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Ü B E R S I C H T    
b_schaefer Erstellt am: 07.01.2018 : 22:54:54 Uhr
oder

Der lange Weg zum Borg 71FL Doppelrefraktor
(Achtung, viel Text!)

Hallo, ich bin Sebastian. Ich habe mir ein Fernglas zusammengebaut, welches zwar nichts Besonderes, aber vielleicht nicht ganz alltäglich ist. Hiermit möchte ich es vorstellen.
Die Vorstellung ist etwas lang geraten. Aufgrund der ungewöhnlichen Kompromisse für ein Astrogerät, zudem als Einstieg und Hauptgerät, hatte ich das Gefühl, das ‚Wieso’ und ‚Warum’ etwas genauer erklären zu müssen.
Die Kapitelüberschriften sollen es erleichtern, evtl. uninteressante Teile zu überspringen, wenn Euch zum Beispiel nur das Gerät interessiert.

Vorgeschichte

Astronomie fand ich zwar immer interessant und spannend, aber eine ernsthafte Beschäftigung damit hat sich nicht ergeben. Mehr Zeit floss in die Fotografie und dort habe ich auch sehr viel ausprobiert. Unter anderem Supertele-Fotografie, wobei ich da den Blick durch den Sucher immer spannender fand als die schlussendlich entstandenen Fotos.

Nachdem mir das klar wurde, war der Schritt zur Fernoptik nicht mehr weit. Nach ein paar ernüchternden Versuchen mit Monokularen (ich wollte es zuerst besonders kompakt) landete ich bei Ferngläsern.

Ein großer Fehler war es dann, mein erstes gutes Fernglas (8x42) auch mal Richtung Nachthimmel zu halten. Was für eine unglaubliche Anzahl von Sternen auf einmal zu sehen war! Und was war diese schwache geneigte Linie da an dem hellen Stern? Die Sternen-App auf dem Handy sagte, das wäre Jupiter und nach der Stabilisierung des Fernglases auf einem Stativ zeigte sich die erahnte Linie als Kette von Monden. Wahnsinn!

Also sollte ein größeres Glas her. Nach einigem Hin und Her (Austrittspupille gegen Vergrößerung) wurde es ein 12x50, Danke dafür nochmal an Andreas [vertigo]! Damit sieht alles noch etwas eindrucksvoller aus und dank Porro-Bauform lässt sich das Glas für mich fast genau so gut/schlecht/ruhig/wackelig halten wie mein schlankes Dachkant-8x42.

Tja, das Halten. Ohne Stativ macht das nach wenigen Minuten keinen Spaß mehr. Und dann bitte über Kopfhöhe. Und dann die Genickstarre, wenn es um zenitnahe Beobachtungen ging. Bald war klar, dass ich mich nach etwas anderem umsehen musste.

Motivation

Ein Grossfernglas ist immer noch etwas eher exotisches, insbesondere als Einstieg in die Astronomie. Ein Dobson, ein parallaktisch montierter Newton oder ein langbrennweitiger Fraunhofer sind immer noch deutlich üblichere Einstiegsgeräte. Wie bin ich also dazu gekommen?

Der wirklich begrenzende Faktor für mich ist Zeit. Mit drei kleinen Kindern bleibt ihren zwei berufstätigen Eltern nicht viel Zeit für Hobbies. Ein eigenes Auto brauchen wir hier in der Großstadt dank gutem ÖPNV nicht - und für den Transport eines Teleskops werde ich auch keines anschaffen. Balkon ist zwar vorhanden und nicht allzu klein, aber der beobachtbare Himmelsausschnitt ist doch eingeschränkt.

Ein eher stationäres Gerät kam also nicht in Frage. Beidäugiges Sehen war erwünscht, da war die Erfahrung vom Vergleich Kamera, Monokular, Spektiv gegen Fernglas noch sehr nachdrücklich in Erinnerung. Unkomplizierter Transport und Aufbau musste ebenfalls gegeben sein. So landete ich also bald beim Grossfernglas mit abgewinkeltem Einblick.

