Statistik
Besucher jetzt online : 155
Benutzer registriert : 22233
Gesamtanzahl Postings : 1097770
Die Bresser Astronews ...
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - der Teleskop-Selbstbau (ATM)
 Das Teleskop-Selbstbau Technikforum
 Heisser Start: 1,20m f/2.7

Hinweis: Sie müssen sich registrieren, um eine Antwort schreiben zu können.
Um sich zu registrieren, klicken Sie hier. Die Registrierung ist kostenlos!

Auflösung:
Benutzer:
Passwort:
Funktion:
Format: FettKursivUnterstreichenDurchstreichen Links ausrichtenZentrierenRechts ausrichten Horizontale Line Hyperlink einfügenEmail einfügenBild einfügen Code einfügenZitat einfügenListe einfügen Spoiler einfügen
   
Nachricht:

* HTML ist AUS
* Forum Code ist AN
Smilies
Lächeln [:)] Lachen [:D] Cool [8D] Erröten [:I]
Lechzen [:P] Teufel [):] Winken [;)] Clown [:o)]
Blaues Auge [B)] Achter Kugel [8] Angst [:(] Schüchtern [8)]
Schockiert [:0] Verärgert [:(!] Erschöpft [xx(] Müde [|)]
Küsse [:X] Zustimmen [^] Mißbilligen [V] Frage [?]

  Signatur anhängen.
Dieses Thema abonnieren.
    

Ü B E R S I C H T    
fraxinus Erstellt am: 16.08.2016 : 09:27:31 Uhr
Guten Morgen,

vor exakt einem Jahr wurde der Rohlings angeschliffen.
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=184941

Nun ist es soweit: die ersten Teile für den Dobson wurden aus der Presse gezogen

Normalerweise beginne ich mit dem Bau eines Dobsons erst dann, wenn der Spiegel in fix und fertig unter dem Sofa liegt.
Kann ja sein, es gibt bösen Glasbruch, dann kann man sich den mühevollen Dobsonbau schenken und mit den gewonnenen Erfahrungen gleich eine Nummer größer weitermachen.

Aber zum einen gibt es hier keine "Nummer größer" und zum anderen kommt der Spiegel erst dann in trockene Tücher, wenn er die Vakuumkammer überlebt hat. Diese muss erst gebaut werden, dafür braucht es eine Form und diese wiederum wird hauptsächlich aus den Hutringen bestehen...

Da beißt sich die Katze in den Schwanz und deshalb dokumentiere ich jetzt den Bau der ersten Dobsonteile: die Hutringe!

Hutringe sind völlig "unverdächtige" Bauteile. Es gibt fast keine Abhängigkeiten. Ein bewährter Startpunkt für jeden Dobsonaut, der sich nicht mit Detailplanungen bis zu letzten Schraube belasten will.
Der Innendurchmesser sollte etwas größer als Spiegeldurchmesser sein, hier werden es knapp 1,23m bei einem Spiegel von D=1204mm
Eigentlich könnte es noch enger sein, aber die Form wird auch noch für den Ring der Spiegelzelle genutzt, da braucht es etwas mehr Platz damit man mit den Fingern dazwischen kommt.

Die Hutringe werden in bewährter Art in CFK "gegossen".
Und dazu braucht es eine Form:

Was hier so aussieht wie Sextanten wird zu einer Art Rad zusammengesetzt.
Selbstverständlich ist das Rad kreisrund, die grob zugesagten Sperrholz-Seitenteile wurden mit einer Art Zirkel überfräst.
Erst danach wurden das Flugzeug-Sperrholz aufgeklebt/genagelt.



Abstandsklötzschen sorgen dafür, dass sich die Form hinterher wieder entfernen lässt.



Wer jetzt meint, das sieht nach einem Spinnrad aus - ja, die Ähnlichkeit ist verblüffend
Hier zeigt sich wieder, dass eine gut ausgestatte Holzwerkstatt eine perfekte Basis für alle Arten von CFK Panscherei ist.



