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Ü B E R S I C H T    
Moonchild_27 Erstellt am: 27.04.2017 : 01:21:28 Uhr
Hallo Leute,

Recht kurzfristig entschied ich mich, eine Nacht im schönen Schwabenland zu verbringen. Auch weil das Wetter für den Tag keine wirkliche Alternative hervorbrachte, denn es sollte natürlich astronomisch beobachtet werden. Die Wettervorhersage für das Zielgebiet war eigentlich recht gut, bis auf einige Unsicherheiten, was eigentlich für diesen Platz ein K.O.-Kriterium darstellen würde. Denn die Anreisestrecke dorthin war kein Pappenstiel. Und nur um sich die Bestätigung einzuholen, das Meteorologie keine exakte Wissenschaft ist, wäre mir die Zeit zu schade. Eine Ausnahme machte ich deshalb, da der April bis dahin recht dürftig war und auch die weiteren Nächte schienen nicht gerade rosig zu werden, nur verdammt kalt.

Die Vorbereitung sollte schnell gehen und den 10 Zoll Dobson konnte ich zügig ins Auto verfrachten. Davor schaute ich auf meinen Zettel für die Monatsziele bzw. Wunschbeobachtungen. Ich suchte mir leichte und schwere Objekte aus. Was ich letztendlich beobachten würde, entschied ich vor Ort und anhand der Bedingungen. Der von mir eher selten genutzte Platz auf der Schwäbischen Alb neigt manchmal zu höherer Luftfeuchtigkeit. Aber ich möchte nicht meckern, außerdem gibt es keine schlechten Bedingungen, nur eine schlecht vorbereitete Liste bzw. Objektauswahl .

Die Hinreise verlief recht ereignislos, mal kein Stau um Stuttgart, was wohl nur daran lag, dass es schon recht spät war. Nachdem ich die Landeshauptstadt hinter mich gelassen hatte, fuhr ich durch einige Dörfer und Städte, die typisch für die Region meist mit -ingen endeten. Daran ist ja nichts auszusetzen, aber nach dem Verlassen von Riedlingen auf den Schildern gleich Reutlingen anzukündigen (oder war es anders herum) finde ich echt eine fiese Angelegenheit und das geht eigentlich gar nicht . In einem Dorf hinterließ ich noch eine "Spende" für die Kommunen, dafür bekomme ich noch ein "Andenken" in Form eines Fotos und das auch noch direkt nach Hause geschickt . Etwas später und nach 3 bis 4 Haarnadelkurven war ich auch schon auf dem Hochplateu auf ca. 700 m. Die Rhön mit den bergigen Auf- und Abfahrten fetzt da mehr. Es war schon fast dunkel und ich konnte schon die ersten Vermutungen über die Bedingungen einholen. Fernlichter von Autos erschienen recht plötzlich und überraschend, was schon mal auf eine relativ trockene Luft hindeuten kann. Gegen 22:00 Uhr war ich dann bei Ittenhausen. Ein kleines Stück ohne Navi-Unterstützung musste ich noch hinter mich bringen. Meine extra dafür angefertigte Karte sagte mir nach 1,1 km die linke Schotterpiste nehmen und dann weitere 1,8 km bis zu einem Denkmal. Den Kilometerzähler an meinem Auto habe ich vorher auf Null gesetzt, sicher ist sicher. Dann ging es hinein in die Dunkelheit, zwischendurch immer wieder das ungute Gefühl, ob ich wohl richtig bin. Das Gebiet ist durchsetzt von Feldern und die sehen nachts alle gleich aus, dazu sperren Baumgrenzen das Licht von den umliegenden Dörfern aus, da bleibt nicht viel Orientierung (jaja, das sagt ein Hobby-Astronom, der den ältesten Kompass der Menschheit direkt über sich aufgespannt hatte).
Zum Glück tauchte das Denkmal auf, das an einen traurigen und schrecklichen Vorfall vor sehr langer Zeit erinnern soll. Rechts davon, fuhr ich noch eine paar Meter auf einem Feldweg bis zu einem dichten Gestrüpp, was gut als Windschutz dienen könnte. Doch der war in dieser Nacht nicht spürbar, was ich auch gleich nach dem Aussteigen aus dem Auto prüfte. Feuchte oder Nebel könnte es dann einfacher haben, dachte ich mir. Doch auch die Feuchtigkeit war in dieser Nacht nicht besonders übermächtig, was ich eine Weile nach dem Aufbauen bemerkt habe.

