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 OdM Januar 2018 - NGC 1333 und NGC 1499

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Ü B E R S I C H T    
ReneM Erstellt am: 28.12.2017 : 12:06:31 Uhr
Liebe Stern- und Nebelfreunde,

für das OdM im Januar wollen wir (Christopher und Rene) einen etwas ungewöhnlichen Schritt wagen und Euch eine Nebelregion in Perseus präsentieren,
deren Objekte in einer besonderen Beziehung zueinander stehen.
Beziehungsexperte Christopher hat hier einige interessante Zusammenhänge herausgearbeitet, die die Beobachtung in dieser Region durchaus noch reizvoller machen können.

Für alle Ungeduldigen zäumen wir das Pferd von hinten auf und beginnen zunächst mit den beiden in der Überschrift genannten Objekten.


NGC 1333 / Sternbild Perseus / R.A. 03h28m55s / Dekl. +31°22'12"

Bildquelle: CCD-Guide - Robert Pölzl

Diese chaotisch aussehende Nebelregion ist einer der aktivsten Orte der Sternentstehung innerhalb von 1.500 Lichtjahren Abstand zu uns.
NGC 1333 selbst umhüllt den Teil eines extrem jungen Sternhaufens mit mehreren hundert Mitgliedern, die weniger als eine Million Jahre alt sind.
Auf dem Foto oben liegt unmittelbar südlich des Nebels eine staubige Region, in denen viele kleine rötliche Nebel (Herbig Haro-Objekte) zu erkennen sind.

Der Reflexionsnebel wurde 1855 vom deutschen Astronom Eduard Schönfeld mit einem 3,1"-Fraunhofer-Refraktor entdeckt.
Wenn das kein Ansporn für uns ist, es auch mit kleinen Öffnungen zu probieren …
Interessant wird der Nebel für Öffnungen ab 8", dann zeigen sich erste Details.
Ab 12" sollten die hellsten Herbig Haro-Objekte HH 12 und HH 7-11 südlich in Reichweite kommen.


NGC 1499 / Sternbild Perseus / R.A. 05h42m56s / Dekl. +21°22‘06“

Bildquelle: CCD-Guide - Franz Klauser

Gut 7° nordöstlich von NGC 1333 steht der bei Fotografen beliebte und bei Visuellen berüchtigte Kalifornien-Nebel NGC 1499.
Verantwortlich für diesen riesigen Emissionsnebel ist der 40' südlich stehende 40.000°C (oder Kelvin, das ist egal bei der Temperatur ) heiße Stern Xi Per,
auch bekannt unter dem Eigennamen Menkib. Dieser ist ein sogenannter Runaway-Star mit 50 Sonnenmassen, der vor 1 Mio. Jahren seinen Geburtsort im Zentrum
einer Sternassoziation verlassen hat und nun den dichteren Teil einer großen Molekülwolke ionisiert und so eine 60 Lichtjahre große HII-Region sichtbar gemacht hat!

Unter Visuellen berüchtigt ist der Nebel vor allem, weil er vermeintlich schwer zu beobachten ist. Ist er aber keineswegs …
Wir konnten NGC 1499 mit dem Fernglas und Filtern vor den Okularen erhaschen. Mindestens ein H-Beta-Filter sollte aber dabei sein.
Richtig interessant wurde der Nebel im Großfernglas mit zwei H-Beta-Filtern.
Wir haben zudem die Erfahrungen gemacht, dass in Teleskopen eine möglichst große AP - mitunter auch über 7 mm - sinnvoll ist und …
… na klar, H-Beta-Filter ist und bleibt weiterhin Pflicht.
Damit zeigten sich uns mit 8" bereits erste Helligkeitsunterschiede im Nebel.
Mit 12" konnten wir ein Meer aus feinen Strukturen ausmachen.
Field Sweeping quer zum Nebel kann mitunter sehr hilfreich sein.

Nun aber von den kleinen Objekten zu den großen Zusammenhängen in unserer Galaxis … hier zunächst eine Übersicht über die Nebelregion im Sternbild Perseus:

Bildquelle: Rene Merting

Beide Nebel NGC 1333 und NGC 1499 sind Mitglieder der 6 Millionen Jahre alten Sternassoziation Perseus OB2, die im Verhältnis zu den meisten anderen OB-Assoziationen
recht nah zu uns in nur 900 Lichtjahren Entfernung im lokalen Orion-Arm der Galaxis liegt und dadurch eine riesige Ausdehnung am Himmel von 10° x 10° hat.

