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Ü B E R S I C H T    
Kurt Erstellt am: 28.11.2012 : 23:14:42 Uhr
1. Einleitung
Vollständig heißt das Point Diffraction Interferometer. Als ich vor einigen Jahren damit angefangen hatte nannte ich es Lochinterferometer. Wer sich für die Details aus der Entwicklungsphase interessiert der findet einiges unter

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=51509

Erfreulicherweiser gibt es mittlerweile im Forum zahlreiche Beiträge zur erfolgreichen PDI- Anwendung.

2. Prinzip des PDI
Das wichtigste was man kennen sollte ist wohl das Prinzip des PDI. Da sich dieses bis heute nicht geändert hat brauch ich auch keine neue Skizze dazu. Hier also die aus obigem Bericht stammende Skizze mit der Kurzerklärung

Bild 1


Das Interferometer funktioniert also folgendermaßen:
annähernd im Krümmungsmittelpunkt des Prüflings befindet sich die Laserdiode ohne Optik. Diese leuchtet den Prüfling aus. Der Prüfling reflektiert dies Wellenfront durch die Glasplatte auf das Loch und die semitransparente Schicht. Das Loch wirkt als Quelle für die Referenzwellenfront. Diese interferiert mit der Wellenfront des Prüflings. Die Interferenz in Form von Kringeln oder Streifen kann man visuell hinter dem Loch sehen oder per Kamera dokumentiert werden (Ende der Kurzerklärung).

3. Anleitung zum Bau eines PDI mit einfachsten Mitteln
Mittlerweile dürfte allen Interferometer- Aspiranten bekannt sein dass man das Glasplättchen mit der semipermeablen Schicht und vielen wohldefinierten zierlichen Löchern darin auch PDI-Filter genannt preisgünstig kaufen kann, mit oder ohne passende Laserdiode, siehe
http://www.astro-electronic.de/pdi.htm

Noch wesentlich preisgünstiger ist die im Folgenden vorgestellte Mechanik. (Um es vorwegzunehmen, das teuerste an der gesamten P-D-Interferometrie wäre eine Digitalkamera, am besten als Spiegelreflex).

Also zurück zur Mechanik. Es kommt darauf an, dass das PDI-Filter mitsamt Laserdiode feinfühlig und möglichst wackelfrei in den 3 Raumachsen verstellt werden kann. Feinfühlig heißt hier dass sich Ortsänderungen in der Größenordnung von 1/1000 mm schon sehr deutlich als Änderung im I-gramm bemerkbar machen. Das hört sich wahrscheinlich schlimmer an als es praktisch ist.

Bild 2


Bild 3


Als Grundlage dient ein solider Tisch aufmöglicht erschütterungsfreiem Boden. Mit der Tischplatte hat die Grundplatte (Multiplex- Sperrholz ca. 15 mm dick) über drei Punkte kontakt. Das sind die beiden Auflager (Streichholzstückchen o.ä.) an der rechten unteren Kante sowie die Stirnseite der mit dem Vertikalrad verbundenen Spindel. Die Spindel besteht aus einem Stück M4 Gewindestange, deren Kontaktende leicht ballig geschliffen sein sollte. Das M4 Gewinde zur Führung der Spindel ist direkt in die Grundplatte geschnitten. Wer sich keine Gewindebohrer zulegen möchte der kann hier auch Einschlagmuttern setzen.

Bei Drehung des Vertikalrades wird die linke Seite der annähernd vertikal bewegt und damit auch die darüber angeordneten Bauteile. Wer bereits eine Foucault- Messvorrichtung mit x-y Feineistellung besitzt muss nur die Schneide mit LED gegen das PDI-Filter mit Laserdiode austauschen, das Ganze auf die Grundplatte stellen und das PDI ist einsatzbereit.

