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Ü B E R S I C H T    
MartinB Erstellt am: 03.07.2016 : 18:12:28 Uhr
Hallo allerseits,

Einige haben es schon mitbekommen: Bei den Münchner Spiegelschleifern und Teleskopbauern ist mal wieder was los!

Wer nur an der Technik interessiert ist, lese bitte beim nächsten Beitrag "Das Projekt" weiter.


Die Vorgeschichte

Angefangen hat alles beim letzten Tag der Offenen Tür auf der Volkssternwarte München.
Dort stellten die Spiegelschleifer und Teleskopbauer wieder mal ihre Aktivitäten vor und einige Instrumente aus, unter anderem mein superleichtes 180mm Reiseteleskop und den 10-Zöller von Stathis mit seinem ersten selbst fertig geschliffenen Spiegel - der ist nun schon ca. 25 Jahre alt.
StefanSLS war auch mit dabei.

Mein 180mm Reisescope ist von der Handhabung und der Mechanik her nahezu perfekt, nur die optische Qualität ist mäßig und das Packmaß nicht ganz optimal. Außerdem lassen die 180mm Öffnung doch manchmal etwas Lichtleistung vermissen.
Aus diesen Gründen war ich mental bereits auf einen Neubau eingestellt.

Es wurde heftig untereinander gefachsimpelt und zwischendrin die Teleskope immer wieder den Besuchern erklärt. Auch das Spiegel schleifen und die optische Vermessung wurden vorgeführt.
Einige Besucher waren komplette Laien, die noch nie davon gehört hatten, dass man sich eine Teleskopoptik selbst herstellen kann.
Andere waren erfahrene Selbstbauer, z.B. Alfredo, mit dem ich ein interessantes Gespräch hatte.

Stefan schien auch nicht abgeneigt, noch ein weiteres Reiseteleskop zu bauen. Sein derzeitiges Instrument hat 13" Öffnung und wiegt etwas über 10kg, wenn ich mich richtig erinnere.
Der komplette Aufbau aus dem Reisezustand ist wohl relativ komplex.
Er interessierte sich daher für ein deutlich kleineres und leichteres Instrument. Unsere Vorstellungen ähnelten sich so stark, dass wir sofort über ein Gemeinschaftsprojekt nachdachten.

Eine Besucherin, die in München studiert, bekundete Interesse an einem eigenen Teleskop. Schnell stellten wir fest, dass ein leichtes Reiseteleskop mit "vernünftiger" Öffnung auch für sie eigentlich die beste Lösung wäre, der für sie unerschwingliche Preis einer guten "Fertiglösung" aber dagegen spräche. Schnell war aber auch klar, dass das für sie ein zu anspruchsvolles Projekt wäre, um es als erstes Teleskop allein zu bauen.
Spontan boten wir an "Hey, Du könntest dich uns anschließen, dann ziehen wir das gemeinsam durch". Das Angebot war durchaus ernst gemeint, aber ich schätzte die Wahrscheinlichkeit deutlich kleiner als 50%...

Mittlerweile überlegte auch Stathis, er bräuchte mal wieder ein handliches Reisescope, das technisch auf dem aktuellen Stand ist.
Unser Vorhaben gefiel ihm. Seine Ansage: "Ich baue eins mit".

Als wir gegen Mitternacht unsere Instrumente transportfertig machten, hatten Stathis, Stefan und ich uns schon mehr oder weniger geeinigt, wie ein optimales Reiseteleskop aussehen könnte, das noch leicht per Rucksack transportabel sein sollte und trotzdem genug Öffnung hat, um viel Spaß beim Beobachten zu bieten.

Am folgenden Dienstag beim regulären Treffen wurde die Sache weiter gesponnen, und zu unserer Überraschung war die Besucherin vom letzten Samstag auch mit dabei und bekundete ihre klare Absicht, unser Angebot zum Mitbauen anzunehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass sie als einzige von uns mit einem 3D CAD-Programm umgehen konnte. Bisher hatte ich meine Teleskope mit Bleistift, Geodreieck und Papier konstruiert oder bestenfalls per CorelDraw in 2D am PC. Ich wusste, für dieses Projekt war das nicht die optimale Methode.
Nach weiteren intensiven Diskussionen kristallisierten sich dann die endgültigen Daten der Optik heraus.