Supernovae und Sternwinde in Per OB2 treiben die expandierende Hülle einer Superblase in das interstellare Medium.
Am nördlichen Rand dieser Superblase bringt der „entlaufene“ Stern Xi Per den Kalifornien-Nebel zum Leuchten.
Der Kalifornien-Nebel ist also nur ein angeregter Teil einer viel größeren Struktur!

Der Überriese Zeta Per (Atik) liegt nahe am Zentrum von Per OB2, daher wird die Assoziation manchmal auch "Zeta-Persei Assoziation" genannt.
Von dieser Gegend aus wurde Xi Per, der anregende Stern des Kalifornien-Nebels, herausgeschleudert.
Wenn wir uns den Krümmungsradius des Kalifornien-Nebels und die Lage von Xi Per und Zeta Per betrachten, wird der Mittelpunkt der Assoziation sehr anschaulich.

Gegenüber am südwestlichen Rand der Assoziation bringt NGC 1333 neue Sterne hervor in einem Gebiet, das von ganz anderem Charakter ist als jener des Kalifornien-Nebels.
Von der Mitte der Assoziation nach Westen erstreckt sich nämlich in einem 5° langen und 1,5° breitem Band die Perseus-Molekülwolke, welche viele Dunkelnebel enthält.
Diese Molekülwolke ist der Ort aktueller Sternentstehung in der Assoziation. Am östlichen Ende der Molekülwolke liegt in IC 348 ein ganz junger Sternhaufen.
Am westlichen Ende findet in NGC 1333 sehr aktive Sternentstehung statt, umgeben von den unauffälligeren Barnard 202-206, die einen Ring von kompakten
Dunkelnebeln (dense cores) mit Sternbildung im Innern bilden.

Visuell lohnenswert innerhalb der Perseus-Molekülwolke sind neben NGC 1333 und IC 348 auch die Dunkelnebel Barnard 1, 4 und 5.
Für diese ist es wichtig, neben genug Öffnung (wobei ein Groß-Fernglas reichen kann) auch ein großes Sehfeld zwecks Einrahmung zu haben.

In diesem Sinne neblige Grüße

Christopher und Rene
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
eike68 Erstellt am: 29.10.2018 : 07:58:23 Uhr
Hallo Christopher,

ich weiß nicht, ob es für Deine Zusammenfassung bezgl. der Sichtbarkeiten von Interesse ist, aber ich möchte folgende Beobachtung beisteuern:

Datum:13.10.2018; ca.02:00 MESZ
Bedingungen: normaler Landhimmel (SQL am Pol ca. 21,4 - 21,6m) / zum Horizont zunehmender Dunst
Instrument: Nachtsichtgerät (PVS-14 mit Photonis Echo+) 1-fache Vergrößerung
Filter: Baader H-alpha 7nm
Objekt: NGC 1499 ist problemlos zu erkennen; das Objekt erscheint hell und hebt sich auffallend vom Hintergrund ab; die markante Form ist sofort zu erfassen

cs eike
C.Hay Erstellt am: 25.10.2018 : 10:13:46 Uhr
Hallo Werner,

Ja, Perseus ist wieder da! Ich habe mich ebenfalls wieder auf den Kaliforniennebel NGC 1499 gestürzt, nun mit Handferngläsern und H-Beta vor den Objektiven:

2x Opernglas mit 2-Zoll Astronomik H-Beta Filter vor beiden Objektiven, guter Landhimmel >6m0 im Urlaub:
Der Nebel war eindeutig vorhanden mit direktem Sehen, aber nur ein extrem diffuser Fleck.
In der selben Nacht, 10x42 Fernglas mit den 2-Zoll Astronomik H-Beta Filter vor beiden Objektiven: Nun sah ich freihändig und direkt einen bananenförmig gekrümmten Nebel, der fast so lang war wie der Abstand von Omicron zu Zeta Per. Dort wo der Nebel dem anregenden Stern Xi Per am Nächsten steht war er am Dicksten – im Osten unbestimmt auslaufend, im Westen relativ abrupt endend.