Nachdem die Innenlage mit Rovings gewickelt wurde, kommt der Kern aus Balsa-Stirnholz drauf.
Dicke 50mm. Breite 120mm.



Damit sich das Balsa in Kreisform legen lässt, braucht es Einschnitte an der Unterseite.
Dadurch würde es sofort in Stücke fallen, deshalb muss es oben zusammen gehalten werden.
Dazu dient eine Lage Glasfaser-Gewebe, abgedeckt mit Abreissgewebe.



Die fertig gesägten Kerne sind sehr empfindlich. Eine falsche Bewegung und es ist ein Knick in der Glasfaserschicht.



Als Nahaufnahme...



... und hier ist schon alles aufgelegt und via Spanngurt angepresst.



Kleines aber wichtiges Detail: die einzelnen Streifen werden mit Zwirn vorab fixiert. Dieser wird später einfach mit einlaminiert.



Rechts und links vom Spanngurt kommen ein paar Umdrehungen Roving drauf. So kann man am nächsten Tag den Spanngurt gefahrlos entfernen. Abreissgewebe sorgt für den sicheren Halt der nächten Schichten.



Der fertige Ring mit 120mm Breite...



... mit dem Hut vom 33" f/3.9 zum Größenvergleich.




Wer jetzt den Eindruck hat, das diese Prozedur brutal aufwendig ist, ja, das täuscht nicht.
Aber es entstehen bei der Gelegenheit gleich drei Ringe durch Aufsägen auf der Kreissäge.
Mit den Breiten 28, 35 und 47mm und den Gewichten 2050, 2520 und 3380g.



Die CFK Schichten sind knapp 3mm stark, enthalten insgesamt 2500g Hochmodulfasern (= 1,25km!) mit dem 3-fachen E-Modul gegenüber Stahl. Dabei sind die Fasern fast 4x leichter.



Jetzt wird noch ausgelost welcher Ring an welcher Stelle im Hut platziert wird.
Ohne einen Connection-Ring ala Kriege&Berry wird es wohl nicht gehen. Dazu wird der Hut in jedem Fall zu schwer und vorallem zu unhandlich. Wobei diese weite Ausladung das größte Problem darstellt. War zu erwarten und bestätigt sich sofort bei einem Trockentest auf der Leiter.

Kann man die Ringe noch leichter bauen?
Klar, doch!
Prinzipiell kann man so dünn laminieren, bis sich die Deckschicht bei Belastung ausbeult

Aber dann müsste man die Ringbreite wesentlich größer wählen (deutlich über 10cm) und leichteres Kernmaterial verwenden (zB Styrodur).
Das würde noch sperriger, windanfällig und passt aber vorallem nicht in das angedachte Transportkonzept.
Der Dobson soll in jedem Fall unter 1,40m Breite bleiben. Das ist so eine Art Schallmauer für halbwegs günstige Anhänger.
Für die Ringbreite von 56mm sind die Ringe mit dem gegebenen Kernmaterial jedenfalls optimal auf Steifigkeit dimensioniert.

Viele Grüße
Kai
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
fraxinus Erstellt am: 01.12.2016 : 23:12:39 Uhr
Hallo Axel,

IMS Rovings sind nicht wirklich HM, die sind gleichzeitig hochfest mit etwas höherem E-Modul wie die normalen.
EMC Vega ist ein sehr gut sortierter Shop, aber die Rovings bekommt man bei ebay viel günstiger.
Braucht etwas Zeit und man kann Pech haben. Es gibt Rovings die sich schlecht verarbeiten lassen.
Ich würde so ein Kilo oder zwei kaufen. 100g sind schnell alle. Man braucht so 20-25% Rovingmasse vom geplanten Hutgewicht.
HTS ist ok.

Das L-285 ist ein sehr gutes Harz. Kann man nichts falsch machen. Leider teuer. Bei EMC Vega wohl noch am günstigsten.
Ich nehme das mit Härter H-500 zum kleben, ist aber schwierig für den Anfang weil extrem kurze Topfzeit.
Man kann das Harz mit den anderen Härtern wahlweise verwenden, ich habe da noch den längeren Härter H-285.