Die Bedingungen waren also durchaus zu gebrauchen, die Durchsicht im Laufe der Nacht sogar gut bis sehr gut, die Luft blieb bei ca. 200 facher Vergrößerung noch relativ ruhig, mehr wäre dieses mal auch nicht nötig, ich freute mich also auf ein paar schöne Stunden. Die Ungewissheit über das Wetter war trotzdem noch vorhanden. Je nach Wettermodell sollte die Wolkengrenze bis Mitternacht entweder bis kurz unter Stuttgart sein oder bis kurz vorm Bodensee heranreichen.
Was mich auch direkt zu meinen ersten Objekt führte.

Arp 90

Denn dieses wechselwirkende Galaxienpaar im Bootes dürfte recht schnell dokumentiert sein und ich hab lieber schon was in der Tasche, falls der Vorhang doch viel zu früh zugehen würde, das dachte ich mir zumindest. Zuerst schaute ich mir die gegenwärtige Situation des Objektes mit dem 31 mm Okular an. Ich notierte mir die Info: indirekt doppelt. Gleich anschließend steckte ich das 17 mm Okular und stellte fest, das der Eindruck wohl nur durch einen Stern westlich der Galaxien vorgetäuscht wurde. Ich hatte dann direkt eine neuen Eindruck einer Doppelung. Aber wie ich dann mit 10 mm feststellte, war das wiederum auch nicht richtig und nur ein etwas schwächerer Stern der weit näher an dem Paar gestanden hatte. Da half mir nur noch das 6 mm, das mich dann auf 208 fache Vergrößerung brachte. Jetzt nagelte ich das Teil fest! Deutlich zeigte sich ein doppelter sehr eng anliegender Nebel, indirekt gut zu trennen. Eine Galaxie war deutlich größer und wirkte oval, der kleinere Teil eher rund, beide sind im Zentrum heller. Sie wirkten verschmolzen bzw. teilten sich ein Halo. Wieder zurück auf 10 mm erkannte ich auch damit die Doppelnatur des Objektes, allerdings nur mit Mühe. Was die Trennung angeht, so hatte ich mir das deutlich einfacher vorgestellt, zumal ich Arp 90 eigentlich bei einem schlechten Himmel beobachtet hätte, aber das war ja definitiv nicht der Fall. Ich skizzierte dann noch meinen Eindruck. Die zwei Sterne, die mich versucht hatten zu täuschen, befinden sich auch auf der Zeichnung.



Gleich im Anschluss sollte entweder M 101 oder NGC 4088 beobachtet werden, zwei Schaustücke, die von einem guten Himmel profitieren können. Gegen M 101 entschied ich mich deshalb weil der Himmel zu dieser recht moderaten Nachtzeit erfahrungsgemäß noch nicht optimal dunkel war und dass die Galaxie wohl eher was für die frühen Morgenstunde wäre. Blöderweise stand NGC 4088 zu diesem Zeitpunkt fast 90 Grad hoch, worauf ich auch nicht wirklich scharf war, zumindest nicht bei der zickigen Nachführung des 10 Zöllers. Soviel also zum Thema Vorbereitung . So entschied ich mich erst einmal, der Erde die Zeit zur Rotation zu geben und stattdessen ein paar Standards anzuschauen, den Deep Sky Reiseatlas für solche Fälle habe ich immer mit dabei. Das erste Objekt meiner Tour sollte M 104 sein, die gerade ihren höchsten Punkt erreichte. Das coole an diesem Platz ist, dass die Objekte 2 Grad höher stehen, als ich das gewöhnt bin. Wirklich gemerkt habe ich das aber nicht. Recht schnell und mit dem Übersichtsokular stellte ich mir die Galaxie ein und plötzlich hatte ich eine Idee für ein kleines aber schönes Zeichenprojekt.
Die Tour war damit auch erst einmal beendet.