Von dieser relativ einfachen Sichtung im gefilterten 10x42 unter gutem Landhimmel angeregt, habe ich einige Tage später unter meinem Vorstadthimmel zuhause bei 5m0 und mäßiger Transparenz die Sache versucht. Die Bedingungen können als extrem (schlecht) für diesen Nebel bezeichnet werden: Nur Omicron und Xi Per waren gut mit bloßem Auge zu halten, im Dreieck Omicron-Zeta-Xi Per jedoch keinerlei weitere Sterne, auch nicht in der direkten Umgebung. Die Horizonthöhe des Zielgebiets war 30° und damit an meinem Standort noch in der kombinierten Lichtglocke von Darmstadt und Frankfurt stehend. Und dennoch: mit 2-Zoll Astronomik H-Beta Filter vor beiden Objektiven war der Kaliforniennebel sehr diffus aber immerhin vorhanden – der Anblick war jenem im 2x Opernglas mit H-Beta einige Tage zuvor unter >6m0 Alpenhimmel sehr ähnlich. Fand ich schon mal sehr zufriedenstellend angesichts der Bedingungen.

Ich kann aus den vielen Beiträgen zu diesem Thread für die Fernglasbeobachtung des Kaliforniennebels NGC 1499 Folgendes zusammenfassen:
Ungefiltert sind die kleinsten Öffnungen, mit denen der Nebel erfolgreich beobachtet wurde, 10x50 (Uwe Glahn unter 7m0 Himmel) und 8x56 (Robin unter 6m5 Himmel).
Mit H-Beta ist der Nebel auch im kleinsten Fernglas auszumachen, z.B. 2x Opernglas unter 6m0 Himmel oder 10x42 unter 5m0 Himmel (meine Beobachtungen), unter besserem Himmel wird er im Feldstecher richtig eindrucksvoll.

Grüße, Christopher


Werner_B Erstellt am: 24.10.2018 : 20:37:13 Uhr
Hallo Christopher und Rene

Wollte mal Euer OdM Januar2018 (nach dem Schlechtwetter im Frühjahr) wieder in Erinnerung bringen.
- Man (n/Frau) kann wieder!

Schon im Übersichtsokular ist ein Stern mit großem Halo erkennbar. Die längliche Region kommt erst mit Vergrößerung
zum Vorschein. Bei 140x kann schön die hellere Region ( in der Verlängerung zum hellen Stern ) herausgearbeitet werden.

NGC1333 / das Halo, wo immer länger wird

Das noch einige Ergebnisse kommen

Viel Grüße
Robin Erstellt am: 17.03.2018 : 15:02:08 Uhr
Hallo zusammen,

endlich war mal wieder klarer Himmel... :-)
So konnte ich die beiden Objekte mal wieder anschauen. Hier sind meine Beschreibungen und Skizzen:


NGC 1499:

Sehr eindrucksvoll wirkte dieser Emissionsnebel im 8x56 Feldstecher. Ich beobachtete mit verschiedenen Filtern bzw. ohne Filter. Ohne Filter konnte ich die Konturen des Nebels bereits gut erkennen, jedoch recht kontrastarm. Mit O-III-Filter stellte ich keine Verbesserung fest. Mit UHC-Filter war der Kontrast zum Himmelshintergrund deutlich besser. Dies ist allerdings ein Objekt, für das der H-beta Filter ideal ist. Mit 8x56 Feldstecher und H-beta Filter sah ich die gleichen Umrisse wie ohne Filter, allerdings wirkte der Nebel nun richtig hell vor dunklem Hintergrund.

Anschließend beobachtete ich den Nebel mit dem 12“-Dobson bei 49x Vergrößerung mit H-beta Filter. Entlang der längeren Seite war der Nebel viel länger als das Gesichtsfeld, so dass man einen größeren Himmelsbereich abscannen muss. Wer den Nebel unauffällig findet, hat evtl. eine Kombination aus Teleskop und Okular mit zu kleinem Gesichtsfeld verwendet (oder der Himmel ist nicht dunkel genug).
Eine Zeichnung verfasste ich dann am 8x56 Feldstecher mit H-beta Filter, weil ich damit eine bessere Gesamtübersicht hatte als am Teleskop.

Ich versuchte auch, den Nebel mit H-beta Filter vor bloßem Auge zu beobachten. Allerdings konnte ich mich nicht davon überzeugen, ihn zu sehen. Die visuelle Grenzgröße im Zenit war 6.5 mag.

In meinen Aufzeichnungen fand ich allerdings eine Beobachtung vom Februar 2007 an meinem damaligen Beobachtungsplatz in Colorado (Rocky Mountains). Bei 7.0 mag Grenzgröße im Zenit konnte ich ihn mit bloßem Auge und H-beta Filter sehen.