Es geht weiter für Einsteiger ohne Foucault- Mimik.
Auf der Grundplatte liegt der Schlitten. Damit er schön linear und spielfrei in axialer Richtung bewegt werden kann wird er mithilfe der Gummibänder gegen die Leiste und gegen die Stirnseite der mit dem Axialrad verbundenen Spindel gedrückt. Das Klebeband mit Schutzfolie vermindert den Reibungswiderstand zwischen Schlitten und Leiste. Auf der Unterseite des Schlittens sind an den beiden Ecken nahe der Leiste zwei Polsternägel eingeschlagen (im Bild nicht sichtbar). Damit wird die Gleitreibung zwischen Schlitten und Grundplatte vermindert. Die Stirnseite der mit dem Horizontalrad verbundenen Spindel bildet den dritten Lagerpunkt zwischen Grundplatte und Schlitten. Das Gewinde für diese Spindel ist ebenfalls direkt in den Schlitten geschnitten. Zur Verminderung der Reibung zwischen Stirnseite Spindel und der Grundblatte ist an der passenden Stelle eine ca. 60 mm lange Platte aus eloxiertem Alu angebracht (im Bild nicht sichtbar).

Bei Drehung des Horizontalrades wird der Schlitten an der rechten Seite vertikal bewegt. Dabei wird die obere Kante der mit dem Schlitten starr verbundenen Montageplatte annähernd horizontal geschwenkt und damit auch das dort aufgeklebte PDI- Filter und die Laserdiode. Damit ist die Mechanik zur Feineinstellung des PDI in allen 3 Raumachsen vervollständigt und einsatzfähig.

Bild 4


Bild 5


Der Streulichtschirm verhindert eine direkte Sicht des Kameraobjektivs auf den Prüfling und damit auch Lichtreflexe im I-gramm.

4. Ein Beispiel zur Nutzanwendung
Der Prüfling ist ein Parabolspiegel aus einem Newton von Teleskop Service.
D= 152mm
f=602 mm
Randdicke = 20 mm
Substrat: Pyrex
Hersteller: Skywatcher*
Bei Messung im RoC Setup braucht man hier nur 1204 mm Abstand zwischen Prüfling und PDI. Das ist sehr angenehm, denn ich konnte das problemlos auf dem Tisch mitten in meinem wohltemperieren Arbeitszimmer aufbauen.

Die Probeauswertung des ersten Test-I-gramms zeigte eine ganz fieses „Loch“ mitten in der Wellenfront.

Bild 6


Bild 7


Als geübter Interferometriker sieht man dieses „Loch“ bereits im Interferogramm. Aber richtig beurteilen kann man es erst nach der Auswertung. Zu diesem Zweck hab ich die Farbhöhenskala eingeblendet. Wellenfrontfehler / Wl. soll heißen: gemessen in Wellenlängen. Diese Skala liefert openFringe ganz freiwillig wenn man den Knopf „Contur“ drückt. Im Original sieht das so aus.

Bild 8


Die Darstellung der Wellenfront gemäß Bild 7 scheint mir anschaulicher zu sein. Die von openFringe ausgegebenen Zahlenwerte für Strehl, RMS und CC hab ich in beiden Bildern unterdrückt, da es hier noch nicht um die Endauswertung oder ausführliche Wellenfrontanalyse geht.

Man kann aber schon nach Augenmaß abschätzen dass es sich für die anstehende Messserie lohnt das Loch in der Mitte zu unterdrücken. Es wird ja beim praktischen Gebrauch des Teleskops vollständig vom Schatten des FS verdeckt. Daher macht es Sinn den Spiegel mit einer zentralen Obstruktion annähernd mit dem effektiven Durchmesser des FS abzudecken.

Für Einsteiger aber noch einmal zurück auf Anfang des praktischen Einsatzes. Bei dem relativ kleinen Spiegeldurchmesser und dennoch beträchtlicher Dicke gibt es keine Probleme wegen Deformation des Prüfdlings bei vertikaler Lagerung auf dem Prüfstand. Ich hatte aber gerade meinen Prüfstand mit einstellbaren Rollen wiedergefunden und daher auch genutzt.