Pothier 11 / M 104

Eine auffällige und helle Sterngruppe, die sich in der Nähe von M 104 befand erinnerte mich an einen schönen Vortrag von Rene, auf dem Radebeuler Treffen. Vorgestellt hatte er unter anderen dieses Sternmuster, was auch unter dem Namen Pothier 11 geläufig ist.
Jetzt ratet mal, welches Tier die Anordnung darstellen könnte, naja, den entscheidenden Tipp hab ich ja bereits gegeben, ich selbst hätte eher einen Delfin erkannt. Den Anblick gerade mit einer der schönsten Galaxien des Frühlingshimmels hat mir richtig gut gefallen, das wollte ich unbedingt aufs Papier bringen. Ich dachte mir, eine Stunde wird das wohl mindestens dauern und schaute nochmal Richtung Norden, ob die Wolkenfront nicht doch noch über mich hereinbricht. Beobachtet und gezeichnet werden sollte nur der Anblick im 31mm (40 fache Vergrößerung), beide Objekte passten sehr bequem ins gleiche Gesichtsfeld. Drei sehr helle Sterne bildeten das Maul, ein Stern davon strahlte in einem leichten Orange. Nach Nordosten zeichnen helle Sterne den gebogen Körper bis zum Schwanzende, wo noch zwei schwächere Stern die Spitzen der Flosse bildeten. Die Rückenflosse wird durch einen Stern im Westen angedeutet. M 104 selbst war ebenfalls von hellen Sternen hübsch eingerahmt. Weitere Sterne in der Umgebung sah ich kaum, wodurch das Muster sehr schön zur Geltung kam. Erstaunlich präsentierte sich auch die Galaxie. Selbst bei 40-facher Vergrößerung zeigte sich die typische Bulge, die nördliche Schale war deutlich heller. Selbst Andeutungen des Staubbandes waren blickweise zu erkennen, aber wohl mehr durch die scharfe Abgrenzung zwischen den beiden Schalen verursacht.

Die spätere Reinzeichnung wurde die eigentliche Herausforderung, da sich gleich mehrere Probleme gegen mich stellten. Das Erste war der leicht orange wirkende Stern. Den Stern mit einem orangefarbenen Stift auf schwarzen Papier zu zeichnen, ließ ihn zu farbig und weniger strahlend wirken. Geholfen hat es, den Stern zunächst normal mit weiß zu zeichnen, um dann mit dem orangefarbenen Stift nochmal drüber zu gehen. Das zweite Problem war der Scan. Normal scanne ich im Schwarz-Weiß-Modus, ein Farbscan würde den Hintergrund noch deutlicher aufhellen und dazu wirkt er dann noch grünstichig. Gelöst habe ich das, indem ich zwei Versionen eingescannt habe und den entsprechenden Stern von der Farbversion in die Schwarz-Weiß-Version hineinkopiert habe. In der Abbildung (der linke Stern der hellen Dreier-Gruppe) erkennt man den orangen Ton am besten, wenn man ihn mit anderen Sternen vergleicht. Beim winzigen M 104 war es schwierig, noch weiche Helligkeitsverläufe unterzubringen, der ist auf dem Papier gerade mal 2cm lang.



Gleich nachdem ich die Skizze fertig hatte, stürzte ich mich mit höherer Vergrößerung auf die Galaxie. Das Staubband war dann, wie eigentlich fast immer, fast plastisch zu sehen, ein Wahnsinns-Anblick den ich noch ein paar Minuten auf mich wirken ließ.

Es war bereits nach Mitternacht und der Himmel zeigte sich immer noch von seiner besten Seite. Es fasziniert mich jedes Mal, wie ruhig dieser Platz ist, jedes noch so kleine Geräusch hätte mich zu Tode erschrocken. Tiere hörte ich keine, auch andere Hinweise auf eine Zivilisation gab es kaum. Beim Rundumblick sah ich kein einziges Licht, nur das Glitzern der Sterne. So muss das sein!

