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Auf Kriegsfuss mit dem Polarsucher und der EQ6

Gedruckt von: Astrotreff - Astronomie Treffpunkt
URL des Themas: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=76177
Gedruckt am: 19.12.2018

Thema:


Autor des Themas: Stiko
Betreff: Auf Kriegsfuss mit dem Polarsucher und der EQ6
Gesendet am: 14.09.2008 21:06:21 Uhr
Nachricht:



HILFE, Der Sucher macht mich echt noch irre. Letztens habe ich mich mit einem Dobsonauten getroffen und beide haben wir wie ein Schwein ins Urwerk geschaut. Er hatte VIEL mehr erfahrung als ich aber auch noch nie einen Polarsucher aus der Nähe gesehen aber er hatte es nach 30 min geschafft ihn auszurichten (glaubten wir, waren aber nicht sicher).

Ich habe oben den Polarsucher mal abgezeichnet und ich habe versucht die grössenverhältnisse zu behalten.

Der Grösse nach ist das der Grosse wagen, aber ich habe den Grossen Wagen noch nie gefunden im Polsucher, zudem suche ich jmd. der es geschafft hat die EQ6 gerade auszurichten da man auf das stativ keine Wasserwaage legen kann da man diese Spreize die als Okularhalter dient nur festschrauben kann wenn die Montiereung oben drauf sitzt.
Ich brauche echt Hilfe da ich sonst noch ammok lauf mit dem Teil.
Wie macht ihr das?
Ich finde am Himmel Polarstern, Grosser Wagen aber kaum schau ich durch den Polsucher, find ich nix.
Und wo muss der Polarstern sein? Kreis oder kreuz?

Danke schon mal für die Antworten.

Antworten:


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 14.09.2008 21:12:17 Uhr
Beitrag:

Moin Steven

Der Polarstern gehört in den Kreis.

Das andere ist ein Sternbild zum "einsüden".(südliche Halbkugel)

Das Stativ braucht nicht exakt gerade zu stehen , es reicht , wenn die
Ra-Achse zum Polarstern zeigt(Polaris im Kreis) und Datum u. Uhrzeit richtig eingestellt sind.

Cs

Jürgen


Antwort von: AnkeMo
Gesendet am: 14.09.2008 21:51:51 Uhr
Beitrag:


Schau doch mal hier in das Manual der Vixen GP, dort findest du eine genaue Beschreibung für das einrichten einer Montierung, besonders auf Seite 11-13.

http://arnholm.org/astro/gpmanual/index.htm

Leider habe ich keinen Link zu einer deutschen Anleitung, aber die Bilder sind schon sehr hilfreich.

Im großen Ganzen gehst du so vor:

Die RA-Teilkreis Skala auf 0 Uhr einstellen und mit der kleinen Feststellschraube klemmen. (Nur den Skalenring, sonst nix!)

Dann den Längengrad korrigieren: Den Grad der Zeitzone (15° für Berlin) minus deinen Längengrad (zB 8° W) ergibt den Korrekturwert zB 7°W. Diesen Wert am Datumsring der RA-Achse (zeigt nach vorne zum Einblick des polsuchers, unterhalb der Monatsskala 1-12) auf die kleine Markierung einstellen.

Jetzt die RA-Klemmung lösen und die Montierungs-Achse so drehen, dass das Datum und die aktuelle Uhrzeit (bei Sommerzeit eine Stunde abziehen!) zusammenfallen.

Die Montierungsachse wieder festklemmen, durch den Polsucher schauen und den Polarstern durch Verstellen der Seitenrichtung und der Polhöhe in den kleinen Kringel befördern. Jetzt nur noch die kleine Klemmschraube auf dem RA-Ring wieder lösen und fertig.

Viel Erfolg, Anke


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 14.09.2008 22:04:11 Uhr
Beitrag:

Hallo Steven,

es geht auch ohne die Datum/Zeitscheibe. Schau am Himmel, in welcher Position Kochab (Beta UMi) zu Polaris (Alpha UMi) steht. Das ist z.Z. (22:00 Uhr) etwa die halb Zehn Position.
Sieh nun in den Polsucher und schwenke die RA-Achse so weit, dass der lange Strich auch auf 'halb Zehn' steht. Dann muss die Montierung in Azimut und Polhöhe so eingestellt werden, dass Polaris in den kleinen Kreis des Polsuchers kommt. Die Polsuchermitte (Kreuz) zeigt dann genau den Himmelspol, die Montierung ist eingenordet.