NGC 1333:

Auch wenn sich die HH-Objekte als zu schwierig herausstellten, mag ich solche Herausforderungen sehr. Man muss es halt einfach probieren.
Diesen Nebel beobachtete ich bei Vergrößerungen von 49x bis 275x ohne Filter im 12“-Dobson. Zunächst fiel mir eine Raute von 10-11 mag Sternen in einer recht sternarmen Region auf.

Das auffälligste an NGC 1333 war ein runder Nebelfetzen um einen 10.6 mag Stern, der Teil der erwähnten Raute war. Einen weiteren, weniger hellen Nebelfetzen konnte ich etwa 4‘ südwestlich davon erkennen. Diese beiden Nebelfetzen waren durch einen etwas größerflächigen Nebelschleier verbunden, der bei 49x Vergrößerung besser erkennbar war.

Östlich des 10 mag Sterns am „oberen“ Ende der Raute sollte HH 7-11 sein. Jedoch konnte ich nur einen 16.1 mag Stern etwas neben der erwarteten Position des HH-Objekts erkennen. HH-12 konnte ich ebenso nicht erkennen.

Ein 14.8 mag Stern (3UC 243-021378) bei RA = 03h30m28.05s, DE = +31°19’12.4“ trägt auf der monochromen Aufsuchkarte, die Rainer gepostet hatte, die Bezeichnung HH 346. Diesen konnte ich erkennen, jedoch ohne Nebel drumherum.




Clear skies, bis nächstes Wochenende :-)

Robin




Cleo Erstellt am: 14.02.2018 : 11:29:32 Uhr
Hallo zusammen,

ich habe den Kaliforniennebel gestern mit dem 8x42 und der Kombination H-Beta/UHC erfolgreich beobachtet, zwar relativ stadtnah, aber bei guter Transparenz und fast im Zenit stehend. Er zeigte sich als indirekt zu haltende, längliche Aufhellung, startend an einem Stern im Osten, nach Westen breiter werdend, sichtbar bis über das Sternpärchen am Südrand hinaus. Es war mir aber nicht möglich, irgendwelche Details zu erkennen.

An dieser Stelle jedenfalls danke nochmal, dass ihr mich motiviert habt, mein Fernglas endlich mal mit Filterhaltern zu versehen - macht wirklich Spaß. Weitere Beobachtungen mit der Kombination findet ihr hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=220401&whichpage=1#795307

Viele Grüße, Holger
oliva Erstellt am: 04.02.2018 : 20:00:16 Uhr
Hallo Leute,

Hier meine Beobachtung: Bei 40 fach als abgehende Fahne um einen recht hellen Stern zu erkennen. Kann bis auf 290 fach vergrößert werden. Optimale Vergrößerung allerdings bei 168 fach. Dann zeigt sich ein erdnussförmiger Nebel, begrenzt durch den hellen Stern und auf der anderen Seite durch einen deutlich schwächeren. Im Nebel sind recht einfach zwei weitere Sterne, sowie mit Mühe zwei weitere bzw. ein weiterer außerhalb, zu erkennen. Nach geduldiger Beobachtung zerfällt der Nebel in unterschiedlich helle Bereiche, wobei der hellste um den hellen Stern liegt mit einer nordöstlich abgehenden kleinen Fahne. Der Nebel erstreckt sich dann fast rund um den hellen Stern und läuft diffus südlich mit relativ scharfer Kante diffus auf das bereits erwähnte Sternenpaar zu. Von hier aus wird er wieder stärker, gebogen Richtung Südwesten, wo er auf die Begrenzung durch den etwa gleich Hellern Stern trifft, der wieder von einem helleren Nebelsegment hin Richtung dieser beiden Sterne zeigt, umgeben ist. Dahinter folgt eine kaum wahrnehmbare weitere Nebelkante. Zurück in Nordöstlicher Richtung zum hellen Stern hin verläuft der Nebel konkav und zeigt zwei helle Segemente. Insgesamt ist er auf dieser Strecke aber deutlich schwächer. Fast südlichwestlich steht ein heller Stern, der ebenfalls von Nebel umgeben scheint. Herbig-Haro Objekte nicht probiert, da viel zu schwach.



Teleskop: 14" f/4.6 Newton, Vergrößerung: 168x, Filter: -, Bedingungen: SQM-L 21.7, Ort: Weinberge über Puntagorda, Zeitpunkt: 19.01.2018.