Wegen des hohen Preises von L-285 nehme ich für alle größeren Sachen ein Harz von ebay:
Suchwort: Epoxidharz Terra
Verkäufer: Mapau27
Zum Beispiel die Nummer 351487746911
Ich finde das Zeug braucht den Vergleich zu teureren Harzen nicht zu scheuen.

Was man unbedingt noch braucht: Abreissgewebe!
Nicht nur die breiten Rollen sondern die auch schmale Bänder, zB 4cm. Gibt's bei HP Textiles günstig.

Viele Grüße
Kai

philon Erstellt am: 28.11.2016 : 20:46:54 Uhr
Hallo Kai,

ich hoffe du liest hier noch mit ... ;-)

Ich stelle grade meine Material-, Kosten und Teileübersicht meines 14'' String-Dobson Projektes zusammen (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=203827). Gefertigt werden sollen ein Basisring und Hut aus CFK / Balsaholz-Sandwich. Deine "Spinnrad"-Methode erschient mir ideal ;-) Zuerst wollte ich Uwe Glans Methode ( http://www.deepsky-visuell.de/ATM/14/Bau14.htm ) anwenden.

Da ich aber noch nie mit CFK gearbeitet habe stellen sich mir im Vorfeld ein paar Fragen:

1. Bei Verwendung von IMS Rovings (emc-vega) - ich bin mir das mit der Bruchsicherheit bei HM nicht so sicher ... - und einem Durchmesser von ca. 40 cm des Rings, was schältzt du denn wieviel Meter man in etwa braucht. z.B. CR-IMS 100: 140 m Rolle / 100g / Rechnerischer Querschnitt: 0,6 - 0,7 mm².

Meinst du, HTS Rohvings würden auch ausreichen? 24K NF-24, 1.600 tex.

2. Hast du Erfahrungen mit dem Härtersystem "Hexion L20 / EPH 161" ? Ansonsten würde ich auf das "L-285 und H-161" (emc-vega) zurückgreifen.

Viele Grüße
Axel
Kurt Erstellt am: 25.08.2016 : 11:16:51 Uhr
Hallo Kai,

Zitat:
Habe etwas Material in einen Brief gepackt, geht dann gleich los...



...Danke, ist bereits angekommen und in Arbeit. Bericht wird folgen, wie gewünscht in einem neuen Thread.

Gruß Kurt
Winni Erstellt am: 24.08.2016 : 19:13:08 Uhr
Hallo zusammen...

Meine allergrößte Hochachtung, Martin - du bist ja wirklich ein "Hans Dampf in allen Gassen".
Ich hab ja fast immer ein schlechtes Gewissen wenn ich sehe was andere Leute alles in 24h reinpacken können - aber es liegt höchstwahrscheinlich an meiner Faulheit...

Übrigens liegen bei mir in der Werkstatt gerade zwei Blinddeckel in Alu, t=4mm, Durchmesser knappe 1.25m - wenn ich mir die so ansehe, so kriege ich erst eine richtige Vorstellung wie groß dein Geschoß wirklich ist, Kai.

lg
Winni
fraxinus Erstellt am: 24.08.2016 : 08:12:38 Uhr
Hallo Martin,

säuft nicht ab und sieht *richtig* gut aus! Meine größte Hochachtung!
Wünsche Dir immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel

Ich werde jetzt die drei Dichtungsflansche angehen, ein kleiner für den Pumpenanschluss und zwei große für die Kammer selbst.
Werde berichten.

(==>)Kurt:
Ich schlage vor, einen neuen Thread für Epoxy Kammern aufzumachen.
Als erstes kommen da Deine Ausgasungsmessungen rein.