Gruss Heinz


Antwort von: Opa Heini
Gesendet am: 15.09.2008 07:51:02 Uhr
Beitrag:

Hallo Steven,

der Tipp von Heinz (Einnorden mit Hilfe UMi Beta) trifft´s genau. Unter http://www.arksky.org/Kochab.htm findest Du eine ziemlich ausführliche Anleitung zum Prozedere. Die ist zwar für auf einer Polhöhenwiege montierte Teleskope geschrieben, aber die Erklärungen sind allgemeingültig. Wenn die eine oder andere Vokabel grad nicht parat sein sollte, kann übrigens dieser Link http://dict.tu-chemnitz.de/ weiterhelfen.
Viel Erfolg beim Einnorden!

Gruß

Manfred


Antwort von: Stiko
Gesendet am: 15.09.2008 08:17:44 Uhr
Beitrag:

Oh ja jetzt kapier ich das auch. Bleib nur zu hoffen, das ich mal etwas im Polsucher finde. Ich habe den Grossen wagen obwohl er deutlich vor mir zu sehen ist im polarsucher nicht gefunden. Muss wohl bissl üben. Danke euch


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 15.09.2008 08:50:00 Uhr
Beitrag:

Das Gesichtsfeld des Polsuchers ist dazu viel zu klein. Du wirst den grossen Wagen nicht im Polsucher zu sehen bekommen!
Das Gesichtsfeld ist gerade mal so gross, dass du Polaris siehst, wenn die Montierung nach Augenmass richtig aufgestellt wurde.


Antwort von: DrMoriarty
Gesendet am: 15.09.2008 09:46:43 Uhr
Beitrag:

Hallo,

vergiss mal den großen Wagen! Den brauchst Du höchstens, um freisichtig den Polarstern zu finden.

Wie schon erklärt, der Polarstern selbst muß in das kleine Kreislein auf der geraden Linie.

Gruß
Julian


Antwort von: MartinB
Gesendet am: 15.09.2008 12:32:34 Uhr
Beitrag:

Hallo Leute,

Zitat:
Letztens habe ich mich mit einem Dobsonauten getroffen und beide haben wir wie ein Schwein ins Urwerk geschaut. Er hatte VIEL mehr erfahrung als ich aber auch noch nie einen Polarsucher aus der Nähe gesehen aber er hatte es nach 30 min geschafft ihn auszurichten (glaubten wir, waren aber nicht sicher).
Der Dobsonaut war ich.

=>Jürgen:
Zitat:
Das Stativ braucht nicht exakt gerade zu stehen , es reicht , wenn die
Ra-Achse zum Polarstern zeigt(Polaris im Kreis) und Datum u. Uhrzeit richtig eingestellt sind.
Jetzt wo ich das lese, ist's mir auch sonnenklar.
Schön, wenn man dank euch immer wieder dazulernt!

Wenn das Thema hier schon angesprochen wird, möchte ich gern meine Eindrücke bei der Aktion schildern.

Steven hatte sich vor ein paar Wochen bei mir gemeldet und um Hilfe gebeten, weil er gesehen hat, daß ich praktisch "nebenan" wohne. Natürlich wollte ich ihm gern helfen und hab ihn einfach zu mir auf den "Berg" eingeladen, als es letzten Mittwoch abends klar wurde.

Nun ja, zum Einnorden hab ich einfach den Karkoschka bemüht. Auf Seite NP findet man die Lage des Himmelsnordpols zum Polarstern. So wußte ich, in welche Richtung der Polsucher zu drehen war, und den Polarstern hab ich richtig in den kleinen Kringel am Strich positioniert. Sollte also gepasst haben.

Das Beobachten mit 8" f/6 Dobson auf parallaktischer Monti ohne drehbare Rohrschellen empfand ich allerdings wie Laufen mit zusammengebundenen Füßen, will sagen, ich fühlte mich ziemlich behindert. Mit Dobson geht das alles einfach und unkompliziert.
Ist natürlich auch Übungssache, aber eben mal schnell auf M27, dann auf M31, und anschließend auf M13 schwenken (schöne "Anfängerobjekte", die man unbedingt gesehen haben muß) geht mit so einem System eben nicht.