Oliver
Canis lupus Erstellt am: 02.02.2018 : 20:57:44 Uhr
Hallo Forum,

Kommenden Sonntag Abend zwischen 19 Uhr bis 21 Uhr könnte es in meiner Region gehen, der abnehmende Mond noch nicht aufgegangen, das Sternbild Perseus ( samt dem Kalifornien Nebel) steht am frühen Abend noch hoch am Himmel ein kurzes Zeitfenster ist da wohl drin.

Bleibt nur die Wetterfrage....

Ich finde diesen "Sch***Nebel da im Sternbild Perseus schon noch ..früher oder später, naja und wenn nicht ..ist es auch wurscht.

Gehört ja irgendwie zum Reiz dazu, wenn man sucht und irgendwann vielleicht findet.

Sobald das Wetter es endlich zulässt werd ich es probieren.

Freundliche Grüße,




Canis lupus Erstellt am: 01.02.2018 : 20:46:18 Uhr
Hallo ans Forum,

NGC 1499 bleibt weiterhin auf meiner persönlichen Beobachtungsliste ganz oben, der California-Nebel, diesen endlich zu finden, bisher war es noch nichts.

Lag weniger an der Schwierigkeit und der ( wie ich jetzt ja weiß, auch sehr großen Fläche) dieses Objekts, wohl schwierig mit dem Teleskop und dem geringen Gesichtsfeld selbst mit Weitwinkelokularen, es lag bei mir auch an Zeit, aber noch mehr vor allem an Wettergründen.

Ich weiß ja nicht, vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, aber so ein trüber Herbst und Winter wie aktuell, ist schon aussergewöhnlich.

Vielleicht bilde ich es mir ein, aber von Ende Oktober über November, Dezember im letzten Jahr und im neuen Jahr der Jänner , bis nun erster Februar, waren die Bedingungen durchgehend fast nur schlecht.

Selten klare Nächte rund um Neumond, aber auch rund um Vollmond selten klare Nächte die letzten vier Monate.

Mal ein paar Nächte durchgehend hintereinander sternenklar ..oder wenigstens "mondklar" ( je nach Mondphase) seit Oktober sehr sehr selten.

Grau und trüb und niederschlagsreich, mehrheitlich Tag wie Nacht seit Oktober bis aktuell.

Hoffentlich wird das Frühjahr 2018 wettermässig irgendwann endlich mal etwas dauerhafter besser, immerhin dann noch am frühen Abend eine Chance, NGC 1499 doch noch zu erwischen.

Aber vielleicht bilde ich mir das nur ein und das Wetter war ja gar nicht sooo schlecht die letzten paar Monate..

Ich werds weiter probieren.


Freundlice Grüße


BenN Erstellt am: 20.01.2018 : 21:48:00 Uhr
Hallo miteinander,

den California-Nebel hatte ich im Lauf der Jahre immer wieder mal eingestellt, und konnte den auch schon im 5-Zoll Refraktor ohne Filter schwach ausmachen; und auch im 8x56 Feldstecher mit H-Beta Filter.

Letzten Samstag am Ammersattel hatte ich die Objekte auch im 10" Fünfling eingeplant, aufgrund von Schnee-Streulicht bei noch ungeschwärztem Fangspiegelrand konnte ich aber noch nicht auf die Jagd nach schwachen Details gehen. Hier aus meinem Bericht:

"... Den California-Nebel NGC 1499 konnte ich bei 45-facher Vergrößerung mit H-Beta Filter sehr deutlich erkennen, und mit klarer Differenzierung in unterschiedlich helle Bereiche. Gut zu sehen war der Reflexionsnebel NGC 1333 um einen 11mag-hellen Stern, sowie das "U" des lockeren Sternhaufens IC 348. Ich habe auch nach den umliegenden Dunkelnebeln gesucht, die kamen aber nicht sehr deutlich -wohl auch wegen vermindertem Kontrast aufgrund des Streulichtes."

Servus
Ben
Canis lupus Erstellt am: 18.01.2018 : 23:37:23 Uhr
Hallo Holger, vielen Dank für deine Antwort.

Das hilft mir schon sehr viel weiter.

Bisher bin ich leider nach wie vor (leider vor allem witterungsbedingt) noch nicht dazu gekommen, NGC 1499 nochmals zu versuchen.

Warte erst mal auf endlich besseres Wetter , bevor der bald zunehmende Mond da wieder einen Strich durch die Rechnung macht

Ohne störenden Mond müsste es „mein Himmel „ aber zulassen, dieses Objekt zu finden.

Allerdings habe ich nur dieses eine Teleskop, mein 12“GSO Dob mit 1500 mm Brennweite, ich besitze kein Zweitteleskop, also das mit den 600mm Brennweite fällt schon mal weg.