Eine Brotzeit gönnte ich mir auch und während der Esserei schaute ich mir den Kometen C/2015 V2 Johnson an, der einfach in einem der Arme des Sternbildes Herkules zu finden war. Richtig hell und riesig ist er geworden, mit einem asymetrischen Schweif. Wenig später und gesättigt kramte ich die Aufsuchskarte für die Hauptattraktion dieser Nacht hervor.

NGC 4088

Die inzwischen auf ca. 80 Grad gefallene Galaxie im Großen Bären kannte ich bereits durch eine Beobachtung mit dem 18 Zoll Teleskop. Die ungewöhnlichen Strukturen konnte ich damit einfach erkennen. Jetzt war ich gespannt, welche Details davon mir der 10 Zöller zeigen würde. Und ja, damit konnte ich eine ganze Menge sehen, wow! Die helle Galaxie war zunächst als ein längliches Objekt zu erkennen mit einer Verdickung im mittleren Teil. Die beiden Enden wirkten indirekt gebogen, der nordöstliche Fortsatz schien etwas abgesetzt. Deutlich schwieriger war es, den Mittelteil aufzulösen. Ein südöstliches Segment war schwach, aber noch sicher zu erkennen und es war losgelöst vom Hauptkörper, den gegenüberliegende Arm konnte ich am schwierigsten vom Rest trennen.
Noch im gleichen Gesichtsfeld konnte ich ein helles längliches Objekt wahrnehmen, eine Galaxie mit der Bezeichnung NGC 4085. Beide zusammen bilden ein wirklich tolles Pärchen, das mich in dieser Nacht auch eine ganze Weile beschäftigte.



Es war mittlerweile fast 2:00 Uhr und als Nächstes wollte ich mir (irgend) einen Kugelsternhaufen anschauen und auch dokumentieren.


M 12

Die Region im und um den Schlangenträger ist geradezu prädestiniert dafür. Anhand des Deep Sky Reiseatlas steuerte ich einige der Kandidaten an. Von schwer bis leicht auflösbar ist dort alles vertreten. Zuerst versuchte ich M 107 mit hoher Vergrößerung, nach kurzen Blick war nicht viel von Auflösung in Einzelsterne zu sehen. M 14 habe ich dann erst gar nicht angefahren. Da blieben nur noch M 10 oder M 12. Am Ende entschied ich mich für die Nr. 12, der dann auch richtig klasse aufzudröseln war und viele Sternketten zeigte. Der Haufen wirkte vor allem im Zentrum granuliert. Ich überlegte mir, wie ich beim skizzieren wohl vorgehen könnte. Zuerst wollte ich die Kugelform darstellen und die Einzelsterne entsprechend einzeichnen. Am Ende habe ich mich für den umgekehrten Weg entschieden, also erst die Sterne (wie bei einem Sternhaufen) zu übertragen, um anschließend die innere und äußere Schale der Kugel hinein zu zeichnen.

Erst Später fiel mir ein, dass ich den Haufen schon einmal dokumentiert habe, die neue Version ist aber genauer und enthält mehr Sterne.



Der Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es schon ca. 3:30 Uhr war. Die Dämmerungszeiten hatte ich für diesen Platz nicht im Kopf, da etwas Neues anzufangen, machte keinen Sinn. Ich befreite mich von meinen dicken Winterklamotten und tauschte meine Moonboots gegen bequeme Sportschuhe, denn ich wollte alles in Rekordzeit wieder ins Auto packen, Frühsport mal anders. Nach einem letzten Blick auf die inzwischen schön erkennbare und strukturierte Sommermilchstraße, stieg ich ins Auto. Bevor ich Fahrt aufnehmen konnte, musste gewendet werden. Der Acker neben mir war deutlich tiefergelegt, höchste Vorsicht also, denn mit so etwas hab ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Ich fuhr das kurze Stück Feldweg entlang, das schön hergerichtete Denkmal war nun direkt vor mir und erstrahlte im hellen Licht. Wieder auf der Schotterpiste ging es Richtung Ittenhausen. Erleichtert war ich, als ich wieder Asphalt unter mir spürte und wenig später mein Navi die Orientierung übernahm. Auf die angekündigte Wolkenfront traf ich unterwegs ebenfalls, aus denen dann irgendwann auch mal Regen fiel. Nach der halber Strecke zeigte sich erste Anzeichen von Müdigkeit, ich fuhr dann nur noch etappenweise und für ein kurzes Schläfchen von Parkplatz zu Parkplatz, so dass ich dann zu Hause angekommen fast schon wieder ausgeschlafen war . Eine wirklich schöne Nacht.