Ich will die parallaktische Montierung jetzt nicht generell schlecht machen. Mit einer Beobachtungsliste, die sich möglichst auf ein Sternbild bzw. eine Himmelsregion beschränkt, ist das sicher eine feine Sache. Und bei Planetenbeobachtung bzw. generell mit hoher Vergrößerung kann das automatische Nachführen sicher sehr entspannend und beobachtungsfördernd sein, wenn man zuvor das Teleskop richtig ausgerichtet und den Tubus mühsam in die richtige Lage gedreht hat, damit der Einblick bequem ist.

Mein Fazit ist jedenfalls: Wenn ich das visuelle Beobachten mit parallaktischer Monti schon lästig und unbequem finde, sollte ich wohl unbedingt die Finger von der Astrofotografie lassen.

Gruß,
Martin


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 15.09.2008 17:07:57 Uhr
Beitrag:

Moin Martin , Moin Leute

Dieses kleine Proggi sollte immer am Mann sein:
http://astro.schmid-koenig.de/software/polsuche.htm
Koordinaten eingeben , und das Häkchen bei "umgekehrtes astronomisches Fernrohr"
nicht vergessen.
In 2 Minuten exakt eingenordet.
Wenn man rausfährt , eben die Systemuhr auf Ankunftszeit + 10 Minuten vorstellen.

Dann kann man auch bei Planeten hoch vergrössert mit mehreren Leuten gucken , ohne
das er aus dem Okular läuft.
wenn er doch mal raus ist , braucht man nur entlang der Ra-Achse nach ihm suchen.

Ich persönlich konnte mich nie mit einem Dobson anfreunden , aber so sind halt
die Vorlieben.
Wenn man bei einer Monti+Newton mal raushat , wie der OAZ stehen muss , und man
noch eine Vorrichtung hat , um den Tubus in den Schellen zu drehen , ohne dass
er durchsackt , ist das Spechteln genauso easy , wie mit Dobson.

CS

Jürgen


Antwort von: Mondgucker
Gesendet am: 15.09.2008 18:06:46 Uhr
Beitrag:

Hallo zusammen,

hier gibt es eine deutsche Übersetzung für die HEQ5 /EQ-6 und dort wird das einnorden genau beschrieben (auch mit Bildern).

http://www.planetarium-klagenfurt.at/images/stories/pdf/Skywatcher_HEQ5_EQ6-SkyScan_Bedienungsanleitung.pdf

Das Programm Polsucher finde ich auch gut, bitte bei der alten deutschen Version an die Sommerzeit denken.

Bei der neuen englischen Version kann man einfach einen Harken für die Sommerzeit setzen. So denkt man eher daran.

Schöne Grüße und CS
Dirk


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 15.09.2008 18:29:26 Uhr
Beitrag:

Hallo Leute,

das Programm Polsuche ist ja ganz nett, aber wozu braucht man so was?
Zeigt mir doch Kochab genau das gleiche, aber völlig unabhängig von der Uhrzeit und Standort!
Wie sagte ein Mathelehrer von mir immer: Das ist wie wennse 'nen Blumentopf mit 'nem Bagger umgräbst.

Gruss Heinz


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 15.09.2008 19:51:05 Uhr
Beitrag:

Moin Heinz

Als "Visueller" magst du mit Kochab klarkommen.

Aber schon bei Fotografie mit normalen Fotoobjektiven wirds zu ungenau.

Grüsse an deinen Mathelehrer , und

CS

Jürgen


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 15.09.2008 20:28:45 Uhr
Beitrag:

Hallo Jürgen,

aber wie überträgst du den errechneten Winkel mit ausreichender Präzision auf den Polsucher?

Einen zumindest langfristigen Vorteil des Programms habe ich jetzt auch entdeckt: Die Präzession der Erdachse wird berücksichtigt.

Gruss Heinz


Antwort von: FrankH
Gesendet am: 15.09.2008 21:10:56 Uhr
Beitrag:

hallo

du Nummer mit Kochab ist recht präzise, man kann mit ein em Auge durch den Polsucher sehen mit dem anderen auf Kochab und durch Überlagerung den Strich genau draufdrehen.
Das reicht beimir für eine Drift von ca 6" in 1h
problematischer ist das Einblickverhalten je nach dem wie man durch den Polsucher sieht ist der Stern drin im Loch oder eben nicht

Gruß Frank


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 15.09.2008 22:23:57 Uhr
Beitrag:

Moin Heinz

Diesen Polsucher habe ich , für meine Skyview , und der kommt auch an die Purus:
http://www.teleskop-service.de/gsseiten/SkyView/SkyViewBlickdurchPolsucher.jpg

Mein Polsuche wird mit einem Zifferblatt in einem Grafikprogramm überlagert.