Auch mein 2“ 30mm Übersichtsokular hat „nur“ ein Feld von 68 Grad, leider nicht 82 Grad.

Der Rosettennebel passt da grade noch so rein, zuwenig aber wohl für so ein schwaches großflächiges Objekt wie den Kalifornien-Nebel zu wenig Gesichtsfeld.

Ich bin dann wohl mitten drin im Nebel , aber erkenne diesen nicht ?.

Ein Omegon 2 Zoll 32mm und ein 2“ 40mm Okular hätte ich dann sonst noch.

Oder eben noch ein 10x42 Swarovski „Habicht“ Fernglas.

Vielleicht gehts ja mit dem Fernglas und ich befestige mir „russisch“ auf der einen Seite den H Beta Filter und auf der anderen Seite den UHC Filter?

Auf jeden Fall muss erst mal das Wetter tauglich werden und vorerst will ich es zuerst doch noch mal mit dem Teleskop versuchen.

Danke für die Hilfe und nette Grüße.
Cleo Erstellt am: 17.01.2018 : 08:49:58 Uhr
Hallo Canis Lupus,

unter den von Dir beschriebenen Bedingungen sollte eine Beobachtung des Kaliforniennebels gut möglich sein.

Allerdings ist das Ding wirklich groß - das kannst Du Dir z.B. im Stellarium für Deine Teleskop/Okularkombination mal simulieren. Mit 1500 mm Brennweite und dem 30mm/82°-Okular füllt der Nebel die ganze Länge und mehr als 1/3 der Breite des Gesichtsfelds, da ist er auf jeden Fall nicht mehr so leicht zu erkennen. Falls Du keine 82° Feld hast oder eine höhere Vergrößerung verwendest, musst Du wahrscheinlich schon wild rumschwenken, um ihn zu identifizieren.

Besser wäre eine kürzere Brennweite (ich fand 600 mm optimal) oder gleich das Fernglas. Letzteres will ich auch mal noch ausprobieren.

P.S: Immer mit dem H-beta-Filter natürlich. Aber den hast Du ja.

Viele Grüße

Holger
Canis lupus Erstellt am: 17.01.2018 : 01:37:10 Uhr
Hallo,

Ich werd an NGC 1499, dem Kalifornien-Nebel weiter dranbleiben, irgendwann werd ich dieses Objekt auch finden und beobachten können.

Bisher bin ich trotz H Beta Filter gescheitert - hatte aber in letzter Zeit auch wenig Gelegenheit dazu, NGC 1499 zu versuchen und leider das wechselhafte Wetter dazu..

Aber, ich bleib da hartnäckig, auch weil mich das etwas ärgert , wenn ich ein Deep Sky Objekt einfach nicht finde , erst recht wenn ich mit bloßem Auge eigentlich sehen kann wo das Objekt sich befindet.

Ich seh ja diesen „Fuß“ des Sternbilds Perseus und den sehr hellen Stern Menkib direkt unterhalb von NGC 1499 bei meinen Himmelsbedingungen mehr als deutlich mit bloßem Auge .


Vielen Dank für eure Tips, der Kalifornien-Nebel ist ja ein sehr flächiges Objekt wohl besser , wie ihr schreibt vielleicht mit Fernglas da ran als mit dem Teleskop.

Oder wenn doch mit dem Teleskop dann nur mit sehr niedriger Vergrößerung.

Ich probier’s mal mit Filter und dem 2 Zoll 30mm Okular( ist auch mein Übersichtsokular)

Hab zur Not auch noch ein 2er 32mm und ein 40mm Okular.

Auf jeden Fall werd ich es weiter versuchen.


Nochmals danke für die Tips.

freundliche Grüße

C.Hay Erstellt am: 10.01.2018 : 21:03:16 Uhr
Lieber Mathias,

vielen Dank für Deine schöne Beschreibung von IC 348 und des umgebenden Nebels. Irgendwie ist dieser Haufen/Nebel mein Lieblingsobjekt in der Assoziation Per OB2. Das hat auch damit zu tun, dass er in der Mitte der Assoziation sitzt und dies der einzige Sternhaufen in Per OB2 ist. Ich fand Deine Bemerkung besonders interessant, dass Omicron Persei nicht stört, sondern die Szenerie bereichert. Genauso geht es mir auch!