Liebe Grüße

Mathias
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Atlan_da_Gonozal Erstellt am: 07.07.2017 : 21:15:29 Uhr
(==>)Moonchild_27:
Dein Bericht ist wirklich eine Wucht und ich werde glatt neidisch.
Da wäre ich in/bei Stuttgart am liebsten bei Dir zugestiegen.
(hätte bestimmt lustig ausgesehen neben Dir und Deiner Pro-Ausrüstung )

Deine Zeichnungen sind wirklich erstaunlich! Ich hielt sie anfangs für beschriftete Photos. Gerne würde ich Deine Roh-Entwürfe sehen.

Da kann ich es kaum erwarten, mich mal an schwierigen Objekten zu versuchen(und mal klaren Himmel an FREIEN Tagen zu haben Petrus ist ein gemeiner Kerl)

hajuem Erstellt am: 15.06.2017 : 20:13:09 Uhr
Servus Mathias
Hervorragende Beobachtungsergebnisse und eine Hammeraktion! Aber das nächste mal ruf mal durch, dann stehst du mit uns auf dem hohen Adelegg!
NGC 4088 hatte ich auch als Ziel bei meiner letzten Beobachtung. Die Fortsätze hatte ich nicht so deutlich im Okular. Jedoch die Rand und Balkenstruktur hatte ich im 16 Zöller von Werner und mir sehr deutlich!Mit 10 Zoll eine Referenzbeobachtung!Ich hatte seiner Zeit auf der Schwäbischen Alb nicht oft solche Nächte mit einer solchen Durchsicht! Da hast du wieder alles richtig gemacht!

Viele Grüße Hajü
www.astromerk.de
rules40 Erstellt am: 28.05.2017 : 16:55:43 Uhr
Hallo Mathias
Wenn ich solche Berichte, egal ob in unserer Heimat, oder aus fernen Ländern lese, kommt bei mir die Frage auf, ob man nicht ein eigenes Forum dafür haben müsste? Ein klick, und ich reise mit auf euren Exkursionen. Ob in den Alpen, oder in Südafrika. Aber noch ein Forum? Würde es sich, von der Anzahl der Berichte, lohnen? Und sind die Berichte nicht auch schon gut in den einzelnen Foren aufgehoben? Doch wenn man die Berichte aus Planeten-, deepsky-, Kometenjägern zusammen zählt...? Wahrscheinlich stehe ich mit recht einsam mit meiner Idee/Wunsch?
Gruss, und danke für deinen tollen Bericht Mathias, Alexander ;o)
Moonchild_27 Erstellt am: 01.05.2017 : 15:38:45 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: nemausa

... längliche Dunkelstruktur ...



Das waren wohl die Zwischenräume der beiden Arme. In seltenen Momenten konnte ich diese zwei dunklen Strukturen
auch gleichzeitig wahrnehmen. Für die genauere Position, musste ich beide Seiten einzeln und getrennt betrachten.

(==>)Robin,

Obwohl der Langjährige Jahresmittelwert in der Rhön bei 250 Nebeltage liegt (scherzhafte Bezeichnungen wie "Nebelgebirge"
hab ich schon gehört), ist es die exponierte Lage einiger Berge, die hier im Vorteile schaffen, aber leider auch nicht immer.