Dann brauche draussen nur noch Polaris vom Kreis des Polsuchers zerschneiden lassen ,
und zwar in der Stellung "8,50 Uhr".

Seitdem ich es so mache , gelingen mir Bilder bis 600mm BW , und der Ausschuss ist
marginal.

Jeder hat seine eigene Methode , Hauptsache es klappt.

CS

Jürgen


Antwort von: Stiko
Gesendet am: 15.09.2008 22:44:01 Uhr
Beitrag:

Dann aber mal die 2. Frage. Ihr sagt immer Ort ein stellen, das ist klar und schnell gemacht.
Bei Datum Urzeit komme ich zu einem Problem.
Hier stehen meine EQ6 gegen die Anleitung.



Ich habe keinen Zeiger für Datumsskala und ich habe keinen Indexmarker für Offset.
Die Scheibe am Polarsucher ist drehbar gelagert und der polarsucher ist auch drehbar. Kommt mir alles bissl komisch vor mit den Skalen.


Antwort von: Dietmar
Gesendet am: 15.09.2008 23:48:15 Uhr
Beitrag:

Hi Steven,

falls Du nicht Fotografieren willst sondern nur gemütlich schauen, dann vergiss diese Einstellerei.

Einfach die Montierung waagerecht aufstellen und Blickrichtung Norden (so genau wie möglich, zB. Kompass).

Sodann den Polarsucher ausrichten (drehen) und danach den Polarstern zentrieren.

WIe richte ich nun den Polarsucher aus? Hier Beispiel Losmandy: da sind Cassiopeia und der Große Wagen auf der Sucherplatte eingraviert.

Man dreht nun den Polarsucher so, dass diese Sternbilder bei Sucher und Himmel übereinstimmen.

Dadurch erspart man sich Einstellungen nach Uhrzeit und Datum, die Uhr ist sozusagen ablesbar am Himmel.

Nun machst Du es wie FrankH beschrieben hat:

>man kann mit ein em Auge durch den Polsucher sehen mit dem anderen auf Kochab und durch Überlagerung den Strich genau draufdrehen.<

Dann hast Du die Einstellung des Polarsuchers und kannst Polaris im kleinen Kreis zentrieren.

Fürs Visuelle reicht dieses Verfahren tausendmal.


Antwort von: Stiko
Gesendet am: 16.09.2008 08:12:56 Uhr
Beitrag:

Naja, mehr habe ich eh nicht vor. Von dem her lass ich das und mache das so. Ich habe den fehler gemacht das ich immer das Sternbild im Sucher gesucht habe, ich wusste nicht das das nur ein anhalt ist um die richtung des Polaris - Nordpol zu bestimmen. Aber ich denke mal das es das nächste mal besser hin bekomme.
Derzeit tüfftel ich noch an einem system wie ich mein Newton drehbar hin bekomme, dann suche ich noch so eine drehbare sternenkarte und einen Kompass.

Danke für alles, ihr habt mir echt weiter geholfen.


Antwort von: Tolot
Gesendet am: 16.09.2008 16:37:47 Uhr
Beitrag:

Hallo Stiko

Du schreibst ganz am Anfang das du Probleme hast die Monti gerade aufzustellen.

Ich Verwende für meine HEQ5 eine kleine Kreuzwasserwaage. Kostet bei uns ca. 6-7 CH Fr. also ca 4Euro.
Findest du sicher in einem guten Baumarkt.
Legst die Wasserwaage einfach oben auf das Stativ bevor du die Monti darauf setzt. 1 Minute und die Sache steht Waagrecht, auch im Feld.