Weiter im nächsten Beitrag.
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
TGM Erstellt am: 23.04.2018 : 20:15:17 Uhr


Hallo Sebastian,

das ist sehr schön zusammengefasst. Der Stadthimmel, dann auch noch mit Zirren gab leider nicht viel her. Das Borg Bino ist schon ein tolles Dppelteleskop, das APM 70 mm ED halt eher ein Großfernglas zu einem moderaten Preis. Ich nutze eigentlich nur sehr selten Austrittspupillen unter 1 mm, auch bei anderen Teleskopen, insofern bin ich mit dem APM gut bedient. Der Mond war im Borg selbst mit den 2,5 mm Naglern noch passabel, keine Farbränder sichtbar, so wie man es von einer hervorragednden Optik erwarten darf. Da wäre schon interessant was man an Jupiter sieht wenn er viel höher als Samstag Nacht über dem Horizont steht.

beste Grüße

Thomas

p.s. trotz der mäßigen Bedingungen, ich fnad es nett, auch wenn die städtische Umgebung nicht die sonst typische Ruhe beim Beobachten bot
b_schaefer Erstellt am: 22.04.2018 : 23:17:13 Uhr
Hallo,

am Wochenende ergab sich kurzfristig die Möglichkeit zu einem kurzen Vergleich mit Thomas‘ 70er APM ED Apo Fernglas. Die Bedingungen waren sicher nicht optimal und der Vergleich erfolgte auch nicht sonderlich methodisch, dennoch möchte ich hier meine Eindrücke kurz schildern.

Die Geräte sind fast gleich groß, wobei das APM aber deutlich robuster dafür aber auch etwas pummeliger wirkt. Beim APM ist keine Zentralarm-Montierung eingeplant, daher war Thomas‘ Glas auf einer von ihm selbst versteiften Vamo Traveller Seiteneinarmgabel montiert, während meines ironischerweise auf der Zentralarmgabel des APM 100mm ED Apos sitzt. Darunter hatten wir jeweils Carbonbeine, wobei die Kurbelmittelsäule des Slik Pro 923 CF ein echter Komfortgewinn ist, wenn man ohne Astrostuhl beobachtet. Die Stabilität war sehr ähnlich: wenn man den Aufbau berührt, schwingt es deutlich, aber beruhigt sich schnell wieder. Anfahren und Fokussieren ist daher mit zunehmender Vergrößerung schwieriger, beim Beobachten geht es dann aber gut.

Einer der wenigen gravierenden Unterschiede zeigt sich bei der Okularwahl. Die Modularität der Borg/EMS-Lösung erlaubt auch 2“-Okulare. Meine 30mm-Umlenkspiegel vignettieren auch mit den neuen APM 30mm UF Okularen (ca. 72° sGF, ~ 38mm Feldblende) nicht sichtbar. Das ermöglicht in diesem Falle etwa 5,4° Feld bei rund 13-facher Vergrößerung mit sauber gezeichneten Sternen bis zum Rand.

Der erste echte 1:1-Vergleich war dann mit TeleVue Panoptic 24mm Okularen möglich, von denen wir beide ein Paar hatten. Der aufgehellte Stadthimmel zeigte da kein sonderlich kontrastreiches Bild und Unterschiede waren schwer auszumachen. Ich hätte einen leicht besseren Kontrast beim Borg/EMS-Glas gesehen, aber das könnte auch Einbildung gewesen sein.

Bei höheren Vergrößerungen haben wir wie gesagt nicht wirklich systematisch verglichen, sondern wollten auch verschiedene Okulare vergleichen. So sah der Himmel im Paar 6,5mm Baader Morpheus doch etwas eindrucksvoller aus als in den 7mm Vixen SSW, trotz etwas geringerem scheinbaren Gesichtsfeld. Das hat möglicherweise mit dem problemloseren Einblick zu tun. Die 4,5mm Morpheus am APM fielen aber doch sichtbar hinter ein Paar 4,3mm Antares W70 am Borg/EMS zurück. Das Bild zeigte bei Thomas jetzt Spuren von Farbe, auch eine generelle warme Einfärbung, die so in der kanadisch/japanischen Kombi nicht zu sehen war. Im Extremtest am Mond zeigten die 2,5mm Nagler in beiden Ferngläsern schon deutlich reduzierte Kontraste, im APM noch etwas grauer als im Borg-Bino. Aber unbenutzbar flau oder dekollimiert war auch das Bild bei Thomas nicht. Die Gläser sind durchweg nah beieinander.