Bild 9


Die Neigung wird bei mir auf ca. 2° bis 3° rückwärts eingestellt. Der Spiegel drückt dann mit ganz sanfter Kraft über 3 Filzpads gegen die Rückwand. Deshalb muss das PDI- Filter mit Laserdiode im Abstand R etwas höher platziert werden.

Als nächstes muss man das PDI so ausrichten dass das Lichtbündel der Laserdiode den Spiegel voll ausleuchtet. Dazu ist es zweckmäßig die Raumbeleuchtung kräftig zu dimmen und den Spiegel mit einem weißen Papier abzudecken. Dieser Lichtbündel ist kein Kegel sondern eher eine Pyramide mit relativ schmalem, rechteckigem Querschnitt. Zur gleichförmigen Ausleuchtung eines f/4 Spiegels im RoC Setup reicht es aber.

Nun muss man den Fokus des vom Spiegel reflektierten Lichtbündels in Richtung auf das PDI- Filter bringen. Zum Auffinden des Spots ist das vorher zur Abdeckung genutzt weiße Papier recht hilfreich. Wenn man es nämlich zum Auffinden des Spots nutzt ist es weniger wahrscheinlich dass es gleichzeitig den Spiegel abdeckt.

Das Einrichten des Spots auf das PDI-Filter gelingt grob durch Schenken und/oder Feineinstellung des Spiegelprüfstandes. Dabei sollte man den Spot auf ca. 2 bis 3 mm Durchmesser defokussieren. Ob intra- oder extrafokal spielt hier keine Rolle. Man sieht dann ungefähr folgendes

Bild 10


Die Scheibe ist die Abbildung des Spiegels. Die Kringel sind bereits I-gramme, erzeugt von einem Teil den zahlreichen Löcher auf dem PDI- Filter. Die genaue Anzahl mit Abmessungen der Löcher findet man im obigen Link.

Für die Interferometrie der gesamten Spiegelfläche braucht man natürlich Streifen (oder auch Kringel) die von einem einzigen Loch verursacht die gesamte Spiegelfläche bedecken. Um das zu erreichen hat man ja die oben beschriebenen 3 Stellräder. Nach it ein wenig Übung wird man vermutlich folgendes Bild erhalten.

Bild 11


Das sieht schon fast so aus wie ein auswertbares I-gramm. Die grün markierten Unterbrechungen der Streifen sowie die starke Aufhellung am rechten Bildrand verraten aber dass man sich ein zu großes Loch des PDI-Filters ausgesucht hat. Daher per Axialrad wieder defokussieren, ein weniger kontrastreiches Kringelzentrum (entspricht kleinerem Loch) ansteuern. Nach spätestens 5 Minuten sieht man dann ein echt fotogenes I- Gramm wie im Bild 7 bereits gezeigt. Wenn wir uns den Streulichtschirm nicht gespart und dem Spiegel auch noch die hier sinnvolle Obstruktion verpasst haben können wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Das bedeutet:

4.1 Vier I-gramme mit jeweils unterschiedlicher Streifenlage fotografieren (Pos 0°)

Bild 12


4.2 Spiegel um 90° drehen.

4.3 Vier weitere I-Gramme fotografieren. Diese vier vor dem Einlesen per Bildbearbeitung um 90° zurückdrehen (oder die entsprechenden Zernike- Datensätze vor der Endauswertung gegensinnig um 90° drehen).

Bild 13


4.4 I-gramme an „openFringe“ verfüttern.
Bei den hier vorliegenden I-grammen empfiehlt sich die traditionelle Streifeneinlesung. Die bequemere Einlesung im FFT- Modus und danach Zernikeauswertung läuft zwar ebenfalls, bringt aber wegen der relativ geringen Streifendichte stärkere Streuung der Einzelergebnisse mit sich.