Viele Grüße
Kai
MartinB Erstellt am: 23.08.2016 : 16:06:22 Uhr
Hallo Kai,
Zitat:
Da wollen wir Bilder sehen
Aber gern:https://www.boote-forum.de/showthread.php?t=163003
Ich bin übrigens nicht der Einzige, der sich in beiden Foren 'rumtreibt

Mein Boot ist in Positivbauweise entstanden. Es besteht "innen" zwar aus Holz, hat aber ein GFK-Oberfläche und ist komplett mit Epoxi geklebt. Die schöne Oberfläche hat allerdings viele Arbeitsschritte benötigt und ich habe sicher knapp die Hälfte der Bauzeit mit Schleifen verbracht. Glaub mir, das willst Du nicht wirklich, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt!

Früher beim Flugmodellbau habe ich schon mehrmals in Negativformen laminiert und sogar mit der äußeren Lackschicht angefangen. Nach dem Entformen und Entgraten waren die Bauteile außen gebrauchsfertig, mit geringstmöglichem Arbeitsaufwand.

Wenn Du die konvexe Formoberfläche für deine Kalotten genügend glättest und das Trennwachs polierst, kannst Du beide Kalotten davon abformen und hast im günstigsten Fall eine Bauteil-Oberfläche, die ohne Nacharbeit glatt genug ist. Die konvexe Form glatt zu bekommen, geht einfacher als bei den konkaven Innenseiten der Kalotten.

Auch zum Anformen der Anschlussflansche gibt es die Möglichkeit, das bereits bei der Form zu berücksichtigen, indem Du z.B. mit Wachs passende Kerne für die Flansche an den gewünschten Stellen auf die Kalottenform setzt. Dann sind die Flansche und die Kalotten später "aus einem Guss" und das Material ist an diesen Stellen sogar stärker, weil Du beim Bau gleich drum herum laminiert hast. Wenn Du nachträglich Durchbrüche machst und Flansche dranpappst, geht das natürlich auch. Musst Du halt schauen, was weniger Aufwand macht.

Gruß,
Martin
fraxinus Erstellt am: 23.08.2016 : 08:19:18 Uhr
Guten Morgen,

(==>)Kurt,
Habe etwas Material in einen Brief gepackt, geht dann gleich los.
Es sind gut 0,2qm, also beidseitig gerechnet 0,4qm Ausgasungsfläche.
Würde etwa der Innenfläche einer Glocke mit D=30cm und H=35cm entsprechen.


(==>)Toni,
Zitat:
Genau! Entweder die Schicht hält ohnehin nicht, weil ...

Das klingt doch gut! Hoffe mal, das es gut hält


(==>)Martin,
Zitat:
Ich habe mit diesem Harz 2012 ein Boot gebaut und es existiert noch.

Da wollen wir Bilder sehen

Zitat:
vor allem das System 3321

Danke für den Tip, das sieht gut aus, auch vom Preis!

Zitat:
Statt mit Abreißgewebe innen würde ich schauen, mir eine glatte UrNegativform herzustellen.

Ja klar, ich baue eine Form. Anders geht es kaum.
Das Abreisgewebe (zwischen Form und Kammerwand) würde die Flächen aber bis zum Schluss gut schützen. Allerdings muss danach noch eine Schicht Epoxy aufgezogen werden, damit es halbwegs glatt wird. Mal sehen...

Zitat:
Die Kammer ohne Überdruckprüfung zu benutzen, halte ich durchaus für problematisch.

Also gut, die Kammer wird in einem See Deiner Wahl versenkt - sag einfach Bescheid, wenn Du das U-Boot fertig hast. Die Tonne Senkblei stelle ich

Zitat:
Hast Du eigentlich mal einen Vergleich gerechnet zwischen Verwendung von CFK und E-Glas für die Kammer?

Gerechnet nicht, nur überschlagen.
Alles was auf Zug belastest wird, sollte aus CFK sein.
Der große Rest, der auf Druck beansprucht wird, darf auch GFK sein.
Ich muss erst mal sichten, was noch an Material rumliegt.