Jupiter rettete dann noch einen ereignisarmen Beobachtungsabend und zeigte sich in beiden Gläsern im gleichen, für 70/71mm erwartbaren Detaillierungsgrad, also mit den zwei Haupt-Wolkenbändern. Thomas gefiel die kontrastreichere Darstellung in den 6,5mm Morpheus am besten, ich war mit den 3,4mm Siebert Star Splittern am zufriedensten. Wobei ich da vermute, dass tatsächlich die 4,5mm Morpheus nicht die Glanzstücke der sonst offenbar sehr guten Serie sind und andere Okulare evtl. auch den Eindruck bei ca. 90-facher Vergrößerung im APM noch verbessern könnten. Alles in allem keine schlechte Vorstellung des kleinsten APM-Grossfernglases mit Winkeleinblick!

Was bekommt man also für den etwa doppelten Preis des Borg/EMS-Binos im Vergleich zum APM? Die Möglichkeit, 2“-Okulare (bis zu einem gewissen Feldblendendurchmesser) zu nutzen, einen vielleicht leicht besseren Kontrast, sicher auch ein wenig bessere Optik mit der Möglichkeit, etwas weiter in die Übervergrösserung zu gehen und die individuelle Kollimierbarkeit. Dafür verzichtet man außer auf viel Geld auch auf eine größere Robustheit.

Ob sich das lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Ganz rational muss und sollte man ja auch nicht an eine solche Entscheidung herangehen, die Zufriedenheit mit der Lösung sollte im Vordergrund stehen.

Viele Grüße,
Sebastian





b_schaefer Erstellt am: 11.03.2018 : 11:36:58 Uhr
Hi Alex,

der Grund für die Länge ist sicherlich der Umstand, dass ja zum einen die EMS selbst geklemmt werden müssen und zum anderen noch Platz für Filter gelassen wird. Irgendwie dreht die Forensoftware das Bild, aber hier sollte man das erkennen:



Da könnte man etwas Material wegnehmen, aber nicht viel, wegen der Ringklemmung. Alternativ könnte man mit überschaubarem Aufwand ein ähnliches Teil herstellen (lassen) und die Messingringe übernehmen. Tamiji Homma (aktiv auf CN) hat sich ein EMS-Bino aus Svarowski-Spektiv-Objektiven bauen lassen und dafür kurze Okularadapter fertigen lassen.

Der generelle, einfache aber effektive Aufbau des 2“ Okularhalters ist vielleicht im folgenden Foto erkennbar:



Viele Grüße,
Sebastian

Nachtschwalbe Erstellt am: 10.03.2018 : 15:25:07 Uhr
Hallo Sebastian,
hab eine kleine Zwischenfrage zu den EMS :
hat es einen besonderen mechanischen Grund , daß die 2" Hülsen so lang sind ?
Könnte man die auch noch etwas abdrehen lassen ?
CS Alex
TGM Erstellt am: 09.03.2018 : 17:02:52 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: b_schaefer

Mein erster Versuch mit 2“-Okularen verlief so ... na ja.

Erstmal der Schock, wie riesig die Dinger (TS Paragon ED 30 mm) doch sind. Zwar leicht und dennoch sehr solide wirkend, aber schon ziemliche Brummer. Da kommen einem die Delosse schon fast wieder zierlich vor. Meine schlanke Nase passt nicht mehr zwischen diese Ofenrohre. Man merkt generell, dass die binokulare Nutzung nicht wirklich vorgesehen ist. Man müsste den Kopf schräg gegen das Okular halten, um bei herausgedrehter Augenmuschel nahe genug heranzukommen. Also Muschel ganz rein drehen, eine Strickjacke als Beobachtungstuch-Ersatz über den Kopf, Nasenwurzel angelehnt - so reicht der Augenabstand.

Während ich auf Anhieb die gegenüber liegende Wand im Wohnzimmer scharf stellen kann (ha, 35mm Fokusweg!), habe ich bei Unendlich Probleme. Also alle Schraubverbindungen nochmal nachdrehen und dann ist der fehlende Zehntel da. Scharf ist es trotzdem nicht so... Moment, kurz den Stern in die Mitte rücken und schon ist er scharf! Hm. Das, was man in der Fotografie als mittleres Feld bezeichnet ist schon nicht mehr prickelnd. Im äußeren Feld (oder auch erweiterter Rand) werden aus den Sternen kleine Feuerwerke. Blöde f/5,6! Hätte ich mal besser zwei lange FH zusammengeschraubt... So habe ich einen Schärfeabfall ab ca. 60% des Bildfeldes.