Die Gesamtzahl von 8 I-grammen ist zwar kein unumsrößliches Dogma. Aber damit werden die durch Einlesefehler und durch atmosphärische Störungen bedingten Streuungen weitgehend ausgeglichen.

Die 90° Drehung des Spiegels und anschließender Rückdrehung der entsprechenden I-Gramme ist anerkannter Stand der Technik um systematische Fehler durch Prüfstandasti zu minimieren. Letzterer ist bei dem PDI im ROC- Setup unvermeidbar, da Abstand der Laserdiode sowie des gewählten PDI- Lochs von der opt. Achse mehrere mm beträgt.

4.5 Endauswertung, Wellenfrontanalyse und Fehlerdiskussion
Nach der Mittelung der 8 Zernike- Datensätze erhält man folgendes Wellenfrontbild

Bild 14


Nach dem für Parabolspiegel „branchenüblichen“ Abzug von Koma ergibt sich eine sehr gute Strehlzahl 0,95 bezogen auf 550 nm.
4.5.1 Separation von Astigmatismus
Interessant wäre vielleicht noch die separate Betrachtung des Astigmatismus. Dazu wurden die jeweils 4 I-gramme aus Pos. 0° bzw. Pos. 90° gemittelt und die Wellenfronten bei alleiniger Aktivieung von Asti ermittelt.

Bild 15


Der Asti erscheint annähend um 90° gedreht, aber auch annähernd mit dem gleichen PtV- Wert von 0,220 bzw. 0,201 Wellenlängen. Rein spiegeleigener Asti würde aber wegen der Rückdrehung der 90° I-gramme gleichgerichtet und gleich groß erscheinen. Man kann also annehmen dass hier der an sich schon geringe Prüfstanstasti wg. des Abstandes Laserdiode- PDI- Filter klar dominiert. Für die weitere Fehlerdiskussion ist es daher zulässig den Asti der Einzelwerte zu ignorieren und dann deren Streuung zu betrachten. Der Unterschied (auch Range genannt) zwischen dem größten und kleinsten Einzelwert beträgt danach nur delta S=0,020.

4.5.2 Fehler bei der Messwellenlänge
Es bleibt noch eine Unsicherheit, weil die Wellenlänge der Laserdiode nicht ganz genau bekannt ist. Für die Auswertung wurde 650 nm als Messwellenlänge angenommen. Bei einer Unsicherheit von +/- 10 nm würde die Strehlzahl nach Berechnung von openFringe im Bereich von S=0,965 bis S=0,937 liegen.

4.5.3. Fehler bei der Erfassung von Spiegeldurchmesser und Krümmungsradius
Natürlich muss bei der Messung von Parabolspiegeln im RoC- Setup auch der Spiegeldurchmesser und Krümmungsradius genau erfasst werden. Die Unsicherheiten liegen hier bei ca. 0,2% für den Durchmesser und 0,1 % d der jeweiligen Größe. Man kann mit OF durchspielen dass dadurch die Strehlzahl in der dritten Stelle nach dem Komma wackelt.

4.5.4 Erfassung der „Rauheit“
Diese kann mit dem PDI leider nicht messtechnisch erfasst werden. Die I-gramme zeigen aber keine für „raue“ Oberflächen typische Zacken oder auufällige sprunghafte Dickenänderungen. Erfahrungsgemäß liegt die auf grund von dramatisch aussehenden Lyot- Bildchen verteufelte „Rauheit“ bei ordentlich polierten Spiegeln im Bereich deutlich unter 1/100 RMS Wellenfrontfehler. Schlimmstenfalls würde dadurch die wahre Strehlzahl um 2% gedrückt.

5. Fazit
Abschließend wage ich zu behaupten dass die wahre Strehlzahl dieses Spiegels bezogen auf 550 nm mit hoher Wahrscheinlichkeit über 0,90 liegt.