Zwischenzeitlich besuchte ich das ITV, und anschließend war ich mit meinem Münchner Vereinskameraden BenN noch eine Nacht auf der Hohen Geba. Ben ist kein begnadeter Selbstbauer, aber ein sehr aktiver und erfahrener visueller Beobachter.

Ben hatte seinen schon fast historischen 10" Coulter dabei, ein Direktimport aus den USA, den er sich vor 30 Jahren angeschafft hat. Dieses Teleskop ist von der Konstruktion her ein echter Dobson, komplett mit Tailgate, und die Holzteile sind aus OSB-Platten. Mit ca. 30kg aber nicht wirklich leicht transportabel.
Mein superleichtes 180mm Instrument hatte ich direkt daneben stehen. Natürlich erzählte ich Ben von unserem Projekt.

Unser Gespräch verlief sinngemäß so:
Ich: "Bald habe ich ein Teleskop mit der Leistung von deinem, das nicht viel mehr Packmaß haben wird als mein kleines Reisescope hier".
Er:"Tolles Projekt. So ein leichtes Teleskop erschließt Beobachtungsplätze, die man mit so einer großen und schweren Kiste wie meiner nicht erreichen kann. Das wär auch was für mich, man wird ja auch nicht jünger."
Spontan beschloss ich, gleich zwei Exemplare zu bauen, falls er eins wollte.
Er wollte. Schnell wurde Stathis informiert, einen Spiegelrohling mehr zu bestellen. Gerade noch rechtzeitig, er hatte die Bestellung schon fast abgeschickt.

D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
MartinB Erstellt am: 08.01.2018 : 16:41:12 Uhr
Hallo Eli,

Herzlichen Glückwunsch zum ersten "richtigen" eigenen Teleskop - und dann gleich so ein Spitzen-Gerät!
Gestern gings ja noch mal ganz schön rund in der Werkstatt.
Jetzt sind endlich alle 6 Fünflinge beobachtungsbereit.

An diesem Instrument hast Du trotz tatkräftiger Unterstützung immer noch einen Großteil selbst dran gebaut. Der Spiegel ist ebenfalls richtig gut geworden, und das ist zu 100% deine eigene Leistung!
Meine früheren Lichtsammler kommen da nicht dran.

Und die künstlerische Gestaltung ist sowieso im Moment die beste aller Fünflinge!

Morgen zum Treffen wirds wahrscheinlich klar werden. Wollen wir gegen 19 Uhr Firstlight machen?

(==>)alle "Fünflingseltern":
Zum kommenden Wochenende kündigen sich bereits geeignete Beobachtungsbedingungen an. Das sollten wir nutzen!

Gruß,
Martin
Eli Erstellt am: 08.01.2018 : 12:10:49 Uhr
Hallo zusammen,

gestern war eine Sonntags-Aktion, in der....

mein Teleskop auch endlich fertig geworden ist .
Naja, zumindest bis auf ein paar "Kleinigkeiten"...

Zum Vergleich mal die fertigen Teleskope:

alles schon Meisterwerke


und weil es noch gefehlt hat, die Auswertung von meinem Hauptspiegel:

Ich hatte bei 0.89 Strehl genug

LG
Eli
Thomas R. Erstellt am: 02.01.2018 : 21:51:06 Uhr
[

Früher oder später spielt das Wetter mit, und dann machen wir unsere erste gemeinsame Fünflings-Beobachtung - I gfrei mi drauf .

Servus
Ben
[/quote]

mir geht es eher um ne Vergleichsbeobachtung zwischen meinen auf meine Größe angepassten 250/1250 mm Dobson und Stefans Gerät

Thomas
BenN Erstellt am: 02.01.2018 : 01:30:21 Uhr
Zitat:
leider spielte da der Wettergott nicht mit :-(


Früher oder später spielt das Wetter mit, und dann machen wir unsere erste gemeinsame Fünflings-Beobachtung - I gfrei mi drauf .