Gruss und CS
Thomas


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 16.09.2008 16:51:15 Uhr
Beitrag:

Hallo Thomas,

die waagerechte Montierung ist ein hartnäckiger Mythos. Zwar erleichtert eine Wasserwaage die Aufstellung, weil dann zum Einnorden weniger korrigiert werden muss, hat aber nichts mit der Genauigkeit der Nachführung zu tun. Dazu reicht es, wenn die RA-Achse möglichst exakt auf den Himmelspol ausgerichtet ist. Wichtig ist es, die genaue Abweichung von Polaris einzustellen und die ändert sich permanent durch die Präzession der Erdachse im Laufe der Jahre.
M.E. kommt dieser Mythos vor allen dadurch zustande, wie diese Abweichung am Polsucher einzustellen ist. Bei Montierungen mit einer Datums/Zeitscheibe sollte die Montierung in der Tat keine Schräglage haben, da sonst der Drehwinkel des Polsuchers nicht stimmt. Bei den Kochab-Methode wird der Drehwinkel aber aufgrund der Sternbilder eingestellt und da ist es völlig egal, wie schief die Montierung steht!

Gruss Heinz


Antwort von: Dietmar
Gesendet am: 16.09.2008 17:05:54 Uhr
Beitrag:

Hallo Heinz,

ich würde meinen, die Schiefe darf nur radial bezüglich der Achse Montierung - Polaris sein.

Die Position der Achse entsprechend der geografischen Breite (Polhöhe) muss erhalten bleiben
und darf nicht zu zur Einnordung verändert werden, bloß weil das Stativ schief steht.


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 16.09.2008 17:34:01 Uhr
Beitrag:

Hallo Dietmar,

Zitat:
Original erstellt von: Dietmar

Die Position der Achse entsprechend der geografischen Breite (Polhöhe) muss erhalten bleiben und darf nicht zu zur Einnordung verändert werden, bloß weil das Stativ schief steht.
doch, auch die Einstellung am Polblock darf geändert werden. Einzige Voraussetzung für eine richtig ausgerichtete parallaktische Montierung ist, dass die RA-Achse exakt zum Himmelspol zeigt.
Man könnte den Montierungskopf auch um 90° gekippt mit einer Säule an eine Wand schrauben. Die Azimutaleinstellung würde dann als Polhöheneinstellung dienen und die urspr. Polhöhenachse würde dann Bewegungen in Deklination zulassen. Damit könnte man die Montierung sauber einnorden.

Gruss Heinz


Antwort von: Dietmar
Gesendet am: 16.09.2008 17:40:49 Uhr
Beitrag:

Ok, ich frage mal andersherum:

Warum haben die Montierungen (die feineren) eine eingebaute Wasserwaage?


Antwort von: Gamma Ray
Gesendet am: 16.09.2008 17:41:42 Uhr
Beitrag:

..außerdem erschwert es einem das Einnorden gewaltig, wenn man mobil unterwegs ist mit dem Teleskop und das dann jedesmal anders windschief in der Gegend herumsteht. Stelle ich es mit der Wasserwaage auf, habe ich den Polarstern erstens schon so gut wie immer sofort im Visier und brauche zweitens nicht künstlich die Polhöhe verstellen, nur, weil die Montierung immer irgendwie schief steht.
Gruß
Gerhard


Antwort von: Tolot
Gesendet am: 16.09.2008 17:45:23 Uhr
Beitrag:

Hallo Heinz

Wie du schreibst ist es nicht wichtig das Die Monti genau Waagrecht aufgestellt wird.

Aber es erleichtert das einstellen doch ungemein. Auch gebe ich zu bedenken, das, wenn man garnicht darauf achtet wie schräg die Monti steht, das Gleichgewicht aus der Balance kommt. Und das kann meines Erachtens die Motoren und Schneckenräder unnötig belasten.

Kann sein, das ich jetzt einem Denkfehler unterliege. Aber trotz dem, Waagrecht ist nicht nötig, aber erleichtert die Einstellung sehr.

Gruss und CS
Thomas


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 16.09.2008 17:46:02 Uhr
Beitrag:

Ja, es ist so, wie Gerhard es geschildert hat. Wenn das Stativ per Wasserwaage exakt nivelliert wird,
muss die Polhöhe nicht mehr eingestellt werden.
Die Schneckenräder werden aber bei einer schiefen Stellung des Stativs nicht mehr als sonst belastet,
da die RA-Achse ja gleich ausgerichtet ist und sich an der Teleskoptarierung nichts ändert.
Ich richte mein Stativ übrigens auch per Dosenlibelle aus. Die ist bei Berlebach recht genau befestigt.
Wenn ich mich an der Libelle der EQ-5 orientiere, fällt die Montierung fast von alleine um .