Gruß Kurt


*Nach Recherche des Eigentümers stammt der Spiegel nicht von Skywatcher sondern von von GSO.
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
Kurt Erstellt am: 07.02.2013 : 23:34:39 Uhr
Hallo Gert,

Zitat:
Original erstellt von: Gert

Hallo,

Wie verhalten sich eigentlich Belichtungszeiten zwischen PDI und den anderen I-metern?
Bei meinem Bath kann ich Gebaeudevibrationen mit kurzen Belichtungen noch gut einfrieren.
(auch bei unbelegten Spiegeln, oder gar Doppelpass)
Wie sieht das bei PDI aus?

Bei Kurts Messung zum Orion UK kam der Spiegel ja ganz gut heraus. Im CN Forum gab es einen
etwas beunruhigenden Bericht ueber deren ODK Modell.

http://www.cloudynights.com/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/3774052/page/0/view/collapsed/sb/5/o/all/fpart/all/vc/1

Clear Skies,
Gert




keine Ahnung was Oriom UK bei dem RC versprochen hatte. Offensichtlich nicht das was später vom Kunden gemessen worden ist.

Die Antwort zu Belichtungszeiten hätte ich fast vergessen: Bei belegten Spiegeln brauche ich mit dem PDI und roter Laserdiode ca. 1/20 bis 1/50 s. Bei unbelegten braucht man ca. 20x länger. Da mein Messbunker fernab von stark befahrenen Verkehswegen liegt, mein Kater auf Samtpfoten durchs Haus schleicht und meine Frau öfters außer Hause weilt hab ich hinreichend viel Zeit für erschütterungsfreie Interferometrie mit dem PDI.

Wenn man unbelegt im Doppelpass also in Autokollimation messen will dann bleibt nach meiner Schätzung nur das Bath übrig.

Gruß Kurt

Gert Erstellt am: 07.02.2013 : 19:21:48 Uhr
Hallo,

Wie verhalten sich eigentlich Belichtungszeiten zwischen PDI und den anderen I-metern?
Bei meinem Bath kann ich Gebaeudevibrationen mit kurzen Belichtungen noch gut einfrieren.
(auch bei unbelegten Spiegeln, oder gar Doppelpass)
Wie sieht das bei PDI aus?

Bei Kurts Messung zum Orion UK kam der Spiegel ja ganz gut heraus. Im CN Forum gab es einen
etwas beunruhigenden Bericht ueber deren ODK Modell.

http://www.cloudynights.com/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/3774052/page/0/view/collapsed/sb/5/o/all/fpart/all/vc/1

Clear Skies,
Gert
Kurt Erstellt am: 07.02.2013 : 18:35:59 Uhr
Hallo Tassilo, hallo Roger,

296 mm f/4 geht noch ganz gut mit dem PDI, wie weiter oben in im Bild 18 demonstiert. Bei 500 mm f/4 könnte es passieren dass man mit dem PDI nicht genügend Streifen (weil mächtig gekrümmt) im I-gramm einstellen kann. Bei einer guten Sphäre hat man immer bolzgerade Streifen und braucht deshalb auch gar nicht so viele zur Auswertung. Ich hab auch tatsächlich die 70 mm R250 Referenzsphäre meines TG mit dem PDI geprüft. Man bekommt wg. des Offset aber Asti rein. Diesen systematischen Fehler kann mam aber gut kompesieren.

Gruß Kurt
RogerZi Erstellt am: 07.02.2013 : 14:03:21 Uhr
Hallo Tassilo

das ist eine interessante Frage. Gib es einen Unterschied bei der Messung mit PDI zwischen Sphäre und Parabel?