Tja, schade. Sichtbar vignettieren tun die Dinger trotz 35,x mm Feldblende zu 30 mm EMS-Spiegelgrösse nicht. Aber was nützen mir gut 5° Feld, wenn die knappe Hälfte davon unscharf ist. Da bleibe ich lieber bei guten 4° aus den 24er Panoptics. Transmission und Farbwiedergabe sind untadelig, immerhin. Und am f/12,9 Mak käme sicher auch der Rand wieder gut mit. Aber für ein Projekt, das in den Sternen steht, die Dinger aufheben? Ich weiß nicht. Damit wollte ich eigentlich entspannter auf den Mond schauen und nicht Pseudo-Weitfeld (1,7°).

Na mal drüber schlafen.

Gute Nacht,
Sebastian







Hallo Sebastian,

jetzt etwas ausführlicher, ich kann gut nachvollziehen, dass das Ergebnis frustig ist, sowohl vom Einblickverhalten als auch vom optischen Eindruck her. Durch die 30 mm Paragon habe ich nie geschaut, nur das 35 mm und das 40 mm, beide sind für mich binokular o.k. meine Augenabstand ist allerdings 2 mm größer als deiner, ob das den Unterschied macht?
Dann wundert mich dass die Randschärfe so mager ist, das 35 mm Okular hatte an f/6.5 zwar auch Randunschärfen, doch hielt sich dies - für meinen Geschmack - in Grenzen. Das 40 mm ist deutlich besser, allerdings auch dicker. Ich bin mal auf den Vergleich mit den den 30 mm APM UFF gespannt, jetzt wird es wärmer und hoffentlich kommen dann auch ein paar klare Nächte.

beste Grüße

Thomas
b_schaefer Erstellt am: 08.03.2018 : 23:35:03 Uhr
Ja, das geht. Man gewinnt nicht viel Platz, dafür mag man sich aber nicht mehr anlehnen. In Summe fand ich es mit Polster besser.

Viele Grüße,
Sebastian
TGM Erstellt am: 08.03.2018 : 23:07:09 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: b_schaefer

Hallo Holger,

der Gesamtdurchmesser des Okulars von 54 mm ist nicht das Problem. So gesehen ist das Paragon schön schlank. Aber die Augenmuschel hat beinahe den gleichen Durchmesser, vielleicht so 52-53 mm und das macht es für meine etwa 62 mm voneinander entfernten Augen schwierig.



Hallo Sebastian,

nur mal ganz kurz eingeworfen, kann man die Augenmuschel nicht entfernen? Beim 40 mm Paragon geht dies.

Gruß

Thomas
b_schaefer Erstellt am: 08.03.2018 : 22:46:25 Uhr
Hallo Holger,

der Gesamtdurchmesser des Okulars von 54 mm ist nicht das Problem. So gesehen ist das Paragon schön schlank. Aber die Augenmuschel hat beinahe den gleichen Durchmesser, vielleicht so 52-53 mm und das macht es für meine etwa 62 mm voneinander entfernten Augen schwierig.



Übrigens, für alle Freunde des verstellbaren Augenabstands: Die BB-130 wiegt nach meiner betagten Soligor-Küchenwaage ein knappes Kilo.

Viele Grüße,
Sebastian
Cleo Erstellt am: 08.03.2018 : 21:56:49 Uhr
Hallo Sebastian,

danke für den Bericht, auch wenn das nicht gerade erfreulich ist - jetzt weiß ich immerhin, was ich nicht nehmen werde, wenn ich mein 120/600-Bino mal fertigbekomme.
Ich würde es dann vielleicht mal mit den ES 28mm / 68° versuchen, das gibt 31.8 mm Feldblende bei 62 mm Außendurchmesser. Hab zum Glück knapp 70mm Augenabstand - das könnte doch gehen?

Vielleicht bekommen wir auch noch einen Bericht zu den 30mm von APM bei f/5, das wäre nochmal ein Ticken mehr Feld und AP.