Zitat:
Wo kaufst Du deine Kohlefasern?

Meist bei ebay. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Viele Grüße
Kai
MartinB Erstellt am: 22.08.2016 : 15:03:04 Uhr
Hallo Kai,

Als Lieferquelle für günstiges Epoxidharz kann ich dir Bootsservice Behnke empfehlen.

Das 300er Harz mit Härter mittlerer Topfzeit könnte sehr ähnlich wie dein über Ebay gekauftes Produkt sein. Der Preis bei Behnke ist je nach Menge eher günstiger als bei deiner Ebay-Quelle. Ich habe mit diesem Harz 2012 ein Boot gebaut und es existiert noch. Bei den Hobby-Selberlaminierern unter den Bootsbauern erfreut sich dieses Harz einer allgemeinen Beliebtheit.

Behnke hat aber auch noch bessere Harze. In Frage für die Vakuumkammer kommt vor allem das System 3321 mit dem langsamen Härter.
Tempern bringt speziell mehr Beulsteifigkeit und Warmfestigkeit, zwei Eigenschaften, die bei der Vakuumkammer durchaus erwünscht sein dürften. Außerdem kann man mit Harzsystemen, die grundsätzlich getempert werden, längere Topfzeiten realisieren, was die Handhabung bei so großen Teilen deutlich erleichtern dürfte.
Statt mit Abreißgewebe innen würde ich schauen, mir eine glatte UrNegativform herzustellen. Dann Trennmittel drüber (Wachs + PVA), und den Schichtaufbau von innen nach außen machen. Das spart letztlich viel Zeit, vor allem weil Du ja 2 gleiche Kalotten brauchst und eine konvexe Wölbung (Form) leichter zu bearbeiten ist als eine konkave (Innenseiten der Kalotten). Außerdem hängt die statische Festigkeit deiner Konstruktion auch von der gleichmäßigen Form ab. Ungenauigkeiten von mehr als 1mm würde ich mir nach Möglichkeit verkneifen, so lange ich mir nicht sicher bin, dass größere Toleranzen auch ok sind.

Die Kammer ohne Überdruckprüfung zu benutzen, halte ich durchaus für problematisch. Außer Du findest einen Weg, bei Überlast eine Art "kontrolliertes Versagen" sicher zu stellen, d.h. die Kammer bekommt zunächst ein Leck, bevor sie komplett implodieren kann.
CFK ist in dieser Hinsicht vermutlich sogar ein günstiger Werkstoff.

Hast Du eigentlich mal einen Vergleich gerechnet zwischen Verwendung von CFK und E-Glas für die Kammer?

Wo kaufst Du deine Kohlefasern?

Gruß,
Martin
BergAstro Erstellt am: 22.08.2016 : 13:39:49 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: KurtVielen Dank für die Präzisierung. Die moderate Aufheizung könne man z. B. durch provisorischen Einbau einiger Halogenlampen in die Kammer bewerkstelligen.
Ja, genau! Haben wir auch oft so gemacht...

Zitat:
Original erstellt von: KurtBedampfung mit Titan ging bei mir relativ einfach indem ich einen Streifen Titanblech direkt mit Strom aufgeheizt hatte. Man muss nur die Stromstärke so einstellen dass es noch nicht durchschmilz.
Perfekt!

Zitat:
Titan mit Tantalschiffchen zu verdampften funktioniert bei meinen Schiffchen dann, wenn man nur wenige mg Ti auflegt. Sonst brennt das Schiffchen wg. Legierungsbildung sehr schnell durch.
Ja, das stimmt, aber mit Wolfram sollte es gehen. Aber auch deine praktizierte direkte Verdampfung ist gut.