Bin zur Zeit an einer Sphäre 200/f5 und die Auswertung mit dem PDI klappt nicht so wie ich dies in Errinnerung habe.
Eine volle Ausleuchtung des Spiegels erhalte ich wenn ich das IF-Bild mit lauter Kreisen einstelle.
Die Laserdiode (ohne Optik) leuchtet den Spiegel jedoch nur knapp aus, wenn ich keine geschlossenen Kringel einstellen will. (eine Seite wird dabei immer extrem dunkel, so dass OF dies nicht mehr auswerten kann)
Selbst wenn ich die Belichtungszeit auf 0.5s einstelle, wird dies nicht besonders gut, dazu kommt dass die Streifen dann gerne verschwommen sind. (Luftunruhe / zitternde Ungebung aufgrund Verkehr)

Gruss

ES-Europe Erstellt am: 07.02.2013 : 11:26:25 Uhr
Hallo Alle,

ich muß noch Mal auf der minimalen Brennweite/maximales Öffnungsverhältnis für ein PDI-Interferogramm rumreiten. Ich verstehe das so, daß die Beschränkung im Durchmesser/Öffnungsverhältnis nur für Parabolspiegel gilt - mein 498mm/f2000mm kann nicht mehr als Parabolspiegel mit dem PDI getestet werden. Wenn ich aber ein Tyman-Green selber bauen wollte, könnte ich die Referenzsphäre mit dem PDI messen, auch wenn das ein 100mm f/2 wäre. Ist das richtig?

Clear skies

Tassilo
PeJoerg Erstellt am: 05.02.2013 : 23:56:36 Uhr
Hallo Andi,
Zitat:
Leider war ich im malen nie so ein Held.

auch wenn man ab und zu über die Begrenzung drüber malt, beim Spiegel macht das nichts, deshalb ist es beim Spiegel polieren einfacher als beim Malen.
Viele Grüße
Jörg
fraxinus Erstellt am: 05.02.2013 : 22:45:44 Uhr
Hallo Jörg,
naja, nicht jeder kommt als Rembrandt oder Dürer auf die Welt.
Aber wir arbeiten dran

(==>)Andi:
Ich habe endlich eine einfache Methode gefunden wie man die Seeing Toleranzen festmachen kann. Wird schon mit Deinem Baby!

cs Kai
andi1234 Erstellt am: 05.02.2013 : 12:15:17 Uhr
Hallo Kai,
Zitat:
Du legst Dir einfach den Ausdruck neben den Spiegel und versuchst die Pechhaut tendeziell auf den roten Flächenanteilen wirken zu lassen
Ist wie malen nach Zahlen. Man darf nur nicht extrem herum klecksen.


Interessant! So hab ich das noch nie gesehen, Malen nach zahlen. Manchmal sind die Zahlen aber seeeehr klein. Wenns bei meinem Spiegel weitergeht werd ich daran denken und nicht klecksen. Leider war ich im malen nie so ein Held.
Gruß, Andreas
dziobek Erstellt am: 05.02.2013 : 11:07:38 Uhr
:-)
OK das sollte ich hinkriegen. Danke!
Grüße
Michael
PeJoerg Erstellt am: 05.02.2013 : 10:59:26 Uhr
Hallo Kai,
Zitat:
Ist wie malen nach Zahlen. Man darf nur nicht extrem herum klecksen.


Vergleiche hinken ja immer ein bisschen, deine nicht, entsprechen immer der Wahrheit.
Viele Grüße
Jörg
fraxinus Erstellt am: 05.02.2013 : 10:24:48 Uhr
Hallo Michael,
Zitat:
Damit konnte ich beim Polieren entsprechend korrigieren. Wo finde ich Infos dazu, wie ich ein solches Interferogramm, in dieser Weise nutzen kann?
Du legst Dir einfach den Ausdruck neben den Spiegel und versuchst die Pechhaut tendeziell auf den roten Flächenanteilen wirken zu lassen
Ist wie malen nach Zahlen. Man darf nur nicht extrem herum klecksen.