Viele Grüße

Holger
b_schaefer Erstellt am: 08.03.2018 : 20:52:29 Uhr
Mein erster Versuch mit 2“-Okularen verlief so ... na ja.

Erstmal der Schock, wie riesig die Dinger (TS Paragon ED 30 mm) doch sind. Zwar leicht und dennoch sehr solide wirkend, aber schon ziemliche Brummer. Da kommen einem die Delosse schon fast wieder zierlich vor. Meine schlanke Nase passt nicht mehr zwischen diese Ofenrohre. Man merkt generell, dass die binokulare Nutzung nicht wirklich vorgesehen ist. Man müsste den Kopf schräg gegen das Okular halten, um bei herausgedrehter Augenmuschel nahe genug heranzukommen. Also Muschel ganz rein drehen, eine Strickjacke als Beobachtungstuch-Ersatz über den Kopf, Nasenwurzel angelehnt - so reicht der Augenabstand.

Während ich auf Anhieb die gegenüber liegende Wand im Wohnzimmer scharf stellen kann (ha, 35mm Fokusweg!), habe ich bei Unendlich Probleme. Also alle Schraubverbindungen nochmal nachdrehen und dann ist der fehlende Zehntel da. Scharf ist es trotzdem nicht so... Moment, kurz den Stern in die Mitte rücken und schon ist er scharf! Hm. Das, was man in der Fotografie als mittleres Feld bezeichnet ist schon nicht mehr prickelnd. Im äußeren Feld (oder auch erweiterter Rand) werden aus den Sternen kleine Feuerwerke. Blöde f/5,6! Hätte ich mal besser zwei lange FH zusammengeschraubt... So habe ich einen Schärfeabfall ab ca. 60% des Bildfeldes.

Tja, schade. Sichtbar vignettieren tun die Dinger trotz 35,x mm Feldblende zu 30 mm EMS-Spiegelgrösse nicht. Aber was nützen mir gut 5° Feld, wenn die knappe Hälfte davon unscharf ist. Da bleibe ich lieber bei guten 4° aus den 24er Panoptics. Transmission und Farbwiedergabe sind untadelig, immerhin. Und am f/12,9 Mak käme sicher auch der Rand wieder gut mit. Aber für ein Projekt, das in den Sternen steht, die Dinger aufheben? Ich weiß nicht. Damit wollte ich eigentlich entspannter auf den Mond schauen und nicht Pseudo-Weitfeld (1,7°).

Na mal drüber schlafen.

Gute Nacht,
Sebastian



TGM Erstellt am: 07.03.2018 : 20:25:02 Uhr
Hallo Sebastian,

das Orion Apex kannte ich noch gar nicht, es ist ja mit f/13 recht langbrennweitig. Was willst du denn damit beobachten?

Das Paragon 30 mm ist bestimmt eine gute Wahl, das 40 mm Pargon scheint mir das beste in der Klasse der noch 'schlanken' Okulare, da bin ich auf das 30 mm auch drauf gespannt.

beste Grüße

Thomas

b_schaefer Erstellt am: 05.03.2018 : 21:44:41 Uhr
Planen ist deutlich zu viel gesagt... Es käme auch im familiären Zusammenhang gerade nicht sonderlich gut an, ein größeres Projekt zu beginnen. Allerdings würden zwei Orion Apex 102mm leicht auf die BB-130 passen und wären mit meinen EMS-UM auch gerade noch dicht genug zusammen zu bringen, um meinen Augenabstand zu erreichen. Also könnte man das recht unaufwändig probieren, die Orions kosten auch nicht die Welt. Meine Zentralarmmontierung würde dann wohl aber nicht mehr dazwischen passen, daher wäre so eine seitliche Einarmmontierung besser.

Damit wir noch etwas mehr zu vergleichen haben, kommen übrigens zwei Paragon 30mm zu mir. Thomas M. Back wusste ja eigentlich auch, was er tat und so bin ich auf die optische Leistung gespannt. Die Transmission soll z.B. überdurchschnittlich gut sein, die Randschärfe hingegen ist sicher beim APM UF 30mm besser. Wir werden sehen.

Viele Grüße,
Sebastian
TGM Erstellt am: 05.03.2018 : 21:10:58 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: b_schaefer



Schwer ist die BB-130 nicht, allerdings für so ein kompaktes 70mm-Fernglas doch etwas überdimensioniert.