Mit dem 6-Zöller verwende ich die Nebligkeit um IC 348 gerne als einen Indikator der Himmelstransparenz. Dabei achte ich besonders gerne auf den Kontrast zum direkt südlich angrenzenden Dunkelnebel Barndard 4. Mit dem 6-Zöller, unter richtig klarem Himmel auch mit dem 25x80 Fernglas, ist es faszinierend, den direkten Übergang zwischen dem Dunkelnebel, der in so einem kleineren Gerät deutlich größer als 1/2 Grad wirkt, und dem an der Grenze der Wahrnehmung schimmernden Emissionsnebel zu sehen. Ich will gar nicht schwören, dass ich den Emissionsnebel im 25x80 Fernglas wirklich sehe, im 6-Zöller aber wird deutlich, dass da mehr ist als der Sternhaufen.

Uwe, danke für Deine total systematische Durchmusterung von NGC 1333 und 1499 mit allerlei Öffnungen und Filterungen.

Ich möchte die Mitlesenden hier ermuntern, NGC 1499, den Kaliforniennebel, auch unter vorstädtischen Bedingungen mit Fernglas plus Filter zu probieren. Es braucht keinen Alpenhimmel! Ich hatte im November eine sehr starke Sichtung im 18x80 Fernglas mit H-Beta vor beiden Okularen, obwohl mein Standort in der Rheinebene zwischen Frankfurt und Heidelberg alles andere als optimal ist. Der Nebel erschien 2 Grad lang. Er ist daher wirklich ein Objekt, das in seiner Gesamtheit erst mit Sehfelder von 3 Grad und mehr zur Geltung somit, somit in Ferngläsern. Ich werde mit einem 10x42 Fernglas mit H-Beta vor den Objektiven rangehen, sobald es hier mal einen klaren, mondlosen Himmel gibt. Ran an die Ferngläser!

CS, Christopher
Moonchild_27 Erstellt am: 09.01.2018 : 05:13:31 Uhr
Am Sonntagabend begab ich mich in die Nähe von Omikron Persei, um mir IC 348 ausgiebig anzuschauen. Im Westhavelland habe ich mit 10" beobachtet unter einem sehr transparenten Himmel.

IC 348 (10 Zoll)

Transparenz: sehr gut, Seeing: ok

Mit 40-fach wurde zunächst südlich von omi Per eine U-förmige Kette aus 6 Sternen sichtbar, die mit einem hellen und engen Sternpaar auf der Nordost-Seite begonnen hatte. Beim Vergrößern auf 90-fach wurden um die Kette noch weitere Sterne sichtbar. Der umliegende Reflexionsnebel vdB 19 war am besten um das helle Sternpaar herum zu sehen, war aber deutlich nach Südwest verschoben. Diesen Teil des Nebels konnte ich auch knapp direkt halten und er setzte sich nach Südost durch einen schwachen gebogenen Nebel fort, der indirekt recht gut haltbar war. Die nach Osten geöffnete U-förmige Sternkette wirkte dadurch geschlossen. Bei dieser Vergrößerung war das Szenario zusammen mit omi Per im gleichen Gesichtsfeld gut zu sehen. Der strahlend helle 4 mag helle Stern hat mich beim Erfassen der hellsten Nebelbereiche von vdB 19 nicht gestört und wirkte hingegen sehr dekorativ. Beim weiterer Vergrößerung auf 130-fach bestätigten sich die Eindrücke des Reflexionsnebels. Auf der östlichen Seite blitzten bei dieser Vergrößerung noch zwei weitere sehr schwache und schwer greifbare Sterne heraus. Dadurch konnte ich vom Sternhaufen IC 348 dreizehn Sterne erfassen.

Ein sehr interessantes und fazinierentes Objekt, ganz klare Empfehlung.

Zeichnung 10 Zoll, Kleßen-Görne (Westhavelland)



Liebe Grüße
Mathias

glahn Erstellt am: 03.01.2018 : 14:27:07 Uhr
Hallo Christoper und Rene,

eine interessante Region habt ihr da ausgewählt, die nicht nur die Objekte selbst vorstellt, sondern auch die oftmals vernachlässigten Zusammenhänge am Himmel zeigt.



Fangen wir bei NGC 1333 an. So einfach, hell und somit gut zugänglich der Reflexionsnebel selbst ist, so "knüppelhart" sind die dazugehörigen Herbig-Haro Objekte.