Antwort von: Stiko
Gesendet am: 16.09.2008 21:08:28 Uhr
Beitrag:

hehe hatte nicht vor so eine diskussion vom zaun zu brechen aber es ist schon toll, wie viele hier antworten und einem Helfen und ich muss sagen ich bin immer noch voll begeistert vom Forum.
Was mich jetzt an diesem Thread ein wenig nervt das ich gemerkt habe das meine EQ 6 ein wenig defekt ist da die Zeiger fehlen und markierung. Kann mir jemand ein Foto posten einer kompletten EQ6 damit ich die Position des Zeigers und der Markierung nach rüsten kann?
ich weiss ich brauche es demnächst nicht aber für den fall der fälle wäre es toll wenn alles dran ist was dran gehört. Was ich noch wissen wollte, ist die monatsscheibe am Polsucher immer drehbar? Oder nur bei mir?


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 16.09.2008 21:42:29 Uhr
Beitrag:

Hallo Steven,

deine EQ-6 ist nicht defekt. Du hast nur die falsche Anleitung . Hier ist die Richtige:
http://www.skywatchertelescope.net/swtsupport/Instruction_Manuals/PolarscopeForEQ6.pdf

Die EQ-6 gibt es mit unterschiedlichen Polsuchern. Und du hast die Ausführung für das Einnorden mit der Kochab-Methode. Da gibt es keine Indexmarker.
Bei der anderen Version befinden sich die Marker genau dort, wo sie in deiner Anleitung eingezeichnet sind, exakt oben in der 12-Uhr-Position.

Gruss Heinz


Antwort von: Stiko
Gesendet am: 16.09.2008 22:55:30 Uhr
Beitrag:

HAHA lesen und verstehen. diese Anleitung ist echt genial. Mein englisch ein Kampf und so testete ich mal goolgle translater.

Original Text;
There is a 4-star pattern in the polar scope, which resembles the
bucket of the Big Dipper. In the Southern Hemisphere, there is an
Asterism in Octans, which has this shape. By rotating the R.A.
axis and by adjusting the altitude and azimuth of the mount, the
four stars in the Asterism can be placed in the circles in the Pole
Finder (Fig.h-6). This procedure can be somewhat difficult in the
city because all four of these stars are fainter than Magnitude 5.

Übersetzung;

Es ist ein 4-Sterne-Muster in den polaren Anwendungsbereich, die ähnelt der
Eimer von der Big Dipper. In der südlichen Hemisphäre, gibt es ein
Asterismus in Octans, die hat diese Form. Durch Drehen des R.A.
Achse und durch Anpassung der Höhe und Azimut der Halterung, die
vier Sternen in der Asterismus können in den Kreisen in der Pole
Finder (Fig.h-6). Dieses Verfahren kann etwas schwierig in der
Stadt, weil alle vier dieser Sterne sind schwächere als Magnitude 5.

Sehr ausführlich. Kann wer von euch englisch? Will nur wissen was drin steht der vollständigkeit halber.


Antwort von: mintaka
Gesendet am: 16.09.2008 23:30:29 Uhr
Beitrag:

Die Übersetzung ist doch gar nicht sooo schlecht. Da habe ich hier im Forum schon viel Schlimmeres gelesen .


Antwort von: Gamma Ray
Gesendet am: 09.10.2008 18:41:27 Uhr
Beitrag:

Hallo miteinander!

Nach einer längeren "Irrfahrt" mit den Teilkreisen nach dieser Beschreibung hier http://www.planetarium-klagenfurt.at/images/stories/pdf/Skywatcher_HEQ5_EQ6-SkyScan_Bedienungsanleitung.pdf bin ich auf zwei - meiner Ansicht nach - sehr irreführende Punkte gestoßen. Draufgekommen bin ich speziell durch dieses kleine Polsucherprogramm http://astro.schmid-koenig.de/software/polsuche.htm , dessen Link Jürgen hier reingestellt hat! (Das mit der eingeblendeten Gradskala finde ich Spitze! Kann ich das von Dir bekommen, Jürgen? ;-) ) Das war eine grosse Hilfe, weil ich hier in der Wohnung diese Trockentests gemacht hab'.
Nun denn, folgende Punkte unter "Genaue Ausrichtung am Himmelspol für die Nördliche Hemisphäre" irritieren: Punkt 4.) und Punkt 5.), denn damit kommt man zur senkrechten Ausgangsstellung des Fadenkreuzes zurück und in dem Fall stimmt die Polarsternstellung überhaupt nicht mehr! Die Position ist nur dazu gut, daß man sämtliche Polarstern-Pos. zu verschiedenen Zeiten an dem gewählten Datum einstellen kann!
Tatsächlich hat man die korrekte Polarstern-Position bei Punkt 3.) Das ist wichtig! Hier stimmen das Polsucherprogramm und die Einstellung über die Teilkreise ganz korrekt zusammen! Das Einzige, was noch wichtig ist, daß man nicht vergißt, daß man es im Polsucherfernröhrchen mit der Mitteleuropäischen Zonenzeit zu tun hat, man also die Differenz von einer Stunde auf die Sommerzeit beachten muß, ansonsten klappt das ganz prima (zumindest bei der EQ-6) mit den Teilkreisen!