...

Welche Spiegelgröße hast Du denn in Deinen EMS? Das würde entscheiden, ob sich 2“ Okulare lohnen. Die Morpheus sind ja auch nicht gerade winzig, da könnte man sonst glatt darüber nachdenken. Ich habe jedenfalls noch ein Paar 2“-Halter nachgekauft, passende 30er Okulare sind im Zulauf.

Interessant finde ich, dass die Einarm-Elle scheinbar so gut funktioniert. Thomas (TGM) hat für sein 70mm Glas seine Vamo Traveller ja etwas modifiziert um sie steifer zu machen. Wenn die Elle da besser ist und man die EMS scheinbar einfach durch Rohrstücke erweitern kann, käme vielleicht meine nächste Projektidee, der Doppel-Mak, wieder in greifbarere Nähe.

Viele Grüße,
Sebastian



Hallo Sebastian,

vorweg, mich würde auch mal interessieren, was die BB-130 wiegt.

Zu den Montierungen, ich habe manchmal den Eindruck, dass die Beschreibungen wie stark sie schwingen sehr subjektiv sind, hierüber die Vamo Traveler mit einem 6" Mak

https://www.cloudynights.com/topic/580728-vamo-traveler-on-a-gitzo-tripod-grab-go-nirvana/

oder auch mit einem 4" Apo:

https://www.cloudynights.com/topic/503106-air-travel-mount-and-tripod-for-a-p-traveler/

dort wird sie sehr gelobt, Ausschwingzeiten von 2 sek werden genannt, mir scheint das etwas zu optimistisch.

Ich bereue es nicht die Vamo Traveler angeschafft zu haben, eine sehr schöne kleinen Montierung, doch ich hatte mir ein noch etwas besseres Ausschwingverhalten gewünscht, deshalb habe ich sie verstärkt. Wie gut die verschiedenen Montierungen sind, kann man glaube ich nur im direkten Vergleich feststellen, leider zeigen diese einfachen Montierung meist unübersehbare Konstruktionsschwächen.

Schließlich, du planst ein Mak-Bino?

beste Grüße

Thomas
TGM Erstellt am: 05.03.2018 : 20:40:18 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: Klotzi

Hallo Sebastian,

angeregt durch deinen Bericht habe ich mich entschlossen aus zwei 70 mm TS IN ED ein kompaktes, reisetaugliches Bino zu bauen. Bericht siehe hier: http://blackskynet.de/70bino.html





Hallo Thomas,

ein schönes kleines Binocularteleskop hast du da gebaut, es wir am Südhimmel bestimmt viel Freude bereiten, kann mir vorstellen, dass besonders die Kombination mit dem Morpheus 17,5 mm viel Spaß macht!

beste Grüße

Thomas
b_schaefer Erstellt am: 05.03.2018 : 17:49:36 Uhr
Hallo Thomas,

sehr schönes Projekt! Ein gelungenes, Gerät finde ich.

Schwer ist die BB-130 nicht, allerdings für so ein kompaktes 70mm-Fernglas doch etwas überdimensioniert. Funktional ist sie schon super, auch mit der Möglichkeit, sie auf einer parallaktischen Montierung zu nutzen. Aber durch die hohe Flexibilität ist sie eben auch etwas unhandlich. Ich hätte Lust, da mal selbst konstruktiv Hand anzulegen, aber derzeit überhaupt keine Zeit dafür.

Welche Spiegelgröße hast Du denn in Deinen EMS? Das würde entscheiden, ob sich 2“ Okulare lohnen. Die Morpheus sind ja auch nicht gerade winzig, da könnte man sonst glatt darüber nachdenken. Ich habe jedenfalls noch ein Paar 2“-Halter nachgekauft, passende 30er Okulare sind im Zulauf.

Interessant finde ich, dass die Einarm-Elle scheinbar so gut funktioniert. Thomas (TGM) hat für sein 70mm Glas seine Vamo Traveller ja etwas modifiziert um sie steifer zu machen. Wenn die Elle da besser ist und man die EMS scheinbar einfach durch Rohrstücke erweitern kann, käme vielleicht meine nächste Projektidee, der Doppel-Mak, wieder in greifbarere Nähe.

Viele Grüße,
Sebastian










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