cs Kai
dziobek Erstellt am: 05.02.2013 : 09:22:37 Uhr
Hallo,

der Beitrag ist sehr aufschlussreich. Danke dafür. Bei mir liegt der letzte Spiegel schon einige Zeit zurück. Zu der Zeit war Foucault Tester Standard. Was ich immer noch nicht verstehe ist, wie man mit Hilfe des Interferogramms die Schnittweitendifferenz messen kann. Die Werte des Foucalt Tests sagten mir, wo ich welche Abweichung von der gewünschten Parabelform habe und ob es sich um ein Berg oder Tal handelt. Damit konnte ich beim Polieren entsprechend korrigieren. Wo finde ich Infos dazu, wie ich ein solches Interferogramm, in dieser Weise nutzen kann?

Grüße
Michael
fraxinus Erstellt am: 15.01.2013 : 13:19:36 Uhr
Hallo Kurt,
besten Dank für die mit Spannung erwartete Messung
Daraus kann man tatsächlich einen Planeten Cassegrain bauen. Mit Echt-Strehl 0.80 wäre das ein zweifelhaftes Unterfangen.

Auch wenn ich die Sache genau wie Jörg sehe, es gibt zumindest für (relativ) kleines Geld extrem gute Qualität zu kaufen. Man kommt nur um eine eigene Messung nicht umhin.
Und da beisst sich die Katze in den Schwanz. Wenn man nämlich auf Deinem Niveau messen kann, dann bietet es sich geradezu an, die Pechhaut selbst in die Hand zu nehmen

Viele Grüße
Kai
PeJoerg Erstellt am: 15.01.2013 : 11:51:15 Uhr
Hallo Kurt,
Zitat:
Ich hab in den vergangenen 5 Jahren 4 Spiegel von Orion Optics UK interferometrisch vermessen. Die waren alle so gut wie per Prüfprotokoll versprochen. Davor hatte sich mal einer bei mir verlaufen der nicht OK war.

die mir bekannten schlechten Optiken, waren alle samt 16Zöller. Vielleicht gibt es ja nur bei dieser Größe Fertigungsprobleme.
Allerdings kann es dann aber nicht sein, dass ein Prüfprotokoll mitgeliefert wird, was nicht den Tatsachen entspricht.
Bei der ausgetauschten Gurke, die du hattest, waren sicher auch qualitativ hochwertige Daten drauf.
Verlassen sollte man sich schon können, auf ein Messprotokoll vom Hersteller.
Wenn es trotzdem ein Lotteriespiel ist, was man bekommt, dann kann das Protokoll auch gleich weggelassen werden.
Viele Grüße
Jörg
Kurt Erstellt am: 15.01.2013 : 10:41:45 Uhr
Hallo Jörg,

Zitat:
...Ich muss sagen, ich bin echt überrascht über den Orion Spiegel, da gab es schon diverse andere unrühmliche Beispiele.
Da hast du echt Glück mit dem Spiegel gehabt.
Vielleicht hat der Lieferant auch schon geahnt, dass du ihn auf den Prüfstand stellst.
Viele Grüße
Jörg



Meine Erfahrungen sind folgende: Ich hab in den vergangenen 5 Jahren 4 Spiegel von Orion Optics UK interferometrisch vermessen. Die waren alle so gut wie per Prüfprotokoll versprochen. Davor hatte sich mal einer bei mir verlaufen der nicht OK war. Der wurde aber problemlos gegen einen sehr guten ersetzt.

Mein obiger 12" f/4 war zufällig bei TS auf Lager. Da hatte niemand die Chance den speziell für mich zu frisieren . Sehr wahrscheinlich stimmt es aber dass einige Hersteller und Händler unsere Messmethoden kennen und respektieren. Ich bin selber verblüfft darüber dass man mit dem simplen PDI die allermeisten Parabolspiegel für Amateurteleskope zuverlässig interferometrisch vermessenm kann.

Gruß Kurt

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