Viele Grüße

Gerhard

Entschuldigung, ich muß mich korrigieren! Habe mich verschrieben! Korrekte Position befindet sich bei Punkt 4.) nicht bei 3.) !


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 09.10.2008 21:30:34 Uhr
Beitrag:

Moin Gerhard

Zitat:
Das mit der eingeblendeten Gradskala finde ich Spitze! Kann ich das von Dir bekommen, Jürgen?


Die Skala ist einfach ein Bild.
Damit überlagere ich den Bildschirmausdruck mit Deckkraft 50%.

Fertig.

CS

Jürgen


Antwort von: Gamma Ray
Gesendet am: 09.10.2008 21:39:42 Uhr
Beitrag:

Hallo Jürgen!
Und ich dachte mir, Du hättest die Graphik in's Programm selbst eingebaut! Wäre übrigens gar nicht schlecht, wenn eine solche Gradeinteilung im Polsucherfernrohr selbst zusätzlich zu den Sternbildern sichtbar wäre. Und natürlich in dem kleinen Programm auch, dann könnte man korrekter adjustieren. War nur so eine Idee.
Viele Grüße
Gerhard


Antwort von: Juergen_Jaensch
Gesendet am: 09.10.2008 21:44:39 Uhr
Beitrag:

Moin Gerhard

Zitat:

Wäre übrigens gar nicht schlecht, wenn eine solche Gradeinteilung im Polsucherfernrohr selbst zusätzlich zu den Sternbildern sichtbar wäre. Und natürlich in dem kleinen Programm auch, dann könnte man korrekter adjustieren. War nur so eine Idee.


Ja , das wärs wirklich.

Mach doch einen Polsuchervertrieb auf , mit Programm fürs Handy.

CS

Jürgen


Antwort von: geissinger
Gesendet am: 09.10.2008 23:19:16 Uhr
Beitrag:

Hallo Stiko,

wie Dietmar schon geschrieben hat: Das ganze Affentheater mit genauer Einnordung kannst Du bei rein visueller Beobachtung total vergessen. R.A. Achse grob nach Norden - los gehts.

Falls Du allerdings fotografieren möchtest, sollte der Polsucher vorher einmalig auf die R.A. Achse zentiert werden. Bei den den ganzen EQ-xx wurde das nämlich von Werk aus NICHT gemacht. Dazu kann man das geätzte Glasplättchen im Polsucher mit viel Gefummel justieren. Wenn das nicht gemacht ist, ist es auch egal, ob man den Polsucher mit Scalen oder an Sternbildern orientiert einjustiert.
Ansonsten ist es doch klar, dass man in einem Polsucherfernröhrchen kein komplettes Sternbild (großer Waagen, Cassiopeia) komplett überblicken kann, oder?

Ein Tipp noch: es empfiehlt sich generell, essentiell Wichtiges von total Unwichtigem zu unterschieden und zu versuchen, die Funktionsweise seines Equipments zu verstehen und darüber nachzudenken.

Grüße
Rolf



Antwort von: Stiko
Gesendet am: 10.10.2008 14:12:32 Uhr
Beitrag:

Hey leute ihr werdet es nicht glauben, aber jetzt wo ich weiss wonach ich suchen muss klappt es. Grüner Laser zur grobjustierung rein und dann polsucher einstecken.
Linkes auge in den Himmel, rechtes in den Polsucher und Spitze. Ich habe es geschafft und es hat perfekt funktioniert. Jetzt muss ich nur noch ein paar messier Objekte als Anfang finden.
Aber Vielen Dank euch für alle Tips.


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