Zitat:
Es ist auch nicht so, dass sich die "Große Leere" spektakulär mit Knall und Getöse in die ewigen Jagdgründe verabschiedet.
Das geht auch leise zischend...
Genau, denn wenn sich irgendwo eine Fläche durchbiegt, verliert die jeweilige Dichtfläche den Kontakt und es ziiiiiischt...
BergAstro Erstellt am: 22.08.2016 : 13:34:03 Uhr
Zitat:
Bedenken hatte ich bisher damit, die Titanschicht irgendwann wieder weg zu bekommen. Das ist nicht so einfach (oder gar unmöglich?) wie bei Alu. Aber wenn Du jetzt meinst, man könnte die Kammer gleich komplett damit auskleiden, muss man sich da keine Gedanken machen.
Genau! Entweder die Schicht hält ohnehin nicht, weil zu viel Dreck an der Wand war und sie geht von alleine runter. Oder sie haftet sehr gut, dann hast du eine perfekte "Metallwand".


Zitat:
Sollte die Kammer ein paar Wochen klaglos überleben, wird sie mit Spiegel drin noicht plötzlich implodieren, oder?
Sicher nicht! Sollte die Kammer dicht sein, dann stellt sich die mechanische Stabilität spätestens bei einem Druck von 10mbar beim ersten Abpumpen heraus. Denn bei diesem Druck sind bereits 99% der Belastung erreicht! Es zählt ja nur die Druckdifferenz und die ist 1000mbar(Luftdruck) minus dem "Vakuum". D.h es ist vollkommen egal welches Vakuum wirklich erreicht wird: ob 10-7mbar oder 1mbar, die Differenz ist immer 1bar und für diesen Druck muss die Kammer mechanisch stabil gebaut sein!
fraxinus Erstellt am: 22.08.2016 : 11:21:51 Uhr
Hallo Kurt,

Zitat:
Ich hätte aber Angst vor dem "Schwarzen Loch" was dabei entstehen könnte.

Ensteht dabei Röntgenstrahlung?

Duck und wech...
Kai
Kurt Erstellt am: 22.08.2016 : 10:46:28 Uhr
Hallo TONI, liebe Mitleser,

Zitat:
Die 24h (oder lass es 12h sein) mit Ausheizen (da reichen schon 70-80°C: müssen ja nicht 300°C wie bei einer UHV-Anlage sein...

Vielen Dank für die Präzisierung. Die moderate Aufheizung könne man z. B. durch provisorischen Einbau einiger Halogenlampen in die Kammer bewerkstelligen.

Bedampfung mit Titan ging bei mir relativ einfach indem ich einen Streifen Titanblech direkt mit Strom aufgeheizt hatte. Man muss nur die Stromstärke so einstellen dass es noch nicht durchschmilz. Bisher hab ich damit nur die sehr deutliche Getterwirkung von Titan ausprobiert. Damit bin ich innerhalb von Sekunden von 5 x E-5 mb in den Bereich 3 x E-6 mb gekommen. Etwas länger Titan dampfen lassen um die thermisch vorbehandelte Wand zu belegen wäre auch kein Problem.

Titan mit Tantalschiffchen zu verdampften funktioniert bei meinen Schiffchen dann, wenn man nur wenige mg Ti auflegt. Sonst brennt das Schiffchen wg. Legierungsbildung sehr schnell durch.

An Titan als "Reinigungsgetter" mit Shutter hab ich auch schon gedacht. Shuttertechnik funktioniert bei mir problemlos. Dieser Aufwand scheint mir aber speziell zur Bedampfung mit Alu nicht erforderlich zu sein.

(==>) Kai,
Zitat:
ich verwende dieses Harz:
ebay Nr 381337966699 (Nummer einfach in das ebay Suchfeld kopieren...


Vielen Dank, ich werde das Zeugs bestellen und auch irgendwann eine Kammer damit bauen. Deine Reststücke könnte ich natürlich sofort in meinen großen Pott sperren und schauen wie die Evakuierungskurve aussieht.
Zitat:
Es ist auch nicht so, dass sich die "Große Leere" spektakulär mit Knall und Getöse in die ewigen Jagdgründe verabschiedet.
Das geht auch leise zischend...