Liebe Grüße
Mathias

nemausa Erstellt am: 01.05.2017 : 12:08:28 Uhr
Hallo Mathias,

meine Notizen zu NGC 4088:
3:1 länglich, etwas ungleichmäßig hell, unregelmäßiger Umriss, bei 175x ist eine längliche Dunkelstruktur blickweise und unsicher zu erahnen

Viele Grüße,
Ronny
Robin Erstellt am: 01.05.2017 : 11:46:53 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: Moonchild_27

(==>) Aufgrund
der Topografie anfällig für Nebel, schon selbst erlebt wenn auch nur Bodennebel (dann immerhin schön "Spooky" )



Hi Mathias,

der Nebel ist wirklich ein großes Problem hier auf der Alb. Selbst am Samstag Vormittag war hier die Sichtweite noch unter 100 m, obwohl es vielleicht fast überall sonst in Deutschland sonnig war. Mein neuer Beobachtungsplatz für die aktuelle Jahreszeit ist im Winter wegen Nebel komplett unbrauchbar.
Ich glaube, da muss man einfach möglichst hoch über der Umgebung sein, nicht nur hoch überm Meeresspiegel. Da dürfte die Rhön schon im Vorteil sein, weil auf der Alb zu viele Hochebenen sind.


Clear skies

Robin
Moonchild_27 Erstellt am: 01.05.2017 : 06:22:29 Uhr
Ich danke dir Ronny.

Schön das du NGC4088 probiert hast. Magst du, trotz den etwas aufgehellten Himmel, dein Ergebnis näher beschreiben ?
Nur wenn du möchtest. Danke auch für die Info zu NGC 2403.

Liebe Grüße
Mathias


nemausa Erstellt am: 30.04.2017 : 15:48:31 Uhr
Hallo Mathias,

solche mittellangen Berichte finde ich sehr gut, es sind einige schöne Objekte dabei und man kann den gesamten Bericht in überschaubarer Zeit lesen.

NGC 4088 stand schon lange fett markiert auf meiner ToDo-Liste, letzte Nacht konnte ich diese Galaxie beobachten. Mit 11" und guter Transparenz (fst 5m9) konnte ich weniger Details erkennen als in deiner schönen Zeichnung, du hattest offensichtlich richtig gute Bedingungen.

NGC 2403 aus deinem letzten Bericht habe ich auch nochmal beobachtet. Einen Knoten im Westen konnte ich sicher sehen. Der Knoten im Osten (NGC 2404) war relativ einfach sichtbar, keine Ahnung wie ich den letztes Jahr bei noch etwas besseren Bedingungen übersehen konnte. Für den von Ben erwähnten Spiralarm-Ansatz braucht man sicher einen dunkleren Standort, für solche schwachen Details werde ich wohl irgendwann mal meinen Balkon verlassen müssen...

Viele Grüße,
Ronny
Moonchild_27 Erstellt am: 30.04.2017 : 15:30:25 Uhr
(==>)Robin,

Was den dunklen Himmel angeht sicher mit der Rhön vergleichbar. Und wie gesagt, Aufgrund
der Topografie anfällig für Nebel, schon selbst erlebt wenn auch nur Bodennebel (dann immerhin schön "Spooky" )
,was aber auch abhängig von der Wetterlage ist. Bis jetzt war jede Nacht dort gewinnbringend, mit flexibler Liste eben.

(==>)Oliver,

Ich danke Dir. Genutzt schon, auch wenn ich am ende wieder Umplanen musste, aber alles geklappt. Du hast ja demnächst sicher
auch ganz tolle Nächte, da wünsch ich Dir auf dem Weg schon mal alles Gute.

Liebe Grüße
Mathias
oliva Erstellt am: 30.04.2017 : 13:20:04 Uhr
Hi Mathias,

Sehr schöner und eindrucksvoller Bericht. Das richtige vor dem 1. Mai insbesondere dann, wenn man die super Nacht von gestern nicht nutzen konnte. Aber vielleicht hast du das ja, und es gibt eine Fortsetzung! Zugabe!

Oliver
Robin Erstellt am: 30.04.2017 : 09:00:22 Uhr
Hi Mathias,

da bist Du ja ganz schön weit gefahren für eine einzelne Beobachtungsnacht. Wie findest Du den Platz bei Ittenhausen eigentlich im Vergleich zur Rhön?
Vielleicht können wir ja bei Gelegenheit da mal ein kleines unoffizielles Teleskoptreffen machen. Das ist von mir nur eine Stunde entfernt, bin da aber noch nie gewesen.
Deine Zeichnung von M 104 und Pothier 11 finde ich total interessant, so als Übersichtszeichnung. Mir war noch gar nicht bewusst, dass da ein Sternmuster ist, das einen Namen hat.