NGC 1333
4", 18x-26x, ohne Filter, fst 6m5+ (bayrische Voralpen)
auffälliger, aber mit kleiner Vergrößerung kleiner Nebelbereich um 11mag Stern; keine Strukturen innerhalb des Nebels, dessen Hintergrund aber unruhig wirkt (Staub, Dunkelnebel, Sternverdichtungen)

16", 170x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
ca. 10' großes Gebiet um den Reflexionsnebel NGC 1333; die ganze Gegend wirkt im Teleskop neblig, viele Sterne haben Halo; NGC 1333 selbst hell um das auffällige Zentrum 3,5' SW eines 11mag Sterns; um Stern selbst auch Nebel

27", 172x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
riesige Nebelregion, die voller Reflexionsnebelanteile zu sein scheint; schwer sich zu orientieren; der größte Reflexionsbereich befindet sich um einen 11mag Stern, ist zum Stern hin konzentriert und läuft leicht strukturiert nach außen hin diffus aus; 3,5' SW davon befindet sich weiterer, deutlich kleinerer Bereich um ein 12mag Stern; direkt S davon ragt ein Dunkelkeil von SO in den Nebel; mit GN 03.25.6 befindet sich ein weiterer, kleiner, gebogener und auffälliger Reflexionsnebel im Bereich von NGC 1333 (10,5' SW vom 11mag Stern)



Herbig-Haro Objekte um NGC 1333
16", 170x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
HH 7-11: indirekt als 3:1 NW-SO elongiertes Objekt zu erahnen, nicht ständig zu halten, Mitbeobachter kann Objekt bestätigen
HH 12: flächige Aufhellung blitzt unsicher durch; nicht zu halten, unsichere Beobachtung

27", 172x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
HH 7-11: unsicher als Aufhellung an der absoluten Grenze sichtbar; nicht zu halten; leicht elongiert
HH 12: ohne Filter ist an der betreffenden Stelle eine extrem schwache, flächige Aufhellung wahrzunehmen; nicht zu halten
HH 346: an der Stelle befindet sich ein schwacher Stern; von einer nebligen Aufhellung nichts zu sehen



Weiter zu NGC 1499. Da ihr bei NGC 1333 die Entdeckungsgeschichte erwähnt hattet, möchte ich das bei NGC 1499 noch ergänzen. Der Nebel wurde nämlich tatsächlich noch visuell entdeckt. Und zwar von keinem geringeren als E. E. Barnard, der für die Entdeckung einen 6" Refraktor verwendete (nicht zu vergessen - ohne Nebelfilter), der hauptsächlich für die Kometenentdeckungen angedacht war. Das erstaunliche daran ist, dass die Entdeckung durchaus in eine Zeit fiel (1885), in der solche Nebel typischerweise fotografisch entdeckt wurden.

NGC 1499
Auge, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
Nebel nicht zu sehen

Auge, 2 x Hß-Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
schwer aber eindeutig als 2:1 Aufhellung überhalb Menkib zu sehen

Auge, 1xUHC + 1xHß Filter, fst 6m5+ (bayrische Voralpen)
Nebel in gesamter Ausdehnung schwer, aber eindeutig zu verfolgen; sitzt direkt nördlich auf Menkib auf

10x50, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
schwach sichtbar; 1:2 elongiert; indirekt knapp zu halten

10x50, 2 x Hß-Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
hell zu sehen; gebogene Struktur

4" Refraktor, 16x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
schwach sichtbar; insgesamt aber einfach; kein Detail auszumachen

4" Refraktor, 16x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
hell und auffällig sichtbar; geteilte Struktur mit Dunkellöchern; ideale Kombination

4" Newton, 13x-18x, Hß, fst 6m5+ (bayrische Voralpen)
problemlos mit Hß-Filter zu sehen; gut bei 13x (5,1° Feld) und formatfüllend bei 18x (3,5° Feld)

20x125 Fernglas, 3° Feld, Breitbandnebelfilter, fst 7m0+ (Hochalpen)
zunächst schwer zu erkennen, Breitbandfilter hinter den Okularen (Fujinon) greifen nur marginal; mit der Zeit sind die helleren und leicht gebogenen Kanten aber gut auszumachen und zu halten; N scheint der Nebel leicht zu knicken; am NW Ende ist ein auffälliges Dunkelloch auszumachen


16" Newton, 57x, ohne Filter, fst 7m0+ (Hochalpen)
schwache Aufhellung auf zwei Gesichtsfelder verteilt; Kanten sind gut abzufahren

16" Newton, 57x, Hß, fst 7m0+ (Hochalpen)
sehr hell zu sehen; Unmenge an Details auflösbar

Viele Grüße, uwe

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