Ich hätte aber Angst vor dem "Schwarzen Loch" was dabei entstehen könnte

Gruß Kurt
fraxinus Erstellt am: 22.08.2016 : 09:12:31 Uhr
Guten Morgen,

(==>)Toni,

die Sache mit dem Titan ist interessant!
So eine Art Titan-Getter-Pumpe hatte ich für den Notfall vorgesehen. Falls der Druck nicht erreicht wird, kann man da noch etwas nachhelfen.
Am einfachsten schickt man den Strom durch den Titandraht und verdampft ihn so wie er ist auf ein Stück Wandfläche.

Bedenken hatte ich bisher damit, die Titanschicht irgendwann wieder weg zu bekommen. Das ist nicht so einfach (oder gar unmöglich?) wie bei Alu.
Aber wenn Du jetzt meinst, man könnte die Kammer gleich komplett damit auskleiden, muss man sich da keine Gedanken machen.


(==>)Kurt,

ich verwende dieses Harz:
ebay Nr 381337966699 (Nummer einfach in das ebay Suchfeld kopieren)

Der Verkäufer ist mapau27
Trotz des günstigen Preises kann ich das sehr empfehlen.
In Summe sind die Eigenschaften insgesamt besser, als bei (den wenigen) anderen Harzen die ich getestet habe.
Die Topfzeit ist oft knapp, dafür härtet es schnell aus und muss nicht unbedingt sofort getempert werden.

Alternativ L285:
https://www.emc-vega.de/de/werkstoffe/epoxydharze/harz-haerter-gebinde/gebinde-h-285
Das ist aber teuer und wird maximal für die innere Schicht verwendet.

Ich suche heute abend nach nach Reststücken, die ich mit dem Mapau27-Harz laminiert habe.
Dann kannst Du damit eine Ausgasungsmessung machen.
Letztes Jahr habe ich eine Messung gemacht, rein überschlägig funktioniert eine Epoxy Kammer.
Sonst würde ich das nicht anfangen
Vermutlich werde ich das innere der Kammer zunächst mit Abreissgewebe laminieren, und später seperat mit Epoxy beschichten.
Wird nicht ganz so glatt wie mit einer guten Form, aber Abreissgewebe hat bei der Herstellung nur Vorteile und man kann die Kammer schon mal in diesem Zustand testen und im Bedarfsfalle gezielt nach anderen Sorten Ausschau halten.

Wegen verlässlichen Angaben aus der Literatur oder von Herstellern:
Sehr widersprüchlich bis nicht vorhanden!
Die Sorten, für die es Daten gibt, sind lange ausser Produktion.



(==>)Martin:

Nein, die fertige Kammer werde ich nicht in einem See versenken

Es ist auch nicht so, dass sich die "Große Leere" spektakulär mit Knall und Getöse in die ewigen Jagdgründe verabschiedet.
Das geht auch leise zischend

Der Test für die Kammer wird einfach die Zeit sein:
Normalerweise steht die Anlage bei Nichtbenutzung unter Vakuum, Wochen, Monate!
An der ersten Pumpe ist ein Absperrventil drauf, gelegentlich pumpe ich da nochmal ab, denn "Dichtheit" ist ein relativer Begriff.

Sollte die Kammer ein paar Wochen klaglos überleben, wird sie mit Spiegel drin noicht plötzlich implodieren, oder?

Viele
BergAstro Erstellt am: 22.08.2016 : 06:54:22 Uhr
In einem Wolfram-Schiffchen sollte das durchaus gehen, weil Ti schon unterhalb des Schmelzpunktes relativ hohe Dampfdruck-Werte erreicht.
PeJoerg Erstellt am: 21.08.2016 : 23:41:05 Uhr
Hallo Toni,
geht das Verdampfen von Titan so einfach mit dem Widerstandsverdampfer?
Der Schmelzpunkt liegt immerhin, wenn auch nicht viel, noch über dem von SiO2.
Ich dachte, ohne Elektronenstrahlverdampfer ist das nicht so einfach.
Viele Grüße
Jörg

Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.4 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?