Servus
Ben
Thomas R. Erstellt am: 01.01.2018 : 17:45:12 Uhr
Hallo Martin,
leider spielte da der Wettergott nicht mit :-(

(==>)Stefan können ja gerne mal ne Vergleichsbeobachtung zwischen unseren Dobsons machen .. wäre echt interessant :-)
Klar bisschen was zu optimieren gibt es immer .. aber kann mir nicht vorstellen , was da bei deinem Gerät noch zu verbessern gäbe :-)

Thomas
Kalle66 Erstellt am: 01.01.2018 : 16:55:13 Uhr
Hi Stathis,
anstelle eines Rings hätte ich einfach eine Flügelschraube genommen, um welches der String (dann um den Gewindeschaft) geschlagen wird (Verwendung wie eine T-förmige Belegklampe beim Segeln). Das erhöht die Reibung 'oben', ist Standardware und sorgt für einen definierten Knotenpunkt des Dynemaseils und erschlägt so ziemlich die 'Schwächen', die Rainer dazu erörtert. ... sofern diese noch von Relevanz sind.
astrobart Erstellt am: 01.01.2018 : 14:50:10 Uhr
Hallo Leute!

Tolle Bilder von Eurem Fünflingsdobson! Gerne würde ich es live sehen. Ich hoffe, ich schaffe es zum diesjährigen DSM-Treffen zu kommen. Leider findet da zur selben Zeit der Astronomietag statt. An zwei Orten kann ich leider nicht gleichzeitig da sein. Ich frage mal in der Teamrunde am kommenden Samstag nach.

Viele Grüße

Christian
StefanSLS Erstellt am: 01.01.2018 : 10:41:33 Uhr
Hallo Thomas,

vielen Dank für die Glückwünsche Ja, die "Kleinen" machen bestimmt viel Spaß...ein paar Kleinigkeiten gibt es noch zu optimieren- wie bei jedem Dobson.

Zitat:
Wie,hat der Stefan dich nicht durchschauen lassen?


Martin, ich geb das mal an den Wettergott weiter...vielleicht erbarmt er sich doch noch

Vioele Grüße,
Stefan
MartinB Erstellt am: 01.01.2018 : 00:49:56 Uhr
Hallo Thomas,

Willkommen im Astrotreff und ein gutes neues Jahr!
Zitat:
Ich durfte den Fünfling von StefanSLS schon in echt sehen und er hat mich echt überzeugt :-)
Wie, hat der Stefan dichnicht durchschauen lassen?

Gruß,
Martin
Thomas R. Erstellt am: 31.12.2017 : 23:33:11 Uhr
Hallo Leute,
herzlichen Glückwunsch zum gelingen dieses schönen Projekts.
Ich durfte den Fünfling von StefanSLS schon in echt sehen und er hat mich echt überzeugt :-)

Viele Grüße,
Thomas
rainer-l Erstellt am: 28.12.2017 : 23:47:53 Uhr
Hallo Stathis

Deine Stangen/String Kombination gefällt mir .
Mit so wenig Bauteilen und Montageaufwand eine solche Verbesserung zu erzielen ist eine feine Sache .

Viele Grüße Rainer
Stathis Erstellt am: 28.12.2017 : 02:16:43 Uhr
Hallo Reiner,

das Ganze ist ja ein recht komplexer dynamischer Fall, in dem beim Betätigen am Ring oder unter Windlast die Kräfte in allen möglichen Richtungen auftreten. Es war nicht einfach, die Ursache für die Restflexibilität zu finden. Da muss man wirklich gezielt überall herumwackeln und nach dem Ausschlussprinzip Detektiv spielen. Erst dachte ich an die Rockerbox, die ja meist die Ursache ist. Diese ist jedoch stock steif.

Eine Hauptkomponente für die noch verbliebene Flexibilität wird durch die sehr flache Spiegelbox in Verbindung mit diesem 6 Stangen Design hervorgerufen. Bei Krafteinwirkung kann sich die Spiegelbox/ Höhenrad- Struktur etwas verdrillen. Anders gesprochen: Die hinteren Stangen greifen mittig an, die hinteren Ecken der Spiegelbox können sich um den Stangen Ankerpunkt etwas senken und heben. Genau hier greift das Seil an, es simuliert quasi einen 8 Stangen Truss.

Wenn ich das Seil mit der Augenschraube ordentlich spanne, steigt die Steifigkeit merklich an, die Rest- Schwingungen klingen viel schneller ab (schätze um Faktor 3).