Clear skies

Robin
BenN Erstellt am: 29.04.2017 : 10:26:20 Uhr
Hallo Mathias,

Zitat:
... und das wahrscheinlich nicht zu knapp. Die Auffahrt , stell ich mir spektakulär vor, allein schon die Aussicht.


Ja, Fusch am Fuß der Auffahrt liegt auf rund 800 Metern, und dann geht es bis 2570 Meter hoch, mit genialen Ausblicken. Toll ist übrigens auch die Auffahrt von Süden, bei der man den Großglockner schön sieht - am Rückweg vom ITT in Kärnten nehme ich gerne mal eine Nacht auf der Edelweißspitze mit, wie z.B. 2011:

http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/201109-itt-glockner/index.html

Servus
Ben

Moonchild_27 Erstellt am: 29.04.2017 : 07:35:20 Uhr
Danke Ben und Werner.

Ja, der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Zitat:
Original erstellt von: BenN

... dafür gehts am Ende ordentlich auffi .



...und das wahrscheinlich nicht zu knapp. Die Auffahrt , stell ich mir spektakulär vor, allein schon die Aussicht.


(==>)Werner

...ja, schau Dir das mal an, aber keine Ahnung ob das im 16 Zoller noch gut funktioniert.

Das Muster ist sicher auch was für die Kinder, beim nächsten Familienausflug, oder so.
Der Hai/Delfin oder Ente mit Handtasche, steht auch noch im Mai recht günstig.


Jaja, das liebe Wetter. Ich denke die meisten (oder einige) von uns sind auch Hobby-Meteorologen,
da kommt man meist nicht drumherum.


Liebe Grüße
Mathias
Werner_B Erstellt am: 28.04.2017 : 19:00:46 Uhr
Hallo Mathias

Schöner Bericht und tolle Zeichnungen von Dir.
Ja, das Wetter war an diesem Freitag sehr schwer zu deuten. Schon einen Tag zuvor hatten auch wir
intensive Wetterdeutungen in der Gruppe. Da war es aber gerade umgekehrt. Wettervorhersagen
waren mies, aber SAT-Film ließ uns hoffen. Gingen aber dann nicht raus.
Am Freitag war dann umgekehrtes Spiel. Wetterdaten gut und SAT-Film mit einem Wolkenband
von Nord im Anflug, daß von der Geschwindigkeit locker um 24:00Uhr an den Alpen kleben konnte.
Einzige Hoffnung war noch die Alb, die das ganze etwas verzögern könnte. Sind dann am gleichen Tag auch
zum Beobachten gefahren. Halt 100 km südlicher
Aber trotzdem Hut ab, fürs Risiko und Deiner eigenen Einschätzung zum Wetter.
Es hat sich jedenfalls gelohnt.

Mir persönlich gefällt das Hai Sternmuster am besten, obwohl es jetzt zum Entchen degradiert wurde.
Aber seit Normans Bildmanipulation drängt es sich einfach auf (Bei mir jedenfalls).
Das muß ich mir noch unbedingt live anschauen.


Viel Grüße
BenN Erstellt am: 28.04.2017 : 12:53:10 Uhr
Hallo Mathias,

das ist echte Hingabe, für eine Nacht von Erfurt in die Schwäbische Alb herunter zu fahren . Wenn ich mal schnell Google Maps öffne und Ittenhausen suche, sieht mir das so nach einfach +- 400 Kilometern aus. Für die Edelweißspitze hab ich so einen Eine-Nacht-Trip auch schon gemacht, das sind von mir aber einfach unter 200 Kilometer, dafür gehts am Ende ordentlich auffi .

Und wieder ein interessanter Bericht mit tollen Zeichnungen: M104 sehr schön bei nur 40x, und alle Achtung, was du bei NGC 4088 mit 10-Zoll alles erkennen konntest: Das ist sowieso eine sehr interessante Galaxie, bei der ich von 16-Zoll her ähnliche Armdetails in Erinnerung habe.

Servus
Ben

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