euren Namibiatrip fand ich auch sehr interessant.

Zitat:
Als erfahrener Südhimmelspechtler konnte ich den Neulingen gleich zum Anfang erst ein Staunen und dann ein Grinsen ins Gesicht zaubern


Hab ich gestern auch gemacht, und es war eine Gruppe von Senioren, der ich das Kreuz des Südens unter einem 6-mag Himmel gezeigt habe . Im Gegensatz zu euch hätte uns ein 20-Zöller aber gar nichts geholfen, denn es war der Himmel in unserem VSW-Planetarium .

Servus
Ben
Timm Erstellt am: 23.04.2018 : 23:28:57 Uhr
Hallo Haley,

ich kann deine Vorfreude gut verstehen. Bei mir ist die Vorfreude fast so schön wie der eigentliche Besuch.
Wenn man so wie du weiß, was einem am Südhimmel erwartet, ist das auch normal.
Diesmal hatten wir halt einfach Pech, aber trotzdem eine schöne Zeit.
Und Hottie hat sich gefreut wie ein Schneehund! Das Fressen für seine Rinder ist für lange Zeit gesichert.

Hallo Regengott-Walter,

wir sollten irgendwie daran arbeiten, dass du dich zum Sonnengott-Walter entwickelst.
Aber ganz so schlimm war es ja dann doch nicht, denn wir konnten jede Menge schöner Objekte sehen.
Den Cheerionebel habe ich, wie viele andere Objekte, einfach vergessen.
Der Bericht wäre auch deutlich länger geworden, wenn ich alles aufgezählt hätte.
Im Cheerionebel konnten wir ja die interessante Sternenkette sehen, die ich vorher so nur im 24-Zöller auf der Hakosfarm sehen konnte.
Aber jetzt weiß es ja jeder...

Cs
Timm

stardust3 Erstellt am: 23.04.2018 : 22:50:04 Uhr
Hallo Timm,

ja das war mal eine erlebnisreiche Reise - wunderbar. Haley, Du freust Dich zu recht vor, das wird bombig.

Ich zähle mich jetzt als Regengott, denn sobald wir da unten waren regnete es dort (sogar noch tief in Namibia!) und hier in Deutschland war anscheinend Bombenwetter zu Neumond, den Berichten nach zu urteilen. Jetzt gewittert es halt hier wieder und da unten gibt es kein Wölkchen mehr die nächsten 14 Tage ;-)...

Ich muss mal meinen eigenen Bericht zusammentippen die Tage.

Liebe Grüße,
Walter

PS: Den Cheerio PN hast Du nicht erwähnt ?!
haley Erstellt am: 23.04.2018 : 16:51:29 Uhr
Servus Timm,

mit stetig wachsender Vorfreude auf unsere Reise zum Hottie im September habe ich Deinen Bericht gelesen. M83, M104 und Jupiters Geist habe ich diese Woche auch im 16 Zoll Hodor gesehen. Ich liebe M83, auch wenn der bei uns so viel Federn lassen muß, weil er nur 10° hoch kommt, aber ich habe den ja schon ein paarmal im Zenit gesehen, einfach klasse! Kugelhaufen im Skorpion und Schützen habe ich in den letzten Spechtelnächten ebenfalls abgegrast, die Gegend um Antares mit M4 und 6144 gehört zu meinen Lieblingsecken. Wenn M4 im Zenit steht kann man den knapp mit bloßem Auge erkennen, da sieht man mal, wie hell der eigentlich ist. Und M22 ist für mich Nr. 3 der Hitliste der schönsten Kugelhaufen und der Einzige, der in Mitteleuropa noch sichtbar ist, die anderen zwei, Omega Centauri und 47 Tucanae habt ihr euch bestimmt wieder mal ausgiebig reingezogen.
Ich freue mich aber wirklich für Hottie und alle anderen Farmer, daß es mal gescheit geregnet hat. Wenn der Wassermangel in Südafrika bei uns schon in der Presse Thema ist, dann ist es wirklich schlimm. Da kann man nur hoffen, daß diese Regenzeit was gebracht hat. In Namibia war das z.B. beim Walter auch immer ein Riesen Thema. Ich persönlich habe nichts gegen einen durchwachsenen Tag, freue mich sehr, im Spechtelurlaub mal richtig ausschlafen zu können oder ohne schlechtes Gewissen eine Safari zu machen, die Gabi freut sich sowieso schon auf Ausflüge beim Hottie.

Gruß und CDS,

Haley

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