Zitat:
Die Länge des gespannten Seils sollte so sein, das bei gespannten Bolzen der Ring am Hut anliegt. Ein zusätzlicher Törn des Seils um das Auge sollte Rutschen zuverlässig verhindern

Danke für den Hinweis, klingt plausibel. Das habe ich beides aufgegriffen und provisorisch ausprobiert. Ich konnte in der Praxis aber keine weitere Verbesserung feststellen- wahrscheinlich, da durch die hohe Spannung die Steifigkeit jetzt ohnehin recht hoch ist - da rutscht auch nichts durch. Dieses Dyneema ist wirklich starkes Material. Martin sagt, an so einem 4 mm Dyneema Seil könne man ein ganzes Ultraleicht Flugzeug hoch ziehen.
Zitat:
Bei zwei Seilen gibt es auch noch die Möglichkeit die beiden oberen Stangen in die Ecken des UT zu verlegen

Da bräuchte man aber wieder separate offenen Augenschrauben oder ähnliches zum einfädeln. Eine Verbesserung hierdurch erscheint mir fraglich, da der jetzige Angriffspunkt sehr stabil ist. Spannt man zum Test eine Schraubzwinge über beide hinteren Schrauben der Höhenräder, ergibt sich keine Verbesserung.

Die jetzige Dyneema Seil Verlegung lässt sich auch im Dunkeln sehr schnell montieren. Durchfädeln - unten einhängen - oben spannen - fertig.

p.s.
Ich hoffe, es entsteht nicht der Eindruck, das sei ein Wackeldackel. Die anderen aus dem Team finden die Struktur selbst ohne vordere Spannseile steif. Auch Ben hat ja letztens ohne jede Verspannungen beobachtet. Ich persönlich scheine in dieser Hinsicht pingeliger zu sein. Ich mag halt "Felsen von Gibraltar" Feeling und würde dafür auch ein kg extra Gewicht in Kauf nehmen.
rainer-l Erstellt am: 27.12.2017 : 23:12:28 Uhr
Hallo Stathis

Die Verspannung mit den Seilen gefällt mir grundsätzlich sehr gut .
Der Spleis und das Werkzeug sind klasse .
Die im Betrieb auftretenden Kräfte liegen allerdings fast senkrecht zur Achse des Spannbolzens . In dieser Richtung ist der Bolzen durch seine Länge biegeweich und außerdem nicht fest im Hut fixiert . Sollte das glatte Dynemaseil im Auge rutschen nützt es wenig .
Die Länge des gespannten Seils sollte so sein , das bei gespannten Bolzen der Ring am Hut anliegt . Ein zusätzlicher Törn des Seils um das Auge sollte Rutschen zuverlässig verhindern .

Bei zwei Seilen gibt es auch noch die Möglichkeit die beiden oberen Stangen in die Ecken des UT zu verlegen . Dann werden Sie etwas kürzer . Der Stangenwinkel wird ungünstiger , die unteren Befestigungspunkte aber sicherlich steifer .
Die durch die Vorspannung der Seile entstehenden Kräfte werden Biegung im Hut hervorrufen .

Viele Grüße Rainer
Stathis Erstellt am: 27.12.2017 : 18:25:19 Uhr
jetzt habe ich auch eine Webseite für die Fünflinge gebastelt:
in Deutsch:
http://www.stathis-firstlight.de/atm/Fuenflinge.htm
In Englisch:
http://www.stathis-firstlight.de/atm/Fuenflingeeng.htm

Unter Mechanische Komponenten habe ich noch Details hinzugefügt, die hier noch nicht erwähnt wurden:
- Zusätzliche Versteifung mit dem High Tech Seil "Dyneema" mit äußerst geringer Dehnung
- Okularblenden zur noch besseren Streulichtunterdrückung
- "High Tech/ ultralight" Justier- Okular aus transparenter Filmdose

Der schöne Bericht von Ben ist natürlich auch schon verlinkt
RalphM Erstellt am: 09.12.2017 : 16:42:15 Uhr
Hallo Stathis,
eine nette Licht- und Staubabschirmung ist das geworden! Ich bin schon sehr gespannt, wie es ist, durch eure filigranen Leichtfernrohre zu schauen.
Die 4kg werden sicher ganz toll sein, wenn es darum geht, Wege ohne Auto zu bewältigen, oder vielleicht sogar ein Berg erklommen sein möchte.
Das finde ich sehr spannend. Weiter viel Erfolg für alle Teilenehmer!
Viele Grüße
